Jeans Store Hier klicken b2s Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
5
3,6 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:25,52 €+ 3,00 € Versandkosten

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

VINE-PRODUKTTESTERam 27. November 2003
Im Prinzip kann ich mich den anderen Rezensionen nur anschließen. Auch als Fan braucht man lange, um dem Werk etwas abzugewinnen. Aber wenn man sich drauf einlässt, wächst es in einem.
Zappa beschießt einmal mehr verschiedene Ziele: 1. Den Broadway und das dort meist ansässige weiße Spießerpublikum, dass sich ständig olle Kamellen ansieht und sich doch nur für die Pause interessiert um dann den neuesten Pelz vorzuführen. 2. Kreative, "rhythmische" Künstler, denen nichts anderes übrig bleibt als für die Weißen den Larry zu machen. 3. Die unsichtbare Macht, hier repräsentiert durch den Evil Prince, einen Erzkonservativen. Dieser arbeitet an einem Projekt, eben diese Schwarzen mittels eines selbst entwickelten Deos ("galoot cologne") loszuwerden, das er zuvor in San Quentin ausprobiert hat. Doch etwas ging schief, das Zeug tötete die Insassen nicht, sondern verwandelte sie in "Mammy Nuns", in entenlippige, wie Nonnen gekleidete Mammas, von denen einer eben der Protagonist Thing-Fish ist. Das ganze ist eine Anspielung auf die Aids-"Seuche", die laut einiger Indizien ja durch Armee-Experimente in Afrika enstanden sein soll. Viele dieser Klischees werden bedient, persifliert und entlarvt. Das Pärchen Harry und Rhonda glaubt znächst, dass sie eine interaktive Show sähen. Bald aber schon geraten sie in die Fänge der Mammys. Dann gehen die Seitenhiebe auf die amerikanische Kultur weiter: auf die hippen Schwulen, Machos, Wallstreetkarrieristen, religiöse Erleuchter, Psuedoemanzen... Es kommt zu S&M Praktiken, Orgien, Coming-Outs und alles gerät außer Kontrolle. Zappa mischt Zeitebenen, Sujets, und literarische sowie zeitgeschichtliche Kontexte. Es steckt eine Menge drin, doch dies wird einem über den Hörweg allein kaum direkt klar. Schließlich ist Zappa nicht Lloyd-Webber. Logischerweise ist er dann auch mit dem Vorhaben, Thing-Fish an eben diesem Broadway aufführen zu lassen, gescheitert. Nicht wirklich verwunderlich...
11 Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. April 2016
Typische Symptome bei Vereinsamung: Ohne Feedback von außen drehen sich die Gedanken immer mehr um sich selbst, man versteigt sich in seltsame Ansichten und Verschwörungstheorien. Das passiert nicht nur Verarmten oder Alleinstehenden, sondern auch erfolgreichen Menschen, die nur noch von Jasagern und Hofschranzen umgeben sind. So leider auch Frank Zappa, der in den 80ern in Interviews immer dozierender auftrat, sich in seltsames politisches Engagement verstieg und - ähem - "korrigierte" Wiederveröffentlichungen seiner alten Platten auf den Markt warf. Sekundiert von einer zunehmend unkritischen "Zappa ist Kult"-Fanschar, die auch heute noch wöchentlich "Jazz is not dead..." und "Music is the Best" auf Facebook postet und sich dafür gegenseitig like-t. Mir liegt gerade ein weniger oft zitierter Zappa-Spruch auf der Zunge: "If your children ever find out how lame you really are, they'll murder you in your sleep." So kann's gehen...

Zurück zum Thema... Auf dem 'Broadway Musical' Thing Fish verarbeitet er die "Theorie" dass Aids in amerikanischen Laboren erzeugt wurde und lässt nebenbei wieder mal seine üble Ansicht vom Stapel, dass Homosexuelle dieses nur wären, um im Showbusiness Erfolg zu haben. Abgesehen davon dass er kein Rassist war und allergisch auf Religion reagierte, war Zappa damit schon ziemlich nahe am heutigen Geschwafel von Afd und Konsorten oder auch an Putins 'schwuler Agenda'.

