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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
33
Relayer
Format: Audio CD|Ändern
Preis:7,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 17. September 2015
Ihre kreativste Phase hatten die Art-/Prog/-Symphonic-Rocker Yes wohl unbestritten von "Fragile" bis "Relayer".
Von Leuten,die durch "Owner Of A Lonely Heart" und die Alben der kommerziellen Phase der Band auf Yes gestoßen sind und denen die alten Sachen zu komplex-verwirrend erscheinen und dementsprechend "90125","Big Generator" usw bevorzugen,bis hin zu Kritikern,Fans,Prog-Rock-Enthusiasten ist es eine Glaubensfrage,welches Album denn nun das beeindruckendste,wertvollste sei.
Für viele ist es "Close To The Edge",für manche "Fragile",für manche das ausufernde Doppelalbum "Tales From Topographic Oceans" und für viele,wie mich,"Relayer".
Alle diese letztgenannten Alben haben eines gemeinsam:
Sie sind der Inbegriff dessen,was der typische Punk-Hörer haßt;manch einer behauptet,durch Yes wäre der Punk erst entstanden...
Perfekte Beherrschung der Instrumente,komplexe Strukturen,unzählige Feinheiten,Verästelungen in der Musik,Detailverliebtheit,musikalische Kontraste,Vielschichtigkeit,symphonische Strukturen,geradezu avantgardistisch anmutende Ideen und deren Umsetzung,schwindelerregende,bombastische,mal schnelle,dann langsam-elegische Angriffe auf die Gefühlswelten und (bei "Tales..") die Aufnahmefähigkeit des Hörers.
Auf "Relayer" gibt es jedoch eine entscheidende Veränderung,die ich als Verbesserung empfinde,nämlich den frischen Wind,den der neue Keyboarder Patrick Moraz in die Band bringt.
In der Besetzung Alan White,Chris Squire,Jon Anderson, Steve Howe und Moraz spielen sich Yes in einen wahren Rausch des Progressive-Rock.
Im Gegensatz zu dem vorübergehend ausgeschiedenen Rick Wakeman an den Tasten bringt Moraz jazzige Elemente ein,dazu noch neue Klangfarben und Soundeffekte;die Geschwindigkeit,mit der er sich Percussion-und Drum-Duelle mit White liefert,untermalt von irren Baßläufen und einem flirrenden Gitarrespiel...sind einfach überwältigend.
Auch Mellotron,Piano,E-Piano und vollmundige Klangteppiche versetzen den staunenden Prog-Hörer in wilde Freude.
Auf dem Vorgänger ("Tales...") hatten sich Yes nach Meinung vieler in hohen Anspruch und Komplexität verrannt,waren über`s Ziel hinausgeschossen,waren sie in Selbstverliebtheit gestrandet.
Hier werden noch mehr Spielfreude und Strukturen,die manchen in ihrer sich teilweise überlagernden Vielschichtigkeit überfordern dürften,geboten,ohne sich in sich selbst zu verlieren.
Für manchen erreichten Yes mit "Relayer" das,was sie mit "Tales..." eigentlich hatten erreichen wollen.
However...
Mit "Relayer" haben Yes Musikgeschichte geschrieben.
Und wem sich das Ganze nicht sofort erschließt,sollte Geduld üben und sich "reinhören".
Hat es einmal "klick" gemacht,eröffnen sich neue Welten der Musik,die man nicht mehr missen möchte.

Die Veröffentlichungsliste für dieses Album ist ellenlang.
Die gute alte Schallplatte klang nicht schlecht,neuere Auflagen leiden hin und wieder unter schlechtem Vinyl und basieren manchmal auf neuen Masterings oder Mixings,also genau lesen,vor dem Kauf.
Die ersten CDs klangen mies,1994 gab es ein Remastering durch George Marino (Atlantic),der bis an den Anschlag aussteuerte und die Dynamik etwas drosselte.Dieser Remaster,obwohl frischer im Klang,galt zu Recht als mäßig gelungen.
