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Kundenrezensionen

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am 6. Juni 2006
Schon die erste Auflage des Buches war genial. Alle Informationen zum Antijagdtraining zusammengestellt, die man braucht, wenn man einen Hund hat, der draussen nur eines im Kopf hat: Jagen. Von Schleppleinentraining über Impulskontrolle und viele viele wichtige Tipps und Übungen, um dem Hund gewaltfrei beizubringen, etwas anderes zu tun, als zu jagen. In der zweiten Auflagen nun, noch eine bessere und übersichtlichere Gliederung, Bilder im Text an den richtigen Stellen statt in der Mitte gesammelt und zusätzliche Infos, z.B. zum Training mit 2 Hunden. Ein Buch, dass ins Regal aller Hundehaltern gehört, die ein Jagdproblem haben oder auch von vornherein dieses Problem vermeiden wollen. Meiner Meinung nach das beste Buch zum Thema Anti-Jagdtraining, das es zur Zeit auf dem Markt zu kaufen gibt.
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am 16. August 2007
Bereits seit einem Jahr haben wir den Autoren eine Rezension auf einem ihrer Seminare versprochen, aber der Alltag in unserer Hundeschule ließ es nicht zu, und hier ist sie nun endlich! Das Buch ist einfach nur Spitze und bringt zur Abwechslung nicht nur alte Zöpfe in neuem Gewandt, sondern wirklich neue Ansätze! Das Buch ist sehr gut, weil leicht verständlich geschrieben und einfach strukturiert sowie im Gegensatz zum vergleichbaren Buch aus dem Hause "Animal Learn" auch hundealltagstauglich, was wir jeden Tag in unserer Hundeschule beaobachten können - eine echte Ausnahmeerscheinung! Hervorzuheben sind die neuen Techniken mit der Schleppleine, die außerordentlich gut funktioniert, die Arbeit mit dem Echtfelldummy und der Superschlachtruf. Die Schleppleine wird gerade nicht wie bei dem besagten Buch einfach nur zur Kontrolle dran gemacht, ohne vernünftige Arbeitsanleitung, sondern es wird damit gearbeitet, aber im Unterschied zum bisherigen Einsatz in Form des Zurückziehens, wenn der Hund nicht gehört hat, wartet man bis der Hund wieder ansprechbar bzw. sich auf einen konzentriert und ruft ihn - klappt hervorragend, auch und gerade bei notorischen Jägern, von Husky bis Deutschdrahthaar! Der Echtfelldummy wird als Alternative zum lebenden Etwas bzw. als Jackpot angeboten und damit zusammen hängt der Superschlachtruf, der sozusagen als ultima ratio erst ohne Ablenkung konditioniert wird - mit etwas ganz besonderem, wie frischem Fleisch, etc. - und dann eingesetzt wird, wenn der Hund auf den "normalen" Zuruf hin nicht mehr kommt, einfach toll, wie das bei unserer jagdlich interessierten Huskyhündin und unseren zwei Samojeden bei Rehen, Wildschweinen etc. in Verbindung zusätzlich mit dem Echtfelldummy funktioniert - von den Dutzenden Hunden unserer Hundeschule ganz zu schweigen! Aber nicht nur diese Innovationen, die natürlich für Praktiker bzw. Hundetrainer den Reiz des Buches ausmachen, sondern auch die Basics werden sehr gut und verständlich erläutert. Eine echte Empfehlung für jeden Hundebesitzer, vor allem diejenigen, die einen stark jagdlich interessierten Hund ihr eigen nennen. Und wem das nicht reicht, der sollte das gleichnamige und fast noch bessere Praxisseminar blind buchen - einfach nur fantastisch!
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Anmerkung: Die Rezension bezieht sich auf die 7. Auflage, Ändererungen in neueren Auflagen wurden nicht berücksichtigt. Das Buch von Pia Gröning und Ariane Ullrich ist das derzeit beste auf dem Markt - was aber nicht heißt, dass es das beste AJT bietet. Da die anderen erhältlichen Titel aber deutlich abfallen und teilweise haarsträubende Trainingsanleitungen oder nur Floskeln auf "Das Runde muss ins Eckige"-Niveau zu bieten haben, kann man überhaupt nur das hier rezensierte empfehlen.
Die Übungen sind allesamt mit einer Vielzahl von Hunden der unterschiedlichsten Rassen/Rassemixe erprobt, leicht verständlich erklärt und ebenso leicht in den Alltag zu integrieren.
Die Stärke des hier vorgestellten AJTs ist vielleicht seine Flexibilität: Es empfiehlt sich, das Buch erst einmal ganz durch zu lesen, und sich dann ein oder zwei Übungen heraus zu picken, die Ihnen für Ihren Hund am wichtigsten erscheint, wo schon Grundzüge vorhanden sind, auf die Sie aufbauen können, oder die am leichtesten in Ihren Tagsablauf integrierbar sind. "Steht" Ihre individuelle Basis, bauen Sie eine weitere Übung auf. Trainingserfahrenere Halter können auch parallel an mehreren Signalen arbeiten.

