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Kundenrezensionen

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am 4. November 2003
Wie gut, dass dieses Ausnahmewerk des 70er ProgRocks nun auch remastered vorliegt! Der Klang ist sehr viel ausgewogener und feiner nuanciert als auf der ursprünglichen CD Version, so trägt man der unglaublichen Komplexität eines Stückes Rechnung, welches alles an musikalischen Ergüssen verarbeitet, die einem menschlichen Hirn entspringen können, nähmlich das zerfahrene, weit ausladende und am Rande der Selbstinszenierung üppig inszenierte GATES OF DELIRIUM. Die konkrete Struktur dieses über 21 Minuten dauernden Opus lässt sich nur sehr schwer in passende und dem Inhalt angemessene Worte fassen. Am ehesten lässt sich der Aufbau als amorph und formlos bezeichnen, losgelößt von jedweder musikalischer Struktur und Form, anfangs eher fröhlich vor sich her frickelnd, dann in einem musikalischem Rundumschlag ausartend, wie er ausgeflippter und freakiger nicht sein könnte. Anfangs noch melodisch und idyllisch, dann aggressiv und durchgeknallt. Die ansonsten eher engelsgleiche Stimme des Sängers Jon Anderson klingt teilweise schon bissig und aggressiv.
Absolut dominant im Sounddschungel sind die verschiedenen, teils klassisch inspirierten, dennoch unabhängig voneinander gespielten Gitarrenmelodien Steve Howes, der mit seiner jenseits aller musikalischer Konventionen liegenden Art zu spielen die Lücke im Sound zu füllen vermag, die der Weggang des klassisch trainierten und sehr talentierten Rick Wakeman hinterlässt, was den schweizer Ersatzkeyborder Patrik Moraz allerdings nicht in Abrede stellen soll. Auf Klavier und Hammondorgel, die Instrumente, an denen sich Wakeman am liebsten und auch am besten austobte, wurde verzichtet, dafür greift der nicht minder talentierte Moraz verstärkt zu Synthesisern und Mellotron, welche die Gitarren- und auch Basswände zu durchdringen versuchen, leider aber im Hintergrund bleiben. Die Basslinien des Herrn Squire sind auch eher betont introvertiert und nicht so ausgefallen wie zuvor auf CLOSE TO THE EDGE oder FRAGILE. Die an Bombast nicht zu toppende musikalische Zerstörungsorgie dauert etwa vierzehn Minuten an, davon etwa über die Hälfte in Solopassagen ausufernd, ehe sie sanft ausklingt, und ähnlich wie bei CLOSE TO THE EDGE von Keybord- und Mellotron-Teppichen dominiert wird, und eine wundervolle Melodie den Hörer wieder beruhigt. Zu SOUND CHASER lässt sich kaum etwas anderes sagen, ausser das hier der Name Programm ist; Ein Ton jagt den nächsten, das Gitarrensolo in der Mitte des Songs toppt alles an Virtuosität und Epik, allerdings ist SOUND CHASER etwas stringenter.... und noch rasanter als GATES OF...; übertrifft sogar seine Agressivität, das futuristische Keybordsolo kurz vor Schluss und die zerfahrenen, freejazzigen Rhythmen machen auch dieses Stück zu einem echten Highlight. Das abschliessende TO BE OVER steht im krassen Gegensatz zum kakophonischen Rest des Albums und scheint den verängstigten, verwirrten, atemlos zurückgebliebenen und schockierten Hörer trösten zu wollen. Mir ist kein Album bekannt, welches einen derartigen Grad an Komplexität an den Tag legt. Die Remastering-Kur macht den Sound durchsichtiger und klarer, das Coverartwork und die informativen Linernotes im Booklet rechtfertigen ohne Weiters einen Kauf dieses Sci-Fi-Epos für die Ohren, auch für diejenigen, die das Album bereits haben lohnt es sich, da sich noch weitere klangliche Nuancen und Feinheiten im zerklüfteten Sound versteckt hielten, die es jetzt mit guten Kopfhörern zu entdecken gilt. ABSOLUT EMPFEHLENSWERT FÜR MUSIKALISCH WAGEMUTIGE!
