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Kundenrezensionen

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am 31. März 2010
Ich konsumiere grundsätzlich eigentlich alles, was über Leonard Cohen veröffentlicht wird, auch beispielsweise englischsprachige biografische Bücher.

Und daher bin ich natürlich auch im Besitz der Vorgängerwerke desselben Autors.

Hatte ich schon an diesen nur auszusetzen, dass (bis auf die Veröffentlichung im dtv-Verlag!) die Wertigkeitsanmutung der Bücher hinter meinen (subjektiven!) Erwartungen zurückblieb - für Cohen ist mir keine Aufmachung edel genug, so bin ich diesmal endlich auch insoweit glücklich:

Das hier ist ein Buch, das schwer in der Hand liegt, gutes Papier hat und noch dazu viele, große Seiten und sehr gute, ja fantastische Bilder, viele auch in Farbe.

Dieses Buch ist nun wirklich die Krönung dessen, was auf dem deutschen Markt zu Cohen erhältlich ist und das schreibe ich ohne gerne und ohne jede Lobhudelei. Es lässt sich leicht objektiv begründen: Eine derartig langjährige und intensive und auch professionelle (journalistische) Begleitung dieses Songwriters, Schriftstellers und Poeten ist schlicht ohne Beispiel.

Und es lässt sich tatsächlich dreifach lesen/nutzen:

Erstens als, wie mir gerade von einer begeisterten Leserin per EMail noch bestätigt wurde, der ich ein Exemplar geschenkt habe und die bislang gar kein ausgesprochener Cohen-Fan war, als genussreiche, detailreiche Schmökerlektüre (am besten mit der passenden Hintergrundmusik).

Und, zweitens, auch (!) als echtes Handbuch, was nahezu wissenschaftlichen Charakter hat.
Letzteres wurde einmal hinsichtlich eines Vorgängerwerkes desselben Autors in einer Kritik gerügt, was ich auch nachvollziehen konnte: Diese ausführlichen und akribischen Tabellen über Konzerte, Songs sind nicht jedermanns Sache zu jeder Zeit.
Aber: Es ist gut, sie zu haben! Es ist schön, Konzerte, die man selbst besucht hat, anhand dieser Darstellungen nachzuerleben und es ist nützlich, wenn man auf der Suche nach einem ganz bestimmten Song aus einer bestimmten zeitlichen Ära ist. In der vorliegenden Ausgabe nimmt nun eine zur Songliste erweiterte Diskographie einen vergleichsweise kleinen Teil im Anhang ein.

Und, drittens, und nicht zuletzt als wunderschöner Bildband, der das gesamte künstlerische Leben Cohens mit schönen und auch professionellen Fotografien dokumentiert, die man - schlicht - woanders nicht findet, da sie größtenteils vom Autor selbst stammen.

Sogar ich, als eingefleischter Cohen-Fan über Jahrzehnte, erfahre Neues, da die Tiefe der Betrachtung, das Einfühlungsvermögen in das Werk Cohens und auch seiner künstlerischen, philosophischen und religiösen Hintergründe noch einmal enorm gesteigert wurde.

Es sind zuviele Stellen an denen das belegt werden kann, als dass ich nicht zuviel Mühe hätte, diese Stellen hier einzeln zu belegen.

Es verdient auch Hervorhebung, dass, wohl unvermeidliche (?), hagiographische Effekte minimal sind, wenn man auch insoweit alarmiert sein könnte ob des Untertitels des Werkes. "Titan der Worte" ist und bleibt für mich ein Goethe, ein Heine, ein Bob Dylan.

Graf würde uns, so glaube ich es nun, berichten, wenn es "Hässlichkeiten" gäbe - anders als dies den Goethe- und Heine-Biografen über Jahrhunderte und bis zum Erscheinen der Bücher von Sigrid Damm (Goethe), Raddatz und Kerstin Decker (Heine) zugetraut werden konnte: Von der Mitschuld Goethes an unsäglichen Hinrichtung der Marianne Höhn, oder der Finanzierung des "Freien" Dichters und Journalisten Heine durch den französischen Staat hat man sehr, sehr lange gar nichts aus den großen Biografien erfahren.

Die Begeisterung, die Grafs Werk für Cohen erkennen lässt, lässt sich - meine subjektive Meinung - sehr gut und sehr, sehr angenehm mittragen und nachvollziehen.

Eigentlich ist negativ also nur zu bemerken, dass dieses Werk leider nun andere brutal entmutigen muss, gleichzuziehen und wir also sicher jetzt lange Zeit ohne eine Steigerungsmöglichkeit leben werden müssen:

Der über Jahrzehnte (lebenslang?) getriebene Aufwand, die persönlichen Treffen, die eigenen, professionellen Interviews, die eigenen Fotos, die selbsterfragten Stellungnahmen anderer Künstler und die gelungene Umsetzung ist wohl kaum von anderen zu überbieten.
11 Kommentar| 40 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. September 2010
Dieses Buch ist nicht lesenswert, es stimmt einfach nichts, abgesehen vielleicht von ein paar ganz netten Fotos. Der Inhalt kreist, wie ein Rezensent bereits treffend bemerkte, um "ich und Leonard". Der - ohnehin informationsarme - Inhalt wiederholt sich oft, das Buch ist lieblos redigiert und strotzt vor Fehlern (um nur ein Beispiel zu nennen: Auf ein und derselben Seite heißt es zunächst Marianne Faithful, dann Faithfull, dann zurück zu Faithful, aber das ist nur einer von etlichen Fehlern). Mich ärgert so etwas, da bekommt man das Gefühl, das Buch sollte unbedingt zum Start der Welttournee 2010 auf den Markt geworfen werden. Zwei weitere Punkte will ich noch nennen, warum das Buch bei mir durchgefallen ist: Da sind zum einen diese holperigen Übersetzungen der Songtexte, das Original wird einem hingegen nicht angeboten; wird es allerdings ein bisschen komplizierter mit der Übersetzung bleiben englische Zitate stehen, das ist unausgegoren und sowohl für gut Englisch sprechende Leser ärgerlich als auch sicher für diejenigen, die eine Übersetzung brauchen. Zum anderen bemerkt der Autor mehrfach, er habe ein Kompliment von Cohen erhalten für seine Interviewfragen, ein paar der Interviews sind dann auch in Länge abgedruckt: Sie sind so langweilig, uninspiriert und uninformativ, dass es wirklich schade darum ist.
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Das was, dem Vor-Rezensenten so gut gefallen hat, ist mir zuviel: die Nähe des Autors zu Leonard Cohen. Da ist einfach zu wenig Abstand; die Bewunderung für Leonard Cohen ist groß und der Autor freut sich über die Maßen, so engen Kontakt zu Cohen zu haben. So muss es auch sein für einen Fan. Eine wirklich gute Biografie macht das aber noch nicht aus. Mir persönlich sind da zuviele persönliche Einschübe (wann er wie unter welchen Umständen LC getroffen hat). Von dem Titel "Titan der Worte" hatte ich mir auch mehr zu den Texten erwartet.

Das Buch ist kenntnisreich geschrieben und hat tatsächlich viele tolle Fotos. Wer ähnlich tickt wie der Autor, wird also sicher seine Freude haben. Wer es lieber etwas reflektierter und weniger persönlich hat, der wird wohl nicht ganz zufrieden sein.

Als großes Manko empfinde ich, dass bei einem Buch mit dem Titel "Titan der Worte" fast alle Cohen Texte nur auf deutsch sind. Da hätte man die englische Originalfassung schon mitanbieten können.
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Es ist vieles, was der Autor hier über Leonard Cohen zusammengetragen hat, zweifellos interessant. Auch die Fotoseiten und die recht edle Aufmachung des Buches sind zu loben.
Ganz und gar irritierend fand ich jedoch die Tatsache, dass viele Zitate aus den Liedern und Büchern Leonard Cohens in einer nicht gerade vorbildlichen deutschen Fassung abgedruckt sind. Da ich fast alle original Liedtexte im Kopf habe, die anderen nachschlagen kann, musste ich oft mit Grausen den Kopf schütteln über das, was da als sogenannte Übersetzung im Buch auftaucht. Ach, hätte es doch wenigstens parallel auch die englische Fassung gegeben ... - was hin und wieder, ganz selten, zu meiner Verwunderung dann doch der Fall war. Ein recht seltsames Vorgehen des Autors.
Die von anderen Rezensenten bemängelten Wiederholungen in diesem Buch sind wahrlich Legion. Ich weiß nicht wie oft ich lesen musste, dass Leonard Cohen für manche Lieder 15 Jahre braucht, dass Roshi ein Zen-Lehrer ist, dass Cohen vom Buddhismus nichts hält, aber die Ruhe im Kloster genießt. Dass dieser und jener Song so und so entstanden ist. Was Dylan über Cohen und was Cohen über Dylan sagt. Dass es auf der Insel Hydra ein Haus gibt, in dem ...
Ich kam zwangsläufig zu dem Schluss, dass der Autor hier Aufsätze aus verschiedenen Epochen seines Schreibens aneinander gefügt hat, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen, was er wo schon einmal geschrieben hatte. Da wäre ein gründliches Lektorat wohl eine gute Idee des Verlages gewesen.

Fazit: Wer etwas über Leonard Cohens Leben und Denken wissen will, ist mit diesem Buch nicht schlecht bedient, muss aber etliche handwerkliche Mängel in Kauf nehmen.
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am 29. Juli 2013
Das Buch ist überflüssig. Cristof Graf ist kein Übersetzer, kein Autor, kein Biograph. Einzig: Er kennt Leonard Cohen persönlich, wie genau, weiß man nicht. Jedoch dieser Umstand ermutigte ihn, so ein Buch abzugeben. Es war alles schon gesagt, in anderen Büchern, besser, tiefer, schöner. Ein flaches Buch. Schade. Zwei Sterne gibt es immer, weil ja schöne Bilder drin sind: Doch Cristof Graf ist nicht der Fotograf.
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am 7. Januar 2015
Ein sehr empfehlenswertes Buch über den Musiker und auch den Mensch Leonard Cohen. Nach einem Prolog, indem Graf ein Treffen mit Cohen beschreibt, wird die gesamte Geschichte von der Geburt bis zum Erscheinen des Buches aufgearbeitet. Sehr interessant ist neben den biografischen Fakten auch das Bezug auf die Tourneen genommen wird, sprich Setlisten und sonstige musikalische Dinge.
Wenn man sich intensiv mit dem Werk dieses Musikers befassen möchte kommt man an diesem Buch nicht vorbei.
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