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am 17. August 2004
Nachdem Bob Dylan für längere Zeit keine wirklichen Studiohighlights mehr setzen konnte, veröffentlichte er 1997 den Songzyklus "Time out of mind", welcher zugleich von der Kritik in den Himmel gehoben wurde - und das zurecht.
Diese CD enthält 11 Songs mit gespenstischer Atmosphäre.
Die Produktion unterstützt diesen Eindruck bewusst, auffälligstes Merkmal der Instrumentierung ist der Einsatz einer düster klingenden Orgel. Die Rhythmusabteilung untermalt dezent die meist gitarren- oder klavierlastigen Stücke.
Dylan's mal wieder unheimlich kratzige, rauchige Stimme trägt natürlich enorm zum vorher geschilderten Eindruck bei.
Man stellt sich das lyrische Ich in den meisten Songs als dunkle Gestalt vor, die nachts über verflossene Liebschaften und den Sinn des Lebens grübelnd von Pub zu Pub tingelt.
Paradebeispiele für diese Stimmung sind der Opener "Love sick", der durch stakkatoartiges Orgelspiel und ein sehr überraschendes, wenn auch kurzes Gitarren-Riff auffällt,
der in diesem Zusammenhang ungewöhnlich in Szene gesetzte "Dirt road blues" sowie das wunderschöne nachdenkliche "Standing in the doorway". Die klavierbetonten Songs "Tryin' to get to heaven" und "Make you feel my love" wirken zumindest in Bezug auf Sound und Melodieführung etwas massenkompatibler, bleiben damit jedoch Ausnahmen auf dieser Platte für close-listener.
Der unumstrittene Höhepunkt ist das zutiefst berührende "Not dark yet": Ein vom Text her äußerst leidender Dylan röhrt sich durch einen bittersüßen Folk-Rock-Song, der selbst durch Textzeilen wie "I was born here and I'll die here - against my will" und weitere, noch traurigere Zeilen nicht beklemmend wirkt, sondern lediglich zum Nachdenken und zum Schwärmen bezüglich der Musik anregt.
Ein weiteres, sehr auffälliges Stück ist "Highlands", ein scheinbar endloser, hypnotisierender Blues mit kurios-zusammenhanglos wirkenden lyrics.
Allgemein zeigt sich Dylan textlich weiterhin sehr mitteilungsbedürftig und begabt, jedoch weniger undurchdringlich und bedeutsam als zu seinen Hochzeiten beispielsweise in den 60ern. Seine Songs auf "Time out of mind" handeln von verflossenen Liebschaften und persönlichen Sinnkrisen.
Sie sind wörtlich zu nehmen und daher für Dylan-Verhältnisse sehr leicht zu verstehen, was dem Ganzen etwas die geheimnisvolle Stimmung nimmt, dafür aber noch mehr Identifikation mit dem Sänger ermöglicht.
"Time out of mind" ist ein Album, für das man sich viel Zeit nehmen muss und das man sich eigentlich nur nachts anhören kann, denn nur diese Tageszeit ist mit der düsteren Stimmung dieses hervorragenden Spätwerkes des Meisters Bob Dylan kompatibel.
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am 10. Dezember 2002
Kapitulation steht in grossen Lettern eingeritzt in der Zellenwand. Da ist jemand müde von der ständigen Suche nach dem Sinn des Lebens und vom unendlichen Sehnen nach Liebe. Die häufigste Phrase dieser Platte lautet deshalb „I don't know". Die Texte sind einfach. Zu keiner Zeit, auf keiner Platte hat Dylan je so einfache Worte gewählt. Nichts scheint dylanesk. Kein
