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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
10
Polen 1939: Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:8,50 €+ 1,09 € Versandkosten


am 19. Juli 2015
... für ideologisch Unverbohrte. Auffällig, wieviel Geschichte uns Deutschen immer noch durch WEGlassen vorenthalten wird. Bei mir begann die Suche nach dem wie kam es mal dazu mit den Offenbarungen in Heinrich Brünings Memoiren. Über dessen Fußnoten begann die Entdeckungsreise zu unseren so gern vergessenen, schreibenden Vorfahren. Das war mir aufschlussreicher als zum Beispiel "Die Schlafwandler". Differenzierung gibt es schon so viel länger. Eine mühevolle Vervollständigung, die fassungslos und wütend macht, je mehr man merkt, wie wir durch dieses Weglassen manipuliert wurden und werden. Dieses kleine Büchlein leistet einen spannend zu lesenden Baustein dafür, dass wir das jeden Tag ein Stück mehr durchschauen. Ein Beleg für Einsteiger mag nur mal die Wikipediarecherche des Begriffes Panslawismus sein. Einfach mal schauen, wann das entstand und wie es in unserer Sprache heißen könnte.
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am 3. Juli 2016
Und zwar im doppelten Wortsinn. Erstens ist dieses "Büchlein" sehr dünn - 96 Seiten inklusive 6 Seite Quellenangaben. Zweitens erfährt man nichts wirklich Bahnbrechendes - nur - dass eben die Polen ebenso nationalistische Schurken waren, wie die allermeisten Länder jener Zeit. Wer aber glaubt, der Deutsche sei immer automatisch der Böse, wird hier schnell eines Besseren belehrt . Aber das glauben ja sowieso nur Idioten. Knappe vier Sterne von mir, ich finde, man hätte sich intensiver mit dem Verhältnis Polen - Sowjetrussland beschäftigen sollen. Denn schließlich ist es ein Witz, das Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich wegen des Angriffs auf Polen den Krieg erklärt haben, währen sie den Bolschewiken, die Polen ebenso angegriffen haben, nicht den Krieg erklärten. Das sagt ja eigentlich schon alles.
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am 11. Januar 2014
Wer die politisch korrekte Aufgeregtheit in Politik und Medien verfolgt hatte, die vor fünf Jahren auf den öffentlichen Hinweis der deutschen MdB, Steinbach, ausbrach, als sie an die Kriegsandrohung durch den polnischen Gesandten bei Hitler am 23. März 1939 erinnerte, versteht, warum dieses Buch in Deutschland wie Österreich kaum in den an sonst so geschichtsdeutenden Medien kommentiert wird. Auch der Zweite Weltkrieg begann ja nicht urplötzlich am 1. September 1939 aus heiterem Himmel sondern hatte eine mindestens bis zu "Versailles 1919" zurück reichende teilweise Vorgeschichte in der sehr expansionistischen Bildung des neuen polnisches Staates.

Zu "Versailles" wird ebenso auffallend das im November 1919 (!) bereits erstmals erschienene Traktat des ansonsten so gefeierten britischen Nationalökonomen John Maynard Keynes (The Economic Consequences of the Peace, zuletzt im Englischen bei Harper, 1971, ISBN 0 1401.8805 3) verschwiegen, der als Beamter des britischen Schatzamtes den Friedensverhandlungen von Versailles beigewohnt hatte. Dort konnte und kann man nachlesen, welche Konsequenzen die polnische Expansion absehbar nach sich ziehen würde.
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am 20. April 2014
Dieses kleine Buch behandelt die Außenpolitik Polens in den Jahren zwischen dem Ende des Ersten und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und betritt somit ein historisches Gebiet, das bislang stark vernachlässigt wurde. Lediglich Norman Davies hat einiges dazu gesagt.

