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TOP 500 REZENSENTam 21. März 2006
Wer die Aufzeichnungen dieser Fantastischen Symphonie von Charles Munch, Sir Georg Solti, Markevitch oder Monteux im Ohr hat, der wird hier vielleicht zunächst Bedenken anmelden. Otto Klemperer (1885-1973) und Hector Berlioz scheint eine ungewöhnliche, auf den ersten Blick so gar nicht passende Kombination zu sein.
Und doch: Die geistige Höhenluft einer großen, einer vollkommenen Aufnahme liegt über dieser Produktion. Alle Akzente, alle Gestik, alle Ausbrüche dieser zerklüfteten, grellfarbigen Partitur, die Musikgeschichte geschrieben hat, sind vorhanden, aber schlanker, klarer, durchsichtiger und ohne jede artistische Kühle, die hier fast unausweichlich scheint. Weniger wirr als der phantastische Geist des Komponisten, weniger romantisch als die stilistische Situation des Werkes und doch in idealer, überzeitlicher Erfüllung der Musik - ein seltener Vorgang, auch auf Tonträger.
Die Balance zwischen der schweifenden Fantasie einer sinfonischen Dichtung und den formalen Bedingungen einer Sinfonie ist bewundernswert; sie gibt bereits der tastenden Einleitung Einheit und Ziel zugleich. Schon hier läßt übrigens der schneidende, stampfende Begleitrhythmus aufhorchen, der später immer wiederkehrt und der den äußersten Gegensatz zur sensibel ausgehörten Melodik bedeutet.
Doch die eigentliche Wirkung von Klemperers Sicht kommt aus dem Detail, in dem es keine tote Stelle gibt. Allein die kurze Einleitung des Ball-Walzers mit seiner mitreißenden Bewegung zeigt ihn als den Meister des orchestralen Kolorits, der Anfang der "Scène aux champs" seinen Sinn für die klanggewordene Rede: Eine kleine Wendung im Thema des Englischhorns weg vom Gewohnten, und alle Naivität, alle ländliche Idylle ist verschwunden. Diese scheinbar friedliche Welt trägt das zerrissene Antlitz des kranken Helden der wahrhaft Fantastischen Sinfonie. Die Beklemmung, die sich gewöhnlich erst am Ende des Satzes einzustellen pflegt, ist hier vom Beginn an eingefangen.
Völlig verwandelt scheinen die beiden Schlußsätze. Alles Illustrative, Genrehafte ist entfernt, das Rein-Musikalische und mit ihm schaurige, echte Größe leuchtet durch alle thematische Bizarrerie, durch alle rhythmische Ungeheuerlichkeit hindurch.
Zu bewundern ist, neben der überragenden Leistung Klemperers, zweierlei: das superb spielende, sensibel reagierende Philharmonia Orchestra und die außerordentliche technische Beschaffenheit der Aufnahme aus dem Jahr 1963, die ihre tonliche Klarheit auch in den dynamischen Gipfelpunkten bewahrt. Eine außergewöhnliche Aufnahme, die aus keiner gut sortierten Berlioz-Diskothek wegzudenken ist.
Der Ordnung halber sei vermerkt, daß die CD als Ergänzung noch das Vorspiel und die Traum-Pantomime aus Humperdincks Märchenoper "Hänsel und Gretel" enthält. Beide Stücke erklingen unter Klemperers Händen traumhaft schön, und der Hörer bedauert einmal mehr, daß der großartige Dirigent nur wenige Opern auf Schallplatten hinterlassen hat. Diese Aufnahmen wurden bereits 1960 aufgezeichnet, ebenfalls unter der bewährten Regie des EMI-Produzenten Walter Legge. Ein gutes, mehrsprachiges Booklet rundet die schöne Ausgabe ab.
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