Hirnf..., kein Literatenlatein, keine Mystik, überhaupt keine Strebsamkeit. Die Reime sind vorhersehbar und werden auch absichtlich mit grossen Pausen gesungen, so dass man sie im Kopf schon vorher beendet hat („that's alright mamma you, you gotta do what you gotta ... do). Er zitiert häufig benutzte Worte aus den amerikanischen Blues-Songs, wie „waiting for a train", „lonesome roads", "deep muddy water", um das Bild des Einsamen zu implizieren. Immer ist er unterwegs („walking" / „going" / „went to") und die amerikanische Landschaft "Missouri", "New Orleans", "Baltimore", "Bostontown" zieht an uns vorbei. Diese Begriffe und Bilder sind uns seit Ur-Zeiten bekannt. Es ist das Bild des 400 Jahre alten Amerika und Dylan hält auf seinem Streifzug scheinbar die Zeit an ("I know it looks like I'm moving, but I'm standing still"). Nicht umsonst heißt das Album "Time out of mind". Dylan begreift sich ohne Anmassung als Teil dieses Amerikas: „When I'm gone you will remember my name". Dylan muss sich und anderen nichts mehr beweisen. Er kann ganz in der Tradition seiner Vorbilder aufgehen. Seine Stimme benötigt längst keine wortgewaltigen und -gewandten Geschichten mehr um gehört zu werden. Seine Stimme erzählt die Geschichten, zu denen er nur noch eine bildhafte Sprache braucht.
Wie auch gleich im ersten Song. Einer geht, und er ist liebeskrank, und die Liebste geht ihm nicht aus dem Kopf, und die Schatten, die ihn umgeben, deuten seine Krankheit. Fertig. "Lovesick". Nicht eine famose Wendung. Nicht eine überraschende Umschreibung. Kein Wort das blitzt. Er ist liebeskrank und das macht ihn sprachlos. Oder wie es später heissen wird: "I was alright 'til I fell in love with you".
Und immer wieder kommt er auf die Zeit und sein Alter zu sprechen. Er stellt fest, dass „yesterday everything was going too fast, today it's moving to slow". Er sieht jüngere Leute tanzen und würde natürlich gerne mit ihnen tauschen. „I wish someone would turn back the clock for me" heißt es im finalen "Highlands". So zieht er weiter auf seiner Never - Ending - Tour und läßt uns wissen: "I've been all around the world boys and now I'm trying to get to heaven before they close the door". Dylan klingt, als ob er vorsichtig den Tod begrüßen würde. „It's not dark yet, but it's getting there" singt er. So muß es sein, das Warten im Todestrakt. Dead man walking. Auf Hoffnung und Trost muss der Zuhörer bis zum finalen Stück „Highlands" warten. Er sei in seinem Kopf bereits dort, in den Highlands, heißt es nach 16 (!) wie nichts verflossenen Minuten und das sei für den Augenblick genug. Der Refrain ist übrigens an einen der ältesten überlieferten Folksongs angelehnt. Dass er so scheinbar unschuldig die Straßen in Boston durchwandert, hier wo die amerikanische Republik einen ihrer Anfänge hatte und die Art wie er sich beiläufig wundert, dass das Restaurant so leer sei („well it must be a holiday"), zeigen einmal mehr, dass Dylan hier auch leicht eine andere Geschichte hätte erzählen können. Aber da er noch einige Zeit in seiner Zelle zubringt, muss er ja nicht gleich alle Geschichten erzählen.
Man muss Produzent Daniel Lanois (u.a. U2), sonst für seine glatte Produktion bekannt, für seine Zurückhaltung danken. Er diente dem Meister im wahrsten Sinne des Wortes. Dieser elektrische Blues wurde größtenteils live eingespielt und klingt improvisiert, roh und unfertig. Sie passt zu Dylan's Stimme, obwohl es auf diesem Album keine verschluckten Endsilben, kein Nuscheln und kein Genöle gibt.
Mit diesem Album hat jetzt auch meine Generation ihre Dylan-Scheibe. Sympathie for the old devil.
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am 22. Oktober 2009
dieses album, gemacht von einem, der grad noch einmal dem tod von der schaufel gerutscht ist, ist die verzweifelte erkenntnis, dass wir alle sterbende sind, vom moment der geburt an. es ist schaurig und beängstigend und ergreifend. ein höllenhund von einem album.

