Hier klicken Sale Salew Salem Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote Books Summer Shop 2017 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily AmazonMusicUnlimited longss17

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
12
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
10
4 Sterne
2
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:24,90 €+ 3,00 € Versandkosten

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 18. März 2011
Bis zum Erscheinen der Dresdner Aufnahme unter Carlos Kleiber von 1973 war diese Einspielung von 1958 unter Joseph Keilberth - damals Chef der Bamberger Symphoniker, designierter GMD der Bayerischen Staatsoper München und ständiger Gast bei den Bayreuther Festspielen - konkurrenzlos, seitdem ist sie immer noch die klassische Alternative:

Wo Kleiber durch einen sehr schlanken Orchesterklang und teilweise extrem schnelle Tempi entweder verstörte oder begeisterte, hielt sich Keilberth im Rahmen der Konventionen und lieferte am Pult der Berliner Philharmoniker eine sehr sorgfältige, klassisch romantische Deutung ab, die allenfalls im direkten Vergleich mit der Kleiber-Aufnahme etwas behäbig wirken mag.

Bei der Besetzung der Hauptrollen hat Keilberth gegenüber den meisten Konkurrenzeinspielungen die Nase vorn:

Die Agathe von Elisabeth Grümmer ist in ihrer Innigkeit, ihrem beseelten Timbre, ihrer klanglichen Intelligenz bis heute unübertroffen, auch gegenüber der sehr überzeugenden Gundula Janowitz bei Kleiber.

Lisa Ottos helle, klare Stimme wirkt neben Grümmer ziemlich kühl, hat zudem besonders in der ersten Arie leichte Intonationsprobleme. Hier wäre z. B. Rita Streich, die neben Grümmer bei den Salzburger Festspielen oder in einer Radioaufnahme das Ännchen gegeben hatte, die bessere Wahl gewesen. Trotzdem ist Otto eine ordentliche Besetzung.

Der Max ist in den meisten Aufnahmen die problematischste Rolle. Hier darf sich Rudolf Schock in seiner erfolgreichsten Opernpartie präsentieren, und das recht ordentlich - seine Neigung zu enger Höhe und von unten angestemmter Tönen hat er ganz gut im Griff, seine Stimme hat genügend Kraft und sein etwas hauchiges Timbre passt zur Rolle. Trotzdem wären mir etwa Fritz Wunderlich, der wohl 1958 bei der EMI noch nicht das nötige Standing hatte, oder Nicolai Gedda, der damals v. a. im französischen oder italienischen Fach eingesetzt wurde, lieber gewesen.

Der Kaspar ist dann wieder optimal: Karl Christian Kohn ist der wildeste, ungestümste aller Interpreten dieser Rolle, verfügt über eine kernige Stimme und die nötige dämonische Ausstrahlung.

Die Nebenrollen sind mit Hermann Prey als Fürst und Gottlob Frick als Eremit geradezu luxuriös besetzt.

Und so bleibt dies bis heute eine der besten Freischütz-Aufnahmen, die in den Agathe- Und Kaspar-Szenen geradezu überwältigt. Wem Carlos Kleiber zu radikal ist, wird mit dieser Einspielung glücklich werden.

