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"....respiceret Burrum ac sciscitaretur, an militi imperanda caedes esset. ille praetorianos toti Caesarum domui obstrictos memoresque Germanici nihil adversus progeniem eius atrox ausuros respondit: perpetraret Anicetus promissa."
(Tacitus XIV, 7)

Nach der Veröffentlichung des spektakulären und mittlerweile vergriffenen Bandes "Die Traianssäule in Rom. Dokumentation eines Krieges in Farbe" im November 2012 ist dem erst ein halbes Jahr davor gegründeten Mainzer Nünnerich-Asmus Verlag mit Ritchie Pogorzelskis "Die Prätorianer. Folterknechte oder Elitetruppe" nunmehr ein zweiter genialer Wurf gelungen.

Der ehemalige Bundeswehroffizier und studierte provinzialrömische Archäologe Pogorzelski erweist sich auch mit seinem zweiten Band als Experte für das römische Militärwesen. Zur Visualisierung seiner inhaltlich und stilistisch hervorragenden Texte bedient er sich bei seinen Fotos und Zeichnungen schwerpunktmäßig erneut zweier, bereits bewährter Stilmittel: Fotos aus der Reenactment-Szene und insbesondere handcolorierter römischer Reliefs, Grabstelen, Friese, Säulen, Sockeln und anderer Artefakte, aus denen er auf diese Weise viele Details herausarbeiten und sichtbar machen kann, die bei einer Betrachtung des „weißen Steins“ eher verborgen bleiben.

In seiner Einleitung geht der Autor zunächst auf das negative Image der Prätorianer ein, welches sich heute in einer weit verbreiteten Assoziation als "Kaisermörder" und "Kaisermörder" spiegelt. [Ursächlich hierfür ist sicherlich auch die große Zahl an sogenannten "Sandalenfilme", die zwischen den 1950er bis 1970er produziert wurden]. Die Ursache für ihren schlechten Ruf könnte auch von ihrer Rolle als Exekutive der kaiserlichen Macht herrühren. Ein weitere Grund mag auch ihr Wandel von einer Ordnungsmacht zu einer Inthronisationstruppe gewesen sein. Pogorzelski stellt klar, dass die Prätorianer auch keine Salonoffiziere waren, welche am Kaiserhof ein von Luxus und Dekadenz bestimmtes Leben geführt haben, sondern die am besten ausgebildete und schlagkräftigste militärische Eliteeinheit der damaligen Zeit darstellten. In den meisten Fällen betätigten sich lediglich die Präfekten als Mörder und stellten damit die gesamte Einheit vor vollendete Tatsachen. In drei Jahrhunderten wurden lediglich neun Imperatoren von Prätorianerhand getötet, davon allein sechs im krisengeschüttelten 3. Jahrhundert. (Demgegenüber kamen weitaus mehr Herrscher durch Soldaten der Legionen zu Tode.) Während die Präfekten oftmals von politischem Ehrgeiz getrieben waren, waren die einzelnen Mitglieder der Garde eher pekuniär interessiert. Es darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass die Prätorianer oder zumindest ein Teil von ihnen ihre Macht auch dazu einsetzte, um einen fähigeren Kaiser auf den Thron zu setzten.....

Die vom Autor gewählte Struktur bietet im ersten Kapitel zunächst Einblicke i die Aufgaben, die Organisation, Ausrüstung, Ausbildung, Bezahlung und Ränge der Prätorianer als kaiserliche Leibgarde im 1. nachchristlichen Jahrhundert. Daran anschließend werden vier Kapitel die römischen Kaiser des 1. bis 4. Jahrhunderts zusammen mit ihren Prätorianerpräfekten detailreich vorgestellt. Ein kurzes sechstes Kapitel beschreibt das Ende der Prätorianer, welches mit der Schacht an der Milvischen Brücke (28. Oktober 312) einherging. Der auch der Schlacht als Sieger hervorgegangene Flavius Valerius Constantinus, alias Konstantin der Große löste in Rom die zu einer Paradetruppe ohne großen Kampfwert herabgesunkene Garde auf. Er gründete die scholae palatinae und die protectores domestici, die wiederum im Jahre 460 unter dem oströmischen Kaiser Leo I. (dem Schlächter) durch die neue 300 Mann starke Einheit der Excubitore ersetzt wurden. In seiner Schlussbetrachtung "Revision eines überkommenden Bildes" beantwortet Pogorzelski die im Untertitel gestellte Frage und schließt damit auch den Kreis zu seiner Einleitung.