Erfahrungsgemäß braucht nicht jeder Hund alle aufgeführten Übungen und Signale - man kann sich das Trainingsprogramm sehr individuell auf die eigenen und die Bedürfnisse seines Hundes zusammenstellen. Da ausführlich erläutert wird, wie Lernen funktioniert, ist der Leser auch in der Lage, einzelne Übungen zu individualisieren.

Dazu noch eine Anmerkung: obwohl genau erklärt wird, wie Lernen funktioniert, sollten Leser, die ihre Hunde weitgehend ohne Strafe ausbilden wollen, jeden Übungsaufbau genau daraufhin untersuchen, mithilfe welchen Quadrantens der operanten Konditionierung der Lerntheorie die jeweilige Übung tatsächlich aufgebaut wird. Denn auch wenn Methoden sich "gar nicht so schlimm" anhören oder auf den ersten Blick "positiv aufgebaut" erscheinen, sind sie es eben doch nicht immer. So kann sich Bestrafung - auch positive Bestrafung - ins Training einschleichen, auch wenn man darauf verzichten wollte.

Wenn der Leser lernt, seinen Hund und sein Jagdverhalten frühzeitig an seiner Körpersprache zu erkennen, wird er in die Lage versetzt, je nach Situation zu entscheiden, ob der Hund freilaufen kann oder lieber angeleint werden sollte. Sämtliche Hilfsmittel müssen als solche behandelt werden, und dürfen nicht als "Durchsetzungszwangsmittel" eingesetzt werden - z.B. dient die Schleppleine nur dazu, dass der Hund nicht "durchgehen" kann, wird aber nicht dazu eingesetzt, "Kommandos durchzusetzen". Auch sollte man nicht an der Leine ziehen (auch nicht "nur ein paar Zentimeter"!!) um den Hund dazu zu bringen, sich nicht in die Leine zu lehnen. Argumente wie "er soll keinen Raum nach vorne gewinnen" sind nur Verschleierung der Tatsache, dass es sich dabei um eine nicht angekündigte Strafe handelt.
Vorgestellt werden auch Ersatzbeschäftigungen. Dabei muss man als Halter bei der Auswahl unbedingt darauf achten, dass die Beschäftigung den Interessen und der Motivation der "Jagdgeier" angepasst sind, dass der Hund diese Beschäftigung in seinem Tempo ausführen kann, und dass diese Beschäftigung den Hund nicht noch zusätzlich frustriert, weil er auch dabei zurückgehalten wird, oder viel Impulskontrolle erforderlich ist.

Ein weiterer Punkt auf den hingewiesen wird ist, dass nicht stumpf immer nur mit Leckerchen belohnt werden soll. Alternativ werden Spielzeugbelohnungen behandelt. Wirkliche funktionale oder Premack-Bestärker kommen aber wenn nur sehr am Rande vor und werden auch nicht näher erläutert, wie sie aufgebaut und eingesetzt werden. Hier entgehen dem Leser die wirklich effektiven Bestärkungsmöglichkeiten.

Weiterer zentraler Punkt ist der Superschlachtruf, der zunächst ohne Ablenkung auf einen auf den individuellen Hund abzustimmenden Superjackpot konditioniert wird, und nur eingesetzt wird, wenn der Hund auf das "normalen" Rückrufsignal nicht reagiert. Ich persönlich verwende und lehre den SSR nicht mehr, weil dieser gegenüber dem Doppelten Rückruf wesentliche Nachteile hat (er darf nur selten eingesetzt werden, weil sich sonst sie Wertigkeit des Bestärkers abnutzt. Man MUSS IMMER die Superbelohnung zur Verfügung haben, weil sich sonst die notwendige Verknüpfung zwischen Befehl und Verstärker auflöst. Man muss immer erst überlegen: ist das jetzt eine Situation, in der ich den SSR anwenden darf...)

Was ich auch überhaupt nicht anwende und lehre ist das "Schade"-Signal. Das ist ein über Frust (= Bestrafung) aufgebautes Abbruchsignal, dass nach meiner Meinung überflüssig ist und Nebenwirkungen hat, die ich nicht riskieren werde.

Viele andere hier genannte Verhalten baue ich auch auf, teilweise mit einem ganz anderen Aufbau.

Ganz anders setze ich alles ein und um, was unter "Impulskontroll-Übungen" fällt. Die meisten halte ich für überflüssig, viele baue ich durch shapen extrem kleinschrittig und ausschließlich in den Situationen auf, in der der Hund die SK benötig. Ich übe IK nicht an Futter. Der Hund soll IK an WILD zeigen. Wenn er es an Futter kann, bedeutet das nicht, dass er es an Wild kann - es ist auch keine Vorstufe davon. Wer dazu nähere Informationen haben möchte, dem sei das Buch zur Hyperaktivität bei Hunden von Maria Hense ans Herz gelegt.
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am 25. Januar 2010
Bei meinem Hund kam ich mit diesem Buch keinen einzigen Schritt weiter und das, obwohl ich Monatelang konsequent damit gearbeitet habe. Irgendwann verzweifelte ich schließlich, weil einfach NICHTS klappte und stellte das Buch ins Regal. Es stehen gute Ansätze drin, aber die Umsetzung ist für mich und meinen Hund absolut ungeeignet. Es geht hauptsächlich um Aufmerksamkeit, aber die erreiche ich bei meinem Hund definitiv nicht mit einem Stück Fleischwurst. Und wie soll ich denn beispielsweise einen "Superschlachtruf" mit "Superleckerchen" einführen, wenn mein Hund sich draußen noch nicht mal für gebratene Kalbsleberwurst im Speckmantel interessiert?
Ich hatte erst Erfolg, als ich mit einer Trainerin gearbeitet habe. Zwar waren die Zielsetzungen ähnlich, aber ich bin einen anderen Weg gegangen. Nach 2 Monaten war dann endlich der ersehnte Freilauf möglich. Hätte ich das vorher gewusst hätte ich mir die monatelange Verzweiflung ersparen können.
Nichts für jederhund!
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am 8. Juli 2013
Dies ist das interessanteste der ca. 100 Hunde-Bücher, die ich im Laufe der letzten 10 Jahre in der Hand hielt! Wenn 10 Sternchen vergeben werden könnten, würde ich 10 vergeben. Es erfüllt alle meine Erwartungen: sachlich, informitv, verständlich, ohne zu viele nette bunte Bildchen, ohne zuviel nettem Bla-Bla. Eine Unmenge von Trainingstipps, alle stufenartig (ein Schritt auf den andern aufbauend) dargestellt und beschrieben. Und immer wird differenziert, was für welchen Hundetyp passen könnte. Auch darüber hinaus, neben den Übungen: eine Unmenge praktischer Informaitionen zur Beeinflußbarkeit meines Hundes. Dies Buch empfehle ich sogar jedem Hundehalter, egal ob er ein Jagdproblem hat oder nicht. Es hilft, Hunde auszulasten, zu verstehen, dort in den Griff zu bekommen, wo sie ein Verhalten zeigen, das ich abstellen (verändern) will / muss.
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am 22. August 2006
Einfach toll.... Diese Buch ist super geschrieben. Es erfordert jedoch viel Arbeit mit dem Hund, aber es lohnt sich. Meine Hündin hat einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb. Durch die Tip`s und einzelne Schritte ist es mir inzwischen gelungen, daß ich meine Hündin zu 80 % frei laufen lassen kann (auf Feld und Wiesen) ohne das Sie allem nachrennt was sich bewegt... am Waldrand und im Wald arbeiten wir noch mit der Schleppleine... aber auch hier sehe ich schon Fortschritte... Ich kann das Buch nur empfehlen für alle Hundebesitzer oder -besitzerinen die auch schon am verzweifeln waren, weil Ihr vierbeiniger Freund ständig seinen Jagd- und Beutetrieb nachgingen...
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am 3. März 2015
...finde ich. Konsequent umgesetzt hilft es sehr, den Hund wieder auf die "richtige" spur zu bringen ;-)
sprich von der Spur loszukommen. Sehr gut beschrieben, wie das Jagdverhalten entsteht, was für einen sinn es hat für den jeweiligen Hund - das es unterschiedliche Typen gibt, die aus sehr verschiedenen Gründen ab und an oder öfter abhanden kommen; aber auch, wie man es gar nicht erst entstehen lässt - z.B. beim nächsten Hund....denn man kauft dieses Buch ja nicht ohne Grund. Auch sehr "Besitzerfreundlich" - das gibt es ja auch nicht immer. Hier werden keine Dogmen benutzt, Lösungs-Rezepte verfasst oder der einzige Erziehungsweg präsentiert. Es werden stattdessen Alternativen für Hund und Halter gegeben, um als Team zusammen spannenderes zu finden, als sich seine Beschäftigung selbst zu suchen.
Ich kann damit sehr viel anfangen, seit mein junger Hütehund das erstemal mit einer Freundin zusammen Rehe suchen und hetzen ging und von da an im Wald nur noch fiepte und suchte wie eine Süchtige um den Kick wieder zu bekommen- sie wird langsam wieder gelassener. :-)
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am 31. Juli 2013
Nicht selten werden Hundehalter durch die Jagdmotivation ihrer Hunde vor große Herausforderungen gestellt. Außerdem gibt es leider noch heute viele Methoden, mit denen den Hunden das Jagdverhalten „ausgetrieben“ werden soll und die obendrein alles andere als tierschutzgerecht und fair gegenüber Hund und Mensch sind – besonders wenn man bedenkt, dass das Jagdverhalten zum normalen Verhaltensrepertoire eines Hundes gehört.

