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am 14. April 2010
hat er von den Zuständen in unserem Land, davon, zuzusehen, wie dieses reiche Land immer ärmer wird, wie es systematisch ausgeplündert wird, wie "Polit-Lumpen vieler Parteien Geld für Dinge verschwende(te)n - und das in einem Stil, den man nur als verbrecherisch bezeichnen kann", und ""die da oben" in Wirtschaft und in vielen sogenannten freien "Berufen" nur noch unverschämt abzocken; sich ohne jegliche Scham Gelder in die Tasche schieben, oft auch noch gegenseitig, Gelder in einer Höhe, die so unverschämt ist, daß ehrlich arbeitenden Menschen das Messer in der Tasche aufgeht", weshalb der Autor beschlossen hat, seiner Wut über die herrschenden Verhältnisse aus seiner Sicht in "Das Wut-Buch - Mir reichts! Armes Deutschland" freien Lauf zu lassen, und gegen Korruption, Lobbyismus usw. zu Felde zu ziehen.
Der Autor, Dr. Dieter Jaehrling, Jahrgang 1939, ist keiner der "üblichen Verdächtigen" aus dem Kreis mehr oder weniger bekannter Aufklärungs-Journalisten,
sondern er ist Managementberater und -trainer, der u. a. in den Bereichen Kundenorientierung, Produktivität und Führung arbeitet, was mich auch persönlich freut, beweist der Autor doch, daß - entgegen manch gängigen Vorurteilen - Menschen aus diesen Berufsfeldern eben nicht generell ihren Verstand bei Westerwelle oder dem CDU-Wirtschaftsrat abgegeben haben, und nur noch Parolen der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) nachbeten, nach "Flexibilisierung" schreien, den Kündigungsschutz weghaben wollen und im übrigen auf Menschen herumtrampeln, die finanziell nicht gerade auf Daunen gebettet sind.
Im Gegenteil!
Als Management-Berater kennt Jaehrling seine Pappenheimer, nennt in einer wunderbar drastischen Polemik etwa Gegner eines gesetzlichen Mindestlohns "Schweine" (Dabei fällt mir der Kabarettist Volker Pispers ein:"Entweder Sie sind für Mindestlohn, oder Sie sind ein Ar...och!") und begründet dies auch noch nachvollziehbar, wettert gegen Lobbyismus und Ausbeutung unsrer Sozialkassen, und findet auch zum Rententhema drastische
Worte: "Rentnerinnen und Rentner müssen sich zusammentun, nicht in einer vorsichtigen und leisen Form, nein, sie müssen grob werden - grob zu denen, die das System selbst, das heißt, alle Menschen in diesem unseren Lande, belügen und betrügen - seien es nun die PolitikerInnen oder die MedienvertreterInnen oder sonst wer." Zum Thema Rente müsse auch "darüber gesprochen werden, welche Anteile der individuellen Vermögen einzusetzen sind, damit dies bezahlt werden kann. Also auch die Vermögen der Reichen. Viele Reiche scheinen zu vergessen, daß sie vor allem auch auf der Grundlage dieser Gesellschaft reich geworden sind und reich sind - es ist auch ihr eigenes Verdienst dabei - aber längst nicht nur. Vorstände sind so reich geworden, weil die ganzen Belegschaften dieses Geld verdient haben. Ärzte sind reich geworden, weil die Gesellschaft akzeptierte, daß für die Ausübung dieses Berufes so viel bezahlt wird. PolitikerInnen sind so reich, weil es (jedenfalls bisher) akzeptiert wurde, daß sie die öffentlichen Kassen so ausplündern dürfen und ihre Beziehungen ausnutzen, um sich zusätzlich Gelder zu verschaffen. UnternehmerInnen sind reich geworden, weil so viele Menschen dafür gearbeitet haben. All dies muß auf den Prüfstand."

