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am 22. April 2013
Ausgangspunkt dieser unkonventionellen Einführung in den christlichen Glauben ist die Unfassbarkeit Gottes. Wie kann sich ein Mensch mit der Unbegreiflichkeit des über allem stehenden Gottes auseinandersetzen, wohlwissend, dass dieser das menschliche Denk- und Sprachvermögen bei weitem übersteigt? Peter Aschoff, evangelischer Theologe und Gründungsmitglied von Alpha Deutschland, bezeichnet seine Ausführungen als „Reiseführer“ für „Suchende und Menschen voller Sehnsucht nach mehr“ (Buchrückseite). Diesen Attributen wird das Buch durchaus gerecht.
Die Kapitelnamen entsprechen den verschiedenen Stationen einer Reise: Von der Entscheidung aufzubrechen über die Reise als solche bis hin zum Betreten des neuen Landes. Jedes dieser drei Kapitel ist in vier Sinnabschnitte untergliedert, die mit vielversprechenden Überschriften wie „Ungläubig gläubig?“, „Sehnsucht: Von Möwen, Meer und dem Vergessen“ oder „Liebe am Limit“ versehen sind. Den Anspruch seines „Reiseführers“ formuliert Aschoff zu Beginn: Er soll Neugier aufkommen lassen sowie Missverständnisse und Vorurteile aus dem Weg räumen. In das Land des Glaubens hinfahren muss aber jeder selbst. „Manche, die sich auf den Weg gemacht haben, sind als andere Menschen zurückgekommen“ (21), stellt er in Aussicht.
Im ersten Kapitel „Weite Welt“ bringt Aschoff seinen Lesern abstrakte Begriffe wie „Religion“, „Glaube“ und „Wissen“ näher. Dabei trifft er den Geist der Zeit und ist darauf bedacht, den postmodernen Menschen anzusprechen. „Religionen finde ich gut, aber mich stört, dass alle meinen, sie hätten die richtige“ (17), zitiert er einen jungen Mann – stellvertretend für viele. Gekonnt beschreibt er die Suche des Menschen unseres Zeitalters nach der Religion, die zu ihm passt. Bewusst wird vermieden, den Absolutheitsanspruch des christlichen Glaubens zu propagieren. Der Leser wird vielmehr auf unaufdringliche Art und Weise dazu angeregt, nicht auf das Urteil anderer zu bauen oder „religiöse Werkseinstellungen“ (18) zu übernehmen, sondern sich aktiv und unvoreingenommen mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen.
Des Weiteren verknüpft Aschoff die Aussagen der Bibel mit dem persönlichen Schicksal eines jeden Menschen. Gottes Wort wird als hier und heute relevant dargestellt. Dies zeigen beispielsweise Menschen in verantwortungsvollen Positionen, die durch die Bibel inspiriert wurden und dadurch die Geschichte prägten.
Das Kapitel „Vogelperspektive“ konzentriert sich auf das Herzstück des christlichen Glaubens: Jesus Christus. Begriffe wie „Taufe“ oder „Reich Gottes“ werden kurz, aber dennoch anschaulich erklärt. Auffällig sind zahlreiche Verknüpfungen von biblischen Schilderungen mit Ereignissen der neueren Zeitgeschichte: So wird die Kanzlerfrage mit der Messiasfrage sowie das Kommen Jesu mit der friedlichen Revolution 1989 verglichen.
Das Leben Jesu wird in groben Zügen skizziert. Viel ausführlicher wird die Bedeutung seines Auftretens, Sterbens und Auferstehens für die Menschen von damals und heute behandelt. Aschoff beherrscht es, schwierig in einfache Worte zu fassende Grundaussagen wie die Bedeutung von Sünde und Kreuz oder die Aufgabe des Heiligen Geistes in einladender Weise mitzuteilen. Konkretisiert werden seine Ausführungen immer wieder durch interessante Begebenheiten und Beispiele.
Das letzte Kapitel namens „Boden unter den Füßen“ beginnt mit der Feststellung, dass es im Land des Glaubens keine „Eingeborenen“ gibt. Konkrete Schritte, wie man vom Zuschauer zum Bewohner des „neuen Landes“ wird, werden aufgezeigt. Im Zusammenhang damit wird die Wiedergeburt als Prozess beschrieben, in dem der Mensch nicht gegen seine Natur, sondern über seine Natur hinauswächst (122). Einen hohen Stellenwert misst Aschoff dem Gespräch mit Gott, dem Gebet, bei. Außerdem wird die Relevanz von Kirche – Menschen, die gemeinsam auf dem Weg mit Jesus sind – betont. Sensibel geht der Autor mit der Begrifflichkeit „Mission“ um: „Mission heißt, zeigen, was man liebt“ (167) zitiert er den deutschen Theologen Fulbert Steffensky. Schließlich weist er auf das „große Fest“ (172) am Ende der Tage hin: Das Wiederkommen Jesu. Dies wird verbunden mit einer Aufforderung, in dem Fremden unseren Nächsten zu sehen, denn „wo man sich liebt, da kann man Gott nicht leugnen.“ (169)
Zu Recht lautet der Untertitel des Buches „Eine kleine Reise durch die große Welt des Glaubens“ (Hervorhebung durch die Autorin), denn es ist wohl unmöglich, eines der vielen angerissenen Themen umfassend auf nur 174 Seiten zu behandeln. Diesen Anspruch hegt Aschoff auch nicht. Wer also mehr über Forschungskontroversen oder Ähnliches wissen möchte, sucht hier an der falschen Stelle.
Abschließend bleibt zu sagen: „Kaum zu fassen“ ist eine werbende Einführung in den christlichen Glauben, die humorvoll und lebensnah geschrieben ist. Sowohl für Menschen, die den Glauben entdecken möchten als auch für solche, die bereits damit vertraut sind, kann die Lektüre dieses Buches gewinnbringend werden. Für langjährige Christen sowie Theologen wird sie deshalb zu einer bereichernden Erfahrung, da die Herausforderung in Alltag und Beruf gerade für diese darin besteht, Glaubensinhalte in alltagsgerechter Sprache zu kommunizieren.
Eine tibetische Weisheit besagt: „Werde wieder wie ein staunendes Kind, das die Welt entdeckt. Jeden Augenblick neu.“ Aschoff möchte das Staunen über Gott und seine Gegenwart erstmals oder neu hervorrufen. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, wird reich beschenkt.

Jemina Häde
ichthys 29|1 (104-105)
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am 8. März 2011
Es gibt viele Menschen, mehr als man denkt, und noch mehr, als dies vor anderen zugeben würden, die mit dem christlichen Glauben, der ihnen vielleicht in die Kindheit schien, den sie aber dann nicht mit in ihr erwachsenes Leben mitnehmen konnten, längst nicht abgeschlossen haben. An bestimmten Eckpunkten, wenn sie etwa am Heiligen Abend in der Mette sitzen, oder bei Wind und Wetter auf dem Friedhof von einem langjährigen, leider viel zu früh verstorbenen, Freund Abschied nehmen, da spüren sie, dass da noch etwas ist. Eine Stimme, eine Sehnsucht, die einfach zum Schweigen zu bringen ist.

Für solche Menschen hat Peter Aschoff, kreativer Theologe und Gründungsmitglied von Alpha Deutschland sein hier vorliegendes Buch geschrieben. Auf "eine kleine Reise durch die große Welt des Glaubens" will er seine Leser mitnehmen. Er ist davon überzeugt, dass Gott unser Denk- und Sprachvermögen bei weitem überragt, und bleibt deshalb mit Aussagen über ihn sehr bescheiden. Er hält sich an den biblischen Befund, an die Botschaft Jesu und was er von Gott ausgesagt hat in Geschichten und Gleichnissen. Da wird der sonst so weit entfernt scheinende Gott ganz nah und menschlich erlebbar.

Peter Aschoff hat eine Einführung in den christlichen Glauben geschrieben, lebensnah und immer wieder voller Humor, der wie gesagt für Suchende gedacht ist, aber auch denjenigen wieder neu inspirieren und in Frage stellen kann und will, der sich in seinem Glaubenssystem allzu sicher eingerichtet hat.
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