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am 28. September 2005
Mit "La Traviata" (Die vom Weg Abgekommene) betrat Giuseppe Verdi sowohl thematisch wie musikalisch Neuland. Bislang hatten seine Opern generell im Mittelalter bzw. Altertum gespielt, es gab hochdramatische Situationen, übermenschliche Gefühle, verabscheungswürdige Fieslinge und mitreissende Chöre zu bewundern. 1853 war Verdis Stellung im Musikgeschäft jedoch bereits so gefestigt, dass er sich eines Themas annehmen konnte, das ihn schon seit längerer Zeit faszinierte. Fünf Jahre zuvor hatte er den Roman "La dame aux camélias" von Alexandre Dumas (Sohn) kennen gelernt. Der hatte mit seinem Buch einer einstigen Geliebten, der mit 25 Jahren der Schwindsucht zum Opfer gefallenen Kurtisane Alphonsine Plessis, ein Denkmal gesetzt. Diese berühmteste aller Halbweltdamen, die auf dem Pariser Prominenten - Friedhof Père Lachaise unter einem monumentalen Grabmal ruht, führt seitdem in Dumas' Werken unter dem Namen Marguérite Gauthier und natürlich in Verdis Oper als Violetta Valéry ein wohl ewiges Leben.
Verdi fühlte sich von dem Stoff tief berührt und an sein eigenes Privatleben erinnert. Er lebte bereits seit geraumer Zeit unverheiratet mit der Sängerin Giuseppina Strepponi zusammen, die noch dazu drei uneheliche Kinder hatte. Im streng katholischen Italien dieser Zeit und erst recht in Verdis kleinstädtischem Wohnort Busseto war das ein veritabler Skandal, Giuseppina wurde von vielen Hütern der bürgerlichen Moral geschnitten.
Dies dürfte Verdi dazu veranlasst haben, Violetta Valéry zu einer seiner liebenswürdigsten und warmherzigsten Bühnenfiguren zu machen. Nur für kurze Zeit, zu Beginn des ersten Aktes und in der Bravourarie "Sempre libera" tritt einem die glamouröse, unnahbare und gefühlskalte Kurtisane entgegen, danach wandelt sich die "Traviata" zur aufrichtig liebenden Frau, die zugunsten ihres Alfredo sogar auf die Liebe ihres Lebens verzichten will und schließlich zu einer überirdisch schönen Melodie in Alfredos Armen ihr Leben aushaucht.
Verdi fand zu diesem ihm neuen Sujet eine für ihn eher untypische Musik. Anstatt zündender Melodien (die gibt es natürlich auch, man denke nur an das berühmte "Brindisi") hört man das ganze Werk hindurch einen flüssigen Konversationsstil, die musikalische Sprache ist feinfühliger, intimer als in den großen heroischen Opern. Das Liebesduett zwischen Violetta und Alfredo, sowie die lange Passage Violetta - Germont sind Musterbeispiele für komplett durchdachte musikalische Handlungsabläufe. Besser hätte auch ein Richard Wagner das nicht gekonnt.
Sofort nach der Uraufführung des "Trovatore" ging Verdi an die Komposition, er benötigte nur 45 Tage, um "La Traviata" komplett in Musik zu setzen. Am 6. März 1853 erklang das Werk erstmals im Teatro Fenice in Venedig und fiel vollständig durch. Hauptgrund für den Mißerfolg dürfte die Besetzung der Violetta mit einer wohlbeleibten Sopranistin gewesen sein, die sich offenbar einer äußerst robusten Gesundheit erfreute und deren Tod durch Auszehrung stürmische Heiterkeit hervorrief. Auch die von der Zensur geforderte Verlegung der Handlung ins vorrevolutionäre Frankreich spielte eine Rolle. Ein Jahr später wurde das Fehlurteil korrigiert, die Neueinstudierung am Teatro San Benedetto in Venedig geriet zum Sensationserfolg, seitdem ist "La Traviata" nicht mehr von der Opernbühne wegzudenken.
Auch der Filmregisseur Luchino Visconti machte mit seiner Inszenierung zum Beginn der Scala - Saison 1955 alles richtig. Statt an den äußeren Merkmalen zu experimentieren, stellte er eine im besten Sinne konservative "Traviata" auf die Bühne nahm sich drei Wochen (eine für damalige Verhältnisse unerhört lange Probenzeit), um die Sänger sich in ihre Rollen einfühlen zu lassen. Das stieß vor allem bei Giuseppe di Stefano auf Unverständnis, die stets lernbereite Maria Callas dagegen warf sich mit voller Kraft in die Probenarbeit mit dem Ergebnis, dass ihr eine vollkommene, für diese Rolle Maßstäbe setzende Darstellung gelang. Ihre Violetta wurde zum Prüfstein und zur fast unerreichbaren Meßlatte für künftige Interpretinnen, am Ende des Abends lag ihr das Publikum zu Füßen.
