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am 24. April 2012
Zweifelsohne, Tom Buk-Swienty hat ein spannendes Buch geschrieben. Es gelingt ihm, anhand von Einzelschicksalen einen packenden Schlachtbericht zu schreiben, und das über die Schlacht bei den Düppeler Schanzen, die für die dänische Nation tatsächlich einen Negativ-Mythos darstellt. Es gelingt ihm weiterhin eindrucksvoll, den Leser anhand von Augenzeugenberichten in die "Schlacht zu ziehen". Dies ist eine beachtliche Leistung und tatsächlich ein literarisches Ereignis für den Leser, egal ob Historiker, geschichtlicher Sachbuchfreak oder Laie.

Doch ich muss mich der Meinung eines der Vorrezensenten anschließen. In Tom Buk-Swienties Buch stecken viele kleine Teufelchen im Detail. Schon der Klappentext enthält zwei gravierende Fehler. Dort ist die Rede davon, dass preußische und österreichisch-ungarische Granaten auf die Düppeler Schanzen "regnen". Wie kann das gehen, wenn Österreich-Ungarn als Staat doch erst 1867 gegründet wurde? Vor allem: Ich habe noch nie in einem Buch über die Düppeler Schanzen gelesen, dass österreichische Artillerie an der Beschießung der Schanzen beteiligt war. Auch Buk-Swienty schreibt bei aller Detailfreude nichts dergleichen.

Befremdlich ist es auch, dass ein so detailliertes Buch über eine Schlacht nicht näher darauf eingeht, dass fast dieselben Kämpfe schon 1848/1849 stattfanden, die 1849 sogar mit der vollständigen Erstürmung der Düppeler Schanzen durch bayrische und sächsische Truppen endeten. Dies hätte schon zur Vorgeschichte gehört, wird aber nur in ein bis zwei Sätzen erwähnt.

Desweiteren habe ich einige Skizzen vermisst, welche detaillierter als die Karte im Buchinnendeckel die einzelnen Phasen der Schlacht deutlich veranschaulichen. Auch dieser Verzicht verwundert, wo doch das Fotomaterial so vorzüglich ist.

Ohne akribisch zu sein, sind mir an gravierenden historischen Fehlern noch aufgefallen: Nicht die Preußen, wie Buk-Swienty erwähnt, sondern die Schleswig-Holsteiner wurden bei Friedericia 1849 geschlagen. Desweiteren stimmt auch die Behauptung nicht, dass die Nutzung von Zügen als Truppentransporter in Europa erst 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg stattfand. Dies hätte der Autor besser wissen müssen, denn es war der in Dänemark so genannte Dreijahres-Krieg (in Deutschland besser bekannt als die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848-51), in dem meines Wissens nach zum ersten Mal die Bahn für Truppentransporte genutzt wurde - und zwar zum Beispiel 1848 für die putschartige Überrumpelung der dänischen Festung Rendsburg, was zum Auftakt der schleswig-holsteinischen Erhebung wurde.

Und last, but not least - und dies grenzt schon fast an Desinformation: Wie kann in einem Buch über den Deutsch-Dänischen Krieg der Name von Orla Lehmann fehlen? Schließlich handelt es sich um den führenden Mann, der das Gesicht der eiderdänischen Partei war, welche die verhängnisvolle Novemberverfassung 1863 durchsetzte, was den Krieg auslöste.

Die dänische Führung als Konglomerat von manisch-depressiven Freaks zu beschreiben, die zusammen mit ihrem König dem Untergang geweiht sind, ist dramaturgisch ein wirkungsvoller Kunstgriff, grenzt jedoch an Geschichtsklitterung. Die dänische Führung war weder debil, noch wurde sie Opfer eines bismarckschen Masterplans, - wie von Buk Swienty suggeriert. Sie scheiterte an ihrer eigenen politischen Fehlkalkulation und nationalistischen Selbstüberschätzung.

