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am 3. Juli 2012
Spethmann bleibt sich treu, keine Frage. Und er kann dies mit durchaus innerer Autorität auch in diesem schmalen Band ohne weiteres tun. Denn er war einer derer (wenigen), die schon vor der Einführung des Euro und vor aktuellen Krisen auf die Schwachpunkte der Konstruktion hingewiesen hat und fast prophetisch sämtliche Verwerfungen bereits vor einem Jahrzehnt benannt hat, die nun nach und nach eingetreten sind.

Im Ton und im Inhalt wird deutlich, wie Spethmann auch nun und gegenwärtig darunter leidet, dass die gleiche Haltung wie damals und die gleiche fehlerbehaftete Handlungsweise weiterhin und immer noch und schon wieder die Handlungen bestimmen. Hin zu mehr Verschuldung, mehr Transfer, mehr Ausgleich.

Im Gegensatz zu vielen anderen kritischen Stimmen aber, und das ist der eigentliche Gewinn dieses Buches, setzt Spethmann Alternativen (und nicht nur eine).

Ein Kerneuro, eine Rückkehr zu nationalen Währungen, ein gezielter Ausstieg einzelner Euro-Teilnehmer, alle Varianten legt er in knappen Worten vor und erläutert einsichtig, dass der vielbeschriebene (und beschriene) Gau, der 'Untergang des Abendlandes' und das Drohen eines neuen Mittelalters bei weitem nicht zu erwarten sind, wenn die Euro Konstruktion verändert wird (selbst, wenn diese Veränderung grundlegender Natur wäre). Es ist doch interessant, alle Polemik mal weg zu lassen und einfach zu schauen, wie es Ländern in Europa geht, die aktuell keinen Euro haben oder wie Deutschland da stand, als es noch keinen Euro hatte. Ebenso interessant, in Ruhe Ausstiegsszenarien nachzulesen und zu spüren, dass dies alles nicht der Untergang der bekannten Welt sein müsste.

Wohl aber eben auch noch einmal deutlich argumentativ nach zu vollziehen, dass ein 'weiter so', ein Verschulden bis zur Oberkante des Halses und ein Hineinziehen auch Deutschlands in diesen Strudel letztlich für ganz Europa viel zerstörerischer wirken wird, als alle Notbremsen.

Schon Watzlawick hat (aus ganz anderer Richtung) offengelegt, wie Menschen dazu neigen, in vertrauten Strategien zu bleiben, auch wenn diese nachweislich 'es nicht tun'. Wie Menschen individuell, aber dann eben auch als Gruppe, ein 'Mehr vom Gleichen' ständig verfolgen, wenn bis dato kein durchbrechender Erfolg vorhanden war. Ohne zu bedenken, dass nicht ein 'Mehr' an falscher Strategie die Probleme löst, nur weil die Strategie gewohnt und bekannt ist, sondern genau dieses 'Mehr' die Situation noch verfahrener gestalten wird ('Anleitung zum Unglücklichsein').

Wahrscheinlich wird auch dieser Ruf Spethmanns im politischen Getriebe verhallen oder zerrieben werden, zu wünschen wäre aber, dass politische Gestalter den Mut aufbrächten, sich seine Argumente in Ruhe anzulesen und dementsprechend ihr Handeln zu überprüfen.
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