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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
3
Lizenz zum Bouldern
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:23,95 €+ Versandkostenfrei

am 23. Oktober 2016
"Lizenz zum Bouldern" ist nach eigener Beschreibung ein "bildbasiertes", "nichtlineares" Buch, das "inspirieren" und "neue Tricks" zur Klettertechnik zeigen soll.
*bildbasiert: Das Buch besteht in der Tat fast ausschließlich aus bebilderten Seiten. Diese sind allerdings zu etwa 3/4 in schwarz-weiß und oftmals grenzwertiger Qualität - vielleicht soll es auch eine künstlerische Bearbeitung sein? Die dazwischengestreuten Textpassagen reichen von kurzen Bildunterschriften bis zu längeren Berichten oder Interviews und sind in meist unangenehm kleiner Schrift in einem Layout angeordnet, das oft an eine Schülerzeitung erinnert. Dies wird auch durch den offensichtlichen Verzicht auf ein gründliches Lektorat unterstützt.
*nichtlinear: "nichtlinear" ist hierbei als Euphemismus für eine weitestgehend unstrukturierte Anordnungen einzelner Themenfelder zu verstehen. Viele Aspekte werden angesprochen, meist jedoch nur oberflächlich erwähnt oder mit sehr uneinheitlicher Tiefe behandelt. Die zwischengeschalteten Interviews enthalten meist die üblichen magnesiageschwängerten Ergüsse.
*inspirieren: inspirierend sind einige der besseren Bilder in der Tat. Inwieweit das für die Kommentare der interviewten Boulderer gilt, mag jeder selbst entscheiden. Wen allerdings stark vereinfachte Sportlehrerphysik begeistert, der kann sich an seitenweisen Herleitungen von banalen Kletterweisheiten erfreuen.
*neue Klettertechniken: immer noch auf ein Quentchen Erkenntnisgewinn hoffend, habe ich das gesamte Buch durchgelesen. Leider müssen die fortgeschrittenen Klettertechniken vermutlich aus den unsäglichen unscharfen Bildsequenzen vergangener Boulderwettkämpfe extrahiert werden. Während man hier den Stolz des Autors gleich im Vorwort serviert bekommt, dies wohl noch mit analoger Technik bewerkstelligt zu haben, erschloss sich mir der Nutzen dieser Bildfolgen nicht: Bildqualität ist oft dürftig, meist ist die Vergleichbarkeit durch unterschiedliche Bildausschnitte oder Vergrößerungsstufen zusätzlich erschwert. Die Lektüre dieser Passagen ist dann etwa so spannend wie Dressurreiten.

Fazit: Wer wirklich schon alle andere Kletterlektüre kennt und die aktuellen Klettermagazine ausgelesen hat, könnte dieses Buch lesen.
Muss er aber auch nicht.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 21. Juli 2013
Ich, du, er, sie, es bouldert. Wir, ihr, sie wissen: Bouldern, das ist eine gute Sache. Mehr, wenn überhaupt, braucht man im Allgemeinen nicht zu wissen. Tun kann man es auch so. Wenn man sich (und vor allem andere) darüber vergewissert, worum's bei der Boulder-Sache eigentlich geht, reichen meist ein paar erprobte Schlagworte, die man mittlerweile auch in Freizeit- Führern allerorts findet - und schon fabriziert sich, wie von selbst, ein nettes Bild. Ist auch gut so.

Was aber, wenn man es ein wenig genauer wissen will, sich vornimmt in die Tiefe zu gehen und über das Phänomen Bouldern etwas zu sagen, was sich von der Ebene der Stereotypen abhebt: dann schreibt man, wie Udo "Udini" Neumann, ein Buch darüber. Dass dieses "Lizenz zum Bouldern" getauft wurde, ist im Anschluss an ein anderes Neumann'sches Werk, "Lizenz zum Klettern", nachvollziehbar. Dass es auch in diesem Werk nicht um schön reden geht, sondern um die Vermittlung von Substanziellem, ist selbstverständlich. Die Prise Wissenschaftlichkeit ist dabei wohl dosiert. Trainingsfibel ist "Lizenz zum Bouldern" jedoch genau so wenig, wie ein anderes Werk des Grande Udini, "Der XI. Grad". Was die beiden gemein haben ist aber die Suggestivität - übermittelt durch spaßige Layouts und Graphiken; intelligente, lustige, aber keineswegs besserwisserische Texte, die die Fingerkuppen feucht werden lässt.

Je mehr Seiten man durchblättert, umso mehr will man erfahren, umso mehr es tun, das Bouldern.

Absolutes Novum sind die aufwendig gestalteten Videoanalysen diverser Boulder- Weltcups. Klingt fad, ist aber extrem interessant mitzuverfolgen, wie's die Leute machen, die wissen, wie's zu machen ist. Die nebenbei laufenden Analysen sind sehr erhellend, ihnen darf vollends glauben geschenkt werden: Als Trainer des DAV- Bouldernationalkaders weiß er, wovon er spricht.

Fazit: geniales Werk im unverwechselbaren Udini-Style, das auf jede Toilette gehört, am besten genau neben das neueste CLIMAX. Schnell auf udini.com surfen und bestellen!

--- CLIMAX 01/10
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 21. Juli 2013
Ein Lehrbuch, das eher eine Lektion ist. Udo Neumann gelingt ein großer Wurf über kleine Unterschiede

Seit seinem Riesenerfolg "Lizenz zum Klettern" gilt er als Siegmund Freud des Klettern, nun schickt sich Udo Neumann an, auch Albert Uderzo und Wim Wenders nachzueifern. "Visuellen Typen sagt ein Bild mehr als ein ganzer Klettertechnikroman", schreibt er im Vorwort.

In der Tat, dieses Buch ist manchmal Comic, manchmal wäre es gerne Kino. Fotos, Fotos, Fotos, oft in Highspeed-Sequenzen, Texte meist nur als Bildzeilen, dazu "Mindmaps", die Zusammenhänge veranschaulichen. Das Buch ist nicht-linear konzipiert, man muss sich also nicht von vorne "durchlesen".

Auch in anderer Hinsicht ist "Lizenz zum Bouldern" kein normales Lehrbuch. Zum einen, weil es ein gewisses Niveau an Klettertechnik, -können und -theorie voraussetzt. Wer die Grundlagen zu Trainingslehre und Technik habe möchte, muss "Lizenz zum Klettern" kaufen. Zum anderen, weil hier mitgedacht werden muss. "Lizenz zum Bouldern" ist anders, ein interaktives Lehrstück, ein Augenöffner, der vermeintliche Kleinigkeiten ins Visier nimmt: wenn Udo anhand von Bildfolgen erklärt, wie Akiyo Noguchi beim Weltcup durch den Wechsel von Heel- auf Toehook den Körperschwerpunkt leicht verändert, was anschließend das entschiedene Bisschen vom Schwung wegnimmt, wenn eine Schulterposition als "Masseunterpfand" dient oder wenn er den Einfluss des Körperschwerpunktes in physikalischen Formeln durchrechnet. Das alles ist verdammt nah dran am Puls des Spitzenboulderns, dazu spritzig verpackt. Beim Bouldern gilt: Wer sich nicht intensiv mit Details und Nuancen beschäftigen mag, kommt nicht weit und bringt sich um das Beste am Bouldern.

Hier gilt: Wer sich nicht mit diesem Buch auseinandersetzen mag, bringt sich um das Beste übers Bouldern.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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