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am 17. Dezember 2003
Poulencs Oper „Dialogues des Carmélites" aus dem Jahr 1957 findet sich vergleichsweise selten auf dem Spielplan der Musiktheater und ist in mancher Hinsicht eher ungewöhnlich: sie ist größtenteils mit Frauenrollen besetzt, es gibt kaum Arien oder Duette, und auch die in so vielen Opern allgegenwärtige Liebesgeschichte fehlt völlig. Bestimmend sind existentielle Themen: Angst und ihre Überwindung, die Suche nach Glaube und Orientierung in einer chaotischen Welt, Leben und Tod.
Der düsteren Handlung, die auf einer wahren historischen Begebenheit beruht, angemessen - eine Gruppe von Nonnen des Karmeliterinnen-Ordens wird während der Französischen Revolution zum Tod durch die Guillotine verurteilt - entfaltet die Oper eine kammerspielartige Atmosphäre, die Musik ist warm und harmonisch, und doch klingen in ihr Abgeschiedenheit und Dunkelheit an. Beklemmend ist das Finale (die Massenhinrichtung) musikalisch umgesetzt: die Nonnen gehen, gemeinsam das „Salve regina" singend, der Guillotine entgegen, immer wieder hört man das Fallbeil herabsausen, der Chor wird immer leiser und dünner, eine Stimme nach der anderen verstummt...
Die EMI-Aufnahme unter der Leitung von Pierre Dervaux entstand kurz nach der erstmaligen Aufführung der Oper. Die Hauptrollen sind erstklassig besetzt - herausragend sind insbesondere Rita Gorr mit ihrem gleißenden, absolut präsenten Mezzosopran und Denise Duval, die eine intensive, aber nie überzogene Darstellung liefert. Bei der digitalen Wiederaufbereitung haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet: trotz ihres Alters hat die Einspielung einen sehr guten Klang. Ein lohnenswertes musikalisches Erlebnis abseits der üblichen „Opernpfade".
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am 11. Mai 2004
Eine wahrhaft starke Oper mit unglaublich eindringlicher Musik zu einem düsteren Kapitel der Geschichte, der Französischen Revolution und ihrer Opfer, hier in der Form der Schwestern eines Karmeliterordens. Blanche, eine Adlige, die sich für den Orden entschieden hat, um ihrer Todesangst zu entfliehen, wird durch die Umstände gezwungen, sich ihrer Angst zu stellen.
Stimmlich ist das Ganze wirklich hervorragend, die grossartige Rita Gorr gibt eine sehr starke Priorin, auch wenn ihre Töne manchmal sogar noch etwas hässlicher sein dürften, Régine Crespin's neue Priorin glänzt durch eine sichere Höhe und warme Intensität. Denise Duval's Blanche ist manchmal intonatorisch wegen ihres nur sehr kleinen Vibratos heikel, fast zu tief, doch auch sie läuft an vielen Stellen zur Höchstform auf. Die natürliche Dramatik des Stücks macht es zu einem unvergesslichen Erlebnis und lässt einem die Schauer kalt den Rücken hinunter laufen.
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am 29. September 2014
Diese Oper ist wirklich erstaunlich. Sie ist, wenn man ihr Entstehungsdatum liest, keineswegs "modern", doch entwickelt die Musik einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Sind es die einprägsamen Motive, die Melodien, die ungeheure Fantasie der Instrumentation? Wahrscheinlich alles zusammen! Dazu liefert Bernanos einen Text, der seinesgleichen sucht. Die Personen liefern ein vollständiges Panoptikum des religiöses Leben, des Lebens im Glauben, und im Kampf mit dem Glauben! Ich kenne keine Oper, wo eine ausweglose Agonie, wie hier am Schluß des ersten Aktes so brutal, so intensiv musikalisch zum Klingen gebracht wird. Der gequälte Klang der gestopften Hörner verfolgt einen lange noch nach dem Hören! Dazu kommen noch nach den oft kurzen Szenen wunderbare, "beredte" Zwischenspiele, die den Hörer emotional auf die nächste Szene vorbereiten. Es ist die Welt der Angst, unserer Angst, aber auch die Welt der Gnade, die wir hier klingend erleben können. Und die Schlußszene ist ein Geniestreich,wenn nach dem ersten zaghaften Salve Regina der Nonnen der erste Guillotineschlag herabsaust, und im ff die Nonnen das Salve Regina weitersingen. Mit jedem Guillotineschlag wird es leiser, bis nur noch eine Stimme übrigbleibt. Und das Volk, das am Anfang so gierig auf das Schauspiel war? Vor dieser Haltung findet es nur noch zu pp Vokalisen! Und pianissimo ist auch der Schluß der Oper!!!
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am 27. April 2014
Mir war der Name Poulenc bislang fast unbekannt, aufgrund einer Empfehlung habe ich die "Dialogues" erworben.

Rigoletto oder Tosca lassen einen aufgewühlt zurück, aber was Poulenc im Hörer auslöst, ist gar nicht zu beschreiben; die überirdisch schöne Musik und die herrlichen Stimmen tragen ihn bis an die Grenze des Irdischen, die Schlußszene zerreißt einen förmlich - der Kontrast zwischen den transzendent gefaßten Karmeliterinnen und ihrem drastisch zu hörenden Schicksal und der Vorstellung, wie die gierig - geifernde Masse diesem tödlich-schöne Schauspiel beiwohnt, da läuft es einem in der Tat kalt über den Rücken und man weiß, weshalb der normale, bürgerliche Mensch so fulminant vor Revolutionen zurückschreckt:

auch wenn die Verhältnisse dermaßen im Argen liegen, daß es ihn täglich körperlich schmerzt (wir sind ja mal wieder auf dem besten Wege dorthin), er ahnt, daß ein Umbruch zuerst den primtivsten Pöbel nach oben spülen wird, ob bei den Bauernkriegen zu Luthers Zeiten, ob bei der französischen oder russischen Revolution, bei Mao oder in Mexico - das Leiden wird infernalisch sein.

Poulenc hat es gewußt.
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