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Knockemstiff
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:18,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 8. Juni 2015
Im Nirgendwo von Ohio liegt Knockemstiff, eine kleine Gemeinde, seit den 30er Jahren angefüllt mit schrägen Gestalten.

Drogen, Gewalt, Rassismus, Inzest, Mord und Einsamkeit - in verschiedenen Kombination verknüpft Pollock diese Bausteine mit der Geschichte der Einwohner und der Gemeinde selbst. Die einzelnen Geschichten sind eher lose verknüpft, Familienstränge tauchen wiederholt auf, auch einzelne Gegenstände.

Insgesamt ein Buch ohne Hoffnungsschimmer, es liest sich eher wie ein Gruselschocker, nur sind es statt Zombies oder anderen Monstern "Joe Averages", die sich selbst und ihrer Umgebung in dem Nest das Leben zur Hölle machen.
Nicht für den entspannten Leseabend, aber auf jeden Fall fesselt es von Anfang bis Ende und geht unter die Haut.

Kleine Nebengeschichte: Knockemstiff gibt es wirklich, laut Wikipedia eine Geisterstadt in dem County, aus dem der Autor stammt.
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am 9. April 2018
"An dem Abend war es heißer als im Schlitz einer dicken Frau..." - in dem Stil geht es weiter.
Obszön, zotig, billig, pornografisch, Gossenniveau, abartige Menschen in Serie.
Ein ganzes Buch über Abschaum, aus der Perspektive des Abschaums.
Wer braucht so etwas? Und da es in einer amerikanischen Kleinstadt spielt: Sind die da alles so?
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am 27. September 2013
Diese an der Vorlage von Sherwood Andersons Klassiker „Winesberg, Ohio“ orientierte Komposition von Stories offenbart die düstere Seite der amerikanischen Freiheit, nämlich jene, in Regionen absterbender Zivilisation zu degenerieren und seelisch abzusterben. Das liest sich so grausig, weil es realistisch und folgerichtig erscheint. Wo die Gemeinschaft als soziokulturelles Wesen scheitert, da gerät der Mensch als „vereinzelter Einzelner“ in den Albtraum. Nur wird das hier nicht dokumentiert, sondern zu einem erstklassigen literarischen, zweifellos weltliterarischen Ereignis. Der extreme Stoff kommt der deftigen Gestaltungsweise des Autors entgegen. Nichts, was er beschreibt, ist belanglos, während die gegenwärtige „urbane“ Short-Story in Deutschland leider oft nur Befindlichkeiten zu bieten hat. Bei Pollock erscheint hingegen alles existentiell.
In Knockemstiff funktionieren nur noch der Dollar, der Minimalkonsum und die Drogen. In den rostigen Trailern und verkommenen Häusern regiert archaische Brutalität, gepaart mit einem aller Scham entkleideten Sexualtrieb, der kaum mehr mit „Libido“ zu tun hat. Übrig bleibt schweigende Verzweiflung. All die von ihr befeuerten Sehnsüchte unterstreichen in ihrer Unerfüllbarkeit nur die Ausweglosigkeit. Alle sitzen sie „in der Senke“, der Niederung von Knockemstiff, fest. In der Falle! Was sie sich wünschten, blieb unerfüllt, also werden grausig-schöne Scheinwelten generiert. Schwach und verlassen sind alle; aber jene, die noch über eine leidlich funktionierende Physis verfügen, suchen hart abzugreifen, was sie für einen kurzen Kick brauchen. Jedoch bleiben auch sie letztlich unbefriedigt zurück. Was bleibt überhaupt? – Ekel, Hilflosigkeit, Krankheit. Alle haben alles verloren, aber Exklusion wäre ein Euphemismus für diesen finalen Endzustand. Sie verstoffwechseln Junk-Food, büßten dadurch jede körperliche Kontur ein, verödeten sich das Hirn mit Giften; und dennoch vegetiert da ein Ich in ihrem Körper, das sie mit Schamgefühlen quält..
Häufig schreibt der Autor aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen, weil sie schutzlos besonders traumatisch getroffen werden. Daß das Böse eine Konstante im Menschlichen darstellt, ist eine Erfahrung, die zum Leben gehört; in „Knockemstiff“ aber schwingt das Böse das Szepter. Man stellt es sich geradezu wie von einem modernen Alfred Kubin illustriert vor. Und man ist froh, wenn es vorbei ist. Aber sicher darin, ganz große Literatur und eine düstere Fortschrift zu Sherwood Anderson und William Faulkner gelesen zu haben. Ersterer spielt in „Winesburg, Ohio“ noch mit subtilem Humor. Der aber ist bei Pollock gar nicht am Platze. Nur Bitternis. Gut, eine Ausnahme: Zwar ebenfalls bitter, aber ich las die charmanteste Geschichte über die Demenz eines alten Mannes … –
Stünde man in Knockemstiff, man wollte sogleich fort. Aber vermutlich käme kein Bus. Alle Handelnden wollen weg, außer jene, die von der düsteren Gravitation „der Senke“ wie festgehalten sind. Aber keiner schafft es, sich zu retten. Und die Hölle sind wieder mal – immer die anderen. Manchen gelingt eine Art Flucht, aber gerade die bringt sie um, woanders ebenso elendig, wie es ihnen in der traurigen Heimat beschieden schien.
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am 26. September 2016
Knockemstiff, Ohio, ist ein ödes Kaff irgendwo im Mittleren Westen der USA. Hier leben dumpfe Hinterwäldler und schräge Außenseiter eher schlecht als recht. Der 1954 geborene Autor Donald Ray Pollock, er war selbst 30 Jahre lang in dem tristen Nest in einer Papiermühle tätig, erzählt in seinem Romandebüt „Knockemstiff“ von den Zuständen in seiner durchgeknallten Heimatstadt. In diversen Erzählungen schildert er eine gänzlich verrohte Welt, es gibt viel Gewalt und tiefe Abgründe. Säufer, Schläger, Mörder und Trinker geben sich hier die Klinke in die Hand, Lug und Trug auf Schritt und Tritt. Moral gibt‘s anderswo. Der Autor schreibt auch über die Sehnsucht seiner emotional beschädigten Figuren nach Liebe. Sie bekommen sie nur nicht, nirgends. Donald Ray Pollock ist ein begnadeter Stilist, er schreibt meisterhaft. Sein düsteres Gesellschaftspanorama ist dringend zur Lektüre empfehlen.
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am 7. September 2015
Ich bin ein riesen Fan von Pollock. Doch nach "Das Handwerk der Teufels" war ich von diesem Buch ein wenig gelangweilt. Polloch schreibt auch hier beeindruckend - dennoch wiederholen die einzelnen Geschichten immer wieder die selben Themen, es geht immer nur um Sex und Gewalt. Trotzdem natürlich lesenswert!
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am 9. März 2017
Der 1. Pollock, aber habe ich als letztes von 3 von ihm gelesen.
Extrem gute Kurzgeschichten aus dem mir mittlerweile vertrauten südlichen Ohio. Besonders die mit dem Bodybuilder hat mich total geflasht. Mir fehlen leider die Worte hier.
Hoffentlich schreibt Hr. Pollock noch viele viele Bücher!!!!
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am 9. Juni 2017
...fande ich dieses Buch klasse! Es liest sich mehr wie ein Roman, weil es in einem kleinen Kaff spielt und alle Leute untereinander auf eine Art verwoben sind. Mir gefällt der Stil. Alles auf den Punkt und teilweise komisch. Keine Schenkelklopfer, aber zum Schmunzeln. Wer keine Kurzgeschichten mag, sollte dieses Buch lesen.
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am 20. September 2015
Wer sich -wie ich-für das 'andere' Amerika interessiert, das der Armut und der Gewalt wird hier bestens bedient. Für mich ein grosses Buch, das erschüttert
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Juni 2016
In einem Monat, im Juli 2016, erscheint Pollocks neuer Roman "Die himmlische Tafel" und das ist für mich der Grund, endlich seinen Debütroman aus dem Jahr 2008 zu lesen. Eigentlich ist es kein Roman im herkömmlichen Sinne sondern mehrere Kurzgeschichten die als Dreh- und Angelpunkt den Ort Knockemstiff, der im US Bundesstaat Ohio liegt, haben und lose miteinander verbunden sind.