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am 2. Juni 2003
Diese CD lohnt sich allein schon wegen des ersten Liedes "Gates of Delirium". Es beginnt zunächst wie ein "normaler" Progressiv-Song, wie Yes sie eben damals produzierte, sehr toll jedenfalls. Nach ca. 8 Minuten kommt jedoch ein Einschnitt und was folgt ist eine musikalische Achterbahnfahrt, wie ich sie noch nicht gehört habe. Selten war ich nach bloßem Zuhören so außer Atem wie bei dieser Aneinanderreihung von Verrücktheiten. Und wenn man denkt, sie sei vorrüber wird nochmal Kohle aufgelegt. Das ganze dauert wiederum 8 Minuten. Danach kommt wieder ein Einschnitt und es folgt ein wunderschön melodisches Lied, das meines Wissens später für sich als Single veröffentlicht wurde (?). Vor allem gefällt mir hier die Verwendung des Mellotrons. Toll!
Die anderen beiden Tracks sind auch über jeden Zweifel erhaben, aber der Hauptgrund, diese CD zu hören, ist "Gates of Delirium".
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am 17. Februar 2008
Dies ist mittlerweile die 3. CD-Ausgabe von Relayer, nach der mäßig klingenden Erstausgabe aus den 80ern kam 1994 die Relayer/Remaster und jetzt also Relayer (Expanded and Remastered).
Wer von der ersten auf die dritte umgestiegen ist mag freudig überrascht sein, vergleicht man sie jedoch mit der 1994er Version ist man entsetzt vom mumpfigen Sound dieser neuen Ausgabe. Überhaupt schneiden die neuen "expanded"-CDs von Yes im Vergleich zu den alten Remasters klanglich bestenfalls gleichgut ab.

Als Fan kann man natürlich trotzdem nicht widerstehen (die '94er behält man aber besser), die Bonustracks könnte man sich zwar schenken, aber das an die Vinylversion erinnernde Pappcover im Schuber ist doch eine zu große Verlockung - ebenso wie bei "Fragile" und "Close to the Edge", die im übrigen klanglich weitaus besser abschneiden.

Ah, die Musik: Hier kann ich den 5-Sterne-Verteilern nur zustimmen. Zusammen mit "Close to the Edge" DER Höhepunkt in der Yes-Story. Dem Einsteiger seien eher Fragile oder Yessongs empfohlen, aber wer wissen will wie weit Progrock gehen kann, ist hier richtig; und wer sich fragt: "Wer ist eigentlich Steve Howe?" erhält hier quasi seinen Personalausweis (Wer jetzt "Asia" sagt, sollte schnell rennen können).
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am 14. Dezember 1999
Wenn es ein YES Album gibt, bei dem Steve Howe das absolut soundprägende Element ist, dann ist das 'Relayer'.
Rick Wakeman hatte YES nach 'Tales of Topographic Oceans' frustriert verlassen und der Schweizer Patrick Moraz wurde als sein Nachfolger ausgewählt. Konzert-Videos von YES zeigen, dass Patrick Moraz wirklich ein phantastischer Keyboarder im positiv-traditionellen Sinne ist, aber was ist auf dieser Platte davon zu hören? Es nur meine ganz persönliche Meinung, aber ich habe den Eindruck, dass Howe hier - bewusst oder unbewusst - versucht, den Part von Wakeman mit zu übernehmen. Moraz liefert zwar auf 'Sound Chaser' ein rasantes Synthesizer-Solo ab, aber ansonsten ist sein Beitrag auf 'Relayer' auf Hintergrundarbeit und Geräuschemachen beschränkt, wohl ganz einfach aus Platzmangel.