Gesanglich befand sich die Callas 1955 ohnehin auf dem Höhepunkt, kein scharfer Ton, kein unsauberer Vokal rutscht ihr heraus. Das Liebesduett mit di Stefano, die Koloratur - Arie "Sempre libera", die sie mit einem zwar nicht vorgeschriebenen, aber astreinen hohen D krönt, ihre gesamte Vorstellung im 2. Akt, die Arie "Addio del passato" und die erschütternde Todesszene sind Dokumente unwiederbringlicher Gesangskunst auf allerhöchstem Niveau.
Als würde das nicht schon genügen, verzichtet sie auch auf jeden plakativen Effekt in der Darstellung. Nicht umsonst zählte die "Traviata", neben "Norma", "Tosca", "Lucia" und "Medea" zu ihren Paraderollen. Violetta Valéry ist ihr in Fleisch und Blut übergegangen, nie hat man das Gefühl, einer innerlich unbeteiligten Primadonna zuzuhören, die Callas lebt ihre Rolle mit letzter Konsequenz. Eine derartige Verschmelzung von erstklassiger Sängerin und ausgezeichneter Schauspielerin kommt extrem selten vor und ist ein vielleicht alle hundert bis zweihundert Jahre vorkommender Glücksfall. Gäbe es von der Callas nur diese eine Aufnahme, allein dadurch wäre ihr Status als "Primadonna assoluta" voll gerechtfertigt.
Genug der Lobeshymnen auf die Callas, es gibt noch weitere Gründe, warum sich die Anschaffung dieser Einspielung lohnt. Da wäre zunächst Giuseppe di Stefano als Alfredo zu nennen. Der hielt nicht sonderlich viel von psychologischer Rollenforschung, sah nicht ein, warum von einem Sänger mehr als Gesang zu verlangen sei und tat diese Einstellung durch hartnäckiges Fernbleiben von den Proben kund. Zu seiner Verteidigung ist zu sagen, dass der Alfredo ohnehin ein etwas flacher Charakter, die Oper voll und ganz auf die Hauptdarstellerin zugeschnitten ist. Di Stefano bekommt hier aber für die für seine Stimme optimale Partie geboten. Alfredo ist ideal für seinen wundervollen Belcanto - Tenor, er muß nicht andauernd mit hohen Tönen glänzen, was nicht seine Stärke war, sondern kann eine stringente Melodielinie in mittlerer Lage singen. Seine schönsten Momente hat er im Liebes - Duett mit der Callas und in seiner (leider gekürzten) Arie "De' miei bollenti spiriti" , wogegen sein Haßausbruch im 3. Akt etwas übertrieben wirkt. Ein großer Darsteller war er nun mal nicht.
Ein dritter großer Pluspunkt dieser Aufnahme ist der Vater Germont von Ettore Bastianini. Auch der war nicht unbedingt ein Hochbegabter, was glaubhafte Darstellung betrifft, dafür hatte er die mit Abstand schönste Baritonstimme seiner Zeit vorzuweisen. Der großartige 2. Akt geht zu einem Gutteil auf sein Konto, er krönt seine Leistung mit einem "Di Provenza il mar, il sol", das ich noch von keinem anderen Germont besser gehört habe und reißt damit das ohnehin dauerbegeisterte Publikum zu einem weiteren Ovationssturm hin.
Somit wäre dies die Referenz - "Traviata", gäbe es da nicht auch einige Schattenseiten. Zunächst einmal bekommt der sonst ohne Fehl agierende Dirigent Carlo Maria Giulini die Chaostruppe, die sich "Orchestra del Teattro alla Scala" nennt, erst im Laufe des 1. Aktes unter Kontrolle, das wundervolle Vorspiel gerät zeitweise schmerzhaft schief. Auch der Chor ist alles andere als sicher, die erste Szene droht auseinander zu fallen, bis beim "Brindisi" endlich alle ihre Linie gefunden haben. Ab diesem Zeitpunkt wird es ein garantiert unvergesslicher Opernabend.
Außerdem wurden für die Aufzeichnung der Vorstellung Aufnahmegeräte verwendet, die wohl schon seit Carusos und Giglis Zeiten in Gebrauch waren, die Tonqualität ist dumpf und zum Teil sehr rumpelig. EMI - Produzent Walter Legge kochte verständlicherweise noch Jahre später vor Wut über die Schlamperei, immerhin war man in den frühen 50ern in Salzburg und Bayreuth aufnahmetechnisch schon einige Schritte weiter. Vieles wurde getan, um diese einzigartige "Traviata" klanglich zu verbessern, so bekommt man mit dieser Ausgabe die bestmöglich restaurierte Tonfassung, die man von einem Masterband in Bootleg - Qualität erwarten kann. Noch immer muß man sich über die beiden ersten Nummern (Vorspiel und Eingangschor) retten und den Impuls unterdrücken, die CD aus der Anlage zu reißen und aus dem Fenster zu werfen. Was danach kommt, wird es so wohl nie wieder geben.
Fans technisch hochklassiger Aufnahmen werden hiermit wenig Freude haben, für den Freund höchster Gesangskunst und natürlich für den "Callasianer" ist diese Einspielung absolut unverzichtbar.
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am 29. Januar 2002
In meinen Augen handelt es sich bei diesem Live-Mitschnitt um die absolute Referenzaufnahme von "La Traviata"; gibt die Tonqualität in der Tat noch wenig Anlass zur Überschwenglichkeit -die Crux vieler historischer Aufnahmen (etwa Walters herausragendes Dirigat von Mozarts "Don Giovanni" von 1942)- so macht diesen eher als Schönheitsfehler zu bezeichnenden Makel Callas' Interpretation der Violetta mehr als wett.
Etwa Violettas überschwengliche Lobpreisung der Freuden "freier Liebe" im ersten Akt, ihre tiefe Zerissenheit im weiteren oder ihr psychischer wie pysischer Verfall im dritten Akt - Maria Callas spielt nicht nur, sie durchlebt geradezu diese Phasen auf der Bühne, mit völliger Hingabe und weder vorher noch nachher je wieder gehörter Intensität, Ausdruckskraft und Überzeugung.

Sie gibt keine herkömmlich gefällige Violetta mit samtig-schöner Stimme (wie etwa Renata Tebaldi), sie verleiht vielmehr der Hauptperson und damit dem gesamten Werk musikalisch und dramaturgisch ein völlig neues Gesicht und läßt das Genie Verdis in hellem Licht erstrahlen.
Die "Supporting-Cast" der Callas, anders kann man die Sänger Giuseppe Di Stefano, Ettore Bastianini und Dirigent Carlo Giulini (unter anderen) in dieser Aufnahme kaum bezeichnen, schaffen durch überaus solide Vorstellungen erst den perfekten Rahmen für Maria Callas' unsterblichen Auftritt, der von einem fanatisch-euphorisierten Scala-Publikum begeistert honoriert wird.
Wer sich diesen musikalischen Höhepunkt wegen eines nicht astreinen Sounds entgehen läßt oder diese Aufnahme gar seinetwegen diskreditiert, liefert nur ein bemitleidenswertes Zeugnis musikalischer Inkompetenz.
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am 10. Dezember 2001
Gut, die Klangqualität ist miserabel. Aber spätestens nach dem ersten Akt ist man ohnehin von Maria Callas (wieder einmal und wie immer) so gefangen, daß es (fast) unwichtig wird. Sicher sind andere Aufnahmen der Callas-Traviata klanglich besser (z.B. Lissabon, mit einem wunderbaren Alfredo Kraus), aber man höre nur (z.B.) das unendlich traurig eingefärbte "dite alla giovine" oder die Verzweiflung des "Amami, Alfredo" und weiß, warum diese Aufnahme trotzdem zurecht als eine der zentralen in der Traviata-Diskographie gilt.
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am 1. April 2000
Ein ungutes Gefühl hatte ich schon, als ich die Aufnahme in der Hand hielt und kleingedruckt auf dem Cover las, dass die Klangqualität dieses Live-Mitschnitts von 1955 nicht der Qualität entspricht, die man erwartet. Da mir die Einspielung aber empfohlen worden war, habe ich sie dann doch gekauft. Nach dem ersten Anhören, das die schlimmsten Befürchtungen übertraf, war ich nahe daran, sie auf dem nächsten Flomarkt zu verhökern. Die Aufnahme klingt erheblich schlechter als Fritz Buschs legendärer "Don Giovanni" von 1936 oder Toscaninis "Aida" und "Otello" aus den vierziger Jahren. Darüber hinaus hat sie die typischen Schwächen vieler Live-Aufführugen, wie z.B. ungenaue Choreinsätze und schlechtes Miteinander von Orchster, Chor und Solisten in der Anfangsphase. Was mich veranlasst hat, die Aufnahme ein zweites Mal anzuhören, weiß ich nicht. Seltsamerweise war ich mir meines negativen Urteils plötzlich nicht mehr so sicher und nach dem dritten Anhören wusste ich, dass ich die Aufnahme trotz ihrer unüberhörbaren gravierenden Mängel meiner Sammlung einverleiben würde. "Schuld" daran ist in erster Linie die unvergleichliche Rollengestaltung der Violetta durch Maria Callas, die von hervorragenden Partnern (Giuseppe di Stefano als Alfredo und Ettore Bastianini als Giorgio) unterstützt wird, sowie die glänzende Dirigentenleistung Carlo Maria Giulinis, der nach den erwähnten anfänglichen Schwächen die musikalische Gesamtleistung beeindruckend steigert und eine Aufführung aus einem Guss leitet, die sich vor Carlos Kleibers maßstäblicher Studio-Einspielung nicht zu verstecken braucht. Die Aufnahme ist ein "Muss" für jeden Callas Liebhaber, aber nichts für Klangfetischisten.
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am 26. Juni 2016
hat Maria Callas uns dank zahlreicher Live- und Studioproduktionen ja viele hinterlassen. Auch ist sie akustisch eine der am Besten dokumentierten Sängerinnen ihrer Zeit gewesen.
Wenn ich nun meine persönliche Rangliste ihrer besten Mitschnitte nennen sollte - es fiele mir wahrhaftig schwer. Anna Bolena (Scala 1957)? Lucia di Lammermoor (Berlin 1955)? La Somnambula (Köln 1957)? ... es gibt sicher für jeden Kenner und Liebhaber eine eigene "Best of" Liste; bei mir ist es mit knappem Abstand denn doch die Travaita von 1955 aus der Mailänder Scala.

Gut, zunächst muß einmal ganz klar gesagt werden, daß der Aufnahmestandart eben der eines historischen Mitschnitts ist. Es handelt sich, wenn man den Vergleich zur Fotographie zieht, um ein Reportagefoto "in action" und keine inszenierte Portraitfotographie à la Annie Leibowitz oder Helmut Newton. Zudem ist die Aufnahmetechnik sicher enorm fortgeschritten seit der Aufnahme der Visconti Produktion von 1955.
Es ist eben ein Theaterabend mit allen Höhen, Tiefen, aller Spontaneität und Fehlern die leicht geschehen; das hat dann auch weniger mit Qualität zu tun (wobei es da sicher Untergrenzen gibt). Im Studio hätte man das leicht korrigiert - aber leider korrigiert man dann leicht das theatralische Element einer Oper mit weg (jeder der bei einer Aufnahme 20 Mal die gleiche Phrase wiederholt hat weiß wovon ich spreche).
Vielleicht werden wir in Zukunft mit der Software mit der man die Studioaufnahmen mit Maria Callas bearbeitet (remastered) hat eine leichte Besserung des Klangbildes erleben.

In einigen Bildbänden wurden vor einiger Zeit Fotos von Aufführungen mit Maria Callas veröffentlicht; gerade die Traviata unter der Regie von Luciano Visconti ist hierbei reicht vertreten. Wenn man sich die Szenen aus dem 2. und 4. Akt anschaut - dieser Ausdruck des Leides der Violetta angesichts der Tatsache daß ihre letzte Hoffnung auf Glück dahingeht... da braucht es fast keine Musik mehr um hiervon berührt zu sein.

Und dann der Live Mitschnitt: Carlo Maria Giulini, sicher einer der größten Dirigenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat genau das richtige Gespür für die große Form und die Binnenspannung dieser Oper, ihm gelingt der große Bogen ebenso wie das Detail überzeugend darzustellen. Die Hauptrollen neben der Callas sind mit Guiseppe di Stefano und Ettore Bastianini besetzt. Neben harscher Kritik liest man überschwengliches Lob: Positiv ausgedrückt lassen sie beide scheinbar keinen kalt.
