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am 29. Januar 2011
Es stimmt, der Tontechniker hatte wirklich nicht gerade seinen besten Tag. Salminen hat man schon kräftiger gehört, Jerusalem mag seine Schwächen haben - nur : Wo ist der bessere Tristan ? Domingo ? Storey ? Ventris ? Ach Gott. Und dann : Wo ist eine Isolde, die ich mit dieser unglaublichen Waltraud Meier vergleichen könnte ? Nein, diese Aufnahme ist keineswegs perfekt, der Meier wegen aber noch immer die beste, die ich kenne.Wagner: Tristan und Isolde - Hinzugefügt nach dem dritten oder vierten Hören : Ich habe Siegfried Jerusalem Unrecht getan : Er ist grossartig. - Ansonsten ist nichts zu korrigieren.
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am 11. Juli 2005
Obwohl diese Aufnahme das Bayreuther Traumpaar der frühen neunziger Jahre verewigt, kam sie bei der hohen Kritik nie sonderlich gut weg. Das liegt sicher auch daran, dass sich die Hohenpriester der Wagnerkritik voll auf Furtwängler festgelegt haben und anderen Aufnahmen keine Chance geben. Dazu kommt, dass man Barenboim wohl nicht positiv bewerten kann.
Wenn man unvereingenommen diesen inzwischen ja auch preisgünstigen Tristan hört, bleibt folgendes:
Barenboim heizt die Berliner Philharmoniker zu einem dunklen, oft rauen und für mich immer leidenschaftlichen und warmen Tristan an. Den Orchesterklang dominieren die kraftvollen Hörner, was aber nicht heißt, das der Streicherklang dünn ist. Es wird mit dickem Pinselstrich gemalt. Das hat eine direkte Attacke, die sicher manchen feinfühligen erschreckt. Er ist hier eher auf der Linie mit Karl Böhm, wenn man Furtwängler und Kleiber auf der lyrisch-sensualistischen Seite sieht. Das Orchester ist sehr präsent, überdeckt (auf meiner Anlage) die Stimmen aber nicht (im hochgelobten Soltiring klingen die Stimmen viel dünner im Blechgewitter). Barenboim kann auf seine Art wie Furtwängler und Kleiber Klänge im Raum stehen und schweben lassen, die Kunst des Übergangs beherrscht er wie kein anderer heute, man höre nur den Beginn des 2.Aktes wie der Hörnerklang sich in das Holzbläsermurmeln des Baches auflöst oder schon den aus dem Nichts kommenden Anfang.
Waltraud Meier ist für mich die bewegendste Isolde, keine interpretiert die Erzählung im 1.Akt so vielgestaltig zwischen Haß und Liebe. Die dunkle Stimme verströmt auch ein gewisses Maß an Eros gegenüber der doch sehr altbackenen Flagstadt, der stählernen Nilsson, der sicher traumhaft schönen, aber leidenschaftslosen Price. Dazu eine hervorragende Textverständlichkeit und immer eine intellegente Gestaltung. Wenn ab dem 2.Akt dann Tristan immer mehr die Führung im Werk übernimmt, bleibt sie doch emanzipiert. Auch heute noch ist sie live eine immer noch bewegende Isolde.
Ihr Partner Jerusalem hat da natürlich vom Stimmmaterial einen schweren Stand, er klingt immer ein wenig stumpf und nasal. Aber auch er identifiziert sich total, leidet großartig und vermag die lyrischen Stellen im 2.Akt auch zu "singen". Wie unbeteilgt klingt da z.B. Moser bei Thielemann, obwohl auch noch live aufgenommen. Sicher hat Suthaus eine monumentalere Stimme, aber er kommt immer schwer in die Gänge und mogelt in der Höhe. Windgassen bei Böhm wird von der Nilsson niedergesungen (sie schildert in ihren Memoiren ja Windgassens Art des Durchmogelns). Meier und Jerusalem harmonieren im Gegensatz auch zu Behrens/Hofmann, Dernesch/Vickers und Price /Kollo wirklich. Die zentralen Stellen des Liebesduetts sind ein wirklicher Liebes- und Klangrausch, die schwierige Balance der "Handlung", die ja jeden vordergründigen sexuellen Aspekt meidet, obwohl ja hörbar nicht nur Gänseblümchen gepflückt werden, ist für mich gut getroffen.
Salminen und Struckmann singen wie man sie kennt, rauh, aber herzlich. Die Lipovsek hat mit den dramatischen und hohen Stellen Probleme, erinnert in den gelungenen lyrischen Passagen an Christa Ludwig. Johan Botha gibt als Melot eine Visitenkarte für die Zukunft ab. Sehr schön auch der Beginn mit Uwe Heilmann als jungem Seemann.
Fazit: Den perfekten Tristan gibt es nicht, als leidenschaftlich-kraftvolle und auch spannende Aufnahme kann ich sie insb. Neueinsteigern, die sich an dieses extreme Werk annähern, empfehlen. Daher die volle Punktzahl. Wer sich dann in das Werk verstrickt, wird sicher um Furtwängler und Kleiber nicht herumkommen.
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am 2. November 2003
Dies war in den 90er Jahren wahrhaftig die Traumkombination, sowohl in Bayreuth als auch anderswo: der machtvoll-sinnliche Sopran der Waltraut Meier und die mächtige, junge Heldenstimme des Siegfried Jerusalem waren eine Traumbesetzung für Wagner-Opern, wie es sie kein zweites Mal in dieser Zeit gab. Die war (und ist) besonders in den Fernseh-Aufzeichnungen vom TRISTAN aus Bayreuth 1992 (unter dem Dirigat Barenboims) und in den (meines Wissens nach nicht aufgezeichneten) Performances in München zu spüren: es stimmt(e) zwischen den beiden.
Umso herber die Enttäuschung beim Hören dieser Gesamtaufnahme, die mich völlig unbefriedigt zurück gelassen hat.
Um es mit einem Wort auszudrücken: die Produktion ist eine Katastrophe.
Nicht daß die Berliner Philharmoniker nun etwa schlecht spielen würden oder das hochkarätige Sänger-Ensemble indisponiert gewesen wäre, im Gegenteil. Auch das Dirigat ist Wagner-gemäß dramatisch und breit-episch angelegt.
Nur die Tonregie hat alles vergeigt.
Die Tristan-Musik lebt von den glühenden und chromatisch auf-und ab gleitenden Streichern, die in dieser Produktion komplett im Hintergrund verschwinden. Was man jedoch hört, sind meist nur die Holz- und Blechbläser, die eigentlich den Teppich für die Streicher bilden sollten und in langen Legati vor sich hin "tuten" (Man verzeihe mir diesen Ausdruck). Ergebnis: Die Musik zieht sich undramatisch wie ein Kaugummi dahin. Keine Glut, kein Liebesrausch, nur Langeweile.
Als ob das nicht genug wäre, wurden die Sänger von der Tonregie arg mißhandelt und in den Hintergrund gestellt, wo ihre Stimmen Gefahr laufen, vom Orchester-Crescendo komplett verschluckt zu werden, was auch oft genug vorkommt. Der erste Aufzug mit seinen Isolde-Ausbrüchen ist ein einziger Klang-Affront gegen die wunderbare Waltraut Meier, die mehrfach vom Orchester überrollt wird.
Den anderen Sängern geht es genauso. Ihre Stimmen, die live phantastisch plastisch und mit großem Charakter daher kommen, wirken wie Tischtennisbälle, die auf den Wellen des Orchesters hin-und hergeworfen werden, anstatt die Hauptrolle zu spielen.
Ja, die Tonregie hat alles verpatzt, und es ist ein Jammer.
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am 18. Januar 2008
... von dieser Hochpreisaufnahme, jedenfalls solange sie so viel kostet; allenfalls beinharten Waltraud-Meier-Fans ist sie zu empfehlen. Ich habe die Fernsehübertragung aus Bayreuth mit gleicher Protagonistenbesetzung und Dirigat (und Inszenierung Heiner Müller) in allerstärkster Erinnerung; sowohl Meier als auch Jerusalem haben dort sängerisch und darstellerisch Erstaunliches geleistet. Aber beide kommen in dieser Aufnahme, wohl auch wegen des für Jerusalem zumindest etwas zu späten Zeitpunkts (bereits 1992 hatte er zu kämpfen, was jedoch live noch eine gewisse Balance für die Rolle ergab), v. a. aber auch wegen der schlechten Aussteuerung, nicht gut weg. Man hört einfach permanent Stimmprobleme. Da kann mich auch Meiers sensationell gute Textbehandlung dann nicht trösten, wenn ich höre dass die Tessitura nicht ihre ist. Sie hätte die Isolde vielleicht nicht unbedingt im Studio einspielen sollen, auch wenn ich es schade gefunden hätte, wenn sie das Live-Experiment nicht gewagt hätte.

