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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Ein Europa, das es nicht gibt - Die fatale Sprengkraft des Euro Mit einem Vorwort von Udo DiFabio
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 3. Oktober 2013
Udo Di Fabio, von 1999 bis Dezember 2011 Richter des Bundesverfassungsgerichts, bereitet den Leser in seinem gelungenen Vorwort auf eine nüchterne Betrachtung der anzusprechenden Themen vor. Prof. Dr. Geppert ist Historiker und lehrt an der Universität Bonn. Die beiden Vorgenannten stehen wohl eher für Sachlichkeit und den Versuch objektiver Betrachtung denn für unfundierte Polemik; beide erfüllen die an sie gestellten Erwartungen.

Provokant ist alleine der Titel, der Untertitel ist, was niemand, der insbesondere die letzten drei Jahre um das Thema Gemeinschaftswährung aufmerksam verfolgte, als Faktum ernsthaft in Abrede stellen kann.

Der Autor liefert historische Abrisse zu Europa und zerfallenen Währungsverbünden, betrachtet hier insbesondere auch die gescheiterte Lateinische Münzunion, in der sich auch ein heutiger Krisenprotagonist durch doch eher nicht währungskonformes Verhalten auszeichnete; Griechenland.

Er moniert zu Recht, dass die Träume so mancher Europapolitiker, insbesondere anzusprechen ist hier Helmut Kohl, weil historische Realitäten und wahrscheinliche zukünftige Entwicklungen ausblendend, in ihrer Umsetzung fatale Wirkungen entfalteten. Dazu zählt nach Ansicht des Autors auch die mit der Aufgabe der damaligen deutschen Währung einhergehende Abkehr von der Krönungstheorie zur Grundsteintheorie (oder Motortheorie). Dass die Franzosen nie ernsthaft vor hatten, Maastricht auch leben zu wollen, mag dem Kapitel 8. Frankreichs vergeblicher Führungsanspruch entnommen werden, insbesondere einem von John Major bereits 1991 bemühten Eisenhower-Zitat, nach dem es französische Unterhändler vorzögen, erst zu unterschreiben und dann zu diskutieren (siehe Seite 148/149). Als Beleg für den Mangel der Ernsthaftigkeit der französischen Absichten mag auch der am 18.09.1992 im Figaro erschienene Artikel, Maastricht sei Versailles ohne Krieg, dienen.

Maastricht, so mag man den Autor verstehen, litt mindestens unter vier Fehlannahmen:

1.) Die Verträge würden eingehalten.
2.) Die nach dem Vorbild der Bundesbank aufzubauende EZB bleibe unpolitisch.
3.) Die gemeinsame Währung werde nationalistische Tendenzen in den Mitgliedstaaten beseitigen bzw. überwinden und den Euroraum insgesamt zu einer starken Wirtschaftszone wachsen lassen.
4.) Die Übertragung nationaler Souveränitäten auf die EU trüge zur Harmonisierung und zur Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa bei.

Die von zahlreichen, vom Autor auch dargelegten und belegten Rechtsbrüchen geschaffene Realität ist eine Andere; die Verträge werden nicht eingehalten, die mittlerweile mediterran gewordene EZB betreibt monetäre Staatsfinanzierung, die EU ist - gewollt gespalten - in Währungsmitgliedern und Nichtmitgliedern, innerhalb der Eurozone ungewollt zwischen starken Nord - und fallierenden Südstaaten. Gerade in der Eurozone sei nach Ansicht des Autors die Wiederkehr nationalistischer Egoismen zu erkennen, ein imperialer Machtanspruch Europäischer Institutionen – außer von bundesdeutschen Euromantikern- eigentlich nicht gewollt, wofür der Autor exemplarisch England und Frankreich anführt.

Das Europa, was in den Köpfen mancher Politiker als Ideal geistert, gibt es nicht und wird es auch nicht geben, weil gerade die Nationalstaaten gar nicht überwunden werden wollen.Der Euro als Spaltpilz, der die hässliche Fratze Deutscher Vormachtstellung wieder hat aufkommen lassen, trug seinen Teil auch dazu bei.