Ist das schlimm? Nicht wirklich - wenn man zufällig ein Fan von Steve Howe ist. Der liefert auf 'Relayer' nämlich seine Tour de Force ab und zieht mit streckenweise fast schon brachialer Gewalt alle Register seines spielerischen Könnens. Nicht dass er es noch nötig gehabt hätte, sich zu beweisen - dazu hätte schon 'The Yes Album' gereicht, oder sogar nur das Stück 'Clap' daraus - aber vielleicht wollte er nach den teilweise klaustrophobischen Gitarrensounds von 'Topographic Oceans' mal wieder so richtig loslegen. Ausserdem war das Schlachtszenen-Szenario für 'Gates of Delirium' von Jon Anderson schon vorgegeben worden und Howe tut genau das richtige in einer solchen Situation: er kämpft um jeden Ton. Aber Steve Howe wäre nicht der geniale Gitarrist der er ist, wenn er es dabei belassen hätte. Am Ende von 'Gates of Delirium' löst er mit seiner Steel-Guitar die kriegerische Stimmung in ein friedvolles, emotionales und leicht fernöstlich klingendes Finale auf, das die ganze Welt wieder zu versöhnen scheint. Auf 'To Be Over' spielt Howe eines seiner schönsten Gitarren-Soli überhaupt. Das Thema, das er zum Ausklang des Stückes spielt, klingt so feierlich, dass man fast schon meint, Glocken läuten zu hören. Als ich diese Passage zum ersten Mal hörte, musste ich unweigerlich an Mussorgskis 'Bilder einer Ausstellung' denken.
Im Gesamtwerk von YES nimmt 'Relayer' mit seinem großen emotionalen Spektrum und Steve Howes Virtuosität sicherlich einen vorderen Platz ein. Nach 'Relayer' widmeten sich die Mitglieder der Band diversen Solo-Alben, oft mit Patrick Moraz als Keyboarder. Letzterer verschwand dann irgendwann im Nichts und Rick Wakeman kam für 'Going For The One' wieder zurück.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2015
Ihre kreativste Phase hatten die Art-/Prog/-Symphonic-Rocker Yes wohl unbestritten von "Fragile" bis "Relayer".
Von Leuten,die durch "Owner Of A Lonely Heart" und die Alben der kommerziellen Phase der Band auf Yes gestoßen sind und denen die alten Sachen zu komplex-verwirrend erscheinen und dementsprechend "90125","Big Generator" usw bevorzugen,bis hin zu Kritikern,Fans,Prog-Rock-Enthusiasten ist es eine Glaubensfrage,welches Album denn nun das beeindruckendste,wertvollste sei.
Für viele ist es "Close To The Edge",für manche "Fragile",für manche das ausufernde Doppelalbum "Tales From Topographic Oceans" und für viele,wie mich,"Relayer".
Alle diese letztgenannten Alben haben eines gemeinsam:
Sie sind der Inbegriff dessen,was der typische Punk-Hörer haßt;manch einer behauptet,durch Yes wäre der Punk erst entstanden...
Perfekte Beherrschung der Instrumente,komplexe Strukturen,unzählige Feinheiten,Verästelungen in der Musik,Detailverliebtheit,musikalische Kontraste,Vielschichtigkeit,symphonische Strukturen,geradezu avantgardistisch anmutende Ideen und deren Umsetzung,schwindelerregende,bombastische,mal schnelle,dann langsam-elegische Angriffe auf die Gefühlswelten und (bei "Tales..") die Aufnahmefähigkeit des Hörers.
Auf "Relayer" gibt es jedoch eine entscheidende Veränderung,die ich als Verbesserung empfinde,nämlich den frischen Wind,den der neue Keyboarder Patrick Moraz in die Band bringt.
In der Besetzung Alan White,Chris Squire,Jon Anderson, Steve Howe und Moraz spielen sich Yes in einen wahren Rausch des Progressive-Rock.
Im Gegensatz zu dem vorübergehend ausgeschiedenen Rick Wakeman an den Tasten bringt Moraz jazzige Elemente ein,dazu noch neue Klangfarben und Soundeffekte;die Geschwindigkeit,mit der er sich Percussion-und Drum-Duelle mit White liefert,untermalt von irren Baßläufen und einem flirrenden Gitarrespiel...sind einfach überwältigend.
Auch Mellotron,Piano,E-Piano und vollmundige Klangteppiche versetzen den staunenden Prog-Hörer in wilde Freude.