Es gibt allerdings noch eine dritte Möglichkeit, sozusagen einen Geheimtip - eine Kölner Radioaufnahme unter Erich Kleiber, von den Tempi zwischen seinem Sohn und Keilberth, auch mit Grümmer, Rita Streich als Ännchen und Max Proebstl als ebenso gutem Kaspar. Da ist dann der Max allerdings Hans Hopf - und der ist auch Geschmackssache.
11 Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. August 2015
Sehr schöne CD. Habe sie mir zur Einstimmig auf die Domstufenfestspielen 2015 in Erfurt bestellt. Textheft war auch dabei. Die Sänger sehr hochwertig. Höre sie mir immer wieder gerne an.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2015
Keilberth gelingt ohne viel Schnickschnack eine bis heute gültige Aufnahme, die - bei aller Konkurrenz - heute als die klassische Referenz gelten darf. Die Berliner Philharmoniker schwelgen unter Keilberths Dirigat in romantischen Farben, geben aber auch in den volkstümlichen Elementen sowie in der diabolischen "Wolfsschlucht-Szene" musikalisches Feuer. Der Chor der Deutschen Oper kommt ebenso gut mit seinen unterschiedlichen Aufgaben zurecht.
Die Solisten sind bis in die kleinsten Partien ausgezeichnet und prominent. Allen voran Elisabeth Grümmer, die ihren leuchtenden Sopran als Agathe bis in hohe Lagen durchweg strahlen lässt. Lisa Otto ist als Ännchen gewitzt und agilsingend besetzt. Bei den Männern hat eindeutig Karl-Christian Kohn die Nase vorn; selten danach hat man einen Kaspar gehört, der so diabolisch singt UND seine Partie spricht; das ist Sonderklasse. Rudolf Schock ist viel gescholten worden, aber er gefällt durchaus mit schönen Lyrismen und einem starken Kern in seinem durchaus schön klingenden Tenor. Die restlichen Protagonisten mit berühmten Namen wie Gottlob Frick als Eremit oder Hermann Prey als Fürst Ottokar ergänzen mehr als nur sinngebend und verhelfen dem Gesamtbild zu einem noch heute gültigen positiven Gesamteindruck.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nach der Veröffentlichung der glanzvollen Freischütz-Einspielung von Carlos Kleiber (DGG, 1972) ist die hier besprochene Aufnahme von Joseph Keilberth (1908-1968) ein wenig ins Hintertreffen geraten. Das hat sie nicht verdient. Sie wartet nämlich nicht nur mit einer ganz großartigen dirigentischen Leistung auf, sondern hat auch ein hervorragendes Sängerensemble aufzuweisen. In der Rolle der Agathe glänzt Elisabeth Grümmer, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme und einer seelenvollen Haltung, die der Rolle voll und ganz entspricht. Allein Gundula Janowitz (bei Kleiber) hat später eine ähnlich überzeugende Leistung geboten. Frau Grümmer singt und spielt ergreifend. Ihr zur Seite steht als Ännchen die herzerfrischende Lisa Otto, eine ideale Ergänzung. Somit sind die weiblichen Hauptrollen in nicht zu überbietender Weise besetzt. Kommen wir nun zur Rolle des Max, zu der Rudolf Schock herangezogen wurde. Er bringt die Partie durchaus mit Anstand "über die Rampe", aber ich kann mich nicht recht für ihn erwärmen. Wie immer stemmt er die hohen Töne in nervenpeinigender Weise, und die Phrasenenden werden von ihm quasi jeweils mit einer "Vollbremsung der Stimme" beschlossen. Was bei anderen Sängern hin und wieder vorkommt, wurde bei Schock im Lauf der Jahre fast zur Manie und wirkt mehr als unschön. Schade, daß Peter Anders (er starb bereits 1954) nicht mehr zur Verfügung stand und Fritz Wunderlich nicht gefragt wurde. Ich weiß, daß Rudolf Schock gerade für seinen Max viele gute Kritiken erhalten hat, und möglicherweise spielt bei mir auch eine gewisse Voreingenommenheit eine Rolle, aber ich möchte den unbefangenen Hörer auffordern, sich im Vergleich einmal die große Arie des Max aus dem 1. Akt mit Richard Tauber, Helge Roswaenge oder Peter Anders anzuhören und sich dann ein Urteil zu bilden.
Nun aber zurück zur Keilberth-Aufnahme: Karl Christian Kohn hat die Rolle des Kaspar übernommen, und man muß ihm bescheinigen, daß es einen besseren Rollenvertreter niemals gegeben hat. Er kann die Hinterhältigkeit und Gefährlichkeit dieses Burschen nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch so überzeugend darstellen, daß ihn darum mancher prominentere Kollege beneiden könnte. Der bewährte Hermann Prey ist ein guter Fürst Ottokar, und als Eremit bringt Gottlob Frick mit seiner tiefen, sonoren Baßstimme ein glänzendes Porträt auf die Bühne. Die kleinen Rollen sind alle gut besetzt. Hermann Lüddecke hat den Chor der Deutschen Oper Berlin sorgfältig einstudiert, er singt und klingt hervorragend, und die Berliner Philharmoniker spielen unter Joseph Keilberth spitzenmäßig. Es ist höchst bedauerlich, daß dieser große Dirigent so früh von uns gegangen ist. Er starb an einer Herzattacke am 20. Juli 1968, während einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde" in München, gerade 60 Jahre alt. Ein schwerer, unersetzlicher Verlust nicht nur für das deutsche Musikleben. Da Keilberths diskographische Hinterlassenschaft (bei Telefunken) fast ganz vom Tonträgermarkt verschwunden ist, freuen wir uns, daß die EMI diesen wunderbaren "Freischütz" in ihrem Angebot belassen hat.
Fritz Ganss, Produzent bei der deutschen EMI-Tochter Electrola, war für die künstlerische und technische Realisation der Aufnahme verantwortlich. Sie entstand 1958 in der Berliner Grunewaldkirche, und nach digitaler Neuabmischung klingt sie erfreulich klar und kann auch heutigen hohen Ansprüchen genügen. Auf dem Titelblatt dieser Neuauflage von Warner, die den EMI-Katalog nach der Insolvenz der alten Traditionsfirma übernommen hat, ist zwar das Original-Cover der LP-Ausgabe abgebildet, aber leider gibt es keine brauchbare Textbeilage.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2015
Keilberth gelingt ohne viel Schnickschnack eine bis heute gültige Aufnahme, die - bei aller Konkurrenz - heute als die klassische Referenz gelten darf. Die Berliner Philharmoniker schwelgen unter Keilberths Dirigat in romantischen Farben, geben aber auch in den volkstümlichen Elementen sowie in der diabolischen "Wolfsschlucht-Szene" musikalisches Feuer. Der Chor der Deutschen Oper kommt ebenso gut mit seinen unterschiedlichen Aufgaben zurecht.
Die Solisten sind bis in die kleinsten Partien ausgezeichnet und prominent. Allen voran Elisabeth Grümmer, die ihren leuchtenden Sopran als Agathe bis in hohe Lagen durchweg strahlen lässt. Lisa Otto ist als Ännchen gewitzt und agilsingend besetzt. Bei den Männern hat eindeutig Karl-Christian Kohn die Nase vorn; selten danach hat man einen Kaspar gehört, der so diabolisch singt UND seine Partie spricht; das ist Sonderklasse. Rudolf Schock ist viel gescholten worden, aber er gefällt durchaus mit schönen Lyrismen und einem starken Kern in seinem durchaus schön klingenden Tenor. Die restlichen Protagonisten mit berühmten Namen wie Gottlob Frick als Eremit oder Hermann Prey als Fürst Ottokar ergänzen mehr als nur sinngebend und verhelfen dem Gesamtbild zu einem noch heute gültigen positiven Gesamteindruck.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Januar 2007
Diese Aufnahme unter Joseph Keilberth ist für mich bis zum heutigen Tag die erste Wahl.