Fazit: Ein sehr gut geschriebenes, jedoch unzureichend recherchiertes oder schlecht lektoriertes Buch. Anders sind derartige Fehler nicht erklärbar.
11 Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen, was dafür spricht, daß es wirklich spannend geschrieben ist. Der Autor ist Journalist und hat eine gute Schreibe, kein Zweifel, jedoch wiegt das die zahlreichen - häufig ärgerlichen - Fehler nicht auf und führt dazu, daß ich das Buch für schlecht halte, denn falsche Behauptungen spannend dargeboten sind doppelt gefährlich, da sie sich umso leichter im Gedächtnis des Leser festsetzen. Historisch ist es stellenweise dermaßen verzeichnet, daß nicht genau gesagt werden kann, liegt es am Autor oder allgemein an mangelnden historischen Kenntnissen in Dänemark. Zum einzelnen:
Der Autor verwechselt an einer Stelle (S. 142) ganz offensichtlich das Paulskirchenparlament in Frankfurt, das nach allgemeinen, freien und geheimen Wahlen zusammengetretene erste demokratische Parlament der Deutschen mit dem Frankfurter Bundestag, wohin die Staaten des Deutschen Bundes ihre Vertreter entsandten.
Er behauptet (S. 143), Friedrich der Große habe die bürokratische Staatsmacht geschaffen, dabei war es natürlich sein Vater Friedrich Wilhelm I.
1806/07 habe es Massendesertionen (S. 143) aus dem preußischen Heer gegeben, was nicht mit den historischen Fakten übereinstimmt.
Preußen sei 1815 gebrochen aus dem Krieg (S. 144) gekommen, das Gegenteil ist aber richtig.
Autor übersieht (S. 144), daß die preußischen Reformen bereits vor 1815 begannen.
Autor weiß nichts (S. 153) von der Bundesexekution 1864, für ihn führten nur Österreich und Preußen Krieg gegen Dänemark. Dabei wurden die Dänen aus Holstein ausschließlich von Truppen aus Sachsen und Hannover unter dem Kommando des sächsischen Generals von Hake vertrieben. Der Aufmarsch zum Krieg sah folgendermaßen aus: Die sächsische Brigade stand bei Boizenburg, die hannoversche Brigade bei Harburg und Lüneburg, die Preußen bei Hagenow und Wittenburg, die Österreicher in Hamburg.
Bismarck wird als Superhirn der europäischen Politik beschrieben: Er habe seit 1862 den Plan verfolgt, Krieg mit Dänemark zu führen. Und er wählte mit 1864 (S. 152, 156) den günstigsten Zeitpunkt zum Kriegsausbruch. Diese These ist von der Forschung längst revidiert. Bismarck agierte nicht, er reagierte auf sich ihm bietende Möglichkeiten - das jedoch dann mit Meisterschaft.
Nach dem Autor (S. 158/59) hat es im 10. Jhdt. "deutsche" Kaiser gegeben, es waren natürlich "römische".
Wenn der Autor dann noch den dänischen Ministerpräsidenten Monrad "manisch-depressiv" und "völlig unzurechnungsfähig" (S. 156) und den Kriegsminister Lundbye als "schwachsinnig" (ebd.) bezeichnet, kann ich ihm - schaut man sich den Unsinn an, den er zu deutschen Geschichte verzapft - nicht recht glauben.
Moltke sei in Holstein geboren worden (S. 163), quasi als dänischer Untertan, weswegen er im dänischen Militär diente. Parchim, sein Geburtsort, liegt aber in Mecklenburg, und er stand in dänischen Diensten, weil weder Mecklenburger noch Preußen großen Bedarf an jungen Offizieren hatten
Am Ende schreibt der Autor (S. 349), daß er sich an die landesüblichen Orts- und Regionalnamen gehalten habe (mit Ausnahme von Kopenhagen, Düppel, Alsen, Fünen), jedoch verwendet er für den Ort Idstedt nördlich von Schleswig, wo am 25. Juli 1850 die Dänen über um ihre Unabhängigkeit kämpfende Schleswig-Holsteiner siegten, konsequent die dänische Schreibweise "Isted". Nur ein Übersetzungsfehler?
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am 9. März 2012
Nach dem Lesen dieses Buches und der hier vorhandenen Rezensionen komme ich zum Schluß, das besagtes Buch eigentlich alle genannten Aspekte in sich trägt: sicherlich einige sachliche Fehler (die dem Nicht-Experten nicht auffallen - aber auch keinen Einfluß auf den Eindruck, den dieses Buch macht, ausübt), aber ein sehr kurzweilig-spannendes Buch, das versucht, alle Aspekte dieses Krieges zu beleuchten - natürlich in einem Abriß. Vor allem das Leben und Sterben der einzelnen Soldaten wird verdeutlicht, nicht nur die Passagen aus Mythen und Geschichtsbüchern.
Dem Autor gebührt das Verdienst, Geschichte greifbar an den geneigten Leser/-in zu bringen - etwas das bislang noch recht selten ist, und Fachliteratur ist oft schwer lesbar - und das recht einfach und verständlich ohne Hintergrundwissen erforderlich zu machen. Sehr schön auch die zahlreichen zeitgenössischen Darstellungen und Fotos!
Ein sehr empfehlenswertes Buch über einen fast (in Deutschland) fast vergessenen Krieg, der aber heute noch einen Einfluß auf das Verhältnis zu unseren nördlichen Nachbarn hat, die das Gebiet erst nach der Volksabstimmung 1920 zurückerhielten.
Auch ein Besuch im angesprochenen Museum in Düppel ist empfehenswert - und ist gar nicht weit von Flensburg entfernt.