2003 kam auf Rhino eine "expanded and remastered" CD heraus,auf der Bill Inglot und Dan Hersch für mich etwas besser arbeiteten,den Klang mehr in Richtung Vinyl ausrichteten,nicht ganz so hoch aussteuerten ,jedoch die Dynamik ebenfalls limitierten.
Zu einer deutlich schöneren Aufmachung mit Pappschuber wurden auch Bonustracks geboten (zwei Single-Versionen und ein langer Studio-Run-Threw).
Schon 1998 hatte es eine Japan-VÖ gegeben für die Isao Kikuchi das (Re-) Mastering übernahm;dazu gab es hier eine HDCD-Codierung ,welche auf entsprechenden Playern moderate Klangverbesserung bringt und vor allem erhöhte Dynamik.
Dazu kommen natürlich diverse Japan-Pressungen,teils auf dem edlen SHM-Material,außerdem ist eine SACD auf dem Markt,für die ebenfalls Ikuchi verantwortlich zeichnet,die nicht hoch ausgesteuert wurde,jedoch in der Dynamik noch weiter gedrosselt wurde.
Zu all diesen Veröffentlichungen kann ich leider nichts schreiben,da ich sie nie gehört habe;in Foren gibt es dazu widersprüchliche Meinungen;
von Begeisterung bis zu totaler Ablehnung ist die ganze Bandbreite vorhanden.
2013 nahm sich dann aber Steven Wilson (Porcupine Tree,No-Man-Blackfield,Solo-Alben usw) der Sache an und führte komplette Remixes des Albums durch.
Während auf der CD nur dieser neue Stereo-Mix plus einiger Extras drauf ist,bieten die DVD bzw BluRay (je nach Edition) noch unglaublich viel mehr.
Wilson führte nämlich auch Surround-Remixes durch,sodaß "Mittendrin-Statt-Davor"-Fans hier sicher glücklich werden,zumal diese einen guten Ruf genießen und der geneigte Hörer die Wahl zwischen hochauflösender DTS-Variante oder unkomprimierter MLR-Version hat.
Dazu gibt es den alten Original- Stereo Mix noch dazu,auch in hoher Auflösung,dazu das Album als kompletten Studio-Run-Threw,ebenfalls in hoher Auflösung,dazu diverse Extras,wie Live-oder Single-Versionen und und und.
Die BluRay Audio in der entsprechenden Edition bietet sogar noch einen Intrumental-Remix des ganzen Albums,natürlich auch wieder in hoher Auflösung.
Wow,was für eine Auswahl!
Zum Stereo-Remix/Remaster ist noch anzumerken,daß er wesentlich analytischer klingt,als alle (zumindest mir bekannten) Veröffentlichungen zuvor.Es ist nun mühelos möglich,überlagerte Töne deutlich herauszuhören,Baßläufe kommen prägnanter,Töne wirken schärfer umrissen,deutlicher,klarer.
Für viele ist das atemberaubend,deutlich besser,ein Erlebnis;andere,die den Klang der alten Schallplatte verinnerlicht haben,empfinden die alte Abmischung als authentischer und...musikalischer.
Auf jeden Fall klingt sie vergleichsweise etwas "verwaschen".
Da jedoch auch diese Originalabmischung in den CD/DVD und CD/BluRay-Boxen mit an Bord ist,dürften diese wohl für die meisten Käufer der Best Buy sein.Für Surround-Fans sowieso.
Nur wer die alte Stereo-Abmischung bevorzugt könnte vielleicht bei älteren CDs ein Mastering entdecken,das ihm persönlich etwas mehr liegt.
SHM,HDCD,SACD,Rhino-Remaster,Atlantic-Remaster...auch da ist die audiophile Spielwiese groß.
Das schöne Artwork von Roger Dean im (damals) zeitgemäßen Stil rundet die Sache ab.