Auf dem Vorgänger ("Tales...") hatten sich Yes nach Meinung vieler in hohen Anspruch und Komplexität verrannt,waren über`s Ziel hinausgeschossen,waren sie in Selbstverliebtheit gestrandet.
Hier werden noch mehr Spielfreude und Strukturen,die manchen in ihrer sich teilweise überlagernden Vielschichtigkeit überfordern dürften,geboten,ohne sich in sich selbst zu verlieren.
Für manchen erreichten Yes mit "Relayer" das,was sie mit "Tales..." eigentlich hatten erreichen wollen.
However...
Mit "Relayer" haben Yes Musikgeschichte geschrieben.
Und wem sich das Ganze nicht sofort erschließt,sollte Geduld üben und sich "reinhören".
Hat es einmal "klick" gemacht,eröffnen sich neue Welten der Musik,die man nicht mehr missen möchte.

Die Veröffentlichungsliste für dieses Album ist ellenlang.
Die gute alte Schallplatte klang nicht schlecht,neuere Auflagen leiden hin und wieder unter schlechtem Vinyl und basieren manchmal auf neuen Masterings oder Mixings,also genau lesen,vor dem Kauf.
Die ersten CDs klangen mies,1994 gab es ein Remastering durch George Marino (Atlantic),der bis an den Anschlag aussteuerte und die Dynamik etwas drosselte.Dieser Remaster,obwohl frischer im Klang,galt zu Recht als mäßig gelungen.
2003 kam auf Rhino eine "expanded and remastered" CD heraus,auf der Bill Inglot und Dan Hersch für mich etwas besser arbeiteten,den Klang mehr in Richtung Vinyl ausrichteten,nicht ganz so hoch aussteuerten ,jedoch die Dynamik ebenfalls limitierten.
Zu einer deutlich schöneren Aufmachung mit Pappschuber wurden auch Bonustracks geboten (zwei Single-Versionen und ein langer Studio-Run-Threw).
Schon 1998 hatte es eine Japan-VÖ gegeben für die Isao Kikuchi das (Re-) Mastering übernahm;dazu gab es hier eine HDCD-Codierung ,welche auf entsprechenden Playern moderate Klangverbesserung bringt und vor allem erhöhte Dynamik.
Dazu kommen natürlich diverse Japan-Pressungen,teils auf dem edlen SHM-Material,außerdem ist eine SACD auf dem Markt,für die ebenfalls Ikuchi verantwortlich zeichnet,die nicht hoch ausgesteuert wurde,jedoch in der Dynamik noch weiter gedrosselt wurde.
Zu all diesen Veröffentlichungen kann ich leider nichts schreiben,da ich sie nie gehört habe;in Foren gibt es dazu widersprüchliche Meinungen;
von Begeisterung bis zu totaler Ablehnung ist die ganze Bandbreite vorhanden.
2013 nahm sich dann aber Steven Wilson (Porcupine Tree,No-Man-Blackfield,Solo-Alben usw) der Sache an und führte komplette Remixes des Albums durch.
Während auf der CD nur dieser neue Stereo-Mix plus einiger Extras drauf ist,bieten die DVD bzw BluRay (je nach Edition) noch unglaublich viel mehr.
Wilson führte nämlich auch Surround-Remixes durch,sodaß "Mittendrin-Statt-Davor"-Fans hier sicher glücklich werden,zumal diese einen guten Ruf genießen und der geneigte Hörer die Wahl zwischen hochauflösender DTS-Variante oder unkomprimierter MLR-Version hat.
Dazu gibt es den alten Original- Stereo Mix noch dazu,auch in hoher Auflösung,dazu das Album als kompletten Studio-Run-Threw,ebenfalls in hoher Auflösung,dazu diverse Extras,wie Live-oder Single-Versionen und und und.
Die BluRay Audio in der entsprechenden Edition bietet sogar noch einen Intrumental-Remix des ganzen Albums,natürlich auch wieder in hoher Auflösung.
Wow,was für eine Auswahl!
Zum Stereo-Remix/Remaster ist noch anzumerken,daß er wesentlich analytischer klingt,als alle (zumindest mir bekannten) Veröffentlichungen zuvor.Es ist nun mühelos möglich,überlagerte Töne deutlich herauszuhören,Baßläufe kommen prägnanter,Töne wirken schärfer umrissen,deutlicher,klarer.
