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am 9. März 2004
Welch ein Glück, dass Felix Mendelssohn Bartholdy dafür gesorgt hat, dass Johann Sebastian Bachs "Matthäus-Passion" nicht dem Vergessen anheim gefallen ist. Heute ' man fragt sich was Bach dazu sagen würde ' gilt die monumentale Erzählung vom Leid Christi als Meilenstein der Musikgeschichte, vielen als opus ultimum des Komponisten und Christen Bach. Darum ist es für geradezu jeden herausragenden Dirigenten schon geradezu Verpflichtung, eine Einspielung vorzulegen. Und so lässt sich die Interpretationsgeschichte der "Matthäus-Passion" gut verfolgen, wobei es immer deutlicher wird, dass es nicht immer so sehr um Interpretation geht, sondern um die vermeintlich "richtige" Deutung des Werkes von der Warte unterschiedlicher akademischer Positionen aus: Muss also die Passion nach den Regeln der historisch informierten Interpretation oder nach der persönlichen Auffassung des Interpreten musiziert werden? Ist sie nur gut, wenn sie versucht, den Bachschen Klang zu imitieren. Darf es überhaupt eine romantische Aufführung geben. Ist das nicht falsch? Darf man hier langsam musizieren? usw.

Dass diese akademischen Scharmützel am eigentlichen Ziel der "Matthäus-Passion" vorbeigehen, wird schnell deutlich. Die Passion soll ergreifen. Wie er aber vom Leid Christi ergriffen wird, entscheidet nicht die Aufführungspraxis, sondern der individuelle Hörer. Dass er ergriffen wird ist wichtig.

Sehr ergreifend ist Ton Koopmans erste Einspielung der "Matthäus-Passion" aus dem Jahre 1993, weil Koopman hier den Versuch unternommen hat, verschiedene Traditionen zu verbinden. Alte Instrumente, historisch informierte Sänger, barocke Gestaltung auf der einen Seite, breites Spektrum der Tempi, Momente geradezu romantischer Innerlichkeit auf der anderen Seite. Koopmans Interpretation gelingt es, die Musik Bachs kontemplativ, gemessen, ruhig erklingen zu lassen. Da gibt es nicht die Gardinersche Hektik, die unnahbare Glätte und intellektuelle Kühle vieler neuerer Aufnahmen. Und dass, obwohl auch und gerade die Turbae von einer bisweilen unglaublicher Geschwindigkeit, Aggressivität und Wucht gekennzeichnet sind. Daneben stehen jedoch verinnerliche, sehr textnah gedeutete Choräle und herrlich in sich ruhende Arien.

Das Personal ist ordentlich: Guy de Mey singt einen leichten, klaren und ausdrucksstarken Evangelisten, Christoph Prégardiens Tenor-Partien sind herrlich, Barbara Schlicks Sopran ist glänzend und sphärisch wie schon bei Herreweghe, Klaus Mertens singt die Bass-Partien wie man es besser kaum machen kann und Peter Kooys Jesus-Darstellung ist psychologisch gut durchdacht. Einziger Schwachpunkt ist Altus Kai Wessel, der allein schon vom Timbre her nicht in die Oberliga der Altisten gehört. Hätte sich Koopman doch dazu durchgerungen, eine Frau singen zu lassen. Brillant ist indes der Chor der Nederlandse Bachvereiniging, dessen klangliche und interpretatorische Flexibilität einfach atemberaubend ist. Von Koopmans Hausorchester The Amsterdam Baroque Orchestra ganz zu schweigen. Und so geht Koopmans synthetischer Ansatz im Großen und Ganzen auf, sodass man mit Bach und Picander sagen kann: Das gehet meiner Seele nah.
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am 3. April 2010
Diese Einspielung hat eine heilsame Kraft, und mein persönlicher Höhepunkt ist das "Erbarme dich" mit Andrew Manze und Kai Wessel. So oft gesungen, so oft gehört, dass es schnell abgeschmackt klingt. Kai Wessel gibt ihm aber einen so uneitlen Oboenklang, dass er mich als einziger Interpret immer wieder zu rühren vermag.
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