Keine andere vereint in solchem Maß eine in allen Rollen so gut wie ideale Besetzung, ein so stilsicher geleitetes Orchester und einen so vortrefflichen Chor.

Keilberth kostet alle Facetten der reichen Partitur aus: seine Freischütz-Interpretation steht in der Tradition der deutschen romantischen Oper, ist dementsprechend ausladend und getragen, aber auch mit dem Gespür für die richtige Gruseligkeit, die hier ja unabdingbar ist. Trotzdem trifft man hier keine falsche Sentimentalität oder biedere Deutschtümelei. Vielmehr findet hier ganz simpel ein romantisches Opernmärchen statt, mit Gefühl und Leidenschaft. Keilberth dirigiert einfach das Stück, ohne große interpretatorische Mätzchen und trifft alles genau auf den Punkt.

Und was für wundervolle Sänger ihm hier zur Verfügung stehen:

Die Agathe der Elisabeth Grümmer ist einfach eine Offenbarung. Diese Rolle erliegt ja oft dem Klischee der etwas biederen, matronenhaften Heulsuse. Grümmer zeigt, dass diese Rolle von wunderbarer Beseeltheit und Reinheit erfüllt ist; man glaubt ihr diese Unschuld und Tugendhaftigkeit in jedem Moment - und sie singt einfach wunderschön.

Ihr Gegenpart, das fröhliche und bodenständige Ännchen, wird von Lisa Otto gesungen, und man hätte keine bessere dafür nehmen können. Otto singt nicht ganz so strahlend und brillant wie Rita Streich (bei Eugen Jochum), aber ihr Rollenportrait ist vom Ausdruck hinreißend. Mir ist noch kein besseres begegnet.

Rudolf Schocks Gesang hat schon immer die Gemüter gespaltet. Das häufige Anstemmen der Töne ist nicht jedermanns Sache, aber zum damaligen Zeitpunkt war er stimmlich in seiner besten Phase, und ich finde seinen Max eine seiner besten Leistungen auf Platte überhaupt. Das Timbre ist dunkel und markant, die Stimme robust und heldisch, und von der Darstellung her ist Schocks Max authentisch und überzeugend.

Der böse Kaspar wird von Karl Christian Kohn dargeboten, einem Bassisten, von dem es nicht viele Aufnahmen gibt. Leider, kann man nur sagen, wenn man diese hier hört. Kohn ist der dämonischste und heimtückischste Kaspar, den ich auf Platte gehört habe. Die Dialoge spricht er ganz leise und verschlagen. Seine Teufelsbeschwörung ist herrlich gruselig und schaurig, man hört direkt, dass seine Lebensgeister schon im Schwinden sind, weil er noch keine neue Seele geraubt hat. Auch gesanglich meistert er die vertrackte Rolle, die einen riesigen Stimmumfang verlangt und für viele Bässe in der Höhe ein Problem darstellt, geschickt. Und nicht zuletzt passt sein charakteristisches Timbre ideal zur Rolle.

