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am 26. Oktober 2006
Mit seinem zweiten Spielfilm findet Wes Anderson antgültig zu seinem ganz eigenen Stil, den er mit "The Royal Tenenbaums" und "Die Tiefseetauchter" weiterführte.

Schon in diesem 1998er Werk wimmelt es nur so von interessanten Charakteren und großartigen Dialogen. Und eben weil keine der Rollen "abgedroschen" ist, wirkt der Film als Gesamtwerk "Neu" und "einzigartig".

Wie jeder von Andersons Filmen ist auch "Rushmore" ein Film über Außenseiter. Jede handelnde Person hat irgendwelche Macken oder Eigenarten, die genußvoll ausgespielt werden. Doch geschieht das nie entlarvend, über keine Figur wird sich lustig gemacht. Nein, viel mehr bemerkt man Andersons Liebe zu den Einzelgängern. Und auch in "Rushmore" sind alle Rollen vorzüglich besetzt. Schwartzman ist fantastisch, und Bill Murray ist das, was er immer ist: Genial!

Was Andersons Filme vorallem so liebenswert macht, ist die ungewöhnliche Machart: Zwischentitel, Brüche in der Handlung, ruhige Kameraführung. Und selbstverständlich die Songs, die er für seine Filme auswählt! Der Mann hat einen großartigen Musikgeschmack und wählt immer wieder Lieder aus, die man nie in einem Film erwartet hätte, hauptsächlich Songs der 60er und 70er.

Seine Filme gelten als Komödien, doch wer sich "unter den Tisch lachen will", wird von "Rushmore" enttäuscht sein. Dies ist ein sehr skuriller Film, der zum Lächeln bringt, aber in gewisser Weise auch das Herz berührt. Letztendlich ist es ein Film über die Liebe, und wie diese wirkt er auch: Manchmal lustig, mal ernst, etwas schmerzhaft, ein wenig traurig und manchmal nicht zu verstehen....

Wes Anderson ist der vielleicht wichtigste Filmemacher des modernen Autorenfilms. Und wie angenehm ist es, zu bemerken, das dies ganz und gar SEINE Filme sind. Viele Rollen werden von Freunden gespielt, und das Drehbuch schrieb er wieder mit seinem Freund Owen Wilson, der ja mittlerweile auch ein recht bekannter Schauspieler im Blockbuster-Kino ist.

Wie auch bei den "Royal Tenenbaums" ist die deutsche DVD im Vergleich zur Amerikanischen (die berge von Bonus bietet) eine Frechheit.
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am 19. Januar 2004
Wes Anderson hat bis dato noch keinen schlechten Film gedreht: Sowohl sein gutes Erstlingswerk "Bottle Rocket", als auch der noch bessere 2. Streich "Rushmore" und der ebenso fantastische "Royal Tenenbaums" bestechen dadurch, daß sie eine komplett eigene und sehr liebevolle Handschrift tragen. Eine Schande, daß dieser Film hier kaum bekannt sind, sowohl Jason Schwartzman (Ex-Drummer der Band "Phantom Planet", zuletzt zu sehen im leider ebenso weitgehend unbeachteten "Spun") als auch Bill Murray (auch abso
lut genial in "Lost in Translation") sind in Höchstform und machen den Film zu einem Genuß. Wer "Royal Tenenbaums" gut fand und "Rushmore" noch nicht kennt, kann absolut blind zugreifen.
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am 29. Mai 2005
Nachdem hervorragenden vierten Streich "Die Tiefseetaucher", von Wes Anderson, musste ich mir nochmal seinen Film Rushmore ansehen, der in Deutschland 2001 im Kino lief. Gute Filme erkennt man immer daran, dass sie beim zweiten schauen sogar noch besser werden.