Lipovsek ist einfach schlecht; Struckmann ist wie meistens recht gut, aber der Kurwenal ist nun einmal nicht die Rolle die im Vordergrund steht. Salminens Marke ist sehr souverän, aber nicht anrührend.

Barenboims Dirigat ist in meinen Augen kunstgewerblich; fortwährend wird nach 'schönen' Klangwirkungen gesucht; dabei ist es ja nun das letzte, worum es im "Tristan" geht. Das Klimt-Cover ist in dieser Hinsicht verräterisch für den Geist der Einspielung. Dramatik stellt sich nicht her; und in puncto wirklicher Lyrik würde ich zehnmal eher zur Kleiber-Aufnahme raten.

Schade, schade...
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am 1. August 2015
Sängerisch ganz passabel, miserable Tontechnik, es ist unbegreiflich, dass so etwas
von den Künstlern überhaupt freigegeben wurden. Gleich wieder weiterverschenkt.
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am 30. Dezember 2006
Abgesehen von den seit jetzt Jahrzehnten nervenden Fließband-Produkten von Daniel Barenboim, von denen diese Aufnahme eines ist, ist hier neben Behrens/Hofmann (bei Bernstein) wahrscheinlich der Tiefpunkt bei der Wahl des Protagonistenpaares erreicht: Waltraud Meier schreit und forciert bei hochintelligenter Gestaltung eine Partie, die sie niemals hätte singen dürfen, dasselbe gilt für Jerusalem, ihm fehlt noch dazu der gestalterische Verve, der seine Partnerin auszeichnet.

Ebenso ungeeignet ist Marjana Lipovsek als Brangäne, die sich mit der hohen Tessitura quält, viel zu viel Portamenti benutzt und gestalterisch eigentlich gar nichts bietet. An Christa Ludwig darf man da nicht denken.

Barenboims Lesart beschränkt sich auf im Forte ablaufende Routine ohne Akzente oder wirkliche Emotion, der Rest der Sänger arbeitet brav die gestellten Aufgaben ab. Gegen die auf dem Markt befindlichen Aufnahmen ist diese in keinem Punkt konkurrenzfähig.
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