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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
3
Mazurkas / Ballade 1 / Scherzo 2
Format: Audio CD|Ändern
Preis:15,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 17. Januar 2003
Das sind 50 Minuten zum Verlieben:
Musikauswahl toll, Klang (Anschlagstechnik) wunderbar, Interpretation genial, kurz: alles paßt.
Das fängt schon bei der ersten Mazurka an und hört bei der letzten der 10 Klavierstücke auf.
Und danach geht es eigentlich erst richtig los.
Das cis-moll-Prelude op.45 - ein wahres Klanggedicht. Ich habe dieses Stück schon von vielen anderen Pianisten gehört, richtig begriffen habe ich es erst unter den Händen von ABM.
Die g-moll-Ballade op.23 - einfach wunderbar, wie ABM das zweite Thema in B-Dur vorstellt, ergreiffend, wie es im strahlenden E-Dur unter den Fingern von ABM hervorquillt, affengeil, wie die Schlußcoda im königlichem g-moll vulkanartig ausbricht- besser geht es nicht.
Ich übertreibe nicht, wenn ich beim b-moll-Scherzo in den gleichen Superlativen verharre. Die Lauf-Begleitung der linken Hand im zweiten Thema (Ges-Dur) hat etwas meditativ beruhigendes, wunderbar absonderlich der Mittelteil, virtuos aber interpretationsstark die Schlußcoda.
Während der gesamten CD habe ich das Gefühl, ABM spielt auf einem Engelsflügel mit Goldtasten. Ich verschenke sie nur zu ganz besonderen Anlässen.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 7. Juni 2000
Es ist schon erstaunlich, dass diese hervorragenden Chopin-Aufnahmen des Jahres 1971 mit Arturo Bendetti Michelangeli nicht Eingang in die Chopin-Edition der DG gefunden haben. Insbesondere im Fall der einfühlsamen Interpretation der Mazurken ist diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen. Momentan hat es keineswegs den Anschein, dass ein Pianist unserer Tage diese Stücke mit derselben Brillianz und Transparenz vorlegen wird. Die für ihre Entstehungszeit völlig neuartigen Modulationen sowie die Anleihen aus der polnischen Tanzmusik liegen bei Michelangeli wie unterm Mikroskop: die musikalische Fraktur wird hörbar gemacht, ohne dass dabei die rhythmischen Passagen an spielerischer Verve verlören. Michelangelis Art, den "sound" des Klaviers ganz aus seiner differenzierten Anschlagskultur zu entwickeln, kommt sowohl den graziös-melancholischen, als auch den derberen Elementen dieser Musik zugute. Wer die Ballade g-moll in anderen Interpretationen kennt (Magaloff oder Rubinstein), der wird vielleicht verwundert sein über die nachdenkliche Zurückhaltung dieser Deutung. Ihr Interpret "erzählt" wirklich, jede Note auskostend, die Struktur der Dynamik und der Tempi logisch vorantreibend und trifft damit wohl den eigentlichen Nerv des Stückes. Etwas nervös und auch von der Aufnahmetechnik zu spröde eingefangen erscheint dahingegen das Prelude op.45. Michelangeli bringt hier sehr viel überflüssige Bewegung hinein und negiert somit den vexatorisch schwebenden Charakter dieses Prelude, wie er jüngst von Maurizio Pollini (ein Michelangeli-Schüler!) herausgearbeitet worden ist. Der Höhepunkt der CD jedoch ist und bleibt, trotz des erstaunlich ausgeloteten Scherzos op.31, die Mazurka f-moll. Michelangelis Spiel bringt es fertig, den ambivalenten Charakter dieser letzten Komposition Chopins herauszustellen: tragische Resignation und ironisches Augenzwinkern, beides besitzt diese Einspielung und bietet zugleich einen tiefen Einblick in eine mit elaborierter Chromatik durchsetzte Tonsprache, die bereits den berühmten Tristanakkord antizipiert. Insgesamt wird hier keine pianistische Sternstunde der Superlative geboten, sondern eine höchst individuelle Deutung eigentümlicher Kompositionen mit einer Glaubwürdigkeit, wie sie uns, gerade bei Chopin, nur selten begegnet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
13 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 25. November 2002
Die Klavierwelt (und nicht nur die der Chopin'schen) wäre um ein Quantum ärmer, gäbe es diese Einspielung ausgewählter Werke (10 Mazurken, Ballade op.23, Prélude op.45, 2.Scherzo) Chopins mit Arturo Benedetti Michelangeli von 1971/72 nicht.
Warum?
Die Kunst dieses Musikers besteht darin, Chopins intime "Salonmusik" nicht nur brillant und mit wohligem Klavierklang vorzutragen.
Nein, Michelangeli öffnet mit seinem subtilen Spiel viele Chopin'sche Vorhänge, die uns Einblicke in die "epische" Welt Chopins und deren tiefe Psyche verraten.
Mehr noch: Der große italienische Pianist erinnert uns - selbst in den so scheinbar "einfach" strukturierten Mazurken (besonders in op.67/2 und op.68/2) - an eine der vielen Realitäten Chopins: Seine Resignation und Traurigkeit über die aussichtslose Heirat zu Maria Wodzinska, die Chopin symbolisch beendete, indem er auf die einstigen Briefe die Aufschrift formulierte: "Moja biéda" - ("Mein Unglück")
Diese Unglückseligkeit (kompensiert durch viele Hoffnungsschimmer; grandios gespielt diese Gegensätze in der Mazurka op. 30/3!) Chopins zieht sich wie ein roter Faden durch diese Einspielung und gipfelt im Prélude op. 45. Michelangeli reduziert dieses Prélude nicht auf seine Melancholie, sondern man spürt die Parallelen von Chopins Lebensentbehrungen und Hoffnungs-Sternen irdischen Lebensglücks.
Das schönste Fragment dieser Einspielung ist das "sostenuto" im Mittelteil des Scherzo op.31/2:
Plötzlich tritt in diesem Scherzo, daß wie ein Gewitter über uns einbrach, eine wohltuende Ruhe ein. Selbst hier brilliert Michelangeli nicht nur mit "schönem" Anschlag, sondern läßt uns das "Einfache" dieser Ruhe auf dem Klavier hören. Beglückende Momente!
Für diese Einspielung, die aufgrund ihrer "Natürlichkeit" der Interpretation wohl lange Pianisten und uns Hörer als Vorbild gelten dürfte, darf man dankbar sein, daß es sie gibt.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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