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am 18. Juli 2015
Die Originalaufnahmen stammen aus dem Jahre 1974, nachdem Yes schon einige bemerkenswerte Langspielplatten veröffentlicht hatte. Unverwechselbar sind die ausgefeilten orchestralen Arrangements mit ihren häufigen Rhythmuswechseln, gepaart mit dem melodischen Gesang von Ian Anderson. Die CD/LP enthält lediglich drei Titel bei einer Gesamtspielzeit von ca. 40 Minuten, ein Umstand, an dem man erkennt, daß es dieser in den 1970er Jahren sehr berühmten Band um die differenzierte Ausbreitung mehrerer musikalischer Themen in diesen drei Titeln ging. Alle Titeln werden auch von eingängigen melodischen Motiven getragen. HHB
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am 25. November 2016
ist jetzt die 4. oder 5. Ausgabe, die ich mir zugelegt habe, da ich mit dem Klang nie zufrieden war. Ich dachte immer, es liegt an der Aufnahme der CD, die ja in den 80 und frühen 90 teilweise nicht so gut war, aber es liegt an den original Tapes, die damals in einem kleinen, bescheidenen STudio aufgenommen wurden.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 6. Mai 2009
Yes waren in den frühen 70ern - neben Pink Floyd und Emerson, Lake & Palmer - das absolute Ding aller Dinge im Bereich des so genannten Progressive Rock. Eine überirdische Supergroup. Mehr ging nicht.

Dann kam 1973 das von Sänger Jon Anderson und Gitarrist Steve Howe konzipierte Doppelalbum TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS. Vier hoch komplexe, wunderbare Zwanzigminüter auf vier LP-Seiten. Das war den meisten Rockkritikern und selbst einer Mehrzahl der treuesten Anhänger zu viel des Guten. Tastengott Rick Wakeman, der einzige Fleischesser unter lauter militanten Vegetariern, nahm prompt seinen Hut, obwohl er niemals zuvor und niemals danach so fabelhafte Beiträge zu einem Yes-Album abgeliefert hat.

Was konnte danach noch kommen?

Die verbliebenen Yes-Kommunarden machten sich ungebeugt zunächst zu viert ans nächste Studiowerk, um schließlich in letzter Minute den Schweizer Keyboard-Wizard Patrick Moraz zu verpflichten, der ihre Vorstellungen von einem nochmals komplizierteren Art-Rock zu vervollständigen half. Ergebnis: RELAYER, veröffentlicht am 5. Dezember 1974.

Das erste Stück "The Gates of Delirium" (in Fachkreisen auch kurz "TGOD" genannt) füllte mit 22 Minuten die gesamte erste LP-Seite und gilt seither als eine Art Mysterium, eine wohlfeile Überdosis der Droge Yes. Durchaus gesittet beginnend, dann in ein Meer aus zunächst scheinbar strukturlosem Lärm übergehend und ab Minute fünfzehn schließlich mit dem überirdisch schönen Schlussteil "Soon" endend, ist dies ein Dokument des überbordenden Wahnsinns mit Methode. Vielleicht die Essenz der unvergleichlichen 70er?

Seite 2 der LP begann mit dem durchgeknallten "Sound Chaser", einem praktisch unhörbaren Jazz-Rock-Monster von neuneinhalb Minuten Länge. Ich mag dieses Stück bis heute nicht. Gibt es jemanden, der es mag?

Zum Ausklang beruhigten Yes die überstrapazierten Nerven ihrer Fans mit dem Neunminüter "To Be Over", einer Art überkandidelter Prog-Rock-Schnulze. Nett, aber nicht besonders essenziell.

Alben wie dieses trugen sicherlich maßgeblich dazu bei, dass sich in England Mitte der Siebziger eine Antibewegung zu den abgehobenen Supergruppen zu bilden begann, die ab 1976 zunächst als Punk und später als New Wave alles hinweg zu fegen sich erdreistete, was vorher das Maß aller Dinge war. Und auch die Plattenkritiker schwenkten gleichsam von einem Tag auf den anderen vollkommen um. Zumindest der Progressive Rock hat sich nie wieder ganz von diesem historischen Schock erholt.

Heute kann man RELAYER mit einem großen zeitlichen Abstand in fabelhaft remasterter Form genießen. Dazu erhält man noch die Single-Versionen von "Soon" (4:15) und "Sound Chaser" (3:09) sowie ein so genanntes 'Studio Run-Through' von "The Gates of Delirium". Letzteres ist sicherlich nur für absolute Yes-Komplettisten interessant.