Zuletzt sei noch der ganz junge Hermann Prey genannt, der den Fürsten Ottokar zum Besten gibt und mit ausgesprochen schönem, kultivierten Kavaliersbariton für sich einnimmt.

Der Chor der Deutschen Oper Berlin und die Berliner Philharmoniker spielen und singen erstklassig. Die Aufnahmen unter Jochum und Kleiber sind vom Instrumentalen her vielleicht noch ein wenig polierter und brillanter.

Aber keine atmet den Geist dieses Stückes in solchem Maße wie diese hier. Auch die Dialoge sind am natürlichsten. Darum: zugreifen!
0Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 5. April 2007
Nach der Veröffentlichung der glanzvollen Freischütz-Einspielung von Carlos Kleiber (DGG, 1972) ist die hier besprochene Aufnahme von Joseph Keilberth (1908-1968) ein wenig ins Hintertreffen geraten. Das hat sie nicht verdient. Sie wartet nämlich nicht nur mit einer ganz großartigen dirigentischen Leistung auf, sondern hat auch ein hervorragendes Sängerensemble aufzuweisen. In der Rolle der Agathe glänzt Elisabeth Grümmer, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme und einer seelenvollen Haltung, die der Rolle voll und ganz entspricht. Allein Gundula Janowitz (bei Kleiber) hat später eine ähnlich überzeugende Leistung geboten. Frau Grümmer singt und spielt ergreifend. Ihr zur Seite steht als Ännchen die herzerfrischende Lisa Otto, eine ideale Ergänzung. Somit sind die weiblichen Hauptrollen in nicht zu überbietender Weise besetzt. Kommen wir nun zur Rolle des Max, zu der Rudolf Schock herangezogen wurde. Er bringt die Partie durchaus mit Anstand "über die Rampe", aber ich kann mich nicht recht für ihn erwärmen. Wie immer stemmt er die hohen Töne in nervenpeinigender Weise, und die Phrasenenden werden von ihm quasi jeweils mit einer "Vollbremsung der Stimme" beschlossen. Was bei anderen Sängern hin und wieder vorkommt, wurde bei Schock im Lauf der Jahre fast zur Manie und wirkt mehr als unschön. Schade, daß Peter Anders (er starb bereits 1954) nicht mehr zur Verfügung stand und Fritz Wunderlich nicht gefragt wurde. Ich weiß, daß Rudolf Schock gerade für seinen Max viele gute Kritiken erhalten hat, und möglicherweise spielt bei mir auch eine gewisse Voreingenommenheit eine Rolle, aber ich möchte den unbefangenen Hörer auffordern, sich im Vergleich einmal die große Arie des Max aus dem 1. Akt mit Richard Tauber, Helge Roswaenge oder Peter Anders anzuhören und sich dann ein Urteil zu bilden.
Nun aber zurück zur Keilberth-Aufnahme: Karl Christian Kohn hat die Rolle des Kaspar übernommen, und man muß ihm bescheinigen, daß es einen besseren Rollenvertreter niemals gegeben hat. Er kann die Hinterhältigkeit und Gefährlichkeit dieses Burschen nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch so überzeugend darstellen, daß ihn darum mancher prominentere Kollege beneiden könnte. Der bewährte Hermann Prey ist ein guter Fürst Ottokar, und als Eremit bringt Gottlob Frick mit seiner tiefen, sonoren Baßstimme ein glänzendes Porträt auf die Bühne. Die kleinen Rollen sind alle gut besetzt. Hermann Lüddecke hat den Chor der Deutschen Oper Berlin sorgfältig einstudiert, er singt und klingt hervorragend, und die Berliner Philharmoniker spielen unter Joseph Keilberth spitzenmäßig. Es ist höchst bedauerlich, daß dieser große Dirigent so früh von uns gegangen ist. Er starb an einer Herzattacke am 20. Juli 1968, während einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde" in München, gerade 60 Jahre alt. Ein schwerer, unersetzlicher Verlust nicht nur für das deutsche Musikleben. Da Keilberths diskographische Hinterlassenschaft (bei Telefunken) fast ganz vom Tonträgermarkt verschwunden ist, freuen wir uns, daß die EMI diesen wunderbaren "Freischütz" in ihrem Angebot belassen hat.
Fritz Ganss, Produzent bei der deutschen EMI-Tochter Electrola, war für die künstlerische und technische Realisation der Aufnahme verantwortlich. Sie entstand 1958 in der Berliner Grunewaldkirche, und nach digitaler Neuabmischung klingt sie erfreulich klar und kann auch heutigen hohen Ansprüchen genügen. Das Textbuch bringt eine gute Einführung in Webers Meisteroper und auch das vollständige Libretto in deutsche Sprache, allerdings ohne jede Übersetzung, ein Manko für die vielen Musikfreunde, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Ansonsten: klare Empfehlung!
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2004
So wie hier bekam man den Freischütz bestimmt in den letzten 30 Jahren nicht mehr auf Platte. Heute ist man um deutlich modernere Interpretationen bemüht, die nicht immer gelingen. Wer den Freischütz jedoch konventionell und ohne Modernismen haben will, ist hier auf das allerbeste bedient. Die Aufnahme ist sehr sorgfältig gemacht, auch die fast immer gestrichene Dialogszene zu Beginn des 3. Aktes ist vorhanden, und sonst auch sind die Dialoge von wesentlicher Bedeutung in dieser Aufnahme. Die gesangliche Besetzung ist homogen, Rudolf Schock noch im Vollbesitz einer großartigen Tenorstimme, das war kurze Zeit später vorbei. Hier zeigt er, dass er wirklich eine der bedeutendsten Stimmen unter den deutschen Tenören war. Prachtvoll Lisa Otto als Ännchen und Karl Christian Kohn als hochgefährlicher Kaspar. Luxusstimmen sind Hermann Prey als Fürst und Gottlob Frick als Eremit. Elisabeth Grümmer ist schlicht und ergreifend die beste Interpretin der Agathe überhaupt, daran gibt es nichts zu deuten.
0Kommentar| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Januar 2008
Auch hier fällt die Wahl schwer, wem man als erster loben soll!