Das Buch ist jedem zur Lektüre anzuempfehlen, der sich mit der Geschichte der Währungsunion und ihren Folgen mittels einer unaufgeregten und sachlichen Darstellung ernsthaft beschäftigen will.
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am 3. Oktober 2013
Im Gegensatz zur reißerischen Empörungsliteratur, die momentan Hochkonjunktur hat, ist dieses Buch wohltuend besonnen und ein leserisches Vergnügen.
Zunächst etwas skeptisch aufgrund der Covergestaltung, entschied ich mich dann doch vor allem des Vorwortes von Udo Di Fabio wegen für einen Kauf. Ich habe es nicht bereut:

Der Autor ist Historiker und legt den Schwerpunkt des Buches nicht wie die sonstige "Krisenliteratur" auf die ökonomischen Konstruktionsfehler des Euro, sondern auf die historischen Wurzeln, die zur Währungsunion führten. Dadurch gelingt es ihm, das ganze Schlamassel der Euro-Krise und der bisherigen Rettungsversuche aus einer anderen, aufschlussreicheren Perspektive zu erklären.
Wer versteht, wie unterschiedlich die Absichten der beteiligten europäischen Länder bezüglich der Schaffung einer Währungsunion waren, der versteht auch den verhängnisvollen Zielkonflikt, der uns heute in der Krise zu schaffen macht. Jedes Land benutzt die gemeinsame Währung als Mittel zur Durchsetzung der jeweils eigenen Ziele. Das war damals schon so, als der Euro nur eine Idee war, die sich vielleicht irgendwann einmal realisiert, und das ist heute noch so, in einer Zeit der Rettungsschirme und der Schuldenschieberei.
Die Völker Europas haben alle ihre eigene Mentalität und deshalb höchst unterschiedliche Perspektiven auf die Welt und deren Probleme. In Italien bevorzugt man andere Lösungswege als in Finnland. Solange jeder für sich wirtschaftet, ist das kein Problem, doch durch den Euro sind nun alle gezwungen, den selben Weg zu gehen. Als Folge dessen hat jeder das Gefühl, in eine falsche Richtung gedrängt zu werden.
Statt als Motor eines schnelleren Zusammenwachsens zu wirken, entpuppt sich der Euro als Spalter und Keimzelle für innereuropäischen Streit. Die Lösung sieht der Autor nicht in einem reflexartigen "mehr Europa", sondern in einer stärkeren Berücksichtigung dessen, was unseren Kontinent eigentlich ausmacht: Vielfalt und Demokratie!

Gerade als Historiker kann er die Lehren aus der Geschichte in die Analyse miteinbeziehen. Durch sein Buch erfuhr ich von einigen hochinteressanten geschichtlichen Parallelen zur heutigen Zeit, aber auch von den verschiedenartigen Gründen, aus denen die einzelnen Nationen das Wagnis der europäischen Integration eingingen.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch für jeden, dem Europa nicht egal ist!
11 Kommentar| 37 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 29. September 2013
Der Autor betrachtet die derzeitige Krise Europa vor allem aus dem historischen Blickwinkel und zeigt z.B., dass die derzeitige Situation fatale Ähnlichkeiten mit der des Jahres 1914 hat, als Europa am Beginn eines Weltkrieges stand. Damals wie heute gewinnt der Nationalismus an Einfluß, wächst das Misstrauen zwischen den europäischen Völker, wird Deutschland immer mehr als Bedrohung empfunden - ehemals wegen seiner militärischen, heute wegen seiner wirtschaftlichen Macht.

Geppert zeigt aber noch weitere Parallelen auf: Wie damals ist auch die aktuelle Krise an der südöstlichen Peripherie Europas ausgebrochen und droht von dort den ganzen Kontinent zu erfassen. Heute wie damals spielen die Entscheidungsträger mit hohem Risiko. Vor 1914 gelang es mehrfach, europäische Krisen zu entschärfen und den großen Krieg zu vermeiden. Genauso, wie es derzeit die europäischen Regierungen bislang stets gerade noch geschafft haben, mit immer neuen, teureren Rettungspaketen die steigende Zahl der Krisenstaaten vor der Insolvenz und den Euro vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Doch was ist der Preis, der dafür gezahlt werden muss? Zunächst mal ein vages Gefühl, dass es wie bisher nicht mehr lange weitergehen kann, weil die Krisensymptome immer heftiger und in immer kürzeren Abständen ausbrechen. Die politische Elite fühlt sich in ihren Entscheidungen zunehmend gehetzt, Verträge werden bedenkenlos gebrochen, es regiert die machtpolitische Logik des Ausnahmezustandes. Hierzu aus dem Buch ein vielsagendes Zitat der IWF-Chefin Lagard vom 18.12.2010: "Wir verletzten alle Rechtsvorschriften, weil wir einig auftreten und wirklich den Euro retten wollten" Das Zitat muss nicht mehr kommentiert werden...

Wird diese Maxime "Not kennt kein Gebot" ähnlich fatale Folgen haben wie damals 1914? Es ist noch nicht zu spät, meint der Autor, die Eskalation der Krise kann noch abgewendet werden. Aber dazu muss sich Europa schnellstens in einen Kontinent wandeln, in dem nationale Besonderheiten beachtet und nicht eingeebnet werden, Verträge eingehalten werden und somit das Vertrauen der Bürger in politische Institutionen zurückgewonnen wird.
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am 26. September 2013
Nicht nur die Ökonomen, auch Historiker warnten und warnen vor dieser Haftungs-EU, die nicht nur die Völker entzweit wie seit dem Krieg nicht mehr, sondern Deutschland auch in den wirtschafltichen Abgrund führen wird und die Deutschen neuer Generationen wieder mit Nazi-Parolen und -Vorwürfen konfrontiert, auch wenn die Politiker das dümmlich, verbohrt, überheblich und verlogen ignorieren und abstreiten. Die Wahrheit wird bald ans Licht kommen, denn die Schonzeit vor der Wahl ist vorbei, und nun werden alle Illusionen bald zerstört werden. Dieses Buch informiert sehr überzeugend über weitere Hintegründe, Argumente und Fakten, die - auch aus historischer Sicht - alle dagegen sprechen, daß die EU und der Euro irgendetwas Positives bewirkt hätten oder noch bewirken werden. Die Deutschen solten endlich aufwachen und sich wehren!
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am 2. Januar 2015
Ich finde das Buch interessant geschrieben und gut strukturiert.

Der Autor vermittelt dem Leser einen gut fundierten Einblick in das Themenfeld und stützt seine These mit detailliert recherchierten historischen Hintergründen, die zu einer schlüssigen Argumentationskette zusammengefügt sind

Auf polemische oder emotionale Äußerungen wird fast vollständig verzichtet, ohne dass der Stil des Buches hierdurch langweilig wird.

Obwohl ich schone einige Bücher zum Thema gelesen habe, habe ich dennoch viele interessante Neuigkeiten erfahren.
Dennoch ist das Buch auch für Einsteiger in die Thematik sehr gut geeignet. Wahrscheinlich hätte ich mir manch anderes Buch sparen können, wenn ich dieses zuerst gelesen hätte

Die Antithese zur abgedroschenen Phrase "Stirbt der Euro, dann zerfällt Europa" wird vom Autor plastisch dargestellt und ausführlich begründet.

Ebenso wie ich selbst ist der Autor ein entschiedener Befürworter der engen wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit in Europa, aber gegenüber einer gemeinsamen Währung ebenso kritisch, wie einer zentral gesteuerten Überregulierung.
Anhand von Fakten wird gezeigt, warum es an den Grundvoraussetzungen für dieses Übermaß der Vergemeinschaftung fehlt. Hierbei wird jedoch ebenso kritisch mit deutschen Positionen umgegangen, wie sensibel und respektvoll mit den Zielsetzungen unserer europäischen Nachbarn.

Ich finde es sehr ermutigend, dass diese Position in dem Buch so sachlich vertreten wird, weil man oftmals dieser Tage als Europagegner oder gleich als Rechtsradikaler bezeichnet wird, wenn man dem "One-Size-Fits-None" Währungsprojekt EURO ablehnend gegenübersteht.

Gerade unseren Volksvertretern (aller Couleur) währe die Lektüre wärmstens zu empfehlen, aber die werden meine Rezension höchstwahrscheinlich nicht lesen :-)
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am 7. Dezember 2013
... ist diese Eurokritik. Hier werden insbesondere die historischen Zusammenhänge dargelegt. Wer sich jenseits der "alternativlosen" Darstellung in den Medien ein Bild über dieses für alle Europäer schicksalhafte Projekt machen möchte, sei dieses Buch nur wärmstens empfohlen.
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am 26. November 2013
Wer wissen will, um was es eigentlich in dieser Europa-Diskussion geht, der muß dieses Buch lesen! Der Verfasser macht klar, was Europa sein kann und soll, aber auch was es weder sein kann noch soll.
Rainer Thesen
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am 26. November 2013
Geppert weist als Historiker nach, dass alle Versuche in der Vergangenheit gescheitert sind, bei denen versucht wurde Völker mit unterschiedlichen Traditionen durch eine gemeinsame Währung zu einen.
Der Euro ist für die mediterranen Völker eine Zwangsjacke.
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am 26. Januar 2014
Ein unglaublich gutes Buch, das ich in einem Zug ausgelesen habe. Sehr gute Darstellung der Fakten, sehr gut die politischen Überlegungen, die von den ökonomischen Darstellungen begleitet und unterstrichen, aber nie dominiert werden.
Gleichzeitig ist die Sprache sehr prägnant, also treffend formuliert, anschaulich, ohne je ins Schwafeln abzugleiten.

Sehr empfehlenswert!!!!
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am 14. Februar 2014
Die Frage der Euro-Währung ist nicht nur finanztechnisch sondern darüberhinaus geschichtlich sehr gut abgeleitet. Der Autor hat umfassend recherchiert! Wenn die meinungsbildende Klasse die Informationen dieses Buches gehabt hätte, dann wäre die Einführung des Euro nie geschehen!
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