RELAYER kam damals sowohl in England als auch in den USA in die Top Ten der Album-Charts und erreichte in Deutschland Platz 27.

Patrick Moraz blieb nur für diese eine Platte und für ein paar Tourneen. Zwei Jahre später war Rick Wakeman auf einmal wieder an Bord, und Yes produzierten (ausgerechnet im Schweizerischen Montreux) mit dem 1977 veröffentlichten GOING FOR THE ONE ihr bis dahin weltweit erfolgreichstes Album. Einiges, was man bereits auf vorherigen Platten - so auch auf RELAYER - bereits gehört hatte, tauchte dort in leicht variierter Form wieder auf. Doch das ist eine andere Geschichte.
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am 3. Januar 2005
Wow! Relayer! Das ist vielleicht Musik. So etwas habe ich vorher noch nie gehört. Yes schaffen hier ihr rundestes Album. Ihr Meisterwerk. Im Gegensatz zum überambitionierten "Tales From Topographic Oceans" geht hier die Rechnung auf. Die Musik ist hier zwar komplexer, aber dennoch direkter und geht somit einfacher ins Ohr. Durch den neuen Tastenmann Patrick Moraz, der für dieses Album Rick Wakeman ersetzt wird der Sound hier mehr synthielastig. Moraz verwendet öfter Moogs als sein Vorgänger(und Nachfolger), Piano wird seltener eingesetzt und Orgeln hört man kaum. Dadurch erhält die Muisik einen futuristischen Touch. zudem greift Moraz stärker auf Jazz-Skalen zurück.
'The Gates Of Delerium'. Allein dieser Titel ist dermaßen göttlich. Es geht los mit etwas strukturlosem Geplänkel mit viel rhythmischer Variation Jedes Instrument spielt etwas völlig eigenständiges vor sich hin, aber dennoch fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Nach gut einer Minute sezt Jon Anderson mit textlosem Gesang ein und bringt damit Spannung rein. Plötzlich entwickelt sich die erste Gesangsmelodie, die von den anderen Mitgliedern auf verschiedene, komplexe Art und Weise, aber dennoch zueinander passend begleitet wird. Auch Jon Anderson hält sich dabei aber nicht an gewöhnliche Gesangslinien, sondern entwickelt für seine Vocals eine völlig eigene Struktur. Das macht die Sache sehr interessant. Nach etwa 7 Minuten nimmt der Gesang an Intensität zu und eine Minute später befinden wir uns in einem wirren instrumentalpart, indem sich die einzelnen Mitglieder Duelle, ja sogar regelrechte Schlachten liefern. Der Bass saust wild aus den Boxen. Alan White legt sich an den Drums ordentlich ins Zeug, das Keyboard spielt eine fröhlich anmutende Melodie, die durch Howes kakophonische Einwürfe auf der E-Gitarre kontrastiert wird. Nach 10 1/2 Minuten ist dann sprichwörtlich der Bär los. Es herrscht nur noch Chaos, der aber doch wieder eine gewisse Ordnung aufzeigt. Dass alles kulminiert bei etwa 13 Minuten mit ungeheurer Kraft in einem Snare-Ritardando, woraufhin ein hymnischer 11/8-Teil folgt, bei dem Moogs und E-Gitarre abwechselnd das selbe Thema in verschiedenen Variationen spielen. Dann herrscht Ruhe. Eine schwebende Atmossphäre wird aufgebaut. Die Gitarre spielt paar Akkorde rein, ehe Howe mit einem Gitarrenthema einsetzt. Der auch als Single(!) veröffentlichte Soon-Teil beginnt. Die Keyboards schweben und die Gitarre weint regelrecht, was beim Hörer ein Höchstmaß an Emotionen auslöst. Jon Andersons wunderschöner, engelartiger Gesang fesselt den Hörer. Hinzu kommt eine kaum hörbare Akkustik-Gitarre, die dazu Akkorde spielt. Eine derart liebliche, sanfte Akkustik-Gitarre hab ich so noch nicht gehört. Howe beendet diese Opus schließlich mit einem erhebenden Gitarrensolo. Das ist einfach Musik von einer anderen Welt.
