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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
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am 20. März 2011
... habe ich das Buch gelesen. Ich hatte insbesondere im ersten Teil große Mühe, nicht einfach aufzuhören und das Buch in die Flohmarktkiste zu legen. Aber als Heinz Strunk-Fan habe ich mich nicht getraut und wollte dem Buch doch eine Chance geben.

Warum viel mir das Lesen aber so schwer? Der erste Teil erinnert mich ein wenig an Hummeldumm von Tommy Jaud. Nicht aufgrund der Örtlichkeit Afrika, sondern eher wegen des zähen Bemühens, wirklich witzig zu sein. Es plätschert so dahin, kein zündender Witz kommt 'rüber, der Trübsal überwiegt und ich hoffte von Seite zu Seite, dass nun endlich 'mal der Funke überspringt.

Doch das dauerte ein wenig, denn erst zur Mitte hin wurde es zunehmend angenehmer, witziger und auch die inhaltlichen Ideen zündeten bei mir. Während seines Urlaubs entwickelt Strunk u.a. zusammen mit seinem Partner eine witzige Idee zu einem Film o.ä., und diese Entwicklung nahm eine pointenreiche Fahrt auf und lies meine Mundwinkel doch nun häufiger nach oben gleiten. Aber auch die immer wiederkehrende Auseinandersetzung Strunks / Partner mit dem Hotel und seinen Gästen wurde ideenreicher und ging allmählich über das Schmunzelniveau hinaus.

Im Vergleich zu "Fleisch ist mein Gemüse", indem Strunk auch häufig Melancholie und Trübsinn beschreibt aber trotzdem immer wieder durch Situationskomik und hervorragende Beschreibungen die Stimmung des Lesers aufrecht hält, gelingt ihm dies also erst im 2. Teil des Buches. Erst jetzt kommt Fahrt auf, die Ereignisse "überschlagen" sich ein wenig und man möchte nicht mehr aufhören zu lesen.

Fazit: Ich werde mir definitiv das nächste oder ein anderes Buch von Heinz Strunk als Hörbuch kaufen. Ich hoffe, dass in Kombination mit Heinz' Stimme und seiner Betonung, sein Witz viel eher bei mir ankommt. Trotzdem ist am Ende doch noch angenehme Freizeitlektüre entstanden, nicht wahnsinnig witzig, aber doch mit gelungenen Gags und wirklich sehr treffenden Beschreibungen von Leuten und Umgebung.
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am 8. Januar 2011
Hinweis vorweg: Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch.

Nachtrag am 11.01.2011: In den Kommentaren bin ich darauf hingewiesen worden, dass die Hörbuchfassung gegenüber des Buches stark gekürzt worden ist. In der Tat kann man feststellen, dass z.B. der Fleckenteufel mit knapp 220 Seiten auf 4 CDs veröffentlicht wurde, während Strunk in Afrika mit knapp 270 Seiten auf 3 CDs beschränkt ist. Auf Nachfrage beim zuständigen Publisher Roof, erhielt ich folgende Antwort:

"Heinz Strunk in Afrika" wurde in einem für Hörbücher sehr üblichen ( Anm.d.Verf.: aber nicht für Heinz Strunk Bücher ) Umfang gekürzt: um ca. 90 Seiten, also auf ca. 180 Seiten. Da es sich ausschließlich um sogenannte "Binnenkürzungen" handelt, ist die wesentliche Textstruktur erhalten. Gekürzt wurden "nur" immer wieder einzelne Abschnitte, also keine kompletten Teile oder
Kapitel. Das Hörbuch ist als Pendant zum Buch zu verstehen."

Und nun zur Rezension:

Heinz Strunk in Afrika ist zu gut, um nur mit ein oder zwei Sternen bewertet zu werden. Dafür gibt es zu viele Stellen, die - was meinen Humor angeht - genial sind. Wenn in etwa eine gutaussehende Kellnerin Heinz Strunk nach seinem Namen fragt und er sich denkt "eine unpassendere Gelegenheit Heinz zu heißen, kann es nicht geben" dann gehts eigentlich kaum witziger. Auf den drei CDs gibt es mehrere solche Knaller, auf die man aber auch eindeutig länger warten muss. Dazwischen die typischen, amüsanten Beobachtungen und Beschreibungen, die man aus vorangegangenen Werken Strunks kennt.

