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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
3
5,0 von 5 Sternen

am 23. September 2007
Rezension im Berliner Tagesspiegel, vom 22. Sept. 2007 (von Frederik Hanssen):

(...) Operette ist erotisch - oder sie ist keine, lautet die These von Kevin Clarke, Herausgeber des gerade erschienenen Aufsatzbandes "Glitter And Be Gay": "Auch wenn die vielen kastrierten Operettenaufnahmen, Filme und Theateraufführungen der letzten 50 Jahre das Gegenteil suggerieren, war die Kunstform Operette bis 1933 ein aktuelles, intellektuelles, durchgedrehtes, fast dadaistisches Entertainment, in dem es zuerst und zuletzt um Sex ging."' Dann aber kardätschten die Nazis das jüdisch-kosmopolitisch-meterosexuelle Treiben auf den Unterhaltungsbühnen des Reiches so gründlich nieder, dass die Operette nach 1945 im Gegensatz zur deutschen Wirtschaft kein Wunder erlebte. Und in den Siebzigern dann machte Anneliese Rothenberger dem Genre den Garaus mit ihren Fernsehsendungen, die in ihrer pastellgetönten, geschlechtslosen Zuckrigkeit so verheerend wirkten wie heute die Volksmusik-TV-Shows für die Volksmusik.
Dieser Frontalangriff auf Rothenberger wird von Liebe befeuert, denn er kommt just aus der Ecke, wo die wahren Fans sitzen: "Die authentische Operette und ihre schwulen Verehrer" lautet der Untertitel des im Hamburger 'Männerschwarm Verlag' erschienenen Buches, das weit mehr ist als eine Special interest-Publikation. In faktenreichen, musikwissenschaftlich fundierten Aufsätzen wird hier ein Phänomen von übergeschlechtlichem Interesse untersucht. Wie die Operette mit frechem Witz zur treibenden Kraft aller Emanzipationsbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts werden konnte 'und warum schließlich Künstler, denen sie eigentlich am Herzen lag, maßgeblich zu ihrem Niedergang beigetragen haben. (...)
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am 15. Mai 2008
Gesendet bei Radio HBW

Operette? Nein, Danke? Das liegt wohl auch daran, dass wir im Theater bei der goldenen und silbernen Operette stehen geblieben sind, Musik für Goldhochzeitspaare und Silbergelockte.
Nun gibt es Operette durchaus auch heute, 'The Beastly Bombing' aus dem Jahr 2006 beispielsweise, die immerhin mit einem schwulen Jesus, pädophilen Priestern und zwei Terroristen aufwartet, die getraut werden wollen. Da wären wir schon bei einem ganz speziellen Thema, das wir nicht sofort mit sorglos-melodienseliger Operette verbinden: Homosexualität. Mein Kritikerkollege Kevin Clarke, vom Amsterdamer Operetta Research Center, der als einer der profundesten lebenden Kenner der Operette gilt, nennt sein neues Buch 'Glitter and be Gay'. Das Buch darf als eine Soziologie der Operette gelten. Schließlich wird in einem großen historischen Streifzug untersucht, welchen Beitrag Schwule als Komponisten, Librettisten, Regisseure und Sänger in der Geschichte der Operette geleistet haben. Und ist uns nicht schon immer das schwule Element in klassischen Operetten wie dem Weißen Rössl mit seinen Tiroler Jungs in knackigen Lederhosen aufgefallen?
'Auch wenn die vielen kastrierten Operettenaufnahmen, Filme und Theateraufführungen der letzten 50 Jahre das Gegenteil suggerieren, war die Kunstform Operette bis 1933 ein aktuelles, intellektuelles, durchgedrehtes, fast dadaistisches Entertainment, in dem es zuerst und zuletzt um Sex ging.' Heißt es im mit dem Untertitel 'Die authentische Operette und ihre schwulen Verehrer' versehenen Buch aus dem Hamburger 'Männerschwarm Verlag', das zeigt, wie schwul Operetten einmal waren. Operette ist erotisch - oder sie ist keine, lautet die These von Kevin Clarke.
Die Texte lesen sich wie ein Lexikon der Operettenkomponisten: Emmerich Kálmán, Erik Charell, Noël Coward und Ivor Novello, Albert Willemetz, Offenbach ,Benatzky , Lehar und Leo Fall, Eduard Künnecke und Carl Zeller. Nicht alle schwul, aber viele Autoren befassen sich mit dem homosexuellen Element in den Operetten, vordergründig manchmal, nur peripher bei anderen Werken. Sehr prägnant dabei die 20 unvergesslichen Operettenmomenten, die auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Menschen schildern.
Zwar dreht sich das gesamte Buch um das Schwulsein in der Operette, bei ihren Akteuren und Rezipienten, doch die über 300 Seiten sind weit mehr. Sie deuten die (west)deutsche Fernsehoperette und analysieren die Vereinnahmung des Genres durch die Nazis, die aus den Operetten alles Jazzige und Frivole der 1920er Jahre entfernten, um sie zu kreuzbraver Folklore und gefühligen Sehnsuchtsliedern umzufunktionieren. Gerade diese Lieder und ihre Interpretinnen finden bis heute besonderen Anklang bei Schwulen, wurden teils sogar von Schwulen getextet.
Das Buch bietet sowohl Analyse, Sexual- und Musikwissenschaft als auch puren Lesespaß. Darum sei es Musikfreunden empfohlen
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am 3. Dezember 2011
Ich dachte immer, Operette sei langweilig. Aber dann bekam ich dieses Buch geschenkt von einem wohl meinenden Freund - und war überrascht. Denn jetzt weiß ich, ich wusste vorher nix über Operette. Und das ist schade. Es gibt viel zu entdecken, und die Einzelkapitel von sehr verschiedenen Autoren machen neugierig auf mehr. Super fand ich das Cross Dressing Kapitel aber auch die moderne Operette THE BEASTLY BOMBING gefiel mir sehr (ein schwuler Jesus und singende Al Kaida Terroristen, von steppenden Neonazis ganz zu schweigen - I mean, hello?!?) Ich habe mir gleich die CD besorgt. Und höre nun die Songs rauf und runter. Auch so einen Effekt kann ein Buch haben. Kurz: Ein Buch das Spaß macht und inspiriert.
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