Doch damit nicht genug. Mit 'Sound Chaser' folgt eine Art Jazz/Klassik/Rock-Fusion, die sich gewaschen hat. Dieses skurile Stück beginnt mit jazzigem, perlenden E-Piano, dass einfach nicht aufhören will zu solieren. Dieses Wechselt sich mit stark elektronisch klingenden, und ebenfalls sehr komplexe Bass-Linien ab. Es folgt ein kurzes Drum-Solo, welches das Stück ins Hauptthema überleitet, welches von komplexem Gitarren- und Bass-Spiel dominietr wird. Plötzlich fängt Jon Anderson völlig unerwartet an zu singen und Moraz lässt UFO-Artige Sounds erklingen. Danach spielen Bass und Gitarre wieder das Hauptthema, mit ständigen Tempiwechseln. Danach befinden wir uns in einem jazzigen Howe-Solo mit ständigen Rhythmen-Wechseln, wodurch er uns sein ganzes Können präsentiert. Ich assoziere mit dem Part ab 4:20 Minuten immer ein fremdartiges Wesen, dass durch ein Saülenartiges Gebäude stampft. Danach setzt Jon Anderson mit ruhigem Gesang ein, woraufhin uns ein erneut perlendes E-Piano ins Hauptthema überleitet, dass von einem Part gefolgt wird, wo die Band derart gekonnt plötzliche Tempiwechsel einbaut, dass es sich so anhört, als ob man bei einem Plattenspieler von 33 auf 45 Umdrehungen und wieder zurück stellen würde. Plötzlich streut Jon Anderson völlig zusammenhanglose 'Cha Cha Cha's' ein, ehe wir uns in einem furiosen Synthiesolo von Patrick Moraz befinden. Danach folgt wieder das Hauptthema, zu dem Jon Anderson wieder 'Cha Cha Cha's' einstreut, die diesmal komischerweise völlig passen klingen. Das Stück endet bombastisch in einer erneuten Variation des Hauptthemas. 'Sund chaser' ist für mich das komplexeste, kreativste und abweschlungsreichste an Jazz, Rock und Klassik überhaupt.
'To Be Over' ist dann das ruhigste, aber dennoch hymnenhafteste Stück der Scheibe. Eine wunderschöne Melodie, die von Keyboard und Gitarre in unterschiedlichem Soundvarianten vorgetragen wird, erinnert zu Beginn an chinesische Musik. Nach etwa zwei Minuten setzt der ruhige Gesang ein. Nach ca. 3 Minuten nimmt das Stück an Tempo zu. Ein kurzes Keyboard-Einspiel leitet einen Part mit Schlagzeugwirbeln ein, über denen die Gitarre soliert und dabei in ihrem Rhythmus variiert. Danach wird es richtig hymnisch. Ab 5 Minuten hebt die Gitarre den Hörer in andere Sphären. Es setzt wieder der Gesang ein, der nun ebenfalls hymnischer klingt. Bei 6:41 Minuten ist ein wunderschönes, und sehr romantisches Moog-Solo zu hören. Besonders die Höhen, die bei etwa 7:14 Minuten erreicht werden, lösen bei mir unbeschreibliche Glücksgefühle aus. Ich hab mich einfach in diese Sounds verliebt. Danach setzt wieder der Gesang ein und das Stück endet mit einem hymnenhaften Gitarrethema und erhebendem Gesang. Klasse!
Neben dieser erstklassigen Musik, hat dieses Album auch noch ein ausgezeichnetes Cover vom Meister Roger Dean zu bieten, und die Musik klingt wirklich genau so, wie das Bild auf dem Cover aussieht.
Insgesamt betrachtet, ist 'Relayer' für mich das rundeste und gelungsenste Yes-Album. Es gibt auf dieser Platte keine einzige Stelle, die mir auch nur ansatzweise nicht gefällt. Ich kann diese CD immer wieder hören, es ist eines der wenigen Alben, die ich manchmal sogar mehrmals am Tag einlege. Ich würde sogar soweit gehen, 'Relayer' als das beste Musik-Album unseres Planeten zu bezeichnen.