Ein Glossar, Literaturverzeichnis und Abbildungsnachweis bilden den Abschluss einer weiteren anschaulichen Dokumentation, die sicherlich auch schnell vergriffen und nur noch zum Liebhaberpreis erhältlich sein wird.

Ohne Einschränkung 5 Amazonsterne.
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Nach den römischen Kaisern sind die Prätorianer wohl die bekanntesten Gestalten des römischen Reiches. Doch ihr Ruf war und ist alles andere als gut. So mancher Kaiser fiel ihren Schwertern zum Opfer, Caligula und Elagabal zum Beispiel. Dabei waren das nie konzertierte Aktionen der gesamten Prätorianerschaft. Vielmehr wurde ihr Einfluss und Kampfesstärke ausgenutzt.
Mit Kaiser Augustus begann der Siegeszug der Elitetruppe, mit Konstantin dem Großen erlosch ihr Ruhm. Über dreieinhalb Jahrhunderte waren sie die Kaisermacher, und –mörder. Obwohl die Zahl der von ihnen ermordeten Kaiser sich vergleichsweise gering ist.
Ritchie Pogorzelski greift in seinem umfangreich recherchierten Buch den Mythos auf und bewahrt ihn und entkräftet Vorurteile. Wer sich in jungen Jahren in filmischen Epen an der vor Kraft strotzenden Truppe in den prunkvollen Uniformen erfreuen konnte, dem sind die Prätorianer ein Begriff. Elitär waren sie. Vor ihnen musste man auf der Hut sein. Soweit das Klischee.
In erster Linie sollten sie – als Garde – ihrem Herren, dem Herrscher über Rom und seine Provinzen, dienen. Ihn beschützen. Und seine Familie, samt Palast. Ging der Kaiser auf Reisen, waren sie seine bewaffnete Entourage. Als Polizisten waren sie gefürchtet, als geheime Staatspolizei erhielten sie eine unglaubliche Macht.
Ritchie Pogorzelski hat dank antiker Schriften ihre Organisation entschlüsselt, zeigt die Hierarchien auf. Und wie es sich für eine Elitetruppe gehört hatten sie prächtige Uniformen, allerdings nicht im Kampf, sondern nur zu besonderen Anlässen wie bei Zeremonien. Oder für Feste. Oder in Friedenszeiten, für Paraden. Der Kleiderschrank muss ganz schön voll gewesen sein. Die Farbe der Tuniken zeigte den Rang eines Prätorianers an. Weiß war ganz weit vorn, bzw. oben.
Wer sich für Militärgeschichte interessiert, der wird die einzelne Ränge besonders spannend finden. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel noch über das Römische Reiche im Allgemeinen, und über die Prätorianer im Speziellen zu erfahren ist. Man braucht nur das richtige Buch.
Und das hat Ritchie Pogorzelski nun vorgelegt. Weiße Flecken in der Geschichte der Prätorianer werden anschaulich mit druckschwarzem Wissen gefüllt. Ob nun Folterknechte oder Elitetruppe, die Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Je nach Perspektive. Keinen Zweifel gibt es in der Bewertung dieses Buches: Höchstpunktzahl!
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am 24. August 2015
Die Prätorianer, das zweite Buch von Ritchie Pogorzelski nach seiner bildlich anschaulichen Dokumentation der Traianssäule in Rom, behandelt die prätorianische Garde seit ihrer Einrichtung als Leibgarde des Kaiser unter Augustus bis zu ihrer Auflösung unter Konstantin dem Grossen. Das Buch ist relativ einfach geschrieben und kann somit flüssig gelesen werden. Von da her sollte eigentlich alles für eine Fünf-Sterne Bewertung offen stehen. Leider habe ich aber einen gewichteten Kritikpunk am Buch: Er wurde ohne Konzept geschrieben. So hat Ritchie Pogorzelski dem Buch zwar einen Untertitel gegeben; "Folterknechte oder Elitetruppe", aber auf diese Diskussion geht er dann nicht wirklich ein. Er zählt im Buch einfach ihre Organisation, ihre Aufrüstung und andere Details auf, um danach alle bekannten Prätorianerpräfekten aufzuführen, womit das Buch dann schon wieder am Ende ist. Als solches ist es sicherlich gut als Nachschlagwerk geeignet. Aber es diskutiert sein Thema nicht. Ritchie Pogorzelski hätte zum Beispiel seinen Untertitel wie folgt auswählen können: "Elitetruppe oder Kaisermörder?", um dann aufzuzählen, dass die folgenden Kaiser durch die Prätorianer ermordet wurden:

