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am 22. Juli 2008
Joan Sutherland, La Stupenda, macht sich die selten aufgeführten und noch seltener eingespielten Oper Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti zu Eigen. Ich denke es handelt sich hierbei, wenn auch spät aufgenommen, um eine ihrer glanzvollsten und schönsten Partien. Abgesehen davon, dass die Oper beinahe in der Versenkung verschwunden wäre, gibt sie der Rolle die nötige Dramatik und den musikalischen Glanz, der die Oper wieder zu neuem Leben erweckt. Die Stimme, schon etwas reifer, ist durch das mittlerweile dunkle Timbre wie gemacht für die Donizetti - Heroine. Bereits in der ersten Arie "Come bello" fesselt sie den Zuhörer durch den sanft schwingenden Ton. Sie singt wunderschöne Legatobögen und hält den Atem bis zum Ende der langen Phrasen. Die hohen Noten werden sanft im Piano gesungen und fluten auf ihrem Atem, der schier endlos scheint. Es scheint als hätte das Alter ihrer Stimme zusätzlichen Glanz gegeben! Keine Spur von Ermüdungserscheinungen und die Spitzentöne klingen rund und sind Leuchtraketen gleich. In jeder Ensembleszene und allen Duetten schließt sie mit ungeheurer Verve in den dreigestrichenen Finaltöen. Auch die große Finalszene der Oper wird zum Highlight! Die Sutherland singt in der Cabaletta "Era desso il figlio mio" atemberaubende Koloraturen und brilliert mit wundervollen dreigestrichenen Noten. Die Ausdrucksstärke und die Innigkeit ihrer Darstellung dieser Partie sind exemplarisch und es bleibt rätselhaft, weshalb diese Einspielung nicht den Stellenwert besitzt, der ihr zustehen würde!

Alle weiteren Darsteller sind großartig. So höre man Giacomo Aragall, der eine fantastische Stimme besitzt. Der strahlende und leuchtende Ton und die Sanftheit bei elegischen Passagen sind berückend. Er ist für die Darstellung des Gennaros wie geschaffen und meistert die hohe und sehr anspruchsvolle Partie mit Bravour. Er ist ebenso ideal besetzt wie der Rest des Ensembles. Ingvar Wixell singt die Rolle des Bösewichts Alfonso und seine rauhe und durchschlagskräftige Stimme passt wunderbar zur Rolle. Er stellt die Partie hervorragend da und man könnte eine Gänsehaut bekommen bei dem Gedanken, ihm im dunkeln zu begegnen! Großartiges Rollenportrait mit darstellerischem Tiefgang und ausgeklügelter Entwicklung der Rolle. Er ist hervorragend! Auch Marilyn Horne in der Rolle des Orsini darf nicht unerwähnt bleiben. Sie besitzt einen dunkel timbrierten Mezzo, der Weltgeschichte geschrieben hat. Sie ist eine der bedeutendsten Mezzos unserer Zeit gewesen und macht ihrem Ruf alle Ehre. Auch ihr gelingen die Koloraturen sehr gut und sie ist durch und durch brilliant! Chor und Orchester unter Bonynge sind ebenso großartig und Donizettis Musik scheint so lebendig, wie selten gehört. Empfehlenswert!!!
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am 4. Juli 2000
Eine sehr schöne Aufnahme, für meinen Geschmack die beste auf dem Markt. Sie gefällt mir auch besser als die mit M. Caballe in der Titelrolle, obwohl ich gerade diese Künstlerin sehr gerne höre. G. Aragall ist einmalig lyrisch-hingebungsvoll, die ganze Aufnahmen strotzt vor Vitalität. Es wird nicht nur gut gesungen, sondern auch mit viel Gefühl und Spiellaune, man sieht die Handlung förmlich vor sich. Es gibt eine ganze Reihe Aufnahmen mit J. Sutherland und R. Bonynge am Pult (sie sind ja auch verheiratet) und viele dieser Aufnahmen (z.B. der Troubadur) sind äußerst empfehlenswert, diese gehört auch dazu.
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am 10. März 2009
Eine absolute Kostbarkeit und sollte in keiner Belcanto-Sammlung fehlen.
Von allen Einspielungen meines Erachtens die Beste. Die Besetzung ist grandios, denn neben Joan Sutherland und Marilyn Horne ist auch Giacomo Aragall in einer seiner wenigen Aufnahmen zu hören.
Ansonsten kann ich mich nur dem Sachverstand meiner Vor-Rezensoren anschließen.
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am 30. Juni 2007
Ich bin Donizetti Fan und bin eher zufällig auf diese Oper gestossen. Sie wird selten gespielt oder gezeigt. Schade. Ich habe sie gekauft weil Sutherland und Horne einfach für klasse stehen. Und ich habe mich nicht getäuscht. ich finde sie sensationell, mindestens auf einer Stufe mit Lucia di Lammermoor.

Es ist ein Hörgenuss wie ich ihn selten hatte.
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am 15. Januar 2011
Donizettis Lucrezia ist nahezu vollständig von den Spielplänen verschwunden. Schade eigentlich, denn die formidable Einspielung unter Richard Bonynge mit Joan Sutherland in der Titelpartie beweist durchaus, dass Donizetti aus dem Schauermärchen eine sehr theatertaugliche Umsetzung gefertigt hat; das ist Belcanto at its best.
Das große Ensemble dieser Einspielung (ich fürchte, dass das eine Tatsache ist, die es kleinen und auch einigen mittleren Bühnen unmöglich machen dürfte, geeignete Besetzungen zu finden!) ist durch die Bank weg hervorragend und schönstimmig besetzt.
Die Sutherland gibt hier als Lucrezia für meinen Geschmack eines ihrer besten und ausgefeiltesten Rollenprofile wieder. Sie verlässt sich nicht nur auf ihre formidable Gesangslinie, sondern dringt in den vielschichtigen Charakter ein; gibt ein breites Spektrum von herrschender Lebedame bis hin zur liebend-leidenden Mutter.
Ihr zur Seite steht mit Giacomo Aragall als (heimlicher) Sohn Genaro ein Tenor, dessen Schallplattenkarriere leider eher klein geblieben ist; völlig unverständlich meiner Meinung nach, bewegt er sich doch stilistisch auf ebenso hohem Niveau wie La Stupenda und erfreut mit einem biegsamen Organ, dem auch tenorale Strahlkraft nicht abgeht.
Marilyn Horne verleiht der Hosenrolle des Orsini einmal mehr ihren guttural-androgynen schönstimmigen Mezzo - ihr Trinklied im zweiten Akt ist einer der wirklichen Höhepunkte dieser Einspielung.
Der geschmeidige schwedische Bariton Ingvar Wixell erfreut in der vierten Hauptpartie des Alfonso. Wer Belcanto mag, dem sei diese Einspielung wärmstens ans Herz gelegt.
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