Polen hatte nach den drei Teilungen gegen Ende des 18. Jhs. aufgehört, als selbständiger Staat zu existieren; Rußland hatte sich zwei Drittel des Landes einverleibt, Preußen und Oesterreich je ein Sechstel. Beim Wiener Kongress, 1815, spielte die polnische Frage keine Rolle. Während sich die in Preußen und Oesterreich eingegliederten Polen mit der Lage der Dinge im wesentlichen abfanden, revoltierten die polnischen Einwohner Rußlands immer wieder, letztmalig im Jahre 1863; die Aufstände wurden jedoch jedesmal niedergeschlagen.

Scheil beschreibt, dass sich insbesondere an dieser letzten Niederlage der Traum von einer Auferstehung Groß-Polens unter den Polen entzündete, eines Landes, dessen Grenzen – in ihren extremsten Ansprüchen – vom Rhein bis Moskau reichen sollten, weil man in diesem Raum ein früheres slawisches Reich sah, das im Laufe der Jahrhunderte von den Deutschen im Westen und den Russen im Osten erobert worden war.

Den politischen Aktivisten war klar, dass ein solches Polen nicht auf friedlichem Wege erschaffen werden konnte, sondern dass dies nur auf dem Schlachtfeld zu realisieren war und insofern war die Krise des Ersten Weltkriegs für diese geistigen Führer ein eher willkommenes Ereignis. Es erlaubte den polnischen Soldaten, Erfahrungen zu sammeln, die dann, nach dem Ende der Schlacht, gegen den Sieger genutzt werden konnten.

Im Frieden von Brest-Litowsk, den die Mittelmächte unter deutscher Führung im Frühjahr 1918 mit der jungen Sowjetunion abschlossen, wurden entlang der früheren russischen Westgrenze eine Reihe unabhängiger Staaten gegründet, darunter auch Polen. Diese Veränderungen wurden im wesentlichen 1919 in den Pariser Vorort-Verträgen bestätigt, wobei jedoch eine Reihe von Änderungen vorgenommen wurden, etwa die Abtrennung Ostpreußens vom Reich und die Schaffung der sog. “Freien Stadt Danzig”.

Seinerseits führte Polen sofort militärische Aktionen gegen seine Nachbarn – Litauen, das Deutsche Reich, die junge Sowjetunion – durch, die z.T. katastrophale Niederlagen für Polen mit sich brachten und die politische Atmosphäre in dem betroffenen Raum vergifteten.

In den zwanziger Jahren wurde in Polen der Traum eines polnischen Großreichs intensiv propagiert und, wie der Autor beschreibt, insbesondere die Oder-Neiße-Linie als Minimalanspruch für die Westgrenze des Landes immer wieder betont. Gleichzeitig bemühte sich die polnische Regierung, bei den ehemaligen Entente-Mächten Unterstützung für seine Großmachtpläne zu gewinnen und versuchte wieder und wieder, schon vor der Machtergreifung Hitlers, einen geneinsamen Krieg gegen das noch extrem schwache Reich anzuzetteln; dies gelang jedoch nicht.

In Bezug auf die nicht polnischsprachige Bevölkerung der beanspruchten Gebiete wurde schon damals die Vertreibung dieser Volksgruppen offen diskutiert, wie Scheil an Beispielen nachweist. Nach 1933 änderte sich die polnische Politik nur geringfügig; das Ziel, Groß-Polen, blieb erhalten, die Taktik wurde den geänderten Umständen angepasst. “Im Frieden mit Hitler, im Krieg gegen ihn” war die Devise.

So kam es zu merkwürdigen Konstellationen: als das Deutsche Reich 1938 Ansprüche auf die deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei erhob, die in Versailles ohne jede Konsultation der dortigen Bevölkerung diesem Staat zugeschlagen worden waren, stellte Polen entsprechende Forderungen hinsichtlich der Olsa/Teschen-Region, deren Bewohner merheitlich polnisch sprachen. Parallel zu den Verhandlungen in München – ohne jedoch an diesen teilzunehmen – konfrontierte Polen die Prager Regierung mit einem Ultimatum, das von Prag notgedrungen akzeptiert wurde und zu einer sofortigen militätischen Besetzung des fraglichen Gebiets führte.