Problematisch dabei ist, dass viele seiner Monologe situationsabhängig sind und nicht unbedingt in einen größeren Kontext eingebunden sein müssen. Dadurch gab es für mich wenigstens eine gewisse, nicht-prickelnde Spannung zwischen der einerseits gewohnt brillianten Heinz Strunk Philosophie und der austauschbaren "Reise-nach-Afrika"-Geschichte. Es ist also am Ende eigentlich total wurscht, ob er nach Afrika reist, an irgendeinen anderen Ort der Welt oder zu Hause bleibt. Jedenfalls wurscht für die Geschichte, so wie sie vorliegt. Atmosphärisch hätte es sicherlich interessantere und bessere "Umfelder" gegeben.

Dass dann am Ende die kriegsähnlichen Zustände nach einer Wahl beschrieben werden und Heinz Strunk Teil dieser lebensbedrohlichen Situation wird ... die Motivation dafür ist mir nicht so recht klar geworden. Es ist auf der einen Seite nicht witzig ( was es auch nicht sein soll ) und auf der anderen Seite auch nicht politisch ( was es wohl auch nicht sein soll ). Ich konnte damit nicht so recht was anfangen. Es war irgendwie "unpassend".

Auf der Hörbuch-Rückseite wird damit prinzipiell auch noch geworben, da es dort so aussieht, als würde sich der Großteil der Geschichte um diese Situation drehen. Zitat: " ... und plötzlich hallen Gewehrschüsse durch die Nacht. Allen Warnungen zum Trotz sind die beiden nicht davon abzuhalten, das nächste Taxi nach Mombasa City zu nehmen ..."

So jedenfalls endet der Klappentext. Tatsache aber ist: Die ersten Schüsse fallen erst Ende des 20. Kapitels ( von insgesamt 24 Kapiteln auf den Hörbuch CDs ). Ganz abgesehen davon, dass nicht beide "nicht davon abzuhalten" sind, sondern Strunk sich mehr oder weniger von seinem Kumpel breitschlagen lässt, trotz Warnungen die Krawall-City zu betreten. Aber das nur am Rande ...

Wiederum Punkten kann das Hörbuch durch die Stimme Strunks und die Interpretation seines eigenen Textes. Da stelle ich mir die Lesefassung teilweise bedeutend schwächer vor, da viele Stellen nicht durch den Inhalt witzig sind, sondern einzig und allein durch die Stimmakrobatik des lesenden Autors witzig werden. Wenn er dann statt 7-Tage-Trennkost 7-Jahre-Trennkost liest, sich über seinen Fehler selbst kaputtlacht, diesen korrigiert und das Ganze nicht dem Schnitt zum Opfer gefallen ist, dann finde ich auch das lustig.

Zur Hörbuch-Aufmachung gibt es nicht viel zu schreiben: Das dicke Doppel-Jewelcase ist keine Schönheit, das Booklet definitiv zu dünn und inhaltslos, um leidenschaftlich darüber ins Schwärmen zu geraten, aber zu meckern gibt es hier eigentlich auch nix. Standard halt ...

Am Ende bekommt man Heinz Strunk. Nicht mehr und nicht weniger. Für 5 Sterne fehlt das durchgängig hohe Niveau von Gag und Anti-Gag bzw. ein durchgängig ausgeglichenes Verhältnis zwischen bloßer Beschreibung und interessanter Deutung. Zu viele Passagen sind einfach zu wenig eingängig und bleiben nicht in Erinnerung. Das beliebige Afrika-Setting kostet dann den vierten Stern.

Trotzdem kann und will ich diesem Werk nicht vorwerfen, dass es vorschnell auf den Markt geworfen worden wäre, um nach dem Fleckenteufel und der Zunge Europas noch einmal ordentlich abzukassieren. Dafür scheint mir "Heinz Strunk in Afrika" zu nah am Autor zu sein. Heinz Strunk erzählt aus seiner Welt und da bleibt es nunmal nicht aus, dass er auch Dinge erzählt, die nur wenig spannend, wenig prickelnd, wenig witzig, wenig nachdenklich und wenig was-weiß-ich-nicht-was sind. Jedenfalls hat mich das Hörbuch nicht immer und ständig angesprochen und auf Trapp gehalten.