Doch es geht auch anders! Das zeigen Pia Gröning und Ariane Ulrich mit ihrem Buch „Antijagdtraining“, das mittlerweile mehrfach überarbeitet in der 8. Auflage im Mensch-Hund-Verlag erscheint. Bereits im Vorwort von Dr. Martin Pietralla wird deutlich, dass es in diesem Buch nicht darum geht, dem Hund das Jagen einfach zu verbieten oder es ihm durch Strafen zu verleiden, sondern vielmehr eine sichere Kontrolle des Hundes auch in Gegenwart von Jagdauslösern durch Training auf Basis positiver Verstärkung zu erreichen. Gemäß dem Motto „Sie müssen wissen, was Ihr Hund tun soll. Es reicht nicht, zu wissen, was er nicht tun soll!“ zeigt es dem interessierten Hundehalter, wie er strukturiert an diesem schwierigen und zugleich interessanten Thema in der Hundeerziehung arbeiten kann.
“Antijagdtraining” ist ein Arbeitsbuch, das diesen Untertitel wirklich verdient hat.

Nach einer kurzen Einführung in das Jagdverhalten der Hunde und den nötigsten Informationen zum Grundverständnis der Lerntheorie gehen die Autorinnen sehr schnell zur Praxis über und geben detaillierte Anleitungen zur gemeinsamen Arbeit mit dem Hund in den verschiedenen Bereichen Schleppleinentraining, Basistraining, Kontrolle am Wild und alternative Aufgaben.
Der Aufbau der einzelnen Übungen ist dabei immer durchdacht und strukturiert, ein Trainingsplan am Ende des Buches bringt die einzelnen Übungsbereiche in eine sinnvolle Reihenfolge. Natürlich nicht ohne den Hinweis, dass jedes Mensch-Hund-Team individuelle Besonderheiten hat, an die – nicht nur der Trainingsplan, sondern auch die einzelnen Übungen – immer angepasst werden sollten. Hierfür zeigen die Autorinnen im Laufe des Buches immer wieder alternative Wege auf, die dem mitdenkenden Leser eine individuelle Anpassung des eigenen Trainings ermöglichen.
Besonders gut gefallen mir die praktischen Tabellen am Ende des Buches, die zusätzlich im Internet zum Download zur Verfügung stehen und ebenfalls das Training unterstützen. Hier findet man unter anderem eine Belohnungsliste, eine Blickkontaktliste, sowie eine Generalisierungsskala.
Neben den genannten Bereichen widmet sich das Buch auch der Prävention und dem Training mit zwei Hunden. Alle Kapitel sind sehr verständlich geschrieben und die Autorinnen vermitteln einen realistischen, bodenständigen Blick auf das Training mit einem jagdlich ambitionierten Hund. Dabei werden wissenschaftlich fundierte Kenntnisse „gebrauchsfertig“ verpackt und in die Praxis übertragen, so dass das Buch zu keinem Zeitpunkt trocken oder theoretisch erscheint und der Leser sich jederzeit verstanden und mit einbezogen fühlt: Aus der Praxis, für die Praxis!
Weder den moralisch erhobenen Zeigefinger, noch Seitenhiebe auf andere Bücher oder Autoren werden Sie in diesem Buch finden – dafür aber Comics von Heinz Gundel, die gute Laune machen.

Meiner Meinung nach ist dieses Arbeitsbuch ein Muss für alle Hundehalter, die einen Jagdhund oder einen jagenden Hund Ihr Eigen nennen dürfen und das schwierige Thema Jagdverhalten angehen möchten – mit dem Hund, nicht gegen ihn! Ein echter Easy Dogs-Insidertipp!

Rezension von Vanessa Schäfer für Easy Dogs, www.Easy-Dogs.net

Nachgehakt – von Ulrike Seumel:
Ich persönlich habe in der Praxis mit Impulskontrollübungen, wie Sie diese im Kapitel Basistraining finden, nur wenige Erfolge im Antijagdtraining erzielt und konnte auch ein paar Nebenwirkungen im Training feststellen.
Die beschriebenen Impulskontrollübungen richten sich nicht an jagdliche Auslöser, so dass der Hund nicht lernt, sich mit diesen Auslöser auseinander zu setzen, d.h. zum Beispiel stehen zu bleiben und die Bewegung von Rehen nur mit den Augen zu verfolgen. Ein Hund lernt in diesen Fällen seine Impulse nicht im Bezug auf jagdliche Auslöser zu kontrollieren und viele Hunde werden die Übungen nicht in den jagdlichen Bereich übertragen können.
Zudem ziehen solche Übungen außerhalb des jagdlichen Kontextes dem Hund viel Impulskontrolle ab.

Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass Impulskontrolle eine endliche Ressource des Gehirns ist und damit dem Hund nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Ist die tägliche Menge an Impulskontrolle aufgebraucht, muss diese wieder während der Schlafphasen aufgefüllt werden. Auch wir Menschen verfügen nicht im unbegrenzten Maß an Impulskontrolle - wie oft wünscht man sich die Tafelschokolade liegen zu lassen und schafft es nach einem anstrengenden Tag dennoch nicht. Ohne dieses Wissen könnten zu viele dieser Impulskontrollübungen zu Trainingsmisserfolgen und damit zu Frustration beim Hundehalter führen.
Die Impulskontrollübung dem Hund nach einem kurzen und sehr wilden Spiel das Spielzeug wegzunehmen und zu verstecken, halte ich für sehr kontraproduktiv. Der Hund verknüpft mit Spielzeug in solchen Fällen ein sehr hohes Erregungsniveau, da sein sowieso schon hohes Erregungsniveau aufgrund der erlebten Frustration noch weiter ansteigen wird. So genannte “Ball-Junkies” beginnen ihre Karriere meist durch solche Erfahrungen. Das aufgrund der Frustration weiter ansteigende Erregungsniveau könnte auch zum Auftreten von unerwünschten Verhalten wie zum Beispiel übermäßigen Bellen beitragen. Sollte Ihr Hund Spielzeug als hochwertige Ressource ansehen und dieses verteidigen, dann bitte ich Sie, diese Übung nicht durchzuführen und mit Hilfe eines passenden Hundetrainers erst an der Ressourcenverteidigung zu arbeiten.

Ebenfalls problematisch ist, dass diese Übungen sehr viel Impulskontrolle abziehen in Situationen, in denen Impulskontrolle gar nicht immer unbedingt notwendig wäre. Hunde, die jagdlich sehr ambitioniert sind, müssen oft und sehr lange an der Schleppleine laufen, was bereits einen großen Anteil an Impulskontrolle “verbraucht”, denn die Leine schränkt die Bewegungsfreiheit des Hundes ein. Zudem haben viele Hunde, die Jagdverhalten zeigen, oft auch noch zusätzlich Auslöser für aus menschlicher Sicht unerwünschte Verhaltensweisen. Auch für diese Auslöser benötigt der Hund seine Impulskontrolle. Da die Übungen im Buch Frustration beim Hund auslösen können und dadurch das Erregungsniveau ansteigt, kann Aggressionsverhalten wahrscheinlicher werden.
Auch ein Übermaß an Antijagdtraining kann ein Türöffner für Aggressionsverhalten sein, da der Hund seinen kompletten Vorrat an Impulskontrolle für jagdliche Auslöser “verbraucht”. Ein durchdachtes und gut strukturiertes Training kann zu einem gesunden Mittelmaß beitragen und damit unerwünschten Nebenwirkungen vorbeugen.
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am 27. Dezember 2014
Dies ist eines der besten Hundebücher die ich gelesen habe, und hat mir bei der Erziehung sehr geholfen.
Das Buch heißt zwar "nur" Antijagdtraining, aber durch die Übungen hat sich die Aufmerksamkeit, die Leinenführigkeit, und das gesamte Verhalten meines Hundes sehr verändert.
Dank diesem Buch habe ich einiges an Aufmerksamkeit von meinem Hund dazugewonnen, die Blickkontakte sind mehr geworden, und er lässt sich viel besser abrufen.
( Mein Hund ist ein Border-Mix, 1 3/4 Jahre alt, hat seinen eigenen Kopf, lässt sich sehr leicht ablenken und ist mit allen Sinnen sehr! an seiner Umwelt interessiert, Frauchen ist nebensache).
Es ist übersichtlich, gut gegliedert, und die Übungen sind verständlich.
Man kennt seinen Hund selbst am besten, und kann sich die Übungen raussuchen die einen weiterbringen.
Es ist nicht alles auf einen "Typ" Hund zugeschnitten, sie gibt viele verschiedene Tipps je nach Charakter des Hundes.
Sie schreibt offen und ehrlich und schmiert einem keinen Honig um den Mund; wenn man einen "Jäger" hat, muß man damit leben - man kann das Jagdverhalten meist nicht ganz unterbinden, aber umlenken.
Das Buch ist für mich eine Bereicherung!
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am 18. Januar 2014
Habe das Buch nun seit 2 Wochen. Es ist sehr neutral geschrieben und vereinigt genau den Trainingsstiel den ich in der Hundeschule gelernt habe. Es geht hier nicht nur um Jagdtraining sondern komplett um das Laufen an der Leine, Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund, Rückblick des Hundes Elektrohalsbänder (sehr ausführlich und absolut logisch erklärt).
Eigentlich braucht man nur dieses Buch, da es wirklich die Probleme auf den Punkt bringt. Wer schon die Grundlagen Sitz, Platz, Hier vom Welpenkurs einigermaßen beherrscht findet hier einen tollen Aufbau und ein harmonisches Laufen mit und ohne Leine.
Absolute Kaufempfehlung ist schon untertrieben.....eher ein must have
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