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TOP 1000 REZENSENTam 24. Oktober 2009
Charles Gounods 1859 uraufgeführte Oper Faust (in Deutschland früher meist "Margarethe") gehört bis heute zu den beliebtesten französischen Opern. Die Firma EMI hat in ihrer langen Geschichte mehr Aufnahmen der Oper veröffentlicht als jedes andere Unternehmen.

Darunter nehmen zwei Aufnahmen aus den 50er Jahren eine Sonderstellung ein, gelten allgemein als die insgesamt gelungensten:

1953 (mono) und 1958 (stereo) nahm der Dirigent André Cluytens die Oper zweimal mit denselben Hauptdarstellern und einem im übrigen jeweils rein französischen Ensemble auf. Die hier veröffentlichte Aufnahme ist die ältere, die zwar klangtechnisch schlechter ist als die Reprise - die lauteren Passagen sind etwas übersteuert und scheppern -, aber im übrigen m. E. sogar leicht überlegen:

Die Titelrolle singt der junge Nicolai Gedda mit einer unnachahmlichen Eleganz und Stilsicherheit - seine Stimme hatte gerade in dieser Zeit einen feinen Perlmuttschimmer, der ihn zu einem sehr glaubwürdigen Liebhaber machte. Im Vergleich zur späteren Aufnahme nimmt er auch noch weniger Rücksicht auf seine Stimme - für die der Faust durchaus eine Grenzpartie war -, was gerade im stimmliche Verhältnis zu der gewaltigen Stimme des Méphistopheles besser ist.

Dieser wird in beiden Aufnahmen von dem bulgarischen Bass Boris Christoff als wahrhaft dämonischer und doch majestätischer Teufel verkörpert. Selten ist das Rondo vom goldenen Kalb sarkastischer gesungen worden. Den starken Akzent des Sänger nimmt man als Merkmal seiner Fremdheit gerne hin.

Die Marguerite schließlich singt die Spanierin Victoria de los Angeles weder als Primadonna noch als bloße Unschuld vom Lande, sondern als junge Frau mit Herz. Sie schafft es auch, das Leid, den Absturz der Figur glaubhaft darzustellen mit ihrer warmen, weichen Stimme.

Sämtliche Nebenrollen sind ausnahmslos mit muttersprachlichen Sängern und damit natürlich sehr stilsicher besetzt, größtenteils sogar hervorragend: Das gilt insbesondere für den majestätischen Valentin von Jean Borthayre und den jungenhaft-unschuldigen Siébel von Martha Angelici.

Und angesichts aller dieser Vorteile nehme ich dann gern auch etwas Scheppern in Kauf, gerade bei diesem günstigen Preis. Wer größeren Wert auf die bessere Technik legt, ist mit der Stereoaufnahme besser bedient.
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am 8. Januar 2011
Diese vorbildliche Einspielung von Gounods Faust ist trotz miesem Monoklang auch heute noch ein Meilenstein der Gesamtdiskografie französischer Opern. Andre Cluytens leitet vorbildlich und hochmusikalisch das Orchester der Pariser Nationaloper und auch der Chor kann bei den vielen Einsätzen in der Partitur rundweg überzeugen.
Nicolai Gedda ist ein formidabler Faust, der seinen Tenor sicher und stimmschön durch alle Lagen der Partie zu führen vermag. Auch Victoria de los Angeles gibt eine vielschichtige Charakterstudie der Marguerite mit stimmschönem und durchgebildeten Sopran. Rein vordergründig betrachtet radebricht sich der Bulgare Boris Christoff hanebüchen durch das französische Idiom. Allerdings ist diese Besetzung so sensationell, weil gerade dadurch das fremde, ja wahrhaft mefistofelische dieser Partie einen unglaublichen Reiz bekommt, dem sich wohl kaum ein Hörer entziehen kann. Auch das restliche Ensemble singt seine Partien vorbildlich. Trotz des Monoklangs möchte ich diese Aufnahme nicht missen.
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am 10. Februar 2012
Ein wunderbares Werk von Gounod , das seit Generationen auf keine Opernbühne fehlen darf . - Diese Aufnahme stammt aus den 50-iger Jahren ( ! ), und wurde wirklich erstaunlich gut digital remastert und auf CD gebracht. Für diesen sehr günstigen Preis kann ich das Produkt nur weiterempfehlen .
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am 9. Januar 2003
Die vorliegende Aufnahme besticht aus mehreren Gründen: Zum einen ist die Orchester- und Chorleistung wirklich als formidabel und mitreißend zu bezeichnen. Zum anderen sind hier Gesangssolisten am Werke, bei denen man auch spürt, dass sie mit ganzer Seele ihren Part singen. Leech als Faust passt wahrlich ideal, seine Bandbreite an Gefühlen von romantisch bis verzagt besticht mit jedem Ton. Obgleich es bei dieser Einspielung eigentlich unfair ist einzelne Solisten hervorzuheben. Die ganze Aufnahme hinterlässt bedingt durch den harmonischen Gesamteindruck aller Akteure einen phantastischen und derart beseelten Eindruck, dass die „Zugabe", die teils aus der Oper gestrichenen musikalischen Ideen Gounods in Form mehrerer Duos, Terzetts und einer Ballettmusik besteht, noch zu weiterer Hochstimmung Anlass gibt.
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