Für viele ist das atemberaubend,deutlich besser,ein Erlebnis;andere,die den Klang der alten Schallplatte verinnerlicht haben,empfinden die alte Abmischung als authentischer und...musikalischer.
Auf jeden Fall klingt sie vergleichsweise etwas "verwaschen".
Da jedoch auch diese Originalabmischung in den CD/DVD und CD/BluRay-Boxen mit an Bord ist,dürften diese wohl für die meisten Käufer der Best Buy sein.Für Surround-Fans sowieso.
Nur wer die alte Stereo-Abmischung bevorzugt könnte vielleicht bei älteren CDs ein Mastering entdecken,das ihm persönlich etwas mehr liegt.
SHM,HDCD,SACD,Rhino-Remaster,Atlantic-Remaster...auch da ist die audiophile Spielwiese groß.
Das schöne Artwork von Roger Dean im (damals) zeitgemäßen Stil rundet die Sache ab.
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am 29. Februar 2012
Prog-Rock-Klassiker der Kult-Band im Line-Up "Jon Anderson", "Steve Howe", "Chris Squire", "Alan White" und "Patrick Moraz" von 1974, das als Höhepunkt des Schaffens der Band und als ein Meilenstein des progressiven Rock gilt, dass viele Bands beeinflusste. Es ist dabei neben "Tales from topographic ocean" das anspruchsvollste und am schwersten zugängliche Album der Band. Kein anderes Werk der Band, ist derart agressiv, konsequent und kompromisslos. Dies führte dazu, das Rick Wakeman, wie auch schon beim Vorgängeralbum, keinen Zugang zu der Musik fand, und konsequenterweise die Band verliess, um sein Solo-Album "Journey to the centre of the earth" zu promoten, dass auch prompt im Mai 1974 Platz 1 der britischen Charts erreichte. Intensive, verrückte Musik wie von einem anderen Stern bietet dann der 22 minütige Monster-Opener "The gates of delirium", der nicht in Worten fassbar ist. Das von Jon Anderson entwickelte Konzept des Titels, basiert auf Tolstois Roman "Krieg und Frieden", und mutiert zur Spielwiese Steve Howes, der sich mit irren Gitarrenläufen die Seele aus dem Leib spielt, um in den letzten 5 Minuten des Tracks die wundervoll stimmungsvolle Balladen-Single "Soon" einzuläuten, wo seine Gitarre voller Schmerz zu weinen scheint, und somit die verrückte Nummer am Ende zur Ruhe bringt. Die beiden anderen Long-Tracks der Scheibe "Sound chaser" und "To be over" weisen durchaus einige gelungene kompositorische Details auf, können jedoch mit der verrückten Extra-Klasse von "Gates of Delirium" nicht mithalten. Das Album erreichte Platz 4 in den englischen und Platz 5 in den amerikanischen Charts.
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am 11. Februar 2003
Dieses Album ist wohl das abgefahrenste, verrückteste, härteste und intensivste Album von Yes. Ein verwirrter Klang jagt den nächsten. Eingeleitet wird die Scheibe durch den unglaublich komplexen, vertrackten und amorphen Song namens GATES OF DELIRIUM, der sehr unbekümmert beginnt, dann aber in einer musikalischen Zerstörungsorgie ausartet, die ihresgleichen sucht. Zunächst klingt dieses Stück etwas form- und orientierungslos und scheint erst nach etwa 12 min. konkrete Strukturen anzunehmen, was dazu führt, dass ich den Eindruck nicht los werde, dass Yes ins Studio gegangen sind und ganz spontan einfach drauflosjammten ohne zu wissen, was sie da eigentlich aufnehmen. Dennoch ein Song der es in sich hat. Der nächste Song, SOUND CHASER macht seinem Namen alle Ehre: Ein Klang scheint, wie oben aufgeführt, den nächsten zu jagen, also eine rasend schnelle Verfolgunsjagd der Instrumente: MÖRDERISCH ist hier auch das dramatisch aufgebaute, klassisch beeinflusste Gitarrensolo Howes. Das ganze Album ist mörderisch und einfach nur eine WUCHT. Zum Nebenbeihören taugt dieses Album auf keinen Fall, da es sonst nervtötend wird. Teilweise klingt es sehr Jazz-inspiriert und erinnert ein wenig an TARKUS von ELP, klingt aber wesentlich intensiver, agressiver und spaciger. Man muss diesem Hammer seine vollste Konzentration und Aufmerksamkeit widmen. Sonst tut es weh. Also nehmt die Herausforderung an und lasst euch von der akustischen Druckwelle erfassen und aus der Galaxie katapultieren. Ein mutiges Scheibchen für mutige Hörer.
PFLICHTKAUF FÜR PROGGIES !
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am 29. März 2015
Nun will ich auch mal eine Rezension zu dieser Scheibe schreiben. Ich habe das Album nicht hier bei Amazon gekauft sondern habe es in meiner geerbten Plattensammlung gefunden. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der progressiven Musik der 70er Jahre und "arbeite" mich so langsam durch die verfügbaren Musikgruppen und Alben, die damals auf dem Markt waren und entdecke dabei immer wieder extrem interessante sowie fesselnde Werke. Relayer gehört zweifelsohne dazu. Leider kommt heute einfach nichts vergleichbares mehr auf den Markt. Die meisten Wiederbelebungsversuche des ProgRocks -auch seitens der damals prägenden Bands - scheitern, auch wenn es hin und wieder gute Portierungen unbekannter Künstler gibt.
Nun habe ich mir diese Platte vorgenommen und ich wusste in etwa was auf mich zukommt, da ich schon bei "Close to the Edge" einige Anläufe gebraucht habe bis sich mir die Schönheit dieser Platte erschlossen hatte. Für mich persönlich ist "die Grüne" übrigens das absolute Nr.1-Album in Sachen Progrock -wenn nicht der Musikgeschichte. Eingängigere Stücke a la "Genesis" habe ich nicht erwartet und sollte man auch nicht erwarten.
Also Plattenspieler angeschmissen, Tonarm in Position und Kopfhörer aufgesetzt und aufs Bett gelegt (um mir Kommentare meiner dubstepliebenden Kommilitonen/Mitbewohner über meine "komische" Musik zu ersparen, die sich noch heute über Tarkus, Foxtrot, Fragile und co. lustig machen ;-) )
Schon in den ersten Sekunden hört man: Das ist der typische Yes-Sound. Einfach zeitlos, leicht befremdlich, kühl und vor allem faszinierend. Gerade das Intro von "Gates of Delirium" ähnelt gewissermaßen dem von CTTE, wenn auch weniger chaotisch. Das Ganze läuft dann in einen für Yes typischen Progsong über und gipfelt in einer ganzen Feuerwerksbatterie von extrem abwechslungsreichen aber trotzdem feinsinnig verknüpften musikalischen Einfällen die durchgedrehter kaum sein können. Wenn man sich auf die einzelnen Instrumente konzentriert wird man zweifelsohne feststellen: Die Jungs sind wahre Meister ihres Fachs. Kompositorisch sowie technisch auf einem unglaublich hohen Level. Und all das ohne digitale Helferlein und Computer die Verpfuschtes geradebiegen. Perfektion pur! Auch die beiden anderen Stücke fügen sich absolut passend in das Gesamtwerk ein und bleiben vor allem eins: Abwechslungsreich und interessant. Zu meiner Überraschung konnte ich Relayer in einem Schwung durchhören und wusste danach nicht mehr wo mir der Kopf stand. Anschließend musste ich erstmal meine Gedanken sammeln, da dieses Werk dermaßen energiegeladen ist und gleichzeitig eine äußerst dichte Atmosphäre erzeugt. Es ist schon erstaunlich, wie man mit der damals zur Verfügung stehenden (analogen) Technik ein derart plastisches Klanggemälde aufbauen konnte.