Beginnen werde ich also mit Elisabeth Grümmer einer fraulichen Agathe, man merkt beim Dialog schon, sie war einmal Schauspielerin, gesanglich so nobel und vornehm.
Dann Lisa Otto als Ännchen, nicht umsonst wurde sie die "Schönsängerin" genannt.
Rudolf Schock ist als Max etwas zu überfordert, man kann ihn den von dunklen Mächten gequälten Liebhaber kaum abnehmen.

Dagegen ist Karl-Christian Kohn nicht dem Bösen dienend, sondern schon fast die Verkörperung desselben.

Hermann Prey spielt und singt den regierenden Fürsten wie es sich gehört und Gottlob Frick ist die Verkörperung des Guten als Eremit.
Bei ihm konnte man nur sagen, was er machte, machte er gut bis ausgezeichnet.

Die Berliner Philharmoniker unter Joseph Keilberth spielen einen wunderbaren Weber, und man ist im Wald daheim, wie es einem vor der Wolfsschlucht graut.

Der Samiel von Fritz Hoppe spricht wortgewaltig und es fehlen nicht einmal die kurzen Dialoge bei Agathe und Ännchen, wie bei den zwei Jägern,
also eine wahre Gesamtaufnahme.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2007
Keilberth hat hier zweifelsohne eine Glanztat vollbracht! Die Aufnahmen unter Kleiber (1973, Studio) und Harnoncourt (1995, Live) mögen in gewissen Bereichen (Orchestertransparenz, Klangqualität) vielleicht ihre Vorteile zu dieser Studioaufnahme aus dem Jahr 1958 haben, doch der genialen Atmosphäre, der packenden Leidenschaft von Keilberths Interpretation können sie das Wasser nicht ganz reichen. Und auch die Sängerriege ist unerreicht: Elisabeth Grümmers wunderbare Agathe (ihre Kavatine "Und ob die Wolke sie verhülle" haut mich jedesmal wieder vom Hocker), dazu Lisa Ottos jugendlich-frisches, absolut bezauberndes Ännchen. Bei den Herren ist Rudolf Schock ein exzellenter Max und Karl Christian Kohn der wohl beste Kaspar überhaupt. Prey (Ottokar), Wiemann (Kuno) und Frick (Eremit) sind ebenfalls die perfekten Besetzungen für ihre Rollen. Kurz: Referenzaufnahme, unbedingt empfehlenswert! P.S.: Noch kurz zum Inhalt des Booklets: Deutsches Libretto, Inhaltsangaben (Dt.,Engl.,Frz.) sowie ein kurzer aber interessanter Text zu Entstehung und Rezeption (Dt.,Engl.,Frz.).
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Haben sich auch diese Artikel angesehen

11,99 €
8,94 €
8,20 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken