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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
2
Die Klaviersonaten
Format: Audio CD|Ändern
Preis:48,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 1. Juli 2000
Die Gesamteinspielung der Klaviersonaten Nikolai Medtners stellt einen weiteren Meilenstein in der bislang schon eindrucksvollen Diskografie Marc-André Hamelins dar. Man kann nur begrüßen, daß ein Pianist vom Kaliber des Kanadiers sich eines solchen Randrepertoirs für Klavier widmet. Glücklicherweise gab es in der letzten Zeit einige Veröffentlichungen von Klaviermusik des russischen Spätromantikers (etwa von N. Demidenko bei Hyperion oder K. Scherbakov bei Naxos), so daß man auf eine dauerhafte Wiederbelebung dieses zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponisten hoffen kann. Bei russischen Komponisten für Klavier denkt man zunächst an Rachmaninov, Skrjabin oder Prokofiev - deren Zeitgenosse Medtner hat jedoch ein weitaus umfangreicheres und abwechslungsreicheres Sonatenwerk hinterlassen, was ihm auch zeit seines Lebens die Bewunderung Rachmaninovs eintrug. Im Gegensatz zu Skrjabin oder Prokofiev ist Medtner weitaus mehr der Tonalität verhaftet und steht Brahms etwa sehr nahe, wenn auch Ähnlichkeiten zu Rachmaninov oder dem Frühstil von Skrjabin bestehen. Unzweifelhaft besitzt Medtner jedoch eine ganz eigene Tonsprache, die einen schier unerschöpflichen Reichtum an Melodien und klanglichen Einfällen bereithält.
Daß Hamelin den hohen Anforderungen der Werke - ein weiterer Grund für deren niedrigen Bekanntheitsgrad - technisch problemlos gewachsen ist, überrascht aufgrund der schon vorliegenden Aufnahmen des Kanadiers nicht. Die Akribie und musikalische Intelligenz, mit der er jedes Stück interpretiert, läßt aus den über vier Stunden Musik eine Entdeckungsreise in noch unbekannte Regionen der romantischen Klaviermusik werden, wo es dem Hörer nie langweilig wird. Die Werke erschließen sich erst richtig nach mehrmaligem Hören und faszinieren umso mehr, je öfter man sich ihnen hingibt (mein persönlicher Favorit ist die "Sonata tragica" op. 39 Nr.5). Die Tonqualität ist wie gewohnt vorbildlich (auch ein Verdienst des Toningenieurs Tony Faulkner), und das Begleitheft informiert ausführlich. Für Liebhaber spätromantisch-virtuoser Klaviermusik eine unumgängliche Bereicherung ihrer CD-Sammlung.
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am 25. November 2002
Medtner - der Romantiker, der zu spät kam?
Nikolai Medtner (1879-1951) gilt hierzulande immer noch als Geheimtip. Während die Musikgeschichte ihn unter die Spätromantiker einreiht und darauf hinweist, daß er als Zeitgenosse von Skrjabin, Rachmaninoff und Prokofieff nicht mehr zeitgemäß komponiert habe - zuweilen geht er noch als "der russische Brahms" durch - wird der unbefangene Hörer hier Musik genießen können, die genügend Eigenes bietet, um den Autor vom Vorwurf des bloßen Epigonentums freizusprechen. Den Genuß macht uns der Pianist leicht: Marc-André Hamelin hat sich bei uns durch seine Konzerte und Aufzeichnungen einen Namen gemacht als der Pianist der vergessenen Unspielbaren (Alkan, Godowsky u. a.). Technische Schwierigkeiten scheinen also für ihn nicht zu existieren. Doch mit seiner Interpretation der Klaviersonaten des Moskauer Komponisten bringt er uns mehr als bloße Klaviermusik: Seine Musikalität erlaubt ihm, die Werke des russischen Meisters in einer Farbenpracht darzustellen, wie wir sie sonst nur von symphonischen Orchestern kennen. Trotz ihrer zuweilen russisch-epischen Breite bleiben bei ihm auch die längeren Sonatensätze bis zum letzten Takt spannend. Mit seiner Einspielung aller Klaviersonaten von Nikolai Medtner, sowie der Zyklen opp 38 und 39, die jeweils auch eine Sonate enthalten, hat Marc-André Hamelin diese Musik hoffentlich endgültig vor dem Vergessen gerettet.
Die Ausstattung der Box mit 4 CDs entspricht den von Hyperion gewohnten hohen Maßstäben: Als Front-Cover ein klassisches Gemälde aus dem Kulturkreis des Komponisten, das auf den musikalischen Inhalt der Box neugierig macht, ein Begleittext mit Wissenswertem und Illustrationen zu Werk, Komponist und Interpret. Den Verdienst der hohen Klangqualität teilen sich Toningenieur Tony Faulkner und der Flügel aus dem Hause Steinway.
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