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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
3
Kantaten 8, 125 & 138
Format: Audio CD|Ändern
Preis:164,50 €+ 4,24 € Versandkosten

am 21. September 2016
Jede Art von Musik unterliegt einer subjektiven Beurteilung. Aber wenn man Anhänger der Bach'schen Musik ist so wie ich,dann stellt diese CD in mehrfacher Hinsicht eine Bereicherung der hauseigenen CD Sammlung dar. Die CD hat meines Erachtens eine brilliante Aufnahmequalität, die Herrewegh'sche Interpreation der beiden Kantaten BWV8/BWV125 ist einzigartig. Stück Nr 10 auf der Platte "Ein unbegreiflich Licht erfüllt...." ist für mich der persönliche Höhepunkt der Platte. Ich sitze gefesselt auf dem Sofa und bin den Tränen nahe. Mehr muss man wohl nicht sagen.
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am 17. Januar 2007
Oh Mann, dies ist wirklich der Gipfel! Wenn drei Gegenstände auf eine einsame Insel dürften, wäre diese Aufnahme einer, nebst CD- Player und Kopfhörer. Herreweghe ist hier eine Ausnahmeproduktion dreier Kantaten gelungen, die sich mit dem Sterben beschäftigen. Hört man die ersten Takte der Kantate "Liebster Gott, wenn werd ich sterben" verstockt der Atem und man wird entführt auf eine meditative Reise duch eine verklärte Welt. Dafür garantiert auch das Solistenquartett, welches einen Höhepunkt nach dem anderen liefert. Besonders Mark Padore gelingt Außergewöhnliches.

Ingeborg Danz steht dem nicht wenig nach: Ihre Darbietung der Arie "Ich will auch mit gebrochnen Augen" ist einer der Höhepunkte in der Bach- Diskographie. Deborah York betört mit ihrem wunderschönen Timbre und auch Peter Kooy gelingen sehr innige Momente.

Vergleicht man diese Einspielung mit anderen, wie Suzuki oder Koopman, weis man um den Glücksgriff Herreweghes. Diese schaffen es nämlich nicht, trotz guter Sänger jene Atmosphäre zu entwickeln, welche vorliegende Aufnahme einzigartig macht. Nicht wenig dazu beigetragen hat auch die außergewöhnlich gute Produktion.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 12. Juni 2006
Zwei Kantaten aus dem Choralkantatenjahrgang von 1724/25 (BWV 8 und 125) und ein Werk aus dem 1. Leipziger Jahrgang (BWV 138) stehen in dieser Aufnahme einander gegenüber. Zum Eingangschor BWV 8, "Liebster Gott wenn werd ich sterben" liest man oft die Ansicht, dass die hohen Tonrepetitionen der Flöte im Eingangschor an ein "Sterbeglöckchen" gemahnen könnten, doch bin ich der Ansicht, dass dies zu kurz greift, lässt dies doch die Faktur des übrigen Satzes außer Acht. Die Flöte repetiert nämlich bei jedem Einsatz genau 24 Töne in Sechzehnteln und die Streicher spielen pizzicato in Achteln, wohingegen im Basso continuo punktierte Viertel erklingen. Der Satz entfaltet demnach tableauartig verschiedene Kategorien von Zeit: Sekunden, die 24 Stunden des Tages, Jahre. Wie es im Text heißt: "Liebster Gott wenn werd ich sterben? Meine ZEIT läuft immer hin..." Nur am Ende des Ritornells erklingt in der Flöte ein Ton mehr. Da es wie gewöhnlich am Ende wiederholt wird, schließt der Satz mit genau 25 repetierten Tönen - der letzte wird nur ganz kurz angestoßen. Warum? Da der Eingangschor offensichtlich um das Thema "Sterben" kreist, wird hier - bildlich gesprochen - "das Zeitliche gesegnet", die irdische Zeit scheint überwunden und die Ewigkeit bricht an. Dass hier keine Musik mehr erklingen kann, ja dass am Ende das Medium des Klanges überwunden ist, wird durch den abrupten Satzschluss deutlich - ähnlich wie im pizzicato-Schluss des ersten Satzes von Mahlers unvollendeter 10. Sinfonie.

Wenn man es so formulieren will: Nach dem abrupten Ende des ersten Satzes von BWV 8 beginnt die Musik, die von menschlichen Ohren nicht gehört werden kann: die Musik der Engel, die Musica coelestis.

Dieser einmalige Satz von unvergleichlicher poetischer Schönheit wird von Herreweghe exzellent: Der Chor singt mit lupenreiner Intonation und niemals gleissend-grell, wie bei Gardiner, sondern nach innen gekehrt, meditierend, mit abgetönten Vokalen.

In BWV 138 verwendet Bach das Verfahren der Tropierung, dass sich auch im Schwesterwerk BWV 73 findet, indem zwischen die Zeilen des Chorals rezitativische Einschübe gesetzt sind. Die Solisten lassen kaum Wünsche offen: Wunderbar werden durch Peter Kooy die "Tränen" im Rezitativ "Ich bin veracht'" eingefangen. Hervorragend auch Ingeborg Danz in ihrem nachfolgenden Rezitativ "Ich bin verlassen": Wie schön singt sie die Worte "Wer steht mir denn in meinem Kummer bei?" Dazwischen erklingt Herreweghes Chor, der den Satz stets von neuem aufblühen läßt.

Herreweghe ist eine sorgfältige Einspielung mit guten Solisten gelungen, die den Aufnahmen Suzukis leider manchmal fehlen. Die Chöre werden von einem Vokalensemble mit hoher Klangkultur und -ästhetik gesungen. Zudem ist hier auch im Instrumentalen die Tendenz zu einem anmutigen und weichen Legato spürbar, eine "cantable Art des Spielens", um mit Bach zu sprechen, die sich deutlich von der scharfen Artikulation eines Harnoncourt oder - weniger grotesk - eines nervös-drängelnden Gardiner entfernt hat. Die meditative Ruhe, die manche Einspielungen Herreweghes auszeichnet, ist seine Stärke. Vielleicht sollten sich einige Bach-Dirigenten hieran ein Beispiel nehmen: Nicht rasen, sondern Bach langsam und mit Klarheit unter Erhalt des großen Bogens und langen Atems spielen, ohne langatmig zu werden - DAS ist die Kunst.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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