Jedenfalls, die Handlung: Das Yuppie-Pärchen Brad und Janet - huch, Freud lässt grüssen, ich meine natürlich Harry und Rhonda - besuchen ein Musical, das nicht ganz nach ihrer Vorstellung verläuft, da die Darsteller durch medizinische Experimente verunstaltete Sträflinge sind. Im weiteren Verlauf werden die beiden von dem etwas penetranten Titelhelden (Querverweis zu "Hair") mit verdrängten Wahrheiten zu ihrem 'phoney' Leben konfrontiert.

Das Stück entwickelt sich wie man es von anderen Zappa-Rockopern kennt: In der Eröffnung deutet sich eine Handlung an, die sich nach und nach in schräge Einzelepisoden auflöst und wenn der Faden endgültig verloren ist, singen zum Schluss alle nochmal zusammen. Dabei konnten unterhaltsame Geniestreiche (200 Motels, Greggary Peccary) rauskommen, Nullnummern (hier), oder irgendwas dazwischen (der Rest).

Neben der Story gibt es noch ein paar andere Baustellen auf "Thing Fish":

Ein Problem ist die Musik. Es gibt ein paar brauchbare neue Songs (The Mummy Nuns, Clowns on Velvet, Brown Moses), die aber durch übertriebene Gesangs-Arrangements oder Gelaber zugekleistert werden, den größten Teil machen alte Aufnahmen aus, bei denen die Gesangsspuren ersetzt und Overdubs hinzugefügt wurden. Dann noch ein paar Synclavier-Backgrounds, die nicht weiter stören. Einsames Highlight ist Napoleon Murphy Brocks Auftritt in "The Evil Prince", während "He's so gay" musikalisch und textlich in den Peinlichkeits-Giftschrank gehört.

Problem zwei: Der gute Ike Willis. Auf "Joe's Garage" hatte er die Hauptrolle, während Zappa den Erzähler und die Fieslinge übernahm. Eine gute Balance. Hier dagegen ist Willis Erzähler, Hauptfigur und meistens auch noch Leadsänger, was seine ohnehin nicht sehr ausgeprägte Vielseitigkeit stark überstrapaziert. Für ein paar Highlights sorgen eher die Gäste: Dale und Terry Bozzio (Rhonda & Harry), Johnny Guitar Watson (der obligatorische Geistliche), ein Sprachcomputer und eben Nappy (Evil Prince). Wenigstens hier hat der Maestro ein gutes Händchen bewiesen. Er selbst hält sich übrigens völlig raus.

Und schließlich: Die Produktion. Das Ganze soll in einem Theater spielen, in dem seltsame Gestalten auf der Bühne rumspringen und sicher auch Publikum anwesend ist. Davon ist allerdings nichts zu hören. Während Joe Jackson im gleichen Jahr für die Produktion von "Body & Soul" das Studio in einen Tanzsalon verlegte um die richtige Atmosphäre zu bekommen, hatte der Technokrat Zappa für so etwas null Sinn: auf 'Thing Fish' herrscht ein extrem steriler Studio-Sound vor - das geistige Auge sieht ein paar Leute in einer Gesangskabine, die ihre Parts zu Musik vom Band sprechen. Verfechter der "Man muss jedes Instrument exakt raushören"-Philosophie kommen sicher auf ihre Kosten, aber sonst... na ja.

Aber vielleicht war Zappa auch doppelbödiger als man ahnt und die eigentliche Aussage von 'Thing Fish' lautet: Musicals sind aufgeblasene belanglose Spektakel mit überarrangierten ollen Kamellen, viel Leerlauf und banaler Handlung zur Bespaßung eines anspruchsloses Klientel-Publikums. So gesehen würde "Thing Fish" dann doch ins Schwarze treffen.