Ein weiterer merkwürdiger Aspekt war, dass die Stadt Oderberg/Bohumin im östlichen Sudetenland dem Reich zugesprochen worden war; dort gab es jedoch einen für Polen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Es folgten Verhandlungen zwischen Warschau und Berlin, die damit endeten, dass das Reich auf dieses Gebiet verzichtete und sich nur das Recht vorbehielt, die Bahnstrecke ebenfalls, und zwar gegen Entgelt, zu benutzen. Eine solche Lösung wäre ohne weiteres ein Jahr später in Bezug auf den “Korridor” möglich gewesen, wurde jedoch dann von Polen nicht in Betracht gezogen.

Ein anderes Kuriosum war, dass in Deutschland im Jahre 1937 ein Film produziert wurde, der auf einem polnischen Theaterstück, “Die Warschauer Zitadelle” basierte; der Film hatte einen der vielen Aufstände gegen das zaristische Russland zum Thema und schilderte die polnischen Kämpfer sehr positiv. Die Außenaufnahmen fanden in Warschau statt. Der Film steht heute in Deutschland auf der Schwarzen Liste – man fragt sich, warum.

Maßgebend für die polnische Politik jener Zeit war der Außenminister Jozef Beck, ein Calvinist im vorwiegend katholischen Polen. Er betont in seinen posthum herausgegebenen Memoiren, “Dernier Rapport”, dass er es war, der Anfang 1939 in Verhandlungen mit Großbritannien die bekannte britische Garantie erlangte, welche Polen in Bezug auf den Ausbruch von Feindseligkeiten mit Deutschland praktisch völlig freie Hand ließ und somit Warschau zu immer krasseren Maßnahmen gegen die deutsche Minderheit anstachelte – in den Monaten vor dem Ausbruch des 2. WKs. verließen 70 000 deutsche Flüchtlinge ihre polnisch gewordene Heimat. Mit der britischen Garantie im Rücken führte Polen bereits im Frühjahr 1939 eine Mobilisierung seiner Armee durch, die mehrere hunderttausend Mann erfasste.

In seinen Memoiren sagt jedoch Beck auch noch, dass die polnische Politik einer ethnischen Säuberung des Landes sich gleichfalls auf die Millionen jüdischer Bürger bezog, die seiner Meinung nach keinen Platz mehr in Polen hatten, da sie eine “wirtschaftliche und soziale Gefahr” darstellten. Sie würden sich erstens nicht an die Gegebenheiten des Landes anpassen, zweitens sei der Ostjude, der die Mehrheit darstellte, hier besonders wenig flexibel und drittens stellte die Modernisierung des Landes die Lebensgrundlage der jüdischen Bevölkerung, den kleinen Einzelhandel, in Frage. Beck unternahm in diesem Sinne im Jahre 1937 Verhandlungen mit Frankreich und zionistischen Organisationen, mit dem Ziel, die französische Kolonie Madagaskar als künftiges jüdisches Land aufzubauen, jedoch machten die zunehmenden Spannungen in Europa und der Welt diese Pläne zunichte.

Scheil beschreibt, dass im Laufe des Sommers 1939, die polnischen Forderungen hinsichtlich der Schaffung eines großpolnischen Staates immer lauter wurden und dass bereits im April jenes Jahres der Vorsitzende der polnischen nationaldemokratischen Partei, Kowalski, in einer Rede die Oder-Neisse-Linie als Westgrenze des Landes forderte. Diese Bestrebungen blieben natürlich in Berlin nicht unbemerkt. Die Spannungen in Mitteleuropa verschärften sich zusehends, es gab mehr und mehr bewaffnete Zwischenfälle, die später in diplomatischen Dokumenten beschrieben wurden. Zu diesen deutscherseits amtlich erwähnten Zwischenfällen gehörte jedoch nicht der sog. “Überfall auf den Sender Gleiwitz”, der erst im Nürnberger Prozess eine gewisse Berühmtheit erlangen sollte.

Obwohl die Reichsregierung mehrmals versuchte, in Verhandlungen mit Polen eine Entspannung herbeizuführen, wurden solche Vorschläge polnischerseits abgelehnt, ja, etwa in Bezug auf Danzig, als “Angriffsmaßnahmen” abqualifiziert.

Polen verließ sich auf seine Armee, auf die Unterstützung durch Großbritannien und Frankreich und auf die Neutralität der Sowjetunion. Man rechnete damit, in kürzester Zeit vor den Toren Berlins zu stehen. Das Unheil war nicht mehr aufzuhalten; die Deutschen übernahmen die Initiative, die polnische Armee brach innerhalb von drei Wochen zusammen, Wehrmacht und Rote Armee reichten sich am Bug die Hand – und die Westmächte sahen zu, und zwar nicht nur im Herbst 1939, sondern auch fünf Jahre später bei dem von ihnen ermutigten Warschauer Aufstand und noch einmal nach Kriegsende, als Polen für ein weiteres halbes Jahrhundert unter die Herrschaft der Sowjetunion geriet.

Die polnische Führung hatte übersehen, dass ihr Land nur ein überflüssiger Bauer auf dem großen Schachbrett der Weltpolitik gewesen war, es ging den Weltmächten um die Niederwerfung Deutschlands als Machtfaktor, dafür war jedes Mittel recht, auch der Verrat an Polen. Es ging auch nicht um die anti-jüdische Poltik Berlins, denn die entsprechenden polnischen Maßnahmen hatten viel früher begonnen, waren nicht weniger krass als die deutschen und hätten mithin, wenn dies wichtig gewesen wäre, gleichermaßen bekämpft werden müssen.

Polen erreichte zwar in den Jahren nach dem deutschen Zusammenbruch mit der Enteignung und Vertreibung von 10 Millionen deutscher Menschen sein Ziel im Westen, musste aber dafür bereits in den Jahren davor den Tod von Millionen eigener Bürger in Kauf nehmen und am Ende auch noch die Vertreibung von sechs Millionen Polen aus dem ehemaligen Osten des Landes. Selten hat die Hybris eines Landes so entsetzliche Folgen mit sich gebracht – man denkt an Hofmannsthals Gedicht, in dem es heißt: “Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, und viel zu grauenvoll, als dass man klage”; nur so kann man sich diesem Schrecken nähern.
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am 17. Januar 2014
so nennt der Autor auf Seite 79 die Komplizenschaft der Kriegstreiber in England, Russland und von jenseits des Atlantik, deren gemeinsames Ziel die Anzettelung eines Weltkriegs war, wenn auch aus verschiedenen Motiven.

Polen war dabei die Rolle des Brandstifters zugedacht, fuer die es durch seine agressiven Absichten zur Eroberung deutschen Gebiets geradezu praedstiniert war. In einer Denkschrift des polnischen Aussenministeriums z.B. war schon 1931 die Oder-Neisse Grenze als Ziel der polnischen Expansion genannt worden (Seite 41). Der polnische Generalstabsoffizier Henryk Baginski vertrat oeffentlich die Ansicht, dass Preussen ausradiert werden muesse, und die deutsche Hauptstadt muesse nach Franfurt verlegt werden, da Berlin auf slawischem Land stehe, Seite 42.

Parallel dazu wurde die deutsche Minderheit in Polen systematisch terrorisiert, nachdem das Minderheitenschutzabkommens mit dem Voelkerbund einfach gekuendigt wurde. Der polnische Premier Wladyslaw Sikorski forderte schon 1923, die Entgermanisierung mit allen Mittels voranzutreiben; als Mittel wurden dafuer Enteignung und die Entlassung der Angehoerigen der deutschen Minderheit vorgeschlagen und die Schliessung deutscher Schulen, Seite 24 und 39. Die "deutschen Parasiten" seien aus Masuren zu entfernen erfaehrt man auf Seite 34.

Bei dieser Ausgangslage war es ein Leichtes, Polen durch die Zusicherung von Beistand zu immer agressiverem Verhalten zu bewegen. Genau das war die Absicht der britischen Garantiezusage vom Maerz 1939, und nachdem auch der sowjetische Aussenminister im Mai 1939 Polen volle Unterstuetzung zugesagt hatte, war jeder Versuch einer friedlichen Beilegung von Interessenkonflikten, wie sie von Deutsachland immer wieder vorgeschlagen wurden, von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Nach Ausbruch des Krieges blieb die Unterstuetzung, die Polen von England und Frankreich zugesagt worden war, aus. Ein schneller Marsch auf Berlin, wie er in der polnischen Propaganda immer wieder versprochen worden war, war illusorisch. Polen hatte seine Rolle zur Ausloesung des Krieges erfuellt, und musste diesen Betrug mit fremder Gewaltherrschaft bezahlen, die zwei Generationen dauerte. Die historische Schuld aber, die es durch seine Rolle bei der Ausloesung des Zweiten Weltkriegs auf sich geladen hat, besteht weiter. Trotzdem bezeichnet sich Polen heute als ahnungsloses Opfer eines deutschen Ueberfalls - auch darauf koennte man die Ueberschrift vom "dreistesten Betrugsmanoever der Weltgeschichte" beziehen.
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am 18. Dezember 2013
Das Büchlein ist eine kompakte Zusammenfassung der historischen Abläufe, wobei der Autor aus verständlichen Gründen um einige Probleme (Rolle der jüdischen Organisationen in den USA und UK), die mit zum Kriegsausbruch geführt haben, eingegangen ist. Aber sonst gut gemacht.
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am 17. November 2013
Die erste mir in die Hände gekommene Zusammenstellung, wie das Verhältnis Polens in Europa in der Zwischenkriegszeit war. Wie ja heute jedes Schulkind beigebracht bekommt, haben die bösen Nazis das arme unschuldige Polen überfallen um ihren Lebensraum in ihrem globalen Eroberungsplan zu erweitern. Der Autor zeigt auf, dass da doch einiges vorher ablief, -schon in der Weimarer Zeit - denn jeder weiß: "Von Nichts kommt nichts". Das Frage- und Antwortspiel am Schluß ist überflüssig, denn der Leser des Buches wird sich seine eigene Meinung anhand der geschilderten Tatsachen gemacht haben.
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am 1. Oktober 2013
Daß jener Krieg, der uns auch heute noch so präsent ist, und dessen Auswirkungen auch das Leben in unseren Tagen noch entscheidend bestimmen, viele Väter hatte, ist schon einmal irgendwo bemerkt worden.

Stefan Scheil widmet sich in dieser Abhandlung nun der Rolle, die Polen beim Zustandekommen dieser Katastrophe gespielt hat. Er teilt seine Arbeit in vier Abschnitte:

Zuerst beleuchtet Scheil den aufkommenden polnischen Nationalismus in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als sich Polen noch unter russischer Herrschaft befand, und die Entwicklung dieser Bewegung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Ein weiteres Kapitel ist der Zeit des Weltkrieges gewidmet, der für die Polen die Gelegenheit zur Unabhängigkeit bot.

Dann stellt Scheil die Zwischenkriegszeit dar, als Polen Großmacht sein wollte und sich darauf einließ, mit den ganz Großen um seinen Platz an der Sonne zu pokern.

Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Rolle Polens und seinen Kriegszielen während des Zweiten Weltkrieges, aus dem es als einer der großen Verlierer hervorgehen sollte.

Schon zu Beginn seiner Abhandlung stellt Scheil klar, daß er nicht die Alleinverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs oder auch nur des deutsch-polnischen Krieges auf Polens Seite sieht, denn „Die Ära der Weltkriege kennt keine Alleinverantwortungsszenarien.“ Hier geht es lediglich um die Rolle, die Polen beim Zustandekommen des Krieges gespielt hat.

Und so erfährt der Leser vom dritten Aufstand gegen die russische Fremdherrschaft 1863, vom Entstehen der panslawistischen Bewegung, von polnischen Forderungen und Zielsetzungen schon im neunzehnten Jahrhundert, die ein Polen von der Oder bis nach Kiew, von der Ostsee bis ans Schwarze Meer vorsahen, teilweise unter Einbeziehung Böhmens, Mährens und Österreichs. Der sich bereits unter russischer Herrschaft bildende neue polnische Nationalismus war maßlos und gefährlich, denn er nahm auch keine Rücksicht auf ethnische Bevölkerungsstrukturen in als polnisch beanspruchten Gebieten (wobei in der sogenannten polnischen Westforschung alles Slawische als polnisch definiert wurde).
Bereits 1872 forderte ein anonymer polnischer Autor unter dem Pseudonym „Der Slawe“ zum „Rassenkrieg“ zwischen Deutschen und Slawen auf. „Er hoffte auf eine gemeinsame panslawische Invasion bis zur Oder, oder besser noch zur Elbe. Danach würde der russischen Zar aus Eigeninteresse eine polnischen Unabhängigkeit in diesen Grenzen akzeptieren.“

Ein wesentliches Merkmal dieses neuen polnischen Nationalismus war der Führungsanspruch in Ostmitteleuropa. Es ging also von Anfang an nicht bloß um Freiheit und Souveränität des polnischen Volkes, die Vordenker und intellektuellen Führer der Polen beanspruchten offen die Herrschaft über andere Völker, ohne dem viel mehr als den bloßen Wunsch nach einer Großmachtstellung zugrundelegen zu können.

Einer dieser Vordenker war Jan Ludwik Poplawski, den Scheil zu Wort kommen läßt. Dieser definierte auch Gebiete mit geringer polnischer Minderheit als polnisch, und beanspruchte alles, was selbst in ur- und frühgeschichtlicher Zeit einmal in irgendeiner Form slawisch besiedelt war, als „ethnographisch polnisch“.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Neuerstehen des polnischen Staates wurde dieser Geist noch weiter belebt, und man tat in Warschau alles, um den Traum von Großpolen zu verwirklichen. So legte die polnische Regierung förmlichen Protest ein, als die von den Siegermächten überwachte Volksabstimmung im südlichen Ostpreußen 97,9 Prozent für Deutschland ergab. Die polnische Agitation, die daraufhin einsetzte, bezeichnete den Süden Ostpreußens als eindeutig polnisch.

Im Jahre 1923 forderte der polnische Premier Sikorski ausdrücklich die Beschleunigung des Entgermanisierungsprozesses mit allen Mitteln. Dazu wurden Schulen geschlossen, deutsche Arbeiter entlassen und die deutsche Kultur so weit es ging unterdrückt.

Auch militärisch waren die Polen zwischen den Weltkriegen nicht untätig. Neben der Besetzung der litauischen Hauptstadt Wilna sei auch der Versuch der polnischen Eroberung der Ukraine erwähnt, der allerdings katastrophal scheiterte und nur durch französische Unterstützung im März 1921 im Frieden von Riga glimpflich endete.

Zu Beginn der Dreißigerjahre knüpfte die polnische Führung die nötigen Kontakte zur Eroberung der deutschen Ostgebiete bis Berlin (als neue deutsche Hauptstadt hatte man in Warschau Frankfurt am Main ausgesucht). So kam es 1932 zum russisch-polnischen Nichtangriffspakt, mit dem man sich den Rücken nach Osten frei halten wollte. Das offizielle Polen hat der Geschichtswissenschaft seine Ambitionen schwarz auf weiß hinterlassen: In einer Denkschrift aus dem Jahre 1931 fordert beispielsweise das polnische Außenministerium die Oder-Neiße-Grenze als Ziel der polnischen Westexpansion.

