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am 24. September 2005
Am 17 April 1784 erfolgte nach langem Hin und Her die Uraufführung des Theaterstückes "La folle journée ou Le mariage de Figaro" in der Comédie Francaise, einer satirischen Komödie des Uhrmachers, Dramatikers, Geschäftsmannes und Berufswitwers Pierre Augustin Caron, geadelter de Beaumarchais. Wer etwas mehr über diese faszinierende Persönlichkeit erfahren will, der lese Bergners "Der unbekannte Beaumarchais" oder Lion Feuchtwangers realistischen Roman "Die Füchse im Weinberg". Beaumarchais' Komödie über den Kammerdiener und einstigen Barbier von Sevilla, der sich aus Liebe zu einer Kammerzofe nicht nur gegen seinen Herrn erhebt, sondern ihn auch noch besiegt, kam im absolutistisch regierten Frankreich mit seiner allmächtigen Monarchie der offenen Rebellion gleich. Das Stück wurde sofort verboten, erst drei Jahre nach seiner Entstehung und auf viele Einflüsterungen hörend gab Louis XVI. es zur Aufführung frei und ganz Paris wollte es sehen. Sogar die Versailler Hofgesellschaft spielte es im "Petit Trianon" mit der Königin Marie Antoinette als Gräfin Almaviva. Sie ahnten noch immer nicht, wie kurz der Vulkan vor dem Ausbruch stand.
Kaiser Josef II., der sich als aufgeklärter Monarch sah, erlaubte seinem Hofpoeten Lorenzo da Ponte die Umformung dieses "unmöglichen" Stückes in ein Opernlibretto nur unter der Bedingung der Elinimierung aller anstößigen und sozialkritischen Stellen. Da Ponte entschärfte gehorsam seine Umdichtung, der rebellische Grundtenor des Werkes, die Revolte der Untertanen gegen die Herrschenden, ließ sich jedoch nicht herausstreichen. So entstand, gestützt auf Beaumarchais' Vorlage, eine vollendete musikalische Komödie mit unzähligen Intrigen, Mißverständnissen, Verwechslungen und Enthüllungen, das wohl gelungenste Textbuch, das Mozart je vertont hat.
Der konnte sich hier voll entfalten und schuf eine Musik, die vor genialen Einfällen nur so glitzert. Jede einzelne Partiturnummer ist ein Volltreffer und ein Ohrwurm, den man nach einmaligen Hören sofort wiedererkennt. Mozart trifft bei der Charakterisierung der Figuren und der Beschreibung der Situationen stets den richtigen Ton und landet auch im turbulentesten Ensemble sicher auf einem lyrischen Ruhepunkt.
Am 1. Mai 1787 wurde "Le nozze di Figaro" zum ersten Mal im Wiener Hofburg - Theater gegeben. Über die Reaktion des Publikums gibt es, vom Begeisterungssturm bis zum totalen Duchfall, die verschiedensten Berichte. Sicher ist, dass die Oper auffallend schnell wieder vom Spielplan verschwand und erst nach der Premiere in Prag ein wahrer Publikumsrenner wurde, dessen Popularität bis heute nicht gelitten hat.
Natürlich hat derjenige, der eine Gesamteinspielung sucht, hier wieder die Qual der Wahl. Man könnte ganze Regale mit Figaro - Aufnahmen füllen, jedes Klassiklabel bietet mindestens zwei davon an. Levines Einpielung aus dem Jahr 1991 ist, trotz des sehr hohen Preises, für jeden, der eine moderne und doch im besten Sinn klassische Einspielung haben möchte, die richtige Wahl. Levine gibt, wie immer, ein gemäßigtes Grundtempo vor, leitet auf dieser Basis das Metropolitan Opera Orchestra flüssig und schwungvoll, ohne die lyrischen Momente zu vernachlässigen. Die Tonqualität ist natürlich erstklassig, wirkt auch nicht, wie bei vielen digitalen Aufnahme, von Grund auf steril. Kleiner Tipp am Rande: Wem, wie mir, das Cembalo irgendwann einmal auf die Nerven geht, wird dankbar wahrnehmen, dass die Rezitative hier mit Hammerklavier, Cello und Kontrabaß begleitet werden. Auch das durchgehend hochklassige Sängerensemble spricht für sich:
Ausgezeichnet ist die Besetzung des Figaro mit Ferruccio Furlanetto. Diese Rolle wurde ursprünglich für einen "Basso cantante" konzipiert, also eine jugendlich klingende, schlanke Baßstimme. Im Laufe der Jahrhunderte eigenten sich immer mehr Baritone den Figaro an, Furlanetto ist die beste Werbung für die originale Version. Vor allem in den Ensembles mit Susanna und der Gräfin harmoniert die tiefste Männerstimme einfach besser mit den beiden Sopränen zusammen, auf der anderen Seite wird der Kontrast mit dem Bariton des Grafen Almaviva so deutlicher. Darstellerisch fehlt Furlanettos Figaro ein wenig die erotische Anziehungskraft, er ist eher ein gutmütiger, schelmischer und listiger Kammerdiener, dem man die Freude gönnt, seinem arroganten Herrn, dem er selbst ja einst beim "Frauenfang" behilflich war, einmal kräftig eins auszuwischen. Mit dem "Leporello" unter Karajan ist dieser "Figaro" für mich Furlanettos beste Aufnahme.