Die Karten fürs Kino damals hatte ich gewonnen und bin nichtsahnend mit einer netten Begleitung hingegangen. Es dauerte circa fünf Minuten und ich zog positiv skeptisch eine Augenbraue nach oben. Ich konnte es gar nicht glauben. Jede Einstellung schien einem Gemälde zu gleichen. Nichts wirkte ungewollt, jedes Detail schien interessant, seltsam, verschroben, nahezu grotesk. Die Sache war klar - ich saß also in einem Hammer. Es schien alles zu stimmen. Die Schauspieler waren superb, Bill Murray war zum wegschmeißen und endlich mal wieder eine Sensation - seit circa dem Murmeltier. Die Charaktere übertrumpften sich in ihrer sympathischen Seltsamkeit. Namen, Kleidung, Ausstattung, Musik - alles brachte mich zum Schmunzeln, da es einfach einen Nerv traf. Als dann urplötzlich noch in einer Szene, in der die Auseinandersetzungen zwischen Schwartzman und Murray begannen, ein Stück von THE WHO anfing und die Situation kongenial unterstrich, war die Sache amtlich. Ich hatte einen neuen Lieblingsstreifen.
Schwartzman als Max Fisher ist Traumtänzer und Energiebündel zugleich, der offensichtlich den Schlüssel zum Leben gefunden hat. Blume ist ein von den Realitäten des Lebens gelangweilter End-Vierziger und freundet sich mit dem 15-jährigen an, da er diesen Schlüssel wohl selber gern hätte. Miss Cross ist die Projektionsfläche für die Art von Liebe, die beide gerne hätten.
Beim zweiten Mal schauen ging mir auf, das es in dem Film besonders um die Frage der Liebe geht, die Fisher anscheinend nur für sich beantwortet und niemals daran glaubt, das zu einer realistischen Antwort Zwei gehören. Die Situationen die daraus resultieren sind haarsträubend, peinlich, lustig aber auch schmerzvoll. Fisher erschafft aus sich selbst heraus eine eigene Realität und lebt gut darin, bis er gnadenlos auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Er handelt, kämpft, verliert alles, ist am Boden, gibt nicht auf, kriegt auch bildlich aufs Auge, nur um am Ende doch wieder alles zusammen zu fügen. Das Geheimnis dieses Films ist, dies alles immer sympathisch, lustig und nie deprimierend zu zeigen. Wahrscheinlich ist dies der Schlüssel den Fisher gefunden hat. Jede Sekunde des Lebens bis auf den letzten Tropfen auszuwringen.
Das ich beim ersten Schauen mit meiner eigenen Miss Cross im Kino saß, erscheint mir heute als die große Pointe, im Verhältnis zwischen diesem Film und mir. Kann nur zustimmen: ein großartiger moderner Klassiker.
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am 15. Juni 2001
Schon die Überschrift in der Filmkritik in der "Zeit" macht Lust auf den Film: "Aquarium des Grauens". Filmkritiker Jan Distelmeyer nennt ihn einen "Glücksfall unter den Highschool-Komödien". Und er schreibt:"...Alles beginnt damit, dass die Highschool hier kein austauschbarer Hintergrund der Geschichte ist, sondern gewissermaßen die Geschichte selbst. Die Eliteschule Rushmore bedeutet dem 15-jährigen Friseursohn und Stipendiaten Max Fischer alles. Er lebt Rushmore. Max leitet den Rushmore-Debattierclub, die Bienenzüchterzirkel, die Schachgruppe, den Astronomie- und Kalligrafie-Club, steht unter anderem dem Völkerball- und Fechtverein vor und ist Herausgeber der Yankee Review. Als Leiter der Theathergruppe bringt er mit Vorliebe Kino-Actionthriller wie Serpico auf die Aula-Bühne. Die Erklärung des Direktors für Max' desaströse Noten, "Zuviele außerschulische Aktivitäten!", ist darum blanker Unsinn. Vielmehr ist gerade die Schule selbst der Grund für Max' Versagen. "Man muss etwas finden, was man liebt, und dann für den Rest seines Lebens daran festhalten", erklärt Max einmal den Sinn des Lebens: "Für mich ist das, Rushmore zu besuchen." Vielleicht liegt das Geheimnis dieses Films schlicht darin, dass er einerseits die Freiheiten des Kinos bewusster auslebt als andere Highschool-Filme, andererseits aber sein Thema ernster nimmt, als es im Genre üblich ist. Die Suche nach Indentität darf hier als offene Frage ihre Komplexität behalten, anstatt als temporäres Problem irritierter Teenager im Rahmen der Highschool nahtlos und beruhigend erledigt zu wedern. Das führt schließlich auch zu einem anderen Blick auf das Verhältnis von Jugend und Erwachsensein, der einmal nicht auf das Hohelied der Jugendlichkeit hinausläuft... Bis zum Ende wird sich Rushmore in seiner Bewegung zwischen Absurdität und Romantik noch ein paar Mal wenden und damit die Grenzen des aktuellen Highschol-Films endgügtig gesprengt haben..."
