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am 21. März 2013
Sie sind passionierter Americana-Hörer!? Sollten Sie dann nicht auch Soul hören?! Erstaunlicherweise reichen Verständnis und Akzeptanz der meisten Americana-Afficionados von Johnny Cash bis Bob Dylan. Na gut, dazwischen kann man viel ansiedeln, aber Soul und Jazz werden, obwohl die eigentlichen Originärleistungen aller amerikanischer Musik, meist ausgeblendet. Auch hier ein "na gut", denn schließlich haben sich ja weder Cash noch Dylan an beiden Genres versucht....

Man sollte trotzdem - sich daran versuchen, mein ich. Es gibt ein paar Soulaufnahmen, die man auf jeden Fall haben sollte - auf Jazz möchte ich hier nicht weiter eingehen: selbstverständlich Teile der Atlantic-Years von Aretha Franklin, Marvin Gaye's What's Going On oder Let's Get It On, die frühen Al Green Aufnahmen, James Brown, Otis Redding - alles unverzichtbar. Jeder, der sich für Soul interessiert, wird hier individuell einiges zu ergänzen haben: Wilson Pickett, Ann Peebles, James Carr, Smokey Robinson, Temptations - und nicht zu unterschlagen: Dusty...und das sind nur die der frühen Jahre des Soul.

Und Millie Jackson! Die Soul-Sängerin der musikalischen Zeitenwende, der Abkehr vom klassischen bluesorientierten Soul hin zum weit poppigeren Disco - manchen graust's jetzt schon, da muss nur der Begriff fallen. So ging's mir damals, 1974 folgende, auch: Aretha und Otis ja, Gloria Gaynor...pfui. Und dann eben Millie, die mit ihren ersten Aufanhemen 1971 noch im klassischen Urban New York Soul startet, mit sehr individueller, sofort zu identifizierender Stimme, einen Großteil ihrer Songs selbst schreibt, hervorragend produziert wird, bevor sie dann endlich auch nach Muscle Shoals, in den wahren Süden, darf....um gleich eine gedoppelte Konzeptaufnahme zu produzieren: Caught Up und Still Caught Up, die Geschichte einer Amour Fou, was hier Dreiecksgeschichte von verheiratetem Mann, dessen Frau und eben Millie Jackson in der Rolle der Liebhaberin bedeutet. Wer diese Situation selbst erlebt hat, weiß was jetzt thematisch kommt: hoch/runter/mal wieder hoch/endgültig runter, Selbstemanzipation genannt - so auch hier. Aber wie sie das mit Hilfe der Muscle Shoal Musiker in Szene setzt, das ist erste Sahne. Mit von der Partie sind u.a. Barry Beckett, Piano, Jimmy Hodges und Pete Carr, Gitarren, David Hood, Bass, Roger Hawkins, Drums - die Besten also...aus dem Süden.

Was hier 1974 und 1975 entsteht ist das was Soul damals eben auch zu leisten in der Lage war - erstklassige Unterhaltungsmusik. Allerdings weit entfernt von all dem, was im hochgradig politisierten schwarzen Amerika damals angesagt war: kein Sly Stone oder George Clinton Anarcho Polit Funk, kein Protest Soul eines Curtis Mayfield und schon gar nicht eines Gil Scott-Heron, nicht mal ein Dauer-Bettaufenthalt von Marvin Gaye oder Barry White - sondern einfach richtig guter Soul einer Frau, die scheinbar weiß worüber sie da berichtet. Prompt fand das Ganze nicht so richtig seine Zuhörerschaft. Es wurde zur Musik des Durchschnitts-Farbigen, eher noch der farbigen Unterschicht, wie Jackson irgendwann man selbst formulierte. Die Meinungsmacher, die Trendsetter, ob Stone, Mayfield oder Gaye irgnorierten sie als zu gewöhnlich. Vermutlich hat das für damalige Verhältnisse seine Berechtigung - auch wenn das Gewöhnliche erst noch so richtig zuschlagen sollte...in Form von Disco.

Mit heutigen Ohren gehört, nun da man glaubt inzwischen schon alles gehört zu haben, klingt das erstaunlich frisch und aktuell. Die Songs verfügen genau über das ideale Maß an Song-Knappheit, um Spannung zu erhalten und virtuosem instrumentellen Ausspielen, um Lust an der Musik zu erzeugen. Die auf Caught Up enthaltenen Songs sind stringenter in Komposition und Ausführung, sie stammen von unterschiedlichen Autoren, wobei Phillip Mitchel und Bobby Womack die exponiertesten Namen abgeben - neben Bobby Goldsboro. Tatsache - erinnern Sie sich noch an Honey?! Die Aufnahme startet mit der Hit-Single der damaligen LP - If Loving You Is Wrong I Don't want To be Right, einer Homer Banks/Raymond Jackson Komposition, einem klassischen Soul-Song und gleich das Highlight der gesamten Aufnahme und endet tatsächlich mit dem Schmalz-Country-Schmachtfetzen Summer, eben jenes Bobby Goldsboro, der uns dazu brachte uns für unsere heimlichen Lieben zu schämen und von dem man, ambitioniert wie man war, definitiv keine Aufnahme besitzen durfte. Zum Glück gab's Radio und das eigene innere Ohr....
Und wie sie dieses Summer zu ihrer Ballade macht - einer Soul-Ballade! Was beweist, wie nah die unterschiedlichen musikalischen Americana-Themen eben doch beieinander liegen, wie gut das eine für das andere taugt...auch wenn die Verwendung von Summer damals vermutlich den endgültigen Todesstoß für einen größeren Erfolg bedeutete.

Bleibt zu guter letzt die Frage, warum man sich ausgerechnet diese, eigentlich veraltete Hip-O Aufnahme zulegen sollte, wo die beiden LPs doch inzwischen in hervorragend gemasterten, um diverse Bonus-Tracks erweiterten Neuauflagen existieren?! Erstens, ganz profan, die Hip-O Pressung wurde wohl von den selben remasterten Bändern gezogen, klanglich nimmt sich das also nichts. Was aber wesentlicher erscheint, ist der Umstand, dass man hier das "Geschehen" an einem Stück verfolgen kann, das was normalerweise mit einen Cliffhanger Zwischenstop macht, gibt's hier als ganzen "Film". Wer von Jackson's Stimme dann soweit angetörnt ist, dass er meint darauf gar nicht mehr verzichten zu können, kann ruhig beide Ausgaben besitzen. Millie Jackson mit Caught Up und Still Caught Up gehört ganz sicher zu den Aufnahmen, die man sein Eigentum nennen sollte - selbst die Johnny Cash und Bob Dylan Anhänger!
22 Kommentare| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Dezember 2015
Millie war schon immer ihrer Zeit voraus!!! Ohne den musikalischen Einfluss und die Gesangeskunst der bekannten Souldiven Aretha, Whitney, Tina und Co. zu schmälern........ABER: Für mich ist Millie Jackson DIE Soulqueen !!! Und mit der Compilation der beiden Klassiker auf dieser Scheibe wird dieser Eindruck bestärkt. Sämtliche selbtsernannten und in den vergangenen Jahren von der Musikpresse über alle Maßen gelobten R&B Ikonen aka Rihanna plus alle anderen Möchtegernsoulsängerinnen sollen erst einmal bei Millie J. die Schulbank drücken und dazulernen.
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