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am 15. Februar 2003
Claudio Monteverdi wandte sich gegen Ende seines Lebens noch einmal der auch im Norden Italiens Fuß fassenden Oper zu und schrieb erst "Il Ritorno d'Ulisse in Patria", dann ein Jahr später "L'Incoronazione di Poppea", zwei massive Werke, in denen er alle Neuerungen seiner ehemaligen Schüler aufgriff und bewies, dass er immer noch in der Lage war, die junge Generation zu übertreffen. Das waren allerdings Anfang der 40er Jahre des 17. Jahrhunderts noch keine "Barockopern", wie man das heute versteht. Hier gibt es praktisch keine Arien, sondern ausschließlich Rezitative, aufgelockert durch Instrumentalstücke, Duette und Bühnenhandlungen.
Alte-Musik-Pionier Nikolaus Harnoncourt nahm den "Ulisse" zum ersten Mal 1971 mit seinem Originalklang-Ensemble Concentus musicus Wien auf, das ist die Aufnahme, die hier vorliegt und von Teldec immer wieder neu aufgelegt wird. (Harnoncourt hat alle Monteverdi-Opern einige Jahre später im Rahmen eines Projektes des Züricher Theaters mit modernem Instrumentarium noch einmal aufgenommen.) Schon allein das Faktum dieser Aufnahme verdient höchsten Respekt, denn es ist keine Partitur im üblichen Sinne überliefert; wer den "Ulisse" aufnehmen oder aufführen will, muss die vorhandenen Noten um vielfache Details ergänzen - eine Arbeit, die dafür gesorgt hat, dass es nur wenige Gesamtaufnahmen des Stückes gibt. Harnoncourt ist meines Erachtens eine Version gelungen, die die Bezeichnung "Großtat" verdient.
Das Libretto von Giacomo Baldoaro erzählt in dramatischer Form die Geschichte der Rückkehr des Odysseus in seine Heimat Ithaca, wo seine Frau Penelope so lange auf ihn gewartet hat, dass sie zunächst nicht mehr an seine Rückkehr glauben kann, obwohl Odysseus als einziger mit seinem früheren Bogen zu schießen vermag (dabei erledigt er sich geschickt der drei Männer, die um Penelopes Hand werben). Gewissermaßen im Hintergrund agieren die Götter, von denen mehrere auf der Bühne auftreten. Die Geschichte birgt wenige Überraschungen, bietet jedoch genug Gelegenheit zu Bühnenspektakeln, so beispielsweise wenn Odysseus und der Vielfraß Iro miteinander ringen.
Harnoncourt geht das Stück verhältnismäßig nüchtern an. Seine Sänger bekommen nicht allzu viel Gelegenheit, virtuosen Glanz zu zeigen. Das muss allerdings nicht sein, würde vermutlich nur von der stringenten Erzählung ablenken. Nur Murray Dickie als Iro darf in seiner Narrenrolle etwas aus der Reihe tanzen (was er auf köstliche Weise tut). Sven-Olof Eliasson ist ein vom Schicksal gestählter Ulisse, Norma Lerer ist für Penelope mit ihrer traurig klingenden Stimme wohl die Idealbesetzung, obwohl sie am Ende doch wohl ein wenig fröhlicher sein könnte! Nigel Rogers vermag in seiner Nebenrolle als Eurimaco zu beendrucken; Max van Egmond als Eumete und Kai Hansen als Telemaco bleiben für mein Empfinden etwas blass. Für die männlichen Götter griff Harnoncourt auf die bewährten Tiefbässe Nikolaus Simkowsky und Ladislaus Anderko zurück. Margaret Baker-Genovesi, Rotraud Hansmann, Anne-Marie Mühle, Walker Wyatt, Kurt Equiluz und Paul Esswood sind die weiteren Mitglieder eines Teams, das sich wirklich sehen lassen konnte.
Ich konnte mir bisher keine zweite Aufnahme des "Ulisse" leisten, finde jedoch, dass ich mit diesem Harnoncourt-Klassiker gut bedient bin. Wer eine neuere Originalklang-Version sucht, sollte es mit Gabriel Garrido (K617) oder René Jacobs (harmonia mundi France) versuchen.
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