Caligula (Rom) (S. 50)
Galba (Rom) (S. 64)
Pertinax (Rom) (S. 102)
Caracalla (Feld) (S. 112/3)
Elagabalus (Rom) (S. 117)
Pupienus und Balbinus (Rom) (S. 122)
Numerianus (vermeintlich) (Feld) (S. 134)
Carinus (Feld) (S. 136)

Man sieht also, im ersten Vierkaiserjahr halten sich die Prätorianer noch ziemlich heraus, bevor sie dann im zweiten Vierkaiserjahr, oder im Fünfkaiserjahr, wie man es auch immer nennen will, eine Hauptrolle einnehmen, und einen Kandidaten, der ihnen nicht genehm ist, einfach zur Seite schaffen. Der Krise der Soldatenkaiser geht dann eine eigentliche Prätorianerkrise voraus, in der es in einem Machtvakuum unter Severus Alexander zu Strassenschlachten in Rom und offenen Machtkämpfen zwischen den verschiedenen Prätorianerpräfekten kam. Die Prätorianer werden dann von Konstantin auch nicht wirklich abgeschafft; sondern sie wurden schon während der Tetrarchie den einzelnen Kaiser zugeteilt, ausser Diocletian, der sich seine eigene Schutztruppe aushebt, so dass nur noch eine Rumpftruppe in Rom verbleibt, die dann Maxentius zum Kaiser erheben. Konstantin kämpft dann an der Milvischen Brücke mit seinen eigenen Prätorianer auch gegen Truppen, die zuvor von der Seite des Severus' und des Galerius' zu Maxentius übergewechselt waren. Konstantin hebt somit nur noch die Stationierung der Prätorianer in Rom auf. Wenn wir also die Liste der durch die Prätorianer ermordeten Kaiser mit der Liste aller Kaiser vergleichen, es gab von Augustus bis Konstantin etwa 57 Kaiser, sehen wir, dass die Prätorianer für etwa 15% der ermordeten Kaiser verantwortlich waren. Zusammen mit einer Ausführung, in welchen Kriegen die Prätorianer alles erfolgreich kämpften, hätte Ritchie Pogorzelski also eine gute Argumentation führen können, dass die Prätorianer viel mehr Elitetruppe als Kaisermörder waren. So ein roter Faden fehlt dem Buch aber.

Für die Benotung des Buches war ich zwischen drei und vier Sternen hin- und hergerissen. Drei Sterne für das fehlende Konzept, aber doch vier Sterne, weil es durchaus flüssig und unterhaltsam geschrieben wurde. Die kurze Zusammenfassung der verschiedenen Kaiserleben war eine interessante Auffrischung, und die Verknüpfung dieser mit den entsprechenden Prätorianerpräfekten und deren vielseitigen Funktionen machte auch deren wichtige Rolle während des Prinzipats und das Fortbestehen des Titels in der wichtigsten zivilen Funktion unter den Kaisern nach Konstantin deutlich. Darum gebe ich dem Buch 3.5 Sterne, aufgerundet auf vier.
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am 8. April 2014
Faszinierend und lebendig geschrieben.
Auch für Laien verständlich und gibt tiefe Einblicke in die Zeit der Prätorianer.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
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