Der Schriftsteller Donald Ray Pollock ist eine starke Stimme aus dem Sub-Genre des amerikanischen Country Noir. Er erzählt pechschwarze Geschichten aus der verarmten Gesellschaftsschicht in Amerika. Von Menschen die durch alle sozialen Netze, die in diesem erzkapitalistischen Land eh kaum vorhanden sind, gefallen sind und denen anscheinend ein Grossteil an humanen Verhalten abhanden gekommen ist. Alkohol, Drogen, Gewalt und Inzest sind in diesem archaischen Fleckchen Erde, an dem sich Recht und Ordnung anscheinend auf nimmer wiedersehen verabschiedet haben, an der Tagesordnung. Zumindest pickt der Autor genau diese Elendsgeschichten heraus und erzählt sie in diesem Buch und hält der zivilisierten Gesellschaft einen Spiegel vor von Menschen, die alles verloren haben und nach ihren eigenen Regeln leben.

Als Leser will man weg von diesem hoffnungslosen Ort namens Knockemstiff aber man ist so gebannt vom klebrigen Inhalt, dass man die episodenhaften Kurzgeschichten bin zum Schluss liest. Es ist wie bei einem Unglücksfall, man hält inne, schaut gebannt hin obwohl man weiss, dass man eigentlich seines Weges gehen soll. Diese Anziehungskraft ist unter anderem dem verdichteten Erzählstil geschuldet. Reduziert auf das Wesentliche aber voller emotionaler Wucht. Der Autor piesackt die Leser mit seinem vernichtenden Psychogramm über Land und Leute einer anscheinend gottverlassenen Kleinstadt bis diese nach Transzendenz und Erlösung vom morbiden Pessimismus dieses Buches lechzen. Es ist dreckige Literatur voller kaputter Figuren die sich zielgerichtet auf den Abgrund bewegen aber verrückter Weise und trotz aller verstörender Düsternis dennoch sehr lesenswert. Auf seine ganz spezielle Art und Weise. Und wohl nur für Leser geeignet, die Country Noir Romane mögen.
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am 31. Juli 2013
Ich habe dieses Buch zügig durchgelesen, also ohne größere Pausen, es fesselt schon. Allerdings muß man dazu sagen, das sich die Geschichten wirklich komplett im Umfeld des "cheap white Trailer-Trash" der USA bewegen, was auf die Dauer fast zu einem "Gewöhnungseffekt" im Bezug auf die dargestellte Rohheit und Brutalität führt. Aber insgesamt war es doch gut zu lesen und hat Eindruck hinterlassen.
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