Scheil schildert auch das Bewußtsein der polnischen Gefahr in der Weimarer Reichsregierung. Reichswehrminister Groener warnte in Reden und Aufsätzen 1932 die Republik Polen vor einem Angriff. Bis in die Mitte der Dreißigerjahre war der deutsche Rüstungsstand der militärischen Stärke Polens so hoffnungslos unterlegen, daß man Polen als ernste Gefahr einstufte.

Und Polen suchte die Erfüllung seiner Träume im Westen: Man verhandelte mit Paris und London, und als Preis für seine Bemühungen, einen Krieg gegen Deutschland herbeizuführen, ließ man sich von den Briten großzügige Gebietsgewinne versprechen, bis hin zu den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika. Dieser Traum fand sogar seinen Weg auf eine Briefmarke, nachzusehen in Scheils „Churchill, Hitler und der Antisemitismus“, wo diese abgebildet ist. So schloß man den sehr einseitigen britisch-polnischen Beistandspakt, der Polen die Entscheidung über Krieg und Frieden mit Deutschland überließ. Bei diesem „Bündnis“ fällt mir die Zusicherung der deutschen Bündnistreue ein, die der deutsche Kaiser 1914 Österreich gab. Das legte man seit 1919 bis heute dem Kaiser als Säbelgerassel aus und begründete damit Deutschlands Kriegsschuld…

Auch der Antisemitismus der polnischen Regierung wird erwähnt: So verweist Scheil auf eine Schilderung in Nahum Goldmanns "Das Jüdische Paradox". Dort heißt es: "Vor dem letzten Weltkrieg hatte ich Kontakt zur polnischen Regierung, die sich offen zum Antisemitismus bekannte, und dies insbesondere durch ihren Außenminister Joseph Beck. Als ich ihm sagte, daß Polen seinen Juden mehr wirtschaftliche Erleichterungen gewähren sollte, antwortete er zynisch: "Im Gegenteil, wir denken sogar daran, vielleicht eine Entsprechung der Nürnberger Gesetze einzuführen"."

Nach dem Vertrag mit der Sowjetunion und dem Bündnis mit England wähnte sich Polen am Ziel seiner Bemühungen. Durch Provokationen, Grenzverletzungen und diplomatische Drohungen suchte es die bewaffnete Auseinandersetzung mit Deutschland. Bereits im März 1939 machte Polen mobil.

Am Ende wurde Polen, so schließt Scheil seine Abhandlung, „zum Opfer eines der wohl dreistesten Betrugsmanöver, von denen die Weltgeschichte zu berichten hat.“ – Weder halfen die Briten, noch hielten sich die Russen an ihren Nichtangriffspakt. Polen wurde geteilt, nach Westen verschoben, und fristete bis zum Ende der SU ein Dasein in Tyrannei und Unfreiheit.
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am 12. April 2014
Ich suchte nach den Gründen und Hintergründen des Ausbruchs des II Weltkrieges, insbesondere nach Informationen über die politische Situation in den 30igen Jahren und Entwicklung der Verhältnisse zwischen Polen und III Reich. Dieses Büchlein hat mich in dieser Beziehung sehr enttäuscht.
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am 5. Juli 2014
Wikipedia: "Stefan Scheil (* 1963 in Mannheim) ist ein deutscher Historiker, der sich hauptsächlich mit dem Zweiten Weltkrieg befasst. Seine Thesen zu dessen Ursachen und Verlauf werden in der Zeitgeschichtsforschung weithin als Geschichtsrevisionismus oder als Apologetik der Kriegspolitik Adolf Hitlers beurteilt. " Mehr gibt's nicht zu sagen.
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