im elften Song, dem gefühlt stundenlang vor sich hin mäandernden, faszinierenden, den hörer auf eine unheimliche weise einsaugenden "highlands") singt er: ich hör mir neil young an / ich muß ihn auf volle laustärke drehen / und irgendwer schreit immer / dreh das leiser. exakt so klingt er auch: wie jemand, der neil young laut gehört hat und ihn nun
leiser wiedergibt. dieses album brüllt, aber es brüllt leise.

die musik ist furchteinflössend grimmiger bluesrock, in dem die orgel und die e-gitarre dominieren. die produktion von daniels lanois ist zuum glück viel weniger geschleckt als die von "oh mercy", wo die songs fast zu sehr geschönt wurden. sie kracht und grammelt und knarzt und passt einfach perfekt.

dieses album, gesungen wirklich aus großer not, ist das letzte meisterwerk von bob dylan, es steht in einer reihe mit "highway 61" und "blond on blonde" und "blood on the tracks" und "desire". man sollte aber aufpassen, wie man drauf ist, bevor man es im dunkeln hört. es ist so lebensnah, es kann einen zu tode erschrecken.

ganz, ganz große kunst. it' not dark yet, but it's getting there.

I was born here and I'll die here against my will
I know it looks like I'm moving, but I'm standing still
Every nerve in my body is so vacant and numb
I can't even remember what it was I came here to get away from
Don't even hear a murmur of a prayer
It's not dark yet, but it's getting there.

ein song, ebenso lebensgefährlich und echt und ergreifend wie "a letztes lied" auf dem letzten album von georg danzer.
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am 8. April 2015
Selten hat eine Musik-Veröffentlichung so direkt mein Herz erreicht, mich betroffen gemacht, wie diese Aufnahme, die Bob Dylan wie aus der Gruft erleben ließ. Ja, wir glaubten alle, das war es nun vom Meister, famous last words...
Und wir hatten doch sein Song Book, und hier wurden nicht einmal die Texte mitgeliefert. Mal um Mal entzifferten wir den Text, Stück für Stück tasteten wir uns durch die Titel der CD. Damals war es noch nicht so leicht wie heute mit Gugl. Hupf, hat man seine Liedzeilen! I can't even remember what it was I came here to run away from. "Genau" raunte man, und schaute wissend in die Leere.
Ich muss in der Vergangenheitsform schreiben, inzwischen habe ich Bob Dylan im Konzert gesehen - und es gibt wirklich noch eine Menge neuer Musik!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Oktober 2009
nach langem und weil ich grade dabei bin, mich durch dylans gesamtwerk zu fressen, hab ich die da aus dem jahre 1998 (auch schon wieder elf jahre her, erschreckend...) wieder mal ausgegraben, seinerzeit habe ich gekauft, reingehört und beiseite gestellt, kaum gespielt, kann gar nicht sagen warum, vielleicht war mir das im jahr meines 40ers zu deprimierend.

heute, um die erfahrung einiger weiterer - vor allem älterer - dylan-alben reicher, kommt das wieder ganz anders. das gefühl, dass hier kein zukünftiger "klassiker" des BD songbooks vertreten ist, kam wohl daher, dass hier alles ein wenig düster ist, ein bissi weh tut und vor allem auf durchgehend höchstem niveau daherkommt.

also, intensiv damit befasst und etwaige negative schwingungen sind empfindungsmäßig zu revidieren. das ist ein großes, ein wichtiges, dylan album, eingekochte gemütszustände, mit rauher stimme vorgetragen, ohne echte uptempo-nummern, aber urig, bluesig, bodenständig und weniger nach schönklang, nach soundeffekten orientiert als "oh mercy". im gegensatz zur eben genannten, ist daniel lanois als produzent nicht so herauszuhören, das ist einerseits schade aber andererseits auch sehr gut so.

wenn songs hervorzuheben sind, dann ist es die eröffnungsnummer, weitere anspieltipps sind "not dark yet" mit einem sehr schönen flow, für "cold irons bound" gilt beinahe dasselbe und "highlands" heißt die lange und intensive abschlussnummer. insgesamt rumpeln und holpern dylan und die band hier auf seine unnachahmliche art dahin und kommen bei einigem nummern tom waits so nahe wie auf keinem anderen album.

die aufnahme ist - beabsichtigt oder nicht - am beginn ziemlich linkslastig und pendelt sich erst bei etwa der dritten nummer in der mitte ein. die tonqualität von "no mercy" wird nicht erreicht, zumal alles ein wenig dünn und kleiner, auch mit weniger raum aufgezeichnet wurde, die stimme ist hier mehr involviert und schwebt nicht so über den tönen, erzeugt trotzdem mitunter gänsehaut und alles ist durchhörbar, sehr natürlich und direkt, also unterm strich in ordnung.

eh unwichtige kritik übe ich nur an dem uninformativen minimalcover, nicht mal die spieldauer der songs ist irgendwo angegeben, dafür verfügt mein exemplar von damals über eine bonus-cd mit interessanten liveaufnahmen von "love sick", "cold irons bound", "cocaine blues", "born in time", "can't wait", "roving gambler" und "blind willie mc tell" in sehr intensiven versionen, in unterschiedlicher, aber immer guter tonqualität. das war aber eine limited edition, glaub ich...
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am 10. Dezember 2002
Kapitulation steht in grossen Lettern eingeritzt in der Zellenwand. Da ist jemand müde von der ständigen Suche nach dem Sinn des Lebens und vom unendlichen Sehnen nach Liebe. Die häufigste Phrase dieser Platte lautet deshalb „I don't know". Die Texte sind einfach. Zu keiner Zeit, auf keiner Platte hat Dylan je so einfache Worte gewählt. Nichts scheint dylanesk. Kein
Hirnf..., kein Literatenlatein, keine Mystik, überhaupt keine Strebsamkeit. Die Reime sind vorhersehbar und werden auch absichtlich mit grossen Pausen gesungen, so dass man sie im Kopf schon vorher beendet hat („that's alright mamma you, you gotta do what you gotta ... do). Er zitiert häufig benutzte Worte aus den amerikanischen Blues-Songs, wie „waiting for a train", „lonesome roads", "deep muddy water", um das Bild des Einsamen zu implizieren. Immer ist er unterwegs („walking" / „going" / „went to") und die amerikanische Landschaft "Missouri", "New Orleans", "Baltimore", "Bostontown" zieht an uns vorbei. Diese Begriffe und Bilder sind uns seit Ur-Zeiten bekannt. Es ist das Bild des 400 Jahre alten Amerika und Dylan hält auf seinem Streifzug scheinbar die Zeit an ("I know it looks like I'm moving, but I'm standing still"). Nicht umsonst heißt das Album "Time out of mind". Dylan begreift sich ohne Anmassung als Teil dieses Amerikas: „When I'm gone you will remember my name". Dylan muss sich und anderen nichts mehr beweisen. Er kann ganz in der Tradition seiner Vorbilder aufgehen. Seine Stimme benötigt längst keine wortgewaltigen und -gewandten Geschichten mehr um gehört zu werden. Seine Stimme erzählt die Geschichten, zu denen er nur noch eine bildhafte Sprache braucht.
Wie auch gleich im ersten Song. Einer geht, und er ist liebeskrank, und die Liebste geht ihm nicht aus dem Kopf, und die Schatten, die ihn umgeben, deuten seine Krankheit. Fertig. "Lovesick". Nicht eine famose Wendung. Nicht eine überraschende Umschreibung. Kein Wort das blitzt. Er ist liebeskrank und das macht ihn sprachlos. Oder wie es später heissen wird: "I was alright 'til I fell in love with you".
Und immer wieder kommt er auf die Zeit und sein Alter zu sprechen. Er stellt fest, dass „yesterday everything was going too fast, today it's moving to slow". Er sieht jüngere Leute tanzen und würde natürlich gerne mit ihnen tauschen. „I wish someone would turn back the clock for me" heißt es im finalen "Highlands". So zieht er weiter auf seiner Never - Ending - Tour und läßt uns wissen: "I've been all around the world boys and now I'm trying to get to heaven before they close the door". Dylan klingt, als ob er vorsichtig den Tod begrüßen würde. „It's not dark yet, but it's getting there" singt er. So muß es sein, das Warten im Todestrakt. Dead man walking. Auf Hoffnung und Trost muss der Zuhörer bis zum finalen Stück „Highlands" warten. Er sei in seinem Kopf bereits dort, in den Highlands, heißt es nach 16 (!) wie nichts verflossenen Minuten und das sei für den Augenblick genug. Der Refrain ist übrigens an einen der ältesten überlieferten Folksongs angelehnt. Dass er so scheinbar unschuldig die Straßen in Boston durchwandert, hier wo die amerikanische Republik einen ihrer Anfänge hatte und die Art wie er sich beiläufig wundert, dass das Restaurant so leer sei („well it must be a holiday"), zeigen einmal mehr, dass Dylan hier auch leicht eine andere Geschichte hätte erzählen können. Aber da er noch einige Zeit in seiner Zelle zubringt, muss er ja nicht gleich alle Geschichten erzählen.
Man muss Produzent Daniel Lanois (u.a. U2), sonst für seine glatte Produktion bekannt, für seine Zurückhaltung danken. Er diente dem Meister im wahrsten Sinne des Wortes. Dieser elektrische Blues wurde größtenteils live eingespielt und klingt improvisiert, roh und unfertig. Sie passt zu Dylan's Stimme, obwohl es auf diesem Album keine verschluckten Endsilben, kein Nuscheln und kein Genöle gibt.
Mit diesem Album hat jetzt auch meine Generation ihre Dylan-Scheibe. Sympathie for the old devil.
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am 9. April 2015
1997, da kam ganz plötzlich Bob um die Ecke mit einem Geniestreich .Das hätte man/ich den guten Bob nicht mehr zugetraut.Aber das war nur der Startschuss.Seit dem bringt Herr Dylan nur noch gute bis sehr gute Alben auf den Markt(Ja auch Shadows in the Night zähle ich zu den sehr guten Alben).So darf es gerne noch weiter gehen.Glückwunsch !
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Wieder einmal sollte es ein Comeback des Großmeisters geben. Wieder einmal waren die Erwartungen hoch. Wieder einmal hatte Herr Dylan all diese mühelos übertroffen...

"Time Out Of Mind", das schon jetzt als KLASSIKER der Dylan-Chronologie gilt (obwohl es gerade mal 13 Jahre jung ist) hat den Startschuss für einen Bob-Dylan-Frühling ohne Ende gegeben. Immerhin sind seither drei weitere Alben am Markt erschienen (nämlich "Love and Theft", "Modern Times" und "Together Through Life", ach ja "Christmas in Your Heart" eigentlich auch noch - zähl ich jetzt aber mal nicht dazu), die vielleicht nicht ebenbürtig sind, aber mindestens zu den besseren bis sehr guten Dylan-Alben zu zählen sind. Solch einen Reigen an Klasse-Werken hatte Mr. Dylan zuletzt am Beginn seiner Karriere aus dem Erdboden gestampft. Es scheint so, als könne man dem abgebrühten Songwriter-Poeten einfach nicht das Wasser reichen... Also: Eine zwischenzeitliche Kaufempfehlung zu allen Dylan-Alben seit 1997 (neben den Klassikern aus dern 60ern und 70ern natürlich)!!

"Time Out Of Mind" ist größtenteils PURER BLUES, vermischt mit manchmal zartironischer Melancholie und wirklich erstaunlichen Klasse-Sounds. "Time Out Of Mind" ist EIN GEFÜHL, wankend freilich, beschrieben durch 11 SONGS, die von der Atmosphäre her an einen Gig in einer schwülen Sommernacht in einer Bar erinnern. Absoluter Höhepunkt der Scheibe ist meines Erachtens das fast schon rührselige NOT DARK YET, das ich mittlerweile - ganz ohne Übertreibung - für einen der besten Songs der 90er-Jahre und einen der allerbesten Bob-Dylan-Songs überhaupt halte. Aber halten Sie sich fest - das ganze Album hindurch müssen Sie sich darauf gefasst machen, einen neuen Klassiker zu entdecken!

"Time Out Of Mind" - für Musikinteressierte sowieso ein Pflichtkauf - würde ich jedem zu jederzeit herzlichst weiterempfehlen!

Ein MUSIKKLASSIKER eines ganz, ganz GROSSEN anno 1997!!

---- Anspieltipps ----
- Love Sick
- Standing In The Doorway
- Trying To Get To Heaven
- Not Dark Yet
- Cold Irons Bound
- Make You Feel My Love
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am 14. März 2010
1997 und Dylan bringt zum ersten Mal seit Jahren wieder ein Bombenstarkes Album heraus, dass locker mit seinen Klassiker mithalten kann. Nach einer (wenn man es bei Dylan überhaupt so nennen kann) kleineren Schwächeperiode noch einmal ein solches Klassealbum zu veröffentlichen... respekt!!! Das ganze Album bewegt sich zwischen Blues Rock, Blues und Country... und wie !!!
Dylans Stimme hat sich enorm verändert, im Gegensatz zu den 80ger Jahren. Ich finde sie persönlich interessanter als damals (auch wenn der 60er und 70er unübertroffen bleiben). Auch musikalisch kann man hier eine deutliche Steigerung feststellen. Dylan wirkt hier plötzlich wieder frisch und hungrig auf Musik. Nicht nur er, sondern die gesamte Band. Die Aufnahmen zu diesem Album müssen Spaß gemahct haben bei so vielen großartigen udn starken Songs. Zumindest kann ich es mir nicht anders vorstellen. Egal was man in Betracht zieht... Lyrics, Vocals, Band, Sound oder Songs, hier passt einfach alles.
Der erste Song "Love Sick" schlägt schon einmal ein wie eine Bombe. Wenn Dylan diesen Track singt reisst es einem die Eingeweide heraus. Einfach herrlich!! Aber auch die anderen Songs wie zum Beispiel "Not Dark Yet", "Make You Feel My Love" oder das gigantische "Highlands" (mit einer Spielzeit von über 16 Minuten) können vollkommen überzeugen. Ganz im Gegensatz zu den beiden Nachfolgealben "Love And Theft" und "Modern Times", (die beide durchaus Hörenswert sind und ihre eigenen Qualitäten haben) stört mich bei "Time Out Of Mind" die enorme Länge der Songs nicht. Auch wenn die Sings auf "Love And Theft" oder "Modern Times" super waren, kommen sie für mich einfach nciht an "Time Out Of Mind" heran.
Insgesamt ist "Time Out Of MInd" ein Album, dass keinen guten Song hat. Es hat ausschließlich sehr gute, hervorragende und wahnsinnig geniale Songs. Mit Sicherheit eins seiner besten Alben so far...
Bitte noch viel mehr davon in Zukunft!!
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am 17. August 2007
Bis 1997 war Bob Dylans Bilanz der 90er Jahre nicht gerade berauschend. Er hatte mit "Under The Red Sky" ein recht unausgeglichenes Album herausgebracht und sich dann auf "Good As I Been To You" und "World Gone Wrong" als Wahrer der Folk - Tradition gezeigt. Beide Platten sind zwar ausgezeichnet (die Kritik fand sie weniger toll und verhöhnte Dylans "Einfallslosigkeit"), Dylan betätigte sich darauf allerdings "nur" als Interpret, neue Songs vom Meister gab es jahrelang nicht.
Keiner hatte ihn mehr auf der Rechnung, als "Time Out Of Mind" erschien. Das Album katapultierte His Bobness wieder auf seinen angestammten Platz ganz oben im Rock - Pantheon, machte ihn mit einen Schlag von abgehalfterten Fossil aus den 60ern zum coolen alten Mann und bescherte dem Meister drei Grammys und ein von niemandem erwartetes Comeback.
Düster und verzweifelt ist der Grundton aller Songs auf "Time Out Of Mind", Dylan wirft hier nie mit den von ihm gewohnten Metaphern um sich, gibt den Orakeldeutern keine Chance, in den Songs nach versteckten Botschaften zu suchen und redet von ihm selten gehörten Klartext. "Time Out Of Mind" ist ein Album über die Sinnlosigkeit der Liebe, zu der es doch keine Alternative geben kann, karg intrumentiert und produziert, wie Dylans große Meisterwerke aus den 60er Jahren.
Einen besseren Einstieg in dieses Album als "Love Sick" kann es kaum geben. Zu einer wimmernden Orgel und zaghaft einsetzenden Intrumenten krächzt Dylan Zeilen wie "I'm sick of love/I wish I never met you". Einsamkeit, Verrinnen der Zeit, gebrochenes Herz und nirgends ein Ausweg. Ein phantastischer Song.
Weiter geht es mit dem chaotisch rumpelnden "Dirt Road Blues", His Bobness gibt den einsamen Landstreicher auf der schmutzigen Landstrasse auf der aussichtslosen Suche nach Geborgenheit.
"Standing In The Doorway" spinnt den Faden weiter, ein trauriger, balladesker Endzeit - Song über Vergänglichkeit und Ausweglosigkeit, "I got no place to turn/I got nothing left to burn". Wunderbar melancholisch.
"Million Miles" ist ein todtrauriges Stück über den vergeblichen Versuch, sich nahe zu sein, der Sänger scheint bereits aufgegeben zu haben, wiederholt stoisch immer wieder "I'm tryin' to get closer, but I'm still a million miles away"
"Tryin' To Get To Heaven" ist das musikalisch schönste Stück auf "Time Out Of Mind", für diese Platte ungewohnt eingängig und läßt den Hörer bei aller Verzweiflung einen Silberstreif erahnen.
"'Til I Fell In Love With You" ist eine Abrechnung mit einer gescheiterten Beziehung, erreicht zwar nicht das Niveau von Dylans großen Haß - Songs wie "Idiot Wind", doch der Meister knurrt sich virtuos durch einen seiner aggressivsten Texte.
In "Not Dark Yet" hat der Sänger den Kampf aufgegeben, ein lyrisch simpler, unprätentiöser Song über das Fügen ins Unvermeideliche, mutlose Melodie, Worte ohne Trost. Dunkler geht es kaum, bei aller Einfachheit einer von Dylans besten Songs.
"Cold Irons Bound" erzählt die Geschichte einer manischen, hoffnungslosen, unerwiderten Liebe, Dylan ist die gequälte Kreatur in der Todeszelle, kein Ausweg, nirgends.
Mit "To Make You Feel My Love" heben sich die dunklen Wolken etwas. His Bobness ist hier der glühende Liebhaber, der sich vor Treueschwüren überschlägt. Der freundlichste und erfolgreichste Song auf "Time Out Of Mind" (die Coverversionen von Garth Brooks und Billy Joel brachten Dylan ein hübsches Sümmchen ein). Kann man fast bei der Hochzeit spielen lassen.
"Can't Wait" ist wieder pure Verzweiflung. Zu einem langsamen, schleppenden Blues schildert der Sänger seine vergeblichen, zunehmend manischen Versuche, das Herz einer Frau zu erweichen.
Den Abschluß bildet "Highlands", eines der für Dylan typischen Langgedichte. Eine unwiderstehliche Talking - Blues - Meditation über den langen, mühevollen Weg zur Geborgenheit. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
"Time Out Of Mind" ist eines von Dylans sperrigsten Alben. Oberflächlich betrachtet eine sehr eintönige, von Depression und Todesahnung geprägte Platte, die ihre ganze Bandbreite der Kreativität erst bei eingehender Beschäftigung offenbart. Dylans bestes und einheitlichstes Album seit "Desire".
Der König ist zurück auf dem Thron.
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