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am 25. Januar 2012
In einem Zug habe ich das Buch lesen müssen .... morgens ... zwischen einigen Patienten ... mittags ... und abends. Es ist packend geschrieben und rührt vor allem durch seine Nähe zu dem menschlichen Leid an - man fühlt nicht nur mit den Opfern, sondern auch mit dem Betrachter der grausam zerfetzten Menschen und den liebenden Angehörigen, die letztlich ihre Geliebten niemals wiederbekommen werden.
Natürlich hat mich vor allem die zeitgenaue Schilderung und die Auslegung der politischen Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten zu dem Buchkauf animiert - und tatsächlich zeigt der Autor eine moderne Sichtweise auf die Bismarcksche Politik und den Dilletantismus in Kopenhagen auf. Was wäre gewesen, wenn Kopenhagen besonnener gewesen wäre und Bismarck dadurch von der Bildfläche verschwunden wäre ....
Das Buch sollte man unbedingt lesen !!!
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am 11. Mai 2013
Das Buch ist sehr exakt geschrieben - ich komme aus Flensburg - und beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema. Für mich sind in dem Buch weitergehende Hintergrundinformationen aufgezeichnet, die ich vorher nicht gewusst habe. Insofern ist das Buch eine große Bereicherung.
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am 12. Oktober 2011
Geschichte habe ich beim Lesen dieses hervorragenden Werkes erlebt, wie selten zuvor. Kämpfende Soldaten werden in Briefen und Erinnerungen als Menschen nahe, als wären Sie aus unserer Zeit. Freund und Feind hoffen, erzählen, leiden und sterben. Die geschichtlichen Zusammenhänge werden präzise und nicht zu kleinteilig erzählt.
Eins wird ganz deutlich: Die Regimenter werden von beiden Seiten als Folgen politischer Ignoranz auf der einen Seite und Großmannsstreben auf der anderen Seite aufeinander und in den Tod gehetzt. Wie in fast allen Kriegen entsteht Leid und Schmerz gerade bei denen, die eigentlich als Brüder friedlich nebeneinander leben könnten.
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am 28. Januar 2014
überragendes Buch zum Thema, spannend und mitreißend geschrieben. Hat schon seine Gründe warum es in Dänemark ein Sachbuch Bestseller war.
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*Die Schlacht war von einer eigentümlichen Schönheit ... Am Fuß des Hügels blitzte konstant ein Flammengürtel auf; der klare, blaue Himmel und das ruhige, dunkelblaue Meer rahmten dieses Bild von Flammen und Rauch ein, das einen grandiosen Anblick bot. Der Lärm war furchteinflößend, ohrenbetäubender, als ich es jemals gehört hatte. [Edward Dicey, britischer Kriegskorrespondent, Düppel, 18. April 1864]
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Die Schlacht auf den Düppeler Schanzen 1864 kennt man allenfalls als kurze siegreiche Episode in einer Kette leicht errungener Siege der preußischen Soldatentruppen - ich kannte dieses Ereignis bisher allerdings überhaupt nicht. Wie viel Leid auch in diesen 'kurzen' Schlachten über die Männer kam - es wird ausgeblendet, die Geschichtsbücher schweigen weitgehend dazu.
Der Autor des vorliegenden Buches "Schlachtbank Düppel" erzählt das Kriegsleiden sehr eindringlich aus der Perspektive der einfachen Soldaten, der Offiziere, Feldärzte und Kriegskorrespondenten aus Preussen, Österreich und Ungarn.
Keine Nationalpropaganda, sondern das jämmerliche Töten und Getötetwerden, geschildert anhand von Briefen, die über eine fünfwöchige Belagerung in Dreck und Kot, Hunger und Krankheit berichten.
Düppel wurde berühmt, weil das Rote Kreuz zum ersten Mal eingesetzt wurde. Und weil ein preußischer Musikdirektor namens Gottfried Piefke die Soldaten mit Marschmusik ins Feuer trieb. Angeblich riss ihm eine Kanonenkugel den Taktstock aus der Hand, er soll mit dem Degen weiter dirigiert haben. "Höchste Zeit, dass solche melodischen Siegermythen vom wahren Soundtrack der Geschichte ersetzt werden: dem Jammer der Opfer." [Dirk Schümer in der FAZ]
Einige Vor-Rezensenten haben historische Unkorrektheiten entdeckt - ich kann dieses nicht beurteilen oder bewerten, dafür fehlt mir die Sachkenntnis. Für mich ist das vorliegende Buch ein ergreifender dokumentarischer Bericht ... Ein Buch gegen den Krieg.
62 Abbildungen ergänzen die "Geschichte einer Schlacht".
Meine differenzierte Bewertung: 4,5 Sterne.
[Reinhard Busse]
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am 8. September 2011
Wer heute die A 7 nach Norden rast und bei Flensburg die deutsch-dänische Grenze überschreitet, ahnt kaum, dass in diesem friedlichen Land rechter Hand die Ausschilderung Richtung Sønderburg zugleich auf den Ort einer blutigen Schlacht weist: Düppel (dänisch: Dybbøl), wo 1864 ein heute kaum noch in der deutschen Geschichtserinnerung präsenter Krieg entschieden wurde. Beim dänischen Nachbarn ist dies anders.

