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Als Steve Jobs 1997 Apple wieder übernahm, lag das Unternehmen am Boden. Es hatte - wie der Autor dieses Buches im Epilog schreibt - seinen kreativen Reiz und seine Führungsposition in der Technologiebranche verloren. Die Marketing-Abteilung wollte mit "Wir sind wieder da!" eine Anzeige starten, um auf den Führungswechsel hinzuweisen. Doch Jobs lehnte das ab und begann stattdessen eine Kampagne unter dem Titel "Think different". Nichts charakterisiert ihn besser als diese kleine Episode.

In diesem Buch geht es um die die ersten fünf Jahre von Apple und um die Zeit davor. Offensichtlich hatte Michael Moritz einige Probleme mit Steve Jobs, der ihn aus dem Unternehmen warf und danach allen Apple-Mitarbeitern verbot, mit Moritz zu sprechen. Trotz aller ersichtlichen Mühe, sich an eine gewisse Neutralität zu halten, merkt man Moritz an, dass er Jobs und dessen scheinbar eigentümlichen Charakter nicht mochte und erst recht nicht verstand.

Aber dieses Buch entstand Anfang der 1980er Jahre und betrachtet Jobs nur als Teil der Geschichte, denn es geht hier um Apple und nicht vorrangig um Jobs. Sehr ausführlich schildert Moritz die Zeit vor der Apple-Gründung. Er geht auf die Ausbildung und die Interessen der beiden Hauptgründer Jobs und Wozniak ein, beleuchtet ihre Elternhäuser und deren Lebenssituation. Würde man heute ein Buch über Apple schreiben, dann nähmen diese relativ belanglosen Kapitel sicherlich nicht einmal ein Zehntel ihres Umfanges in diesem Buch ein.

Immerhin aber kann man aus diesem Text sehr gut die technologische Grundsituation der damaligen Zeit verstehen, die man sich im Angesicht der heutigen Lage kaum noch vorstellen kann. Apples Start war alles andere als geradlinig. Noch kurz nach der ursprünglichen Gründung überlegte Jobs, ob er nicht doch lieber nach Japan in ein Zen-Kloster gehen sollte. Mit Wozniak wurde selbst dann noch über ein Vollzeit-Engagement für Apple diskutiert, als bereits erhebliches Wagniskapital in das neugegründete Unternehmen geflossen war und sich die unternehmerische Struktur entscheidend verbessert hatte.

Dies alles beschreibt Moritz sehr ausführlich. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich mich an verschiedenen Stellen gefragt habe, ob man den Text nicht hätte erheblich straffen können. Dem Autor gelingt es sehr gut, die technologische und unternehmerische Entwicklung von Apple in der betreffenden Zeit darzustellen. Leider fehlt aber eine ernstzunehmende Einordnung in den Gesamtmarkt der Computertechnologie der damaligen Zeit. Das hätte den Text noch verständlicher gemacht.

Natürlich wusste der Autor damals weder etwas über Jobs Krankheit, noch über Jobs zukünftiges Schicksal. Auch der Epilog dieses Buches wurde vor Jobs Tod geschrieben. Deshalb hat man mit diesem Buch die Gelegenheit, ziemlich unverklärt die Meinung des Autors über die Legende Jobs zu lesen, als diese davon noch weit entfernt war. Und dabei kommt Jobs keineswegs gut weg. Für die meisten Menschen, die damals mit ihm zu tun hatten, war er ein merkwürdiger Außenseiter, den man nicht verstand, aber irgendwie ertragen musste.

Die Kommentare in diesem Buch sind deshalb gelegentlich recht krass und zeugen von wenig Verständnis für diesen außergewöhnlichen Menschen. Dem Autor ist damals offensichtlich nicht aufgegangen, dass Jobs eigenartiges Benehmen und seine weit ab vom Mittel liegende Weltsicht der fruchtbare Boden waren, auf dem seine Genialität wuchs. Insofern ist dieser Text ganz nebenbei und unabsichtlich ein gutes Beispiel dafür, wie man kreative Eigenbrödler sieht, solange sie nicht den Beweis einer überragenden Fähigkeit erbracht haben, für den sie dann hinterher zur Legende erklärt werden.

Fazit.
Ein aus heutiger Sicht sehr interessanter Text, der noch unverklärt, aber gelegentlich etwas langatmig die Apple-Story erzählt. Auch wenn es in ihm nicht vorrangig um Steve Jobs geht, so ist natürlich seine Rolle besonders interessant. Mit diesem Buch hat man die Gelegenheit, eine Sicht auf Jobs kennenzulernen, die noch nicht durch seine späteren Leistungen verändert wurde.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. November 2013
Zurück auf Start, als Steve Jobs und Stephen Wozniak im West Gate Shoppingcenter in San Jose in schweren Kostümen als Figuren aus "Alice im Wunderland" ein paar Kröten dazuverdienten. Der Journalist Michael Moritz war Anfang der 80er Jahre einige Monate in dem noch jungen Unternehmen unterwegs, wollte am Beispiel Apple die damals aufkommende neue Industrie beschreiben. Er nahm an Sitzungen teil, führte viele Gespräche und zeichnete die Geschichte des Unternehmens und seiner Macher nach. Die Geschichte endet lange vor dem vorübergehenden Zusammenbruch von Apple und noch länger vor seiner erstaunlichen Wiedergeburt. Und gerade deshalb, weil es die frühen Jahre so spannend rekonstruiert, weil es genau die Zeit in den Blick nimmt, in der sich aus Zufällen, aus Glück und aus Hartnäckigkeit ein Unternehmen geformt hat, gerade deshalb ist die Übersetzung dieses Klassikers so lesenswert. Besseren Anschauungsunterricht für Unternehmer, Soziologen, Politiker, Wagniskapitalgeber und natürlich für Gründer gibt es kaum.
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Warum Steve Jobs den jungen Time-Korrespondenten Michael Moritz höchstpersönlich aus Apple verbannte und allen Mitarbeitern verbot mit ihm zu sprechen, steht im Prolog. Dort lesen wir auch, dass dies 1982 der Fall war und das Leben von Michael Moritz ziemlich beeinflusste. Auch dieses 1984 erstmals erschienene Buch geht auf diesen Eklat zurück. Denn Moritz wollte zum unglückseligen Zeitungsartikel, der Jobs so in Rage brachte, ein Gegengewicht schaffen. Und herausgekommen ist mit "The little Kingdom: The Private Story of Apple Computer" eines der besten Bücher über Steve Jobs, die ich kenne. Daher spielt es auch keine große Rolle, dass die Geschehnisse der letzten dreißig Jahre nur in einem Epilog und wenigen Worten geschildert werden.

Michael Moritz geht es nicht darum im Nachhinein irgendwelche Geheimnisse zu lüften, die zur Zeit ihrer Entstehung gar keine waren. Er will seinen Lesern auch keine Gebrauchsanweisung liefern, wie sie den Erfolg von Steve Jobs kopieren könnten. Er will sich einfach einem Phänomen nähern, das ihn ebenso fasziniert wie viele andere. Und als Einstieg empfiehlt er seinen Lesern, sich auf YouTube die Eröffnungsrede anzusehen, die Steve Jobs 2005 in Stanford hielt. Ein Rate, den ich nur unterstützen kann.

Bereits nach den ersten Seiten ahnt der Leser, dass die Lektüre spannend und unterhaltsam werden wird. Auch weil der Autor die Kunst des Storytelling und das Spiel mit Worten beherrscht. Hier werden keine trockenen Fakten ausgebreitet, keine Belehrungen verpackt und keine egomanischen Ausflüge zu Promis zelebriert. Michael Moritz gehört einfach zu den Journalisten, die ihr Handwerk beherrschen und aus sorgfältig recherchierten Einzelteilen ein buntes Bild zusammensetzen.

In diesem Buch wird eine Geschichte erzählt, die damals nur wenige interessierte und heute meist verzerrt wiedergegeben wird. Denn Macht und Erfolg verändert auch die Wahrnehmung. Mit jeder Seite taucht man als Leser tiefer in eine Welt ein, die in dieser Form längst untergegangen ist, aber von einem Geist erfüllt war, die Innovatives ermöglichte, Fehler zuließ und kreative Leute aus allen Schichten und Branchen anzog. Und die damalige Reaktion von Steve Jobs lässt zu Recht vermuten, dass Michael Moritz keine rosaroten Brillen trug, als er in das Unternehmen Apple eintauchte.

Mein Fazit: Eines der spannendsten und aufschlussreichsten Bücher über Apple und Steve Jobs. Gerade weil es verfasst wurde, als dieses Unternehmen noch Nischenprodukte herstellte, ein Underdog war und sich nicht um alle Gepflogenheiten der Business- und Finanzwelt kümmern musste. Locker formuliert, ohne je ins Seichte oder krampfhaft Originelle abzurutschen. Und mit einem Epilog, in dem die letzten dreißig Jahre ebenfalls Aufnahme finden.
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am 20. Juli 2011
Das Buch ist aus den 80ern des letzten Jahrhunderts und beschreibt unter dem Title "The little Kingdom" (im Original) die Ursprünge von Apple. Diese Neuauflage kam in den USA als "Return to the little kingdom" und wurde vom Autor ein bisschen erweitert, um die letzten Jahre (da gab es so Kleinigkeiten wie iPod, iPhone, iPad, iTunes uvm) auch noch in die Betrachtung einzubeziehen. Für mich besonders interessant war der noch nicht vom großen Apple-Hype verstellte Blick auf die Ursprünge. Bücher, was Apple und Jobs alles richtig machen, gibt es Unmengen. Aber das hier beschreibt, wie alles anfing.
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