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TOP 1000 REZENSENTam 18. Oktober 2014
Noch vor seinem internationalen Durchbruch mit "The Royal Tennenbaums" aus dem Jahr 2001 drehte Wes Anderson einen Film über einen sehr exzentrischen Teenager namens Max Fischer. In "Rushmore" wird dieser 15jährige Sonderling von Jason Schwartzman dargestellt. Der besucht die 10. Klasse des rennomierten Rushmore College. Seine schulischen Leistungen sind schwach, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren - zumindest sieht Schulleiter Dr. Nelson Guggenheim (Brian Cox) die Versetzung seines Schülers gefährdet - ein Ra. Doch Max, den keiner so richtig mag, ist im Grunde der König von Rushmore. Der engagierte Schüler ist Präsident in unzähligen Clubs, des Briefmarkenclubs, Manager des Lacrosse Teams, der Gründer einer Astronomiegruppe - er fechtet, er imkert, er baut Modellflugzeuge, er jagt und er schreibt Theaterstücke und führt diese als Regisseur in seiner geliebten Privatschule auf. Ausserdem ist er Mentor des kleineren Schülers Dirk Calloway (Mason Gamble). Eines Tages steht aber die Liebe vor der Tür - der schrullige und altkluge Nerd verliebt sich in die neue Französischlehrerin Rosemary Cross (Olivia Williams)
Noch vor seinem internationalen Durchbruch mit "The Royal Tennenbaums" aus dem Jahr 2001 drehte Wes Anderson einen Film über einen sehr exzentrischen Teenager namens Max Fischer. In "Rushmore" wird dieser 15jährige Sonderling von Jason Schwartzman dargestellt. Der besucht die 10. Klasse des rennomierten Rushmore College. Seine schulischen Leistungen sind schwach, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren - zumindest sieht Schulleiter Dr. Nelson Guggenheim (Brian Cox) die Versetzung seines Schülers gefährdet - ein Rauswurf wäre vermutlich die Folge. Doch Max, den keiner so richtig mag, ist im Grunde der König von Rushmore. Der engagierte Schüler ist Präsident in unzähligen Clubs, des Briefmarkenclubs, Manager des Lacrosse Teams, der Gründer einer Astronomiegruppe - er fechtet, er imkert, er baut Modellflugzeuge, er jagt und er schreibt Theaterstücke und führt diese als Regisseur in seiner geliebten Privatschule auf. Ausserdem ist er Mentor des kleineren Schülers Dirk Calloway (Mason Gamble). Eines Tages steht aber die Liebe vor der Tür - der schrullige und altkluge Nerd verliebt sich in die neue Französischlehrerin Rosemary Cross (Olivia Williams). Dies bringt seine Teenagerwelt total aus dem Gleichgewicht. Um die Hobby-Aquarianerin zu beeindrucken plant er gemeinsam mit seinem Freund und Mentor, dem schwerreichen Unternehmer Herman Blume (Bill Murray) eine Aquariumanlage auf dem Baseballfeld der Highschool zu bauen. Ein Ereignis mit Folgen und entpuppt sich Blume sogar noch als Nebenbuhler in der Gunst um die Lehrerin Mrs. Cross...
Zerschrottete Fahrräder, eine Bieneninvasion und ein umstürzender Baum säumen das Kriegsfeld der Buhlenden und auch sonst präsentiert Wes Anderson einmal mehr seinen skurrilen Kosmos an eigenwilligen Persönlichkeiten.
Es sind in "Rushmore" vor allem auch Figuren, die gefangen sind in ihrem eigenen Tun und zumeist unfähig scheinen aus ihrer Situation auszubrechen. Und letztendlich ist es immer Nebensächliche was bei Wes Anderson ins Zentrale Mittelfeld gerückt wird. Einerseits sind die Figuren komisch, aber auch verletzlich und authentisch.
"Rushmore" kurbelte die Karriere von Wes Anderson, seines Drehbuchpartners Owen Wilson und auch die des Jason Schwartzman an, Murray festigte damit seine 2. Karriere oder ein Filmleben nach "Ghostbusters" als angesehener Schauspieler des amerikanischen Independent-Kinos. Er schafft damit sogar eine Golden Globe Nominierung als bester Nebendarsteller. Die Krtiker bejubelten Andersons Film. Das britische Filmmagazin "Empire" listete den Film dann auch 2008 auf Platz 175 der besten Filme aller Zeiten. Ebenso euphorisch war das Slant Magazine, dort belegte der etwas andere Coming of Age Film bei den besten Filmen der 90er Jahre einen phänomenalen 22. Platz. Wer ein Faible für Wes Anderson hat, der wird an seinem Frühwerk kaum vorbei kommen - wobei ich selbst seine neuen Arbeiten bevorzuge. "Moonrise Kingdom" und "Grand Budapest Hotel" halte ich für seine besten Arbeiten. In letzterem schwingt sogar der Geist der alten Billy Wilder Kömödien mit.
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am 21. November 2001
Wie konnte es passieren, dass diese Topkomödie über einen schrulligen Schüler aus Leidenschaft, die weltweit die Kritiker von den Stühlen riss, in Deutschland so vollkommen unbemerkt am Publikum vorüberzog? Jason Schwartzman (verwandt mit Francis Ford Coppola (sein Onkel) Talia Shire (Mutter) und Nicolas Cage (Vetter)) gibt den innerlich zerrissenen Jungen, der unbedingt was bewegen muss, bis er sich in eine Lehrerin verliebt, mit liebevoller Intensität und behauptet sich sogar gegen Bill Murray als der freundliche, aber vom Leben enttäuschte Millionär Blume in seiner bislang besten Rolle. Ein fabelhafter Kampf der Kindsköpfe, mal ironisch, mal satirisch, nie falsch oder unpassend. Und der Soundtrack mit melodischen Stücken der 60er un 70er (John Lennon, David Bowie) kann sich sehen lassen.
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am 1. März 2013
Ein toller Film, der zeigt, dass man Menschen nicht in Kategorien einteilen sollte und dass nicht jeder, der als "Nerd" oder "Geek" rüberkommt, sich mit diesem Image auch gerne identifiziert. Was Max Fischer betrifft, so möchte er gerne ernst genommen werden. Zum Einen, weil seine Mutter vor langem gestorben ist und er sich nach einer Fürsorgeperson sehnt, zum anderen, weil er denkt, dass Menschen in der Oberschicht leichter dazugehören als er. Deswegen tut er Alles, besucht jeden freiwilligen Club an der Rushmore Elite Schule, sammelt Unterschriften, gründet Clubs, nur um dazuzugehören. Aber je mehr er sich bemüht, je mehr er sich und seine Herkunft (Sohn eines Friseurs) verleugnen will, desto mehr nähert er sich dem Rausschmiss aus Rushmore und seiner Selbstsabotage, was letztentlich auch geschieht. An der staatlichen Schule macht er eine Entwicklung durch. Er verliert den Zweikampf um die Gunst der Lehrerin Mrs. Cross (der nie wirklich Erfolgsaussichten hatte), gegen seinen "Freund", dem Stahlmagnaten Herman Blume, er fällt zurück in die Mittel- bis Unterschicht, er arbeitet tagsüber als Hilfsfriseur bei seinem Vater - und lernt dabei, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Er lernt ein neues Mädchen (Magret) kennen die ihn sehr mag. Dass er es am Ende akzeptiert und in Frieden damit ist, dass Mrs. Cross mit Herman Blume auf seine große Theatervorstellung kommen und er mit Magret (die ihm zwar sehr ähnelt, sich selbst aber nicht so sehr hasste und schon reifer war) zusammenkommt zeigt, dass er sich nun selber auch mag und akzeptiert. Auch Herman Blume, dessen Beziehung zu Max Fischer deswegen aufblühte, weil sich beide in ähnlicher Weise kindlich verhielten und sich selbst nicht mochten, findet am Ende zu sich. Beide hatten ähnlichen Zugang zueinander, beide konnten intuitiv den Anderen in seiner Unausgeglichenheit verstehen, aber Beide mussten lernen, sich selbst ausgleichen zu können, eben erwachsen zu werden. Ein Film, der zwar lustig und manchmal exzentrisch rüberkommt, aber keine reine Kömödie ist und einen Beitrag zum Thema "Integration" darstellt: denn nur, wenn man sich und seine Herkunft akzeptiert, seine Ängste überwindet und den Dingen folgt, die einem wirklich auf dem Herzen liegen - nur so ist man in der Lage, Verantwortung für sich und Andere zu tragen und sich selbst in der Gesellschaft wiederzufinden. Wie am Ende seines Theaterstückes: Nehmt die Toten mit, der Krieg ist vorbei...alle sind im Innersten gleich, sic transit gloria...der Ruhm vergeht.
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am 15. Januar 2004
‚Rushmore' war für mich eine wirklich große Überraschung! Ich bin damals nur mit in's Kino gegangen, weil ich sowieso gerade nichts Besseres vorhatte- ich hatte vorher noch so rein gar nichts von diesem Film gehört, und unter ‚intelligentem Highschoolfilm konnte ich mir auch nichts vorstellen. Wie auch immer, dieser Film macht einen Heidenspaß, und es wäre mein Pech gewesen, wenn ich ihn verpaßt hätte.
Man kann wahrscheinlich sagen, daß dies ein Highschool-Film ist, schließlich geht es um einen Jungen, der auf der Highschool ist- aber da hören Gemeinsamkeiten mit Filmen wie ‚Eine oder Keine' und wie sie alle heißen auch schon auf. Der Film lebt von seinen hervorragenden Schauspielern (allen vorneweg natürlich Bill Murray- ich bin kein Fan von ihm, aber hier ist er wirklich genial- aber auch die anderen Haupt- und Nebendarsteller brauchen sich keineswegs zu verstecken), gestochen scharfen Dialogen und von seinem stets feinen, teilweise scharfen oder auch schwarzen Humor, der sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Da das Ganze jedoch eher nüchtern als übertrieben gefilmt ist und die Pointen ohne Vorankündigung kommen, kann es durchaus passieren, daß man sich diesen Film anschaut und es einem tatsächlich entgeht, was man für ein Juwel vor der Nase hat- zumindest, wenn man nicht so interessiert dabei ist. Anhänger von Brachialkomödien à la ‚Ey Mann wo ist mein Auto' oder ‚Dumm und Dümmer' sollten von diesem Film bitte die Finger lassen! Jeder andere, der Sinn für feinen und intelligenten Witz hat und etwas skurrile Gestalten mag, wird sich wirklich köstlich amüsieren- mein Wort drauf. Schade nur, daß dieser Film hier in Deutschland nicht so viel Aufmerksamkeit erregt hat, dadurch ist Vielen eine clevere und alles in allem wirklich sehr gute Komödie entgangen.
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am 8. Juni 2012
Obwohl er an der Rushmore Privatschule nichts wirklich auf die Reihe bekommt, ist Max Fischer (Jason Schwartzman) mit seinen 15 Jahren abseits des Lernbetriebs ein Tausendsassa. Er gründet einen Klub nach dem anderen, von der Bienenzüchterei bis zur Dramaturgie. Max ist ein Nerd und Geek in Personalunion, sein Nervfaktor erreicht schwindelerregende Höhen - und dennoch, horcht und sieht man genauer hin, ist er auch liebenswert!

Als die hübsche, verwitwete Lehrerein Rosemary Cross (Olivia Williams) an die Schule kommt, gerät Max' exzentrische, heile Welt in Rushmore endgültig aus den Fugen. Zumal sein ebenso schräger Sponsor, der Stahlmagnat Herman Blume (Bill Murray), ebenfalls sein Herz an die attraktive junge Frau verliert. Es wird herzerfischend geeifert, gerittert, sabotiert und manipuliert.

Was entsteht, ist aber kein billiger Highschool-Klamauk, sondern ein Tohuwabohu mit viel, viel trockenem Humor. Die Handschrift von Wes Anderson ist unverkennbar. "Rushmore" steht in einer Reihe mit seinen ähnlich skurrilen Komödien Die Royal Tenenbaums,Die Tiefseetaucher oder The Darjeeling Limited - allesamt Kunstwerke des absurden Humors.