Auch seine Partnerin Dawn Upshaw als Susanna überzeugt fast völlig. Sie ist eine entwaffnend übermütige Susanna mit jugendlich heller Stimme, in ihrer Darstellung absolut glaubhaft. Allerdings fehlt auch ihr ein wenig die Lust auf Liebe, der Funke zwischen ihrer Susanna und Figaro will manchmal nicht so recht überspringen. Auch an den verführerischen Stellen ist sie eher mit sauberer Stimmführung beschäftigt, ihre besten Momente hat sie als quirlige, spöttische Kammerzofe der Gräfin, wobei ihr die berühmte "Rosenarie" wunderschön gerät.
Voller Liebesschmerz und Noblesse ist die Gräfin Almaviva von Kiri Te Kanawa. Dabei scheint, was bei vielen anderen Darstellerinnen nicht der Fall ist, in den Szenen, wo die Intrigen gegen ihren untreuen Göttergatten gesponnen werden, noch die raffinierte Bürgerstocher Rosina durch. Ihre Neigung, Partien zu verhauchen, hat sie hier sehr gut im Griff, sie klingt kraftvoll und frisch, nie angestrengt. Vor allem ihre Arie "Dove sono i bei momenti" singt sie äußerst ausdrucksvoll.
Ein wahrer Bilderbuch - Graf ist Thomas Hampson. Bis auf zwei etwas unsaubere Ansätze in seiner Arie singt er durchweg ausgezeichnet, beherrscht sowohl das liebestolle Säuseln, wie das herrische, fast grausame Auftreten gegenüber seiner Gattin. Dabei wirkt er aber nie brutal oder verfällt ins Chargieren. Sein Graf ist ein sehr charmantes Ekel, ein Opfer seiner Triebe und damit eng dem Don Giovanni verwandt.
Auch für den Cherubino der Anne Sofie von Otter ist kein Lobeswort zu hoch. Sie singt dieses Denkmal für alle Pubertierenden mit jugendlicher Energie, die "Geschlechtsumwandlung" gelingt ihr fabelhaft. Ihr glaubt man die so furchtbaren Adoleszenzqualen des dauerverliebten Pagen, die beiden Kavatinen habe ich noch von keiner Darstellerin dringlicher und zugleich besser gesungen gehört.
Mit der Marcellina von Tatinana Troyanos habe ich so meine Schwierigkeiten. Ihr Timbre ist sehr breit, worunter die Texverständlichkeit leidet, in der selten gesungenen Arie im 4. Akt wirkt sie ziemlich unsicher. Dafür spielt sie keine alberne Matrone, sondern eine mühsam um Würde kämpfende Dame. Die Wandlung von der heiratswütigen Alten zur liebenden Mutter innerhalb weniger Sekunden gelingt ihr sehr glaubwürdig.
Sehr gut besetzt sind auch die weiteren Rollen, etwa Anthony Laciura als Intrigant Basilio, der endlich auch einmal seine Arie singen darf, sowie Heidi Grant als süße, schelmische Barbarina; auch den altgedienten Renato Capecchi als Antonio hört man gerne mal wieder. Ein wenig zu polternd agiert Paul Plishka als Don Bartolo.
Wer also eine ausgezeichnet besetzte und ausgeführte Aufnahme in bester Klangqualität sucht, der ist mit dieser, leider noch immer im Hochpreissegment angesiedelten Aufnahme zur vollsten Zufriedenheit bedient.
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TOP 1000 REZENSENTam 11. März 2003
Diese Aufnahme ist die absolut erste Wahl für alle, die Mozart auf die klassische Art lieben: Stimmlich opulent und glanzvoll, dafür allerdings nicht überragend temperamentvoll.
So kann diese Einspielung als Gegenentwurf zu Aufnahmen der historischen Aufführungspraxis oder der sehr temperamentvollen Abbado-Einspielung gesehen werden. Man sieht förmlich die Bühne der MET vor sich. Das fängt an bei dem sehr üppig spielenden, glanzvollen Orchester.
Die Sänger bekommen so Gelegenheit, in der Musik förmlich zu baden: Kiri te Kanawa singt nicht nur herrlich wie immer, sondern gibt hier auch eine ihrer ausdrucksvolleren Darstellungen.
Thomas Hampson ist einer der besten Grafen Almaviva überhaupt - elegant und trotzdem herrisch. Schlicht überragend.
Auch Feruccio Furlanetto als Figaro kann sich in die Reihe der großen Sänger der Rolle - Siepi (fast!), Berry, Taddei - einreihen, ein Basso Cantante mit sonorer Stimme, Temperament und Charme.
Herrlich auch Anne-Sophie von Otter als Cherubin, ein melancholischer Jüngling, kein alberner Bengel.
Lediglich Dawn Upshaws Susanna ist allzu kokett und niedlich, passt nicht in das übrige ernste Ensemble.
Eindrucksvoll, wenn auch sehr dick im Timbre auch Tatiana Troyanos als Marzelline in ihrer letzten Aufnahme.
Alles in allem hätte man James Levine etwas mehr Temperament gewünscht, ansonsten eine sehr schöne, im besten Sinne altmodische Aufnahme.
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