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massiven Esszimmertisch auf den Boden." ( Pfarr)
Die bildliche Umsetzung dieses Textes können Sie dem Buch " Komische Welten" entnehmen.

Der Maler und Zeichner Bernd Pfarr wurde 1958 geboren und verstarb 2004 in Köln an Krebs.
Er illustrierte und entwarf eine Vielzahl von Büchern sowie Buchtitel und zeichnete Cartoons, die regelmäßig im Zeitmagazin und in der Titanic erschienen.

Das vorliegende Buch ist anlässlich der Ausstellung " Bernd Pfarr " - Komische Welten erschienen, die vom 2. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009 im Museum für Komische Kunst " Caricatura " in Frankfurt läuft.

Erhellt wird das abgelichtete Werk durch das Vorwort von Hans Traxler und textliche Beiträge von Michael Gutmann und Christof Siemes.

Sowohl die Cartoons als auch die Malerei, die Comics sowie die Zeichnungen enthalten komische Noten mit erklärenden Texten, die auf den Betrachter nicht selten sehr erheiternd wirken.
Persönlichkeitsmacken aller Art werden auf die Schippe genommen und es wird sich über Lifestyle lustig gemacht.
Auf einem Bild sieht man beispielsweise eine lila gekleidete, sehr spießig anmutende Person, die einen Brief liest. Im Text darunter erfährt man: " Der Brief der Außerirdischen war derart höflich und in solch wohlgesetzten Worten formuliert, dass Dörte innerlich schon bereit war, ihnen für die fraglichen Tage die Garage zur Verfügung zu stellen. "
Auf einem anderen Bild sieht man einen Arzt und einen auf einem Stand-Fahrrad sich bewegenden in die Jahre gekommenen Patienten. Der Text erklärt: " Ich will mich so ausdrücken: " Wären Sie ein erbgutgeschädigter Frosch mit beidseitiger Lungenentzündung, könnten wir mit Ihren Werten wirklich mehr als zufrieden sein."

Das Werk Pfarrs ist sehr witzig und künstlerisch wahrlich eine Augenweide.

Empfehlenswert.
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TOP 500 REZENSENTam 26. Januar 2015
Diese Ausgabe aus dem Jahr 2008 zum 50sten Geburtstag, vier Jahre nach seinem Tod, präsentiert Bernd Pfarr erneut als großen Meister der komischen Kunst. Nicht alle lachen über seine Einfälle, die m.E. zu den originellsten des Genres gehören. Warum eigentlich?
Goethe schrieb ja einmal: "Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden. Wo ein Lachen ist, ist auch die Erkenntnis eines psychischen Problems". Wer hat nun das Problem? Die, die herzlich über Pfarrs Bilder lachen müssen oder die anderen? Der damalige Chef des Zeitmagazins, in dem lange Pfarrs Bilder zu sehen waren, hat erzählt, daß die Zeitredaktion des öfteren mit verständnislosen ZEIT-Lesern konfrontiert war, denen sich der Witz so manchen Bildes einfach nicht erschloß, die aber auf Nachfrage beim Künstler nie eine Interpretation geliefert bekamen, mit der sie ihre zeternden Leser hätten beruhigen können. Die DIN-A4 Seite im ZEIT-Magazin entstand übrigens durch Abphotographieren der 80x80 cm großen Gemälde, die Pfarr jede Woche ablieferte.

MUSTERHAFT
Pfarrs Bild- und Wortwitz läßt sich m.E. wie folgt klassifizieren:
1. In einem Typus von Bildern ist der Text für sich alleine schon komisch und das Bild dient nur noch der Verstärkung. Hier zwei schöne Beispiele:
a) Robert war in der Badewanne von Herta Ziegler wegen seiner gefürchteten Arschbomben kein gerngesehener Gast
b) Im Morgengrauen nach der Nachtschicht hatte Dr. Elsner für die großen Fragen der Menschheit - Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was wollen wir? - alle Antworten: Er kam von der Intensivstation, ging nach Hause und wollte nur noch schlafen.
2. In dem anderen Typ ist der Text anscheinend harmlos, aber das Bild überrascht durch seinen Aberwitz. Hier das Beispiel, bei dem man natürlich alles zusammen sehen muß: "Trude Schmehlich fertigt ihr Apfelmus noch immer auf die traditionelle Art und Weise".

KRITIK
Ohne Frage kam es für Pfarr auf die Plazierung jedes einzelnen Wortes an. Leider wird der Genuß seiner Werke ein bißchen dadurch getrübt, daß die Herausgeber in seine Bildtexte eingegriffen und den Versuch unternommen haben, sie in die amtliche, sog. neue Rechtschreibung zu übersetzen. Das ist ihnen allerdings nur unvollständig gelungen, wie man unschwer an der für die klassische Orthographie typischen Zusammenschreibung folgender Beispielwörter aus Pfarrs Bildtexten erkennt:
• S. 74 schwerfallen
• S. 75 zurückverwandeln
• S. 86 wohlgesetzte Worte
• S. 100 gutgefüllte Mülltonne
Damit ist freilich nebenbei dokumentiert, daß Pfarr, der ja auch für das Titanic-Magazin Beiträge lieferte, der fragwürdigen Normsetzung nicht gefolgt ist. Unschön, daß die Herausgeber, sich hier so angepaßt über Pfarr, den Unangepaßten, hinweggesetzt haben.

FAZIT
Bernd Pfarr war ein genialer Künstler und jedes seiner Bücher hat fünf Sterne verdient. Der Abzug von einem Stern geht auf das Konto der Herausgeber, die besserwisserisch an der Orthographie seiner Bildtexte herumgepfuscht haben. Das, was sie dem Leser vorsetzen, ist jetzt weder die neue (à la Die ZEIT) noch die alte (à la Titanic), sondern einfach nur durcheinander.

Pfarr hat treffenderweise den Max-und-Moritz-Preis verliehen bekommen, denn wie auch Wilhelm Busch wollte er dem Menschen auf die Schliche kommen. Realität war für Pfarr, wie selber sagte, immer nur das, was jeder dafür hält: "Wir leben alle in verschieden Welten". Austreiben wollte er gerne allen Leuten, daß sie glauben, daß ihre Realität »die Realität« ist und nicht nur eine bizarre Sicht der Dinge. Also ist seine verrückte Bilderwelt wohl eine Metapher für die Verrücktheit unserer eigenen Weltsicht.
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