Fazit: Ich denke dieses Album ist besonders für Leute geeignet, die sich verstärkt auch für die technische/musikalische Seite der Musik interessieren. Denn so kommt das Album rüber: Man wollte wohl die Grenzen des Machbaren ausreizen. Das macht das Album relativ schwer zugänglich aber es bleibt dabei dennoch kurzweilig. Glücklicherweise hat man auf langatmige Passagen verzichtet. Die Energie die in Relayer steckt treibt einen förmlich das Album durchzuhören. Es ist aber absolut nichts für nebenbei. Man sollte sich auf dieses Album einfach einlassen und auf sich wirken lassen. Ich kann die Leute durchaus verstehen, denen dieses Album zu schwierig ist. Die hohe Komplexität macht dieses Album tatsächlich sehr steril. Fünf Sterne und eine klare Kaufempfehlung gibt es aber dennoch, weil Relayer einfach nur beeindruckend ist!
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am 30. November 2012
...es war Liebe auf den ersten Blick. 1974 war ich noch nicht einmal auf der Welt. Ich habe dennoch früh angefangen, mich für Progrock zu interessieren. Heute mit 36 Jahren kann ich alle Pro- und Contra-Argumente bezüglich dieses Genres verstehen. Hatte vor allem die Werke von Genesis und Pink Floyd bereits in meiner Jugend nachgepaukt, weil sie mich damals eben vom Hocker rissen. Und jetzt, nachdem ich modernere Varianten wie Spock's Beard für mich entdeckt habe, dachte ich eigentlich, mich könnte man mit einer der prägenden Mitbegründer dieses Musikstils nicht mehr wirklich begeistern. Weit gefehlt! Ich hatte kürzlich mal mehr aus Langeweile ein 78-er Album auf Youtube gehört. Und es gefiel mir auf Anhieb. Wollte es mir heute eigentlich im Laden kaufen. Aber da es nicht erhältlich war, suchte ich nach einer Low-Price-Scheibe, die in etwa aus dieser Zeit stammte. So kam ich auf "Relayer", die ich dann ungehört mit nach Hause nahm. Und bereits beim ersten Hören (das war mir bisher bei keinem Pink Floyd- oder Genesis-Album bisher gelungen) hat sie mich umgehauen. Was mir daran gefällt, ist dieses Gefühl, ein komplettes Album wie einen einzigen Song anzuhören, ohne dass es auch nur ansatzweise langweilig wird. "Relayer" ist märchenhaft, sicherlich auch ziemlich kitschig. Aber das ist es ehrlich gesagt auch ein bisschen, was ich an dieser Musik mag. Und dass ich diese für die 70er Jahre typisch hohen Vocals so selbstverständlich hinnehmen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Sie passen fantastisch zur Atmosphäre. Habe leider immer im Hinterkopf, was der Sänger in den späten 80ern teilweise an Schrott veröffentlicht hat... aber hier zeigt er, wo er herkommt und wo er hingehört. YES!!!
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am 11. Juni 2006
reminded of an inner pact between us". Die ersten Zeilen von Gates of Delirium beschreiben warum dies das beste (und letzte richtig gute) Album von Yes ist. Yes stehen und kämpfen zusammen das die Fetzen fliegen, nicht die Summe von Solo-Eskapaden sondern gemeinsame Songs statt abgezählter Soli. Nur Patrick Moraz hatte das Pech, das die Songs schon recht weit fortgeschritten waren, als er zur Band kam und viele Keyboard-parts schon "vergeben" waren. Pech für ihn, aber wohltuend für das Gesamtkonzept. Allerdings hat er immer noch genug Raum zu glänzen und Sound Chaser ist sein Song.

Die vorbildliche Remastered Version enthält neben den Album-Titeln noch die Single Version von Soon oh Soon (damals ziemlich lieblos rausgeschnitten, außerdem ohne das "Delirium" vorher nur die Hälfte wert) und Sound Chaser sowie als genialen richtigen BONUS einen sogenannten "Studio Run-Through" von Gates of Delirium, d.h. eine komplette "live-im Studio" Aufnahme. Auch wenn's manchmal holpert - genial und zeigt, was die Art-Rocker von Yes auch ohne Hilfsmittel drauf hatten.
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