Die vielen kleinen, positiven Elemente - die man überall verstreut zusammenklauben muss - bringen mich am Ende dann aber doch zu einer Bewertung von glatten 3,5 Sternen ! Die Tatsache, das gut ein Drittel des Buches für das Hörbuch herausgekürzt wurde, rechtfertigt dann am Ende die ( nur mögliche ) 3-Sterne-Bewertung.

Nachtrag am 20.01.: Vielleicht könnte mal jemand, der das Buch hat, nachkucken, ob das Buch auch mit diesem Satz endet: "Ich winke, bis der Junge hinter der Kurve verschwunden ist." Erfährt man tatsächlich nicht mehr, was Lucy Heinz geschenkt hat ? Sie überreicht ihm ein Geschenk und meint, er solle es erst zu Hause aufmachen. Das kriegt man aber nicht mehr mit.
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Ein wenig von der tragisch-komischen Schilderung eines Ausseinseiters in "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk und ein wenig vom Reisetagebuch "Schrecklich amüsant" light von David Foster Wallace steckt in "Heinz Strunk in Afrika", eine Light Variante des ebenfalls depressiven (inzwischen an Suizid verstorbenen) Wallace, weil es bei Strunk weniger literarisch ausgefeilt klingt. Strunk weiß das und spielt damit, etwa wenn er seine Reiselektüre (White Line Fever von Motörheads Lemmy und Abbitte von Ian McEwan) gegenüberstellt oder sich an besonders kunstvollen Passagen versucht - amüsant!
Ganz so turbulent wie die Buchrückseite verkündet ist das Buch nicht. "Sonne, Palmen, Black Jack, Bürgerkrieg", klingen reißerischer als Strunks Schilderung seines zweiwöchigen Kenia-Urlaubs 2007 tatsächlich war. Die Revolte kommt erst auf den letzten Seiten des Buches, ebenso wie ein ernsterer Tonfall, in dem der Autor auf das Schicksal des vergessenen Kontinents Afrika aufmerksam macht und am Ende gar ein wenig verzückt wirkt. Dabei ist er doch mit dem Vorsatz weggeflogen: egal wohin, hauptsache warm und nicht zu weit weg, an Gewicht verlieren, nichts erleben und sich richtig erholen. Ein Artikel aus dem Hamburger Abendblatt bestätigt, dass genau das die erholsamste Art sei zu verreisen. Im Urlaub überfordert, dafür aber im Alltag top, so sieht sich Strunk selbst und gibt zu bedenken, dass manch Extremurlauber im Alltag scheitert und das gerade die Leute mit den langweiligsten Leben am längsten leben wollen. Der erste Teil des Buches ist etwas zäh. Strunk philosophiert über sein eher tristes, unbefriedigendes Leben und schwadroniert über seine diversen Defizite. Das ist, ebenso wie die Spielsucht, die im zweiten Teil des Buches die Handlung dominiert, bereits aus "Fleisch ist mein Gemüse" hinlänglich bekannt. Statt Problemen eines Heranwachsenden gibt es nun Probleme eines Verwelkenden. Oft liest sich das weniger lustig als (vom Autor?) erhofft. Manche Beobachtungen, etwa gehässige Kommentare über das Verhalten anderer Touristen, werden viele Reisende teilen. Strunk ist ein kluger Kopf und einige Stellen in diesem Buch sind sehr unterhaltsam und lustig und geistreich, meist aber sehr depressiv und verbittert. Die verbalen Attacken gegen Brettspiel-Freunde und Senioren wirken bemüht provokativ - auf mich wirkte das so als wäre Strunk es anderen Menschen neidig, mit denen es das Leben besser gemeint hat als mit ihm.
Wie gewohnt spielt Musik für den Heinzer auch in diesem Werk wieder eine grosse Rolle - besonders die positive Beschreibung des Afrika-Liedes zeigt, dass Strunk auch voller Leidenschaft sein kann und zumindest beim Thema Musik alles andere als einsilbig und stumpf ist.
Sehr böse, aber leider sehr zutreffend und lustig: Strunks kurzer Seitenhieb auf die Orthographie- und Wirrkopf-Spielwiese Internet-Foren!
Wer von diesem Buch erwartet viel über Afrika oder zumindest über Kenia zu erfahren kann nur enttäuscht werden, Strunk und sein österreichischer Reisebegleiter C. schaffen es zumindest mal nach Mombasa, aber viel mehr als ein Spielcasino und eine Disco sehen sie dabei nicht. Die allermeiste Zeit wird im All Inclusive Ferienclub mit Essen und Dösen verbracht. Strunk zelebriert es, sich anders als die anderen zu fühlen und damit dürfte er eindeutig nicht die Zielgruppe von Mario Barth (den er in diesem Buch verspottet) oder Tommy Jaud ansprechen. Und das finde ich auch sehr erfeulich!
Alkoholiker, Spielsüchtiger, Neurotiker - wenn er das alles therapieren wollte, hätte er gar keine Zeit mehr für anderes, schickt Strunk dieser Reiseschilderung voraus, Aufschreiben kann ja auch therapeutisch sein, insofern erfüllt "Heinz Strunk in Afrika" einen guten Zweck - Autor und Leser können ihrem Frust über sehr vieles Luft verschaffen, durchaus befreiend!
Wer Bestätigung dafür sucht, dass Reisen überbewertet wird und sarkastischen Humor mag, dem sei dieses Buch als (Urlaubs-)Lektüre empfohlen.