In meinen Ohren besticht schon allein die Qualität beider Stimmen; man wäre froh heute einen Tenor und einen Bariton für das Verdi Fach in gleicher Qualität aufbieten zu können - natürlich gibt es auch heute gute Sänger, aber solche Prachtstimmen sind rar geworden. Wie di Stefano im dritten Akt mit seinem Ausbruch das Scala Publikum zum Rasen bringt und Bastianini mit einer unglaublichen Autorität diesem erwidert gehört für mich zu den ganz großen Momenten der Opern(aufnahme)geschichte.
Maria Callas IST Violetta. Mit welchen stimmlichen Facetten und Valeurs sie das Schicksal dieser Figur durchleidet und plastisch macht sucht man bei anderen Interpretinnen der Partie in dieser Komplettheit leider vergebens (ich habe schon viele Traviata Aufführungen gehört und gesehen, und sicher waren die jeweiligen Darstellerinnern immer sehr gut) - Maria Callas setzt da einfach die Messlatte.
Als Beispiel sei das "Dite Alla Giovine" in der großen Szene mit Vater Germont im zweiten Akt angeführt, ein Klang, der irgendwie nicht mehr von dieser Welt ist und in dem sie ihr Schicksal wie in einem Brennglas vorausahnt und dieses im Gesang ausdrückt... ebenso berührend ihr Einsatz im dritten Akt, nachdem sie Alfredo vor allen Festgästen übel beschimpft hat.

Es gibt viele Sängerinnen welche die Violetta überzeugend interpretiert haben - Maria Callas singt und spielt in ihrer eigenen Klasse. Wer zudem wissen möchte warum sich die Auseinandersetzung mit einem thematisch vielleicht etwas abständigen, altmodischen Drama aus dem 19. Jahrhundert auch heute noch lohnt, dem sei der besprochene Mitschnitt wärmstens ans Herz gelegt.
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am 26. September 2011
Historisches Hörerlebnis hin oder her (das ist hier schon ausreichend erläutert worden!), diese Aufnahme gehört zu den packendsten Eindrücken, die Maria Callas je auf CD hinterlassen hat. In der Visconti-Inszenierung hat alles bei ihr und für sie gepasst. Sie war 1955 noch sehr gut bei Stimme und hinterlässt ein wirklich exemplarisch zu nennendes Portrait der Kurtisane Violetta. Ihr zur Seite stehen ein hervorragender Ettore Bastianini mit ungewöhnlich schwarz gefärbtem Bariton; das hört man in der Rolle der Pere Germont wirklich selten und ein immer wieder zum Brüllen neigender Giuseppe di Stefano - da ist jedem Hörer gestattet zu entscheiden, ob man das als jugendliche Sturm- und Drangattitüde durchgehen lässt oder einfach nur nur als undifferenziert bezeichnet. Dem Mailänder Publikum jedenfalls scheint es gefallen zu haben...
Auch das Dirigat von Maestro Giulini geht vollkommen in Ordnung und ist gar nicht so zäh wie hier behauptet wird, da geht z.B. Rescigno im 58er Mitschnitt aus London durchaus noch bedachter ans Werk. Wegen Bastianini und der umwerfenden Maria Callas ein absolutes Must-Have.
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am 28. Februar 2003
Ich habe dieses Werk an meinen Freund verschenkt. Da dieser ein großer Callas-Fan ist hat er sich sehr darüber gefreut. Die Tonqualität läßt zwar etwas zu wünschen übrig aber das ist Aufgrund des "Alters" der Aufnahme wohl verständlich. Für einen wohlklingenden Opernabend zu Hause ist diese CD für Callas-Liebhaber jedoch empfehlenswert und mit einer guten Stereoanlage läßt sich so mancher "Mißklang" unterdrücken.
Jeder der dieses Stück erwirbt, hat wirklich einen Glücksgriff
getan.
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am 26. Oktober 2007
MV
Als großer Callas-Fan habe ich mir beide Aufnahmen zugelegt (hatte auch schon eine Analoge auf Platte). Die Tonqualität könnte zwar etwas besser sein, doch das vergißt man schnell. Was ich aber s e h r störend empfand waren die einzelnen Szenen/Arien, die statt zusammenhängend mit Pausen aufgezeichnet wurden. Auch wenn man Applaus weglassen wollte, die großen Pausen sind nervtötend. Aber was soll's, die Callas ist in beiden Auf-nahmen grossartig.
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am 13. November 2013
Bei dieser Musik kann mann die Augen schliessen und entspannen.
Nach einem gestresste Tag genau das richtige. Verdi ist einfach super.
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am 11. November 2001
Die Tonqualität ist absolut miserabel. Aufnahme nur etwas für absolute Fans, die unbedingt jede Aufnahme der Callas haben möchten.
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