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am 16. Dezember 2014
Der Film handelt von Max Fisher, einem Zehntklässler an der renommierten Elite-Privatschule Rushmore, die er dank einem Stipendium besuchen kann. Er ist in fast jedem Wahlfach, jedem Verein und jedem Projekt an der Schule Mitglied oder sogar Präsident und als Leiter der Theatergruppe schreibt er ausgefeilte Stücke, die regelmäßig aufgeführt werden. Doch seine schulischen Leistungen sind eine Katastrophe und die Suche nach der großen Liebe gestaltet sich auch nicht gerade erfolgreich. Nachdem Max die Jahresansprache des Industriellen Herman Blume, welcher ein großer Förderer der Schule ist, hört entsteht zwischen Max und dem desillusioniertem, schlechte Familienvater eine Freundschaft, welche mit gegenseitiger Bewunderung beginnt.
Wes Anderson gehört meiner Meinung nach zu den bedeutendsten amerikanischen Regisseuren der Gegenwart und hat es neben beispielsweise Tarantino geschafft einen sehr eigenen Stil zu entwickeln und sich damit vom Mainstream Kino zu distanzieren, trotzdem sind seine Filme immer noch höchst unterhaltsam und auf eine skurille Art und Weise Film für Film ein empfehlenswertes Kleinod.
Während Wes Andersons erster Langspielfilm "Bottle Rocket" gemischte Kritiken empfing und mit einem 1 zu 7 Einnahmen/Ausgaben Verhältnis eine Katastrophe war, konnte er mit Rushmore erstmals ein größeres Publikum erreichen und Stars wie Bill Murray ins Boot holen, er steigerte zwar seinen Bekanntheitsgrad, aber der internationale Durchbruch gelang ihm erst mit seinem dritten Film "The Royal Tenenbaums".
Der 93 Minuten kurze Film ist vorneweg gesagt durch die Komplette Laufzeit absolut unterhaltsam und spannend, man könnte sich sozusagen auch zur leichten Unterhaltung einen Abend hinsetzen und sich diesen Film anschauen.
Doch darüber hinaus glänzt das wunderbare Drehbuch (von Wes Anderson und Owen Wilson) mit wirklich einzigartigen und verschrobenen Charaktären, von denen mir die Hauptfigur Max Fisher (ein 15 Jähriger Schüler, der aus einfachen Verhältnissen kommt und danke eines Stipendiums die Eliteschule "Rushmore" besuchen kann) und der erfolgreiche Unternehmer Hermann Blume (großartig gespielt von Bill Murray), der bei der Erziehung seiner Söhne versagt hat und dem möglicherweise die Scheidung bevorsteht, wodurch er in den Alkoholismus abrutscht und zusehends unberrechenbarer wird.
Da ich vorab nicht zuviel über die Handlung des Films verraten will, kann ich hier leider keine weiteren Ausführungen machen.
Doch viel interessanter ist, was unter der Kruste des clever geschrieben und lustigen Film von Wes Anderson liegt, der Film ist für mich trotz seinem Fokus auf die Schule ein klassischer Adoleszenzfilm, er behandelt typische Themen der Jugend/des Erwachsenwerdens , wie Liebe,Freundschaft, den Schulalltag und die Ausrichtung des eigenen Lebens(Max zu Blume:“Was mein Geheimnis ist? Naja ich denke man muss eine Tätigkeit finden die einen erfüllt und die man liebt und das bis an das Ende seines Lebens tun!“), diese schon oft dargestellten Themen des Jugendfilms geht Rushmore aber deutlich reflektierter als beispielsweise der turbulente Seth Rogen Streifen "Superbad" an.
Als ein weiteres zentrales und eher ernsteres Thema wird der „Krieg um die Liebe“ im Film maßlos übertrieben und gerade daher auch unglaublich unterhaltsam dargestellt, doch der Streifen geht auch hier etwas tiefer, da er die Folgen unerwiderter Zuneigung und gebrochener Herzen , auf seine skurrile Art (keineswegs kitschig ) darstellt.
Abschließend kann ich eine Absolute Kaufempfehlung für fast sämtliche Zielgruppen aussprechen!
Leider konnte mich Amazon Instant Video nicht überzeugen, ich habe mir den Film für 3 Euro in Standard Definition für 48 Stunden ausgeliehen und konnte ihn trotz meiner 16 tausender-Leitung nur mit 3 Unterbrechungen anschauen, was ich für den Preis schon etwas enttäuschend finde…einen Stern Abzug

PS: Das ist meine erste Amazon Rezension, ich hoffe sie ist einigermaßen Lesbar und kann euch weiterhelfen….:)
Punikol
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