3,5 Sterne

270 Seiten, gebunden, Rowohlt 2011
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am 22. Januar 2015
Eigentlich bin ich großer Heinz Strunk Fan, ich liebe seine Art zu schreiben und oft finde ich mich in seinen urkomischen Werken wieder; meine Generation halt. Hier allerdings herrscht vorwiegend quälende Langeweile. Was hat ihn geritten diese unsägliche Pudelgeschichte in das Buch aufzunehmen? Warum dieser seltsame "Freund", der eigentlich nur bescheuert wirkt und irrsinnig nervt. Komisch ist keines von beiden. Der Rest ist ganz OK, aber dennoch weit unter Strunks sonstigem Niveau. Es wirkt stellenweise so als hätte der Autor keine Lust mehr gehabt den Band fortzusetzen. Schade. Wer schon alles andere von ihm hat und unbedingt noch einen Band lesen will dem kann zwar nicht wirklich abgeraten werden; alle anderen sollte zu einem seiner anderen Bücher greifen, die wirklich alle absolut genial und lesenswert sind.
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. März 2011
Eigentlich eine schöne Idee: im Winter ist's in Deutschland (und Österreich) traditionell kalt, naß und unfreundlich.Da liegt es nahe, in die Sonne zu fliegen... Strunk tut's mit seinem besten Kumpel (aus Wien), und ausgerechnet Mombasa ist das Ziel. Dort trifft man auf die erwartbar typische Menschenkonstellation - Touristen (vornehmlich aus D und UK) und Eingeborene (die mehr oder weniger erfolgreich versuchen, die Touris auszunehmen). Was kann man in Mombasa machen? Nach Lektüre dieses Romans ist man geneigt zu sagen, sehr wenig... essen, schlafen, spielen, trinken, Tiere schauen, Touris ärgern. Wem's reicht.

Das Ganze ist leidlich nett zu lesen, aber nach der Hälfte des Buchs stellt sich doch ein Gefühl von "es reicht jetzt eigentlich" ein. Dann zieht es sich nur noch. Einige schöne Ideen und gute Dialoge machen leider noch kein gutes Buch aus.
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am 21. Januar 2013
Typisch Heinz Strunk, typisch sehr gut. Das Hörbuch auch noch von ihm persönlich gelesen, ein Muss.