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am 29. März 2015
Nun will ich auch mal eine Rezension zu dieser Scheibe schreiben. Ich habe das Album nicht hier bei Amazon gekauft sondern habe es in meiner geerbten Plattensammlung gefunden. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der progressiven Musik der 70er Jahre und "arbeite" mich so langsam durch die verfügbaren Musikgruppen und Alben, die damals auf dem Markt waren und entdecke dabei immer wieder extrem interessante sowie fesselnde Werke. Relayer gehört zweifelsohne dazu. Leider kommt heute einfach nichts vergleichbares mehr auf den Markt. Die meisten Wiederbelebungsversuche des ProgRocks -auch seitens der damals prägenden Bands - scheitern, auch wenn es hin und wieder gute Portierungen unbekannter Künstler gibt.
Nun habe ich mir diese Platte vorgenommen und ich wusste in etwa was auf mich zukommt, da ich schon bei "Close to the Edge" einige Anläufe gebraucht habe bis sich mir die Schönheit dieser Platte erschlossen hatte. Für mich persönlich ist "die Grüne" übrigens das absolute Nr.1-Album in Sachen Progrock -wenn nicht der Musikgeschichte. Eingängigere Stücke a la "Genesis" habe ich nicht erwartet und sollte man auch nicht erwarten.
Also Plattenspieler angeschmissen, Tonarm in Position und Kopfhörer aufgesetzt und aufs Bett gelegt (um mir Kommentare meiner dubstepliebenden Kommilitonen/Mitbewohner über meine "komische" Musik zu ersparen, die sich noch heute über Tarkus, Foxtrot, Fragile und co. lustig machen ;-) )
Schon in den ersten Sekunden hört man: Das ist der typische Yes-Sound. Einfach zeitlos, leicht befremdlich, kühl und vor allem faszinierend. Gerade das Intro von "Gates of Delirium" ähnelt gewissermaßen dem von CTTE, wenn auch weniger chaotisch. Das Ganze läuft dann in einen für Yes typischen Progsong über und gipfelt in einer ganzen Feuerwerksbatterie von extrem abwechslungsreichen aber trotzdem feinsinnig verknüpften musikalischen Einfällen die durchgedrehter kaum sein können. Wenn man sich auf die einzelnen Instrumente konzentriert wird man zweifelsohne feststellen: Die Jungs sind wahre Meister ihres Fachs. Kompositorisch sowie technisch auf einem unglaublich hohen Level. Und all das ohne digitale Helferlein und Computer die Verpfuschtes geradebiegen. Perfektion pur! Auch die beiden anderen Stücke fügen sich absolut passend in das Gesamtwerk ein und bleiben vor allem eins: Abwechslungsreich und interessant. Zu meiner Überraschung konnte ich Relayer in einem Schwung durchhören und wusste danach nicht mehr wo mir der Kopf stand. Anschließend musste ich erstmal meine Gedanken sammeln, da dieses Werk dermaßen energiegeladen ist und gleichzeitig eine äußerst dichte Atmosphäre erzeugt. Es ist schon erstaunlich, wie man mit der damals zur Verfügung stehenden (analogen) Technik ein derart plastisches Klanggemälde aufbauen konnte.

Fazit: Ich denke dieses Album ist besonders für Leute geeignet, die sich verstärkt auch für die technische/musikalische Seite der Musik interessieren. Denn so kommt das Album rüber: Man wollte wohl die Grenzen des Machbaren ausreizen. Das macht das Album relativ schwer zugänglich aber es bleibt dabei dennoch kurzweilig. Glücklicherweise hat man auf langatmige Passagen verzichtet. Die Energie die in Relayer steckt treibt einen förmlich das Album durchzuhören. Es ist aber absolut nichts für nebenbei. Man sollte sich auf dieses Album einfach einlassen und auf sich wirken lassen. Ich kann die Leute durchaus verstehen, denen dieses Album zu schwierig ist. Die hohe Komplexität macht dieses Album tatsächlich sehr steril. Fünf Sterne und eine klare Kaufempfehlung gibt es aber dennoch, weil Relayer einfach nur beeindruckend ist!
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am 30. Dezember 2016
Alleine beim Hören des ersten Stückes "The Gates of Delirium" kommt man aus dem Dauergrinsen nicht mehr raus. Ein Wahnsinn von Musik, wie ich ihn bisher noch von keiner anderen Band gehört habe. Und diesen für manchen Hörer scheinbar zusammenhanglosen Wahnsinn spielten YES auch Note für Note live! Alleine was der Drummer Alan White hier an genialen Rythmen und Fills im Mittelteil herausholt, ist der Knaller. Howe und Squire wie immer in Topform aber besonders der für Wakeman eingesprungene Moraz lässt aufhorchen und entlockt seinen Keys und Synths ganz neue Sounds. Jedes dieser drei Stücke ist für sich ein Meilenstein der Musikgeschichte, vor denen jeder Musiker niederknien muss.
Relayer ist der Abschluss der großen YES-Alben: The YES Album, Fragile, Close to the Edge, Tales from Topographic Oceans und schließlich Relayer. Alles was danach kam....tja, aber so findet jede großartige Band irgendwann ihr Ende.
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am 30. November 2012
...es war Liebe auf den ersten Blick. 1974 war ich noch nicht einmal auf der Welt. Ich habe dennoch früh angefangen, mich für Progrock zu interessieren. Heute mit 36 Jahren kann ich alle Pro- und Contra-Argumente bezüglich dieses Genres verstehen. Hatte vor allem die Werke von Genesis und Pink Floyd bereits in meiner Jugend nachgepaukt, weil sie mich damals eben vom Hocker rissen. Und jetzt, nachdem ich modernere Varianten wie Spock's Beard für mich entdeckt habe, dachte ich eigentlich, mich könnte man mit einer der prägenden Mitbegründer dieses Musikstils nicht mehr wirklich begeistern. Weit gefehlt! Ich hatte kürzlich mal mehr aus Langeweile ein 78-er Album auf Youtube gehört. Und es gefiel mir auf Anhieb. Wollte es mir heute eigentlich im Laden kaufen. Aber da es nicht erhältlich war, suchte ich nach einer Low-Price-Scheibe, die in etwa aus dieser Zeit stammte. So kam ich auf "Relayer", die ich dann ungehört mit nach Hause nahm. Und bereits beim ersten Hören (das war mir bisher bei keinem Pink Floyd- oder Genesis-Album bisher gelungen) hat sie mich umgehauen. Was mir daran gefällt, ist dieses Gefühl, ein komplettes Album wie einen einzigen Song anzuhören, ohne dass es auch nur ansatzweise langweilig wird. "Relayer" ist märchenhaft, sicherlich auch ziemlich kitschig. Aber das ist es ehrlich gesagt auch ein bisschen, was ich an dieser Musik mag. Und dass ich diese für die 70er Jahre typisch hohen Vocals so selbstverständlich hinnehmen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Sie passen fantastisch zur Atmosphäre. Habe leider immer im Hinterkopf, was der Sänger in den späten 80ern teilweise an Schrott veröffentlicht hat... aber hier zeigt er, wo er herkommt und wo er hingehört. YES!!!
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am 14. Dezember 1999
Wenn es ein YES Album gibt, bei dem Steve Howe das absolut soundprägende Element ist, dann ist das 'Relayer'.
Rick Wakeman hatte YES nach 'Tales of Topographic Oceans' frustriert verlassen und der Schweizer Patrick Moraz wurde als sein Nachfolger ausgewählt. Konzert-Videos von YES zeigen, dass Patrick Moraz wirklich ein phantastischer Keyboarder im positiv-traditionellen Sinne ist, aber was ist auf dieser Platte davon zu hören? Es nur meine ganz persönliche Meinung, aber ich habe den Eindruck, dass Howe hier - bewusst oder unbewusst - versucht, den Part von Wakeman mit zu übernehmen. Moraz liefert zwar auf 'Sound Chaser' ein rasantes Synthesizer-Solo ab, aber ansonsten ist sein Beitrag auf 'Relayer' auf Hintergrundarbeit und Geräuschemachen beschränkt, wohl ganz einfach aus Platzmangel.
Ist das schlimm? Nicht wirklich - wenn man zufällig ein Fan von Steve Howe ist. Der liefert auf 'Relayer' nämlich seine Tour de Force ab und zieht mit streckenweise fast schon brachialer Gewalt alle Register seines spielerischen Könnens. Nicht dass er es noch nötig gehabt hätte, sich zu beweisen - dazu hätte schon 'The Yes Album' gereicht, oder sogar nur das Stück 'Clap' daraus - aber vielleicht wollte er nach den teilweise klaustrophobischen Gitarrensounds von 'Topographic Oceans' mal wieder so richtig loslegen. Ausserdem war das Schlachtszenen-Szenario für 'Gates of Delirium' von Jon Anderson schon vorgegeben worden und Howe tut genau das richtige in einer solchen Situation: er kämpft um jeden Ton. Aber Steve Howe wäre nicht der geniale Gitarrist der er ist, wenn er es dabei belassen hätte. Am Ende von 'Gates of Delirium' löst er mit seiner Steel-Guitar die kriegerische Stimmung in ein friedvolles, emotionales und leicht fernöstlich klingendes Finale auf, das die ganze Welt wieder zu versöhnen scheint. Auf 'To Be Over' spielt Howe eines seiner schönsten Gitarren-Soli überhaupt. Das Thema, das er zum Ausklang des Stückes spielt, klingt so feierlich, dass man fast schon meint, Glocken läuten zu hören. Als ich diese Passage zum ersten Mal hörte, musste ich unweigerlich an Mussorgskis 'Bilder einer Ausstellung' denken.
Im Gesamtwerk von YES nimmt 'Relayer' mit seinem großen emotionalen Spektrum und Steve Howes Virtuosität sicherlich einen vorderen Platz ein. Nach 'Relayer' widmeten sich die Mitglieder der Band diversen Solo-Alben, oft mit Patrick Moraz als Keyboarder. Letzterer verschwand dann irgendwann im Nichts und Rick Wakeman kam für 'Going For The One' wieder zurück.
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am 29. Februar 2012
Prog-Rock-Klassiker der Kult-Band im Line-Up "Jon Anderson", "Steve Howe", "Chris Squire", "Alan White" und "Patrick Moraz" von 1974, das als Höhepunkt des Schaffens der Band und als ein Meilenstein des progressiven Rock gilt, dass viele Bands beeinflusste. Es ist dabei neben "Tales from topographic ocean" das anspruchsvollste und am schwersten zugängliche Album der Band. Kein anderes Werk der Band, ist derart agressiv, konsequent und kompromisslos. Dies führte dazu, das Rick Wakeman, wie auch schon beim Vorgängeralbum, keinen Zugang zu der Musik fand, und konsequenterweise die Band verliess, um sein Solo-Album "Journey to the centre of the earth" zu promoten, dass auch prompt im Mai 1974 Platz 1 der britischen Charts erreichte. Intensive, verrückte Musik wie von einem anderen Stern bietet dann der 22 minütige Monster-Opener "The gates of delirium", der nicht in Worten fassbar ist. Das von Jon Anderson entwickelte Konzept des Titels, basiert auf Tolstois Roman "Krieg und Frieden", und mutiert zur Spielwiese Steve Howes, der sich mit irren Gitarrenläufen die Seele aus dem Leib spielt, um in den letzten 5 Minuten des Tracks die wundervoll stimmungsvolle Balladen-Single "Soon" einzuläuten, wo seine Gitarre voller Schmerz zu weinen scheint, und somit die verrückte Nummer am Ende zur Ruhe bringt. Die beiden anderen Long-Tracks der Scheibe "Sound chaser" und "To be over" weisen durchaus einige gelungene kompositorische Details auf, können jedoch mit der verrückten Extra-Klasse von "Gates of Delirium" nicht mithalten. Das Album erreichte Platz 4 in den englischen und Platz 5 in den amerikanischen Charts.
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