Das Buch beschreibt Ursachen, Verlauf und Wirkungen des deutsch-dänischen Krieges von 1863/64. Was heute weit zurückliegend erscheint, weil es vor nunmehr fast 150 Jahren an der nördlichen Grenze Deutschlands stattfand, war ein handfester Krieg zwischen dem Königreich Dänemark und den beiden Hauptmächten des Deutschen Bundes, nämlich Preußen und Österreich-Ungarn. Durch diesen Krieg wurde, erstaunlich genug, die politische Neuordnung Mitteleuropas eingeleitet, deren wichtigste Ergebnisse uns heute als Selbstverständlichkeit erscheinen.

Doch der Reihe nach: Zunächst einmal gab es ein dänisches Königreich, das in seinem Süden die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg umfasste. Nach der Umwälzung von 1848 wurde das nunmehr konstitutionelle Königreich durch ein selbstbewusstes Bürgertum regiert, das sich bemüßigt sah, die Einwohner eben jener südlichen, ganz überwiegend plattdeutsch sprechenden Landesteile durch Verfassungsgesetz zu Dänen zu machen. Genau das war der Kriegsgrund. Man mag hierüber den Kopf schütteln, doch es war die Zeit des aufkommenden Nationalismus, und noch erstaunlicher war, dass die in Kopenhagen Regierenden es genau auf diesen Krieg ankommen lassen wollten. Sie taten es in Verblendung über die Stärke ihrer eigenen Streitkräfte.

Der Mann, dem dieses Gehabe nur allzu gelegen kam, war der erst kurz im Amt befindliche preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck. Auch er wollte den Krieg, er wollte ihn als Ablenkungsmanöver für einen selbstbewusst auftretenden preußischen Landtag, dessen gewählte Abgeordnetenkammer mit hartem Knöchel auf das jüngst erstrittene Etatrecht pochte und so gegen König und Regierung eine Verkürzung der dreijährigen Wehrpflicht erzwingen wollte. Bismarcks Karriere, kaum hatte sie begonnen, schien sich dem Ende zuzuneigen. Er griff nach dem rettenden Strohhalm. Unter Berufung auf fragwürdige völkerrechtliche Vertragswerke steuerte er sein Land in den Krieg.

Das Ergebnis ist bekannt. Das völlig isolierte Dänemark wurde vernichtend geschlagen. Es verlor seine südlichen Provinzen, und es verlor seine Stellung als potenter Mitspieler im europäischen Konzert der Mächte. Bismarck hatte sich innenpolitisch konsolidiert, und er hatte den ersten Schritt getan, der 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches vollendet werden sollte.

Zur Ironie dieser Geschichte gehört es, dass der Stratege, der auf preußischer Seite für das militärische Geschehen verantwortlich zeichnete, ein dänischer Untertan war. Sein Name war Helmuth von Moltke, und er diente seit etlichen Jahren mit der ausdrücklichen Genehmigung des dänischen Königs in der preußischen Armee, wo der einstige dänische Leutnant sein Können nutzbringend erweitern sollte. Das ist ihm offensichtlich gelungen.

Das Buch ist gut geschrieben. Dramaturgisch geschickt steigt es mitten im Schrecken des modernen Krieges ein, um sodann im weiten Bogen Anlass, Verlauf und Ergebnisse zu präsentieren. Die große Linie und die Details werden durch das Handeln von Regierenden und vom gemeinen Mann reportageartig und anschaulich beschrieben. Indessen: Um die Finten und Winkelzüge besser nachzuvollziehen zu können, sollte man bei der Lektüre den Autoatlas daneben legen. Fazit: Exzellent aufbereiteter Stoff und sehr gut lesbar.
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