Bestimmt aber wurde dabei sehr viel glattgebügelt aus Rücksicht auf einige LeserInnen.
Dass zwei männliche Singles nach Kenia reisen, um dort allenfalls etwas zierlich mit Disco-Schönheiten zu balzen und dabei bleibt's dann... Wer's glaubt!
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am 13. Januar 2011
Ich habe das Buch von meinem Bruder zu Weihnachten bekommen und als großer Strunkerfan mein laufendes Buch abgebrochen um dieses zu beginnen. Nach anfänglicher Freude stellte sich zunehmend eine leichte Langeweile ein, die auch bis ans Ende anhielt.Das Buch ist wahrlich nicht schlecht aber eben auch kein Highlight so wie "Fleisch ist mein Gemüse" oder "Fleckenteufel". Es wird sich zu sehr in Details verloren und die X-te Spielhallentour lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.Es gibt natürlich trotzdem jede Menge Momente wo man denkt "geil, typisch Heinzer - genial",aber alles im allem hatte man sich doch mehr von dem Werk versprochen.
Wo ich jetzt den Preis sehe müsste man eigentlich nochmal einen Stern wegen Preis/Leistung abziehen - für nen Zehner wärs O.K. gewesen - heute bin ich aber mal freundlich und belasse es bei gnädigen 3 Sternen.Sorry Heinz.
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am 18. November 2012
Heinz Strunk und sein Freund C. verreisen gern zusammen. Das Land ist nebensächlich. Hauptsache: möglichst wenig erleben. So gestalten sich die gemeinsamen Urlaube in einvernehmlicher Routine: Frühstück – Pool – Mittag – Strand – Abendessen. Dazu gute Gespräche, Lesen, Dösen. Der Gipfel an Aktivität sind das abendliche Hotelunterhaltungsprogramm und Casinobesuche. Erholung ist, wenn nichts passiert!

Nun also Afrika. Dieses Weihnachten soll es nach Kenia gehen. Pure Lethargie und latente Depression statt Neugier und Abenteuerlust. Zunächst ist alles so, wie es sein soll: Die erste Urlaubswoche verläuft ohne gefürchtete Zwischenfälle und Risiken. Die beiden Freunde genießen den Stumpfsinn ihres Alltags in der Hotelanlage.

Dass soweit nichts geschieht, ist für den Leser dennoch ziemlich amüsant. So zum Beispiel Strunks Beobachtungen seiner Mitmenschen – herrlich provokant und böse („Wovon träumen Leute, die so aussehen?“). Oder die mal mehr, mal weniger philosophischen Fragespiele der beiden Freunde („Würdest du dich für 40 000 Euro ein halbes Jahr lang nicht zudecken?“). Und das Zusammenspiel der beiden Charaktere: der eine passiv, lethargisch und kein Stück neugierig („Ein Tag gleicht dem anderen schon jetzt wie ein Ei, herrlich!“), der andere hypochondrisch und wunderbar nervtötend.

Der vergleichsweise kurze zweite Teil des Buches verlässt die Hotelanlage. Und damit verläuft nichts mehr wie geplant: Glücksspiel und Schmerzen, manipulierte Wahlen und Gewehrschüsse in Mombasa…

„Heinz Strunk in Afrika“ ist keine Reiseliteratur. Eher ist es der Gegenentwurf eines Reiseromans. Man trifft hier nicht auf einen weltgewandten Reisenden, der sich voller Neugier in fremden Kulturen bewegt. Man trifft auf Heinz Strunk: Teil des Humorkollektivtrios Studio Braun und Autor des Bestsellers „Fleisch ist mein Gemüse“.

Skurril, komisch und dank intelligentem Humor keineswegs so stumpfsinnig, wie sich die Reise im Buch gestaltet. [...]
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Heinz Strunk, Musiker, Komponist, Schauspieler, Komödiant und Schriftsteller, ist bekanntlich mit dem Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ berühmt geworden. Er ist ein Autor der eine unglaublich bittere Literatur schreibt.