Unterm Strich kann man sich das Ding schon ein paar mal anhören, aber außer "Them or us" oder "Francesco" (beide auch von '84) würde ich jede andere Zappa-Platte vorziehen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. August 2001
Thing-Fish ist ein umstrittenes werk unter zappa fans. meiner meinung nach ist es das einzige welches seine qualitäten NUR nach mehrmaligem hören preisgibt. und mehrmaliges hören ist bei zappa ja vorraussetzung. ike willis dialect, welcher zugegebener massen sehr unverständlich ist, ist bei der amerikanischen radioserie 'amos&andy' abgeschaut, und urkomisch! terry bozzio spielt hier nicht schlagzeug sondern spricht die rolle des 'harry'. seine (Ex)frau dale spricht dessen ehefrau 'rhonda'. die beiden erden in rocky horror manier auf der bühne während einer musical aufführung malträtiert.
einmaliges beispiel für franks fähigkeiten songs, stories und kram miteinender zu verweben und zu vermischen. am ende machts jeder mit jedem, alle sind eins und ein brei. moral: man soll sich nicht zu ernst nehmen, sonst wird es im besten fall lächerlich, im schlimmsten gefährlich. das album ist auch im zuge george w. bush sehr aktuell!!! für zappa fans ein muss, welches OFT und AUFMERKSAM gehört werden will.
dieses 'musical' wurde im februar 2001 übrigens in liverpool in auszügen aufgeführt!
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2010
Ich kann mich den lobenden Rezension hier nicht anschließen. Zugegeben: die Story ist ok, von einigen Auswüchsen abgesehen, dazu wurde hier schon ausführlich geschrieben. Die beiden Bozzios machen ihre Sache klasse, insbesondere Dale trumpft mit einer abwechslungsreichen Stimme auf. Und auch Ike Willis als "Kartoffelkopf" mit seinem Spezial-Dialekt ist anfangs hörenswert.

Musikalisch ist das Ganze aber leider ausgesprochen arm. In meinen Augen gibt es einen guten neuen Song: The Mammy Nuns, die anderen (2!) neuen Songs sind mittelmäßig (Brown Moses) oder schlecht (The White Boy Troubles). Von einer interessanten Nummer (Clowns on Velvet) hört man wenig weil darüber gesprochen wird, und "Crab Grass Baby" hat ein sehr interessantes Intro. Das war's.

Alles andere sind alte Nummer, und was noch schlimmer ist: die meisten sind auch noch in den Original-Aufnahmen verwendet worden, nur mit anderen oder zusätzlichen Texteinwürfen und anders abgemischt. 3 Stücke stammen Original und in dieser Reihenfolge von "You Are What You Is", auch der Text ist nahezu identisch. Der einzige wirklich umgeschriebene alte Song ist "Artificial Rhonda" (Mrs.Pinky). Als "Zugabe" gibt es dann auch noch einen Song rückwärts (No Not Now > Won Ton On).

Und ich möchte anmerken: ich mag Zappas "Conceptual Continuity", die Tatsache, daß Versatzstücke an anderem Ort in anderem Zusammenhang auftauchen. Aber dieses hier scheint mir doch etwas flott und billig zusammengeschustert, Auch die Abmischung ist zumindest gewöhnungsbedürftig: die Sprech-Stimmen sind meist zu laut, die Ensemble-Gesangsteile haben zuviel Hall.

Vielleicht wäre der "Dingfisch" als Bühnenshow gut gewesen, aber als CD ist es eine große Enttäuschung. Vorbeugend eventuellen Belehrungen: Ich besitze die LP seit 1984 (und die CD auch) und habe viele Versuche gemacht, sie mir schön zu hören.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Februar 2004
Eigentlich zu sehr unterbewertet.....
Das Zappa auf diesem Grusical-Comical-Pornical und was für -cals
auch immer,musikalisch älteres Material aufbereitet ist nicht
weiter schlimm.Die Texte wurden entsprechend dem Stoff angepasst,
um in das Konzept zu passen.
Die Story selber ist natürlich schön abstrus.Hier wird alles
mit einem Augenzwinkern abgewatscht,was zum damaligen Zeitpunkt
Zappas Gemüt erregte.Vieles von dem ist immer noch aktuell.
Ein Grund für die mangelnde Aktzeptanz mag in der doch sehr
komischen Ausdrucksweise des Slangs liegen,die nicht so ohne
weiteres 1 zu 1 zu übersetzen ist.
Carl Weissner hat aber eine sehr gelungene Übersetzung ins
Deutsche geschafft.
Eigentlich ein Stoff für Christoph Schlingensief,der könnte das
ganze schön inszenieren.Ob als Film oder auf wirklicher Bühne..
Der Soundtrack zu dem whatever-cal,welches nie aufgeführt wurde.
Der Dingfisch warnt explizit vor Kartoffelbrei und Tunten-kolonnje
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

7,89 €
11,85 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken