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am 3. Juli 2010
In diesem Büchlein zur aktuellen Finanzkrise geht es laut dessen Untertitel darum, wie man "vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld" kommt.

Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

- Wesen und Geschichte des Geldes
- Kaufkraft, Inflation, Deflation
- Zinsen und Zeitpräferenz
- Krisen

Das staatliche Geldmonopol dient der Finanzierung des Staates und wird von dessen Nutznießern (Wirtschaftswissenschaftlern, Banken, Großunternehmen und Gewerkschaften) unterstützt. Um u. a. dem Staat zu günstigen Kreditkonditionen zu verhelfen, wird durch eine Politik des leichten Geldes der Zinssatz gesenkt. Das führt notwendiger Weise zu Inflation und (wegen fehlender Übereinstimmung mit den Wünschen der Sparer und Investoren) zu konjunkturellen Krisen. Diese Krisen werden dann durch noch mehr Staatseingriffe in die Wirtschaft "gelöst". Am Ende winken Staatsbankrott, Hyperinflation und Währungsreform. Wenn der Staat schließlich die Wirtschaft kontrolliert, haben wir eine komplette Planwirtschaft und die Freiheiten der Bürger verschwinden.

Wie man aus der Geschichte lernen kann, ist das Geld ursprünglich auf dem freien Markt entstanden. Banknoten entstanden als Quittungen für hinterlegtes Gold. Wenn eine Bank mehr Quittungen ausstellte, als Gold in ihren Tresoren lag, musste sie mit dem Bankrott rechnen. Heute können Banken Dank der Mindestreservevorschriften ein Mehrfachen der Einlagen verleihen, wodurch das System instabil wird.

Wenn man den Weg in den Sozialismus aufhalten will, muss man das Geld wieder privatisieren. Dazu werden mehrere Vorschläge unterbreitet, welche sämtlich auf der so genannten "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre beruhen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Zentralbanken und die Teilreservehaltung abgeschafft werden müssen. Man geht davon aus, dass die Vorschläge auf einen Goldstandard hinauslaufen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist sehr aktuell (Mai 2010) und geht auch auf die Probleme des Euro ein. Die gewährten Hilfen für Griechenland scheinen demnach gegen die Vorschriften der EU und des Internationalen Währungsfonds zu verstoßen. Zur besseren Argumentation enthält das Buch viele Diagramme (z. B. zu Inflation, Aktien, Goldkurs) und einige Fallstudien (u. a. zur Verschuldung in EU und USA). Im Vergleich zu Hochreiter: "Krankes Geld, kranke Welt" findet man hier weniger Theorie (diese wird dort auch grafisch dargestellt, was in "Geldreform" leider fehlt). Da es um die Geldpolitik geht, erfährt man nichts zu Regulierung, Ratingagenturen und Freddie / Fannie usw.
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am 4. Dezember 2010
Manchmal ändern sich die Zeiten schneller als man denkt. Erst vor wenigen Jahren rief die Forderung nach einer privaten Geldordnung selbst in liberalen Kreisen derart heftige Reaktionen hervor, dass man um seinen zukünftigen Ruf fürchten musste. Wegen der Banken- und Finanzkrise und aufgrund der Tätigkeit Frank Schäfflers, durch welche die Wiener Schule in Deutschland endlich auch unter politisierten Liberalen wieder hoffähig gemacht wurde, gehört das Wissen um die Bedeutung guten Geldes inzwischen nahezu wieder zum liberalen Kanon. An wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu dem Themenkomplex mangelt es gerade in englischer Sprache nicht. Gefehlt hat jedoch bisher ein deutschsprachiger Einstieg ins Thema, dessen Grundlagen die Verfasser in sechzehn Kapiteln abhandeln. Man erfährt von der Natur des Geldes und seiner Entstehung, von den Gründen für Inflation, von der Ursache für den Zins und von der Rolle der Zentralbank bei der staatlichen Geldproduktion und wie diese zu Krisen, Überschuldung und zum Staatsbankrott führt. Hier wird der Weg vom guten Marktgeld zum schlechten Staatsgeld und dessen Folgen nachgezeichnet. Besonders brauchbar ist dies für alle, die ihren vorhandenen Bestand an versprengtem geldtheoretischem Wissen strukturieren und homogenisieren wollen. Im vorletzten Kapitel geht es dann um den Weg zum guten Geld. Hier referieren die Verfasser zunächst die wichtigsten angebotenen Vorschläge von Mises, Hayek, Rothbard und Huerta de Soto. Dann gehen sie auf die politischen Schwierigkeiten eines Kurswechsels ein. Regierende wie Regierte hätten kein Interesse an gutem Geld, was nicht zuletzt daran liege, dass die Krisenhaftigkeit des Staatsgelds landläufig unbekannt ist. Die sozialrevolutionären Folgen einer präventiven Geldreform ließen die maßgeblichen Entscheider vor einer Währungsreform zurückschrecken, so dass eine Inflation leider unausweichlich erscheine.
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am 27. Mai 2012
Das Buch ist eine gute Einführung in das Thema Geld und Inflation. Die Autoren erklären anhand Ludwig von Mises, Friedrich von Hayek und Murray N. Rothbard warum das Staatsgeld (Monopol) die Ursache für die Wirtschaftskrisen ist und wieso Marktgeld (Wettbewerb) besser (und werterhaltender) wäre.

Auszusetzen hätte ich nur etwas an manchen Grafiken/Diagrammen. Hier ist manchmal die Linienbreite zu schmal (z. B. Abb. 25 auf S. 132) und manchmal sind die unterschiedlichen Datenreihen nur schwer voneinander zu unterscheiden (z. B. Abb. 19 auf S. 101). Hier hätte man auch unterschiedliche 'Strichelungen' verwenden müssen.

Alles in allem sehr lesenswert.
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am 16. Juli 2010
Für die meisten Menschen sind Banken und Geldpolitik ein Buch mit sieben Siegeln. Der Ökonom Thorsten Polleit und der Wirtschaftshistoriker Michael von Prollius haben jetzt mit ihrer gemeinsamen Veröffentlichung 'Geldreform' den Versuch unternommen auch für den geldpolitisch nicht beschlagenen Leser Licht in das Dunkel zu bringen. Auf kaum 190 Seiten beschreiben sie von der Frage ausgehend, was Geld eigentlich ist, unser heutiges Finanzsystem, erklären die Ursachen der Finanzkrise und loten Alternativen zum heutigen Geldsystem aus.

Sie räumen dabei mit dem Mythos auf, dass Inflation mit Preissteigerung gleichzusetzen ist und Preisstabilität an sich ein erstrebenswertes Ziel sei. Die zentrale Funktion des Geldes ist ihre Tauschfunktion. Tauschfunktionen ergeben sich aus unterschiedlichen Vorstellungen über den Wert der Ware. Da diese Vorstellungen einen rein subjektiven Ursprung haben, können Preise nicht stabil sein. Denn stabile Preise würden bedeuten, dass sich die Wünsche nach einem bestimmten Gut nicht änderten. Ziel der Verwendung von Geld sei es eine friedvolle Kooperation zwischen Menschen zu ermöglichen. Dementsprechend schwerwiegend ist eine Störung im Geldsystem.

Die Autoren unterscheiden zwischen 'gutem' Marktgeld und 'schlechtem' Staats- bzw. Papiergeld. Letzteres halten sie wegen seiner stark inflationären Tendenzen für ein Übel und weisen darauf hin, dass der Dollar in der Zeit zwischen 1960 und 2009 etwa 86 Prozent seiner Kaufkraft verloren hat. Sie widersprechen der Vorstellung, dass Inflation für das Funktionieren der Volkswirtschaft notwendig sei. In einem freien Marktsystem sei die Geldmenge unwichtig, da sich die Preise den Tauschrelationen anpassen. Inflation treffe jedoch durch den sogenannten Cantillion-Effekt besonders die Armen und verstärke den Trend zur allgemeinen Überschuldung.

Das Staatsgeld wird als das Kernproblem auch bei der aktuellen Weltwirtschaftskrise identifiziert. Da das Geld nicht auf Ersparnissen beruht, sondern aus dem Nichts geschöpft wird, wird der Marktzins künstlich unter das natürliche Niveau gesenkt und werden Kredite verbilligt. Dies führte zu einer Inflation bei den Vermögenswerten und damit zu einer Verzerrung der Produktionsstruktur. Früher oder später stellt sich in solchen Fällen heraus, dass diese Investitionen auf einer Geldillusion beruhen und unrentabel sind. Das macht eine Anpassungsrezession zwingend notwendig. Diese schmerzhafte, aber auch heilsame Rezession versuchen der Staat und die ihm angeschlossenen Zentralbanken durch eine weitere Ausweitung der Geldmenge zu verhindern, was im Extremfall bis zur Hyperinflation führen kann.

Am Ende des Buches beschreiben die Autoren Ansätze zur Rückkehr zum guten Marktgeld. Als Marktgeld wurde in der Geschichte vor allem Gold und Silber verwendet. Das erklären die Autoren mit Rückgriff auf das Regressionstheorem von Ludwig von Mises, das davon ausgeht, dass Geld ursprünglich immer auf ein Sachgut zurückgeführt werden kann. Die Autoren favorisieren nicht unbedingt die Rückkehr zum Goldstandard des 19. Jahrhunderts, sondern folgen der Schrift des Ökonomen Friedrich August von Hayek, der die Entnationalisierung des Geldes und die Einführung eines Privatgeldsystems vorgeschlagen hatte, in welchem verschiedene Währungen miteinander konkurrieren und sich stabile Währungen (vermutlich dann doch Gold und Silber) im Wettbewerb durchsetzen.

Der Wettbewerb und die Deckung des Geldes durch Edelmetalle sollen der Ausweitung der Geldschöpfung Grenzen setzen und das Zentralbanksystem unnötig machen. Nun betreiben auch private Banken 'Geldschöpfung', indem sie kurzfristig deponiertes Geld langfristig verleihen. Die Autoren kommentieren das so: 'Zwar sind auch private Geschäftsbanken an der Ausweitung der Geldmenge beteiligt. Allerdings können sie nur dann Geld produzieren, wenn es ihnen die Zentralbank ermöglicht.' Hier wäre eine Erklärung wie die Zentralbank genau auf die private Geldwährung einwirkt, folgerichtig gewesen, widersprach aber wohl dem Ziel einer allgemein verständlichen Einführung und Überblicksdarstellung.

Die Darstellung baut auf den Theorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie auf, zu denen Ökonomen wie Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Murray Rothbard gehören. Das Buch ist didaktisch gut aufgemacht. In kurzen, grau unterlegten Einfügungen werden interessante Einzelfragen behandelt wie z. B. Das Teilreservesystem, John Laws gescheitertes Papiergeldexperiment im 18. Jahrhundert, die Schuldenkrise im Euroraum, mögliche Szenarien der Geldentwertung usw. Das Buch ist ein Beitrag dazu diese nicht ganz einfache Materie und vor allem die Theorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie breiteren Leserschichten verständlich zu machen. Komplexe Sachverhalte allgemein verständlich darzustellen und interessierten Lesern einen Einstieg in die Geldtheorie und Geldpolitik zu bieten, gehören zu den Stärken dieses Buches.
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