Eigentlich interessiert sich dieser norddeutsche Heinz Strunk nicht für Afrika, wie er üblicherweise gewöhnlich nie besonders für seine Reiseziele angetan ist. Und obwohl er eigentlich eine Pauschalreise ohne Abenteuer bevorzugt, einen Urlaub wo man gar nichts erlebt, geht er nun ausgerechnet dahin wo das Leben heftig und grausam ist und er schont sich selber dabei nie. Ihm macht es vielmehr Spaß den „öden Alltag“ schonungslos zu dokumentieren.
Er fährt immer mit einem Freund über Weihnachten weg, weil er mit dem Fest übrigens nichts Richtiges anfangen kann. In Kenia ist es zu dieser Jahreszeit warm und damit sind eigentlich schon die wesentlichen Vorrausetzungen für einen perfekten Weihnachtsurlaub gegeben.
Auf seiner Reise in den tiefschwarzen Kontinent, in einen Ferienort in der Nähe von der Hauptstadt Mombasa geraten der Bestsellerautor Strunk und sein gleichnamiger Alter-Ego-Protagonist C., ein stets kränkelnde und griesgrämige Raucher - in so weit übrigens ein idealer Reisebegleiter- an die unterschiedlichsten Standorte, an denen eigentlich immer ein bisschen zu viel Menschenhasser Strunk und zu wenig Afrika fokussiert werden. Dennoch erfahren wir in Mini Gags und inneren Monologen - Strunks spezielle, eigenartige Art von Humor - , etwas über so unterschiedliche Themen wie Urlaubskalorien, Urlaubsfeindschaft, Urlaubsfreundschaft, Bürgerkrieg, Sexismus mit „Bumsböcken“ und „Fickstörchen“, Spielautomaten umgeben von Spielsüchtigen, Hassverstärkern bei hemmungslosen Saufspielen und als besonderes Highlight des Buches die lokalen Präsidentschaftswahlen.

Wie gesagt, dieser Heinz Strunk ist ein schonungsloser Beobachter, der nicht nur die ganzen Facetten des trostlosen Lebens, sondern auch die mit spöttischer, perfider und demütigender Sprache aufgezeigten Schwächen im Erscheinungsbild und Auftreten seiner Mitmenschen schonungslos und unleidlich aufdeckt, alles aber, trotz aller Übertreibungen, lebensnah und durchaus glaubwürdig erscheinen lässt. Seine Komik lebt von der Verknüpfung zur Tragikkomik, darin ist Heinz Strunk ein unbestrittener Meister.

Ein eindeutiges, durchgängiges Erzählkonstrukt ist in dem bisher wohl schwächsten Buch von Heinz Strunk nicht zu erkennen, ein Spannungsbogen kann auch da nicht konstruiert werden, wo Strunk am Ende im Bett einer jungen Frau aufwacht und seinen Reisegefährten vermisst! Der wird doch nicht zu den über 1000 Menschen gehören, die zwischenzeitlich bei örtlichen Unruhen gestorben sind?

Ein einfallsreicher Titel, ein Buch was jedoch weder große Literatur noch Reiseerzählung ist – mehr Strunk als Afrika – ein Buch mit einem Grundton, auch wenn man sich teilweise über Formulierungen ärgert, teilweise Bilder nicht so schön findet, hat es diesen elegischen Grundton, der einen dann bei der Lektüre auch nicht wieder los lässt. Urlaubsromantik sucht man allerdings vergeblich und vielleicht wäre weniger mehr gewesen.
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am 12. August 2015
Ich bin ja ein enormer Fan von Heinz Strunk, das ist alles normalerweise großes Wortkino und echt geil. Aber "Strunk in Afrika" ist ein Käse, das muss ich leider sagen, da hilft alles nichts.
Ich bin mir sicher, dass Strunk selbst nur etwa ein Drittel des Romans geschrieben hat, und dieses Drittel ist wie immer: Gütesiegel Strunk, erste Klasse, Wortwitz ohne Ende, alles schön bitter und verdammt in alle Ewigkeit.
Aber dann: 3 Sätze weiter macht es knack, und der Stil ist ganz anders, verbeamteter Humor, beflissen, keine Grandezza, da bin ja ich noch witziger. Ich vermute knallhart, dass diese Passagen sein Urlaubskumpan Grissemann verfasst hat, obwohl der ja eigentlich auch sehr witzig ist. Je nun, war es Strunks Cousin oder der Lektor?, man weiß es nicht.
Das Buch ist jedenfalls ein Nepp, schlicht und einfach entbehrlich und das sage ich in großer Trauer.
Heinz Strunk, Sie sind super! Nur immer vorwärts und die Bücher selber schreiben! Dann wird das was.
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