Der Autor holzt gewaltig, oft undifferenziert und plakativ, drauflos, aber seine Argumente sind zum großen Teil nicht von der Hand zu weisen. Ich selbst bin nicht immer einer Meinung mit Jaehrling, etwa mit seinen Überlegungen, daß "unser Rentensystem nicht für unsere Welt geschaffen" sei, und so nicht mehr weiter funktioniere, er aber nicht weiter ausführt, mit was dies zusammenhängt.
(Z. B. gibt es seit Jahren breitangelegte gesetzliche-Rente-Miesmach-Kampagnen, um den Bürgern Angst einzujagen, und uns zu den privaten Finanzdienstleistern zu jagen, auch über das Thema Riesterrente und wer davon profitiert, verliert Jaehrling kein Wort, genausowenig darüber, daß von politischer Seite die gesetzliche Rente bewußt zerstört wird.)

Auch beim Thema Privatisierung ist er mir zu undifferenziert, wirft etwa die skandalösen Vorgänge um die IKB-Bank und die Landesbanken mit kommunalen Beteiligungen bzw. öffentlichem Betreiben von Verkehrsbetrieben, Wasserwerken und Energieunternehmen, also Unternehmen der "Daseinsvorsorge", in einen Topf, als ob er dem CDU/FDP-Credo in NRW "privat vor Staat" trotz aller bundesweiten Privatisierungs- und Ausplünderungsskandale das Wort reden wollte.
Leider ist Jaehrlings Stoßrichtung hier die, daß "staatlich" geführte Unternehmen per se schlecht sind, und Private generell gut, und kommunale Unternehmen nur existieren, um abgehalfterte Politiker unterzubringen. (Ich kann u. a.. zum Thema Privatisierungwahn "Edition Le Monde diplomatique 06 - Ausverkauft: Wie das Gemeinwohl zur Privatsache wird", empfehlen, sowie die beiden, im Fernsehen leider nur wenig gezeigten hervorragenden Dokumentationen "Wasser unterm Hammer" und "Bahn unterm Hammer" der beiden Dokumentarfilmer Herdolor Lorenz und Leslie Franke, u. a. auch über Amazon erhältlich. Warnung: Die nächsten Wutanfälle sind vorprogrammiert!) Aber vielleicht hat Jaehrling längst weiterrecherchiert, und packt seine Erkenntnisse in ein "Wut-Buch 2.0"?
Insgesamt ist das "Wut-Buch" dennoch, trotz aller Einschränkungen, durchaus lesenswert.
Und die Hauptbotschaft des Autors, nämlich uns selbst als Staatsbürger ernstzunehmen, und uns einzumischen in unsre ureigenen Angelegenheiten, kann ich nur voll und ganz unterschreiben.
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am 3. Oktober 2009
Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem Ergebnis der Bundestagswahl zufrieden, verkündete eine Nachrichtensprecherin des ZDF. Das jedenfalls hat die Forschungsgruppe Wahlen herausgefunden, so die Sprecherin einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt, die in ihrer eigenen Werbung behauptet, dass man mit ihr besser sieht.

Die derzeitige Lage unseres Landes ist also doch nicht so dramatisch? Wenn man sich die einzelnen Missstände in Deutschland anschaut, dann stimmt das auch, schreibt der Autor im Vorwort. Aber sobald man damit anfängt, die verschiedenen Bereiche nicht mehr als einzelne Felder zu sehen, sondern sich alles zusammen anschaut, dann beginnt es, nicht mehr so harmlos auszusehen.

Letztendlich verantwortlich dafür sind wir alle, das ist klar, schreibt der Autor weiter. Jede Bevölkerung hat nach einer gewissen Zeit die Regierungen, die sie verdient. So richtig dies ist, so falsch ist es auch. Als einzelner kann man gar nichts verändern und bei einer schleichenden Veränderung in den letzten Jahrzehnten hat es auch eine Weile gedauert, bis man überhaupt merkte, dass grundlegende Prozesse falsch laufen und daher auch grundlegende Änderungen notwendig sind.

Deutschland ist inzwischen ein armes Land. Aber Deutschland ist nicht arm geworden, weil nicht gearbeitet wurde, schreibt der Autor. Es wurde arm, weil "Polit-Lumpen" vieler Parteien Geld für Dinge verschwende(t)en, - und das in einem Stil, den man nur noch verbrecherisch bezeichnen kann. Es wurde arm, weil "die da oben" in Wirtschaft und in vielen sogenannten "freien Berufen" nur noch unverschämt abzocken; sich ohne jegliche Scham Gelder in die Tasche schieben, oft auch noch gegenseitig. Gelder in einer Höhe, die so unverschämt sind, dass ehrlich arbeitenden Menschen das Messer in der Tasche aufgeht.

Aber vielleicht gibt es ja auch eine schweigende Mehrheit, die nur nicht mehr zu Wort kommt, weil sie "täglich medial vergewaltigt wird". An sie wendet sich der Autor.

Warum heißt das Buch aber "Wutbuch"?

Nun, der Autor verwendet eine deutliche Sprache in seinem Buch, zum Beispiel wenn es um den [gesetzlichen] Mindestlohn geht, denn auf Seite 90ff schreibt er dazu:

"Die Debatte über den Mindestlohn erregt mich, ärgern wäre harmlos ausgedrückt. Ich empfinde die Debatte darüber als Schande. Es scheint bei uns eine größere Anzahl von PolitikerInnen zu geben, die ernsthaft die Ansicht vertreten, dass jemand, der Vollzeit ... arbeitet, dafür einen Lohn erhalten darf, von dem er nicht alleine leben kann. Von Familie gar nicht zu reden. Oder von Kindern. Und dass unsere Wirtschaft zugrunde ginge, viele Arbeitsplätze verloren gingen, wenn ein Lohn bezahlt würde, der ein Einkommen über dem Sozialhilfesatz ermöglicht. ...
Diese Ansicht ist nicht nur menschenunwürdig und ethisch und moralisch verwerflich. Sie ist sogar politisch gefährlich. ...
Wer einen Lohnanspruch bei voller Arbeitszeit unterhalb des Existenzminimums als gerechtfertigt vertritt, ist für mich ein Schwein. Und wenn dieselben Leute dann noch Millionengehälter rechtfertigen können, sind sie doppelte Schweine. Und wer die Löhne unterhalb des Existenzminimums dann auch noch volks- und betriebswirtschaftlich begründet, ist ein besonderes, ein besonders dummes Schwein.
Leben wir bei uns langsam wieder im Mittelalter oder in irgendeiner grauen Vorzeit? Ohne jegliche Achtung von anderen Menschen und ihrer Arbeit? ... Wo sind wir gelandet? Auf einem fremden Stern?
Oder sind wir nach wie vor in Europa, wo es eine Menge Länder gibt, die bewiesen haben, dass man auch in einer globalisierten Welt Mindestlöhne einführen kann, ohne dass die Wirtschaft in Gefahr gerät. ...
Komischerweise werden ja diese niedrigen Löhne vor allem für Arbeiten bezahlt, die Dienstleistungen hierzulande darstellen. ... Es geht also nicht darum, dass wir dann nichts mehr ins Ausland exportieren könnten. Worum es geht, ist klar: Es geht um die Umverteilung des Geldes. Und es geht um menschliche Werte, die anscheinend den PolikerInnen, die gegen den Mindestlohn sind, nichts mehr wert sind. Wo soll jemand die Achtung vor sich selbst hernehmen, wenn er sich ... selbst dann nicht mehr ernähren kann, wenn er 40 Stunden [pro Woche] arbeitet."
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am 12. März 2010
Dieses Buch hat mich etwas entäuscht. Der Autor hat zwar in vielen Dingen nicht Unrecht und beispielsweise sein Statement zum Mindestlohn spricht mir aus dem Herzen, aber dafür sind andere Dinge etwas weit hergeholt und wirklich Neues (oder wenigstens aus einem neuen Blickwinkel) erfährt der Leser weniger. Was mir zum Beispiel eine Internetstatistik zum Wort "Wut" oder "Deutsche Wut" verraten soll, ist mir schleierhaft... Desweiteren ist der Autor wohl mit einigen Ideen (Populismuspreis, PDN) nicht besonders weit gekommen, denn die meisten Internet-Adressen führen ins Leere oder auf Seiten, die mit dem Thema absolut nichts zu tun haben.
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