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Kundenrezensionen

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Aus meiner Sicht kann es NIE genug kirchen- und religionskritische Bücher geben in einer Gesellschaft, in der man um die Abschaffung von Privilegien dieser Institutionen (nicht der Religionen selbst) und um ein säkulares Gegengewicht wirklich immer noch aktiv Position beziehen muss. Deswegen habe ich auch aberdutzende solcher Bücher besprochen und somit ist mir jeglicher “Streifzug durch den Irrsinn der Religion“ mehr als recht. Wem also die Wälzer von Deschner, Mynarek, Buggle, Herrmann oder ähnlichen Klassikern zu trocken sind und keinen theoretischen Ballast möchte....zugreifen! Und wer den stets vorhandenen Einfluss der Kirchen auf die Gesellschaft nur noch mit Sarkasmus ertragen kann, ist mit SO KOMME ICH IN DIE HÖLLE von Jörg Schneider auch bestens bedient. Ich möchte jedoch versuchen, über die von mir unterstützten Lobeshymnen auf das Buch hinaus ein wenig zu differenzieren.

Einfach nur für Leser die unschlüssig sind, ob die Anschaffung des Buches wirklich einen Mehrwert für erfahrene Konsumenten ähnlicher Werke darstellt. In einer Reihe von Ansätzen macht es sich der Autor gemäß seiner klaren Zielvorgabe “Unterhaltungsliteratur“ vielleicht etwas zu einfach, und zielt auf einfach strukturierten Witz durch das nicht nachhaltig sinnvolle Zitieren von entsprechend saftigen Bibelstellen. Jedes Kind weiß doch wie oft menschen(würde)verachtend das “Heilige Buch“ im AT, und noch subtiler im NT ist. So what? Ich denke je schärfer eine Kritik an der Religion ist, umso fundierter könnte sie auch vorgetragen werden. Als wäre es nicht schwarz-weiß genug, werden auch noch die 10 Gebote Wort für Wort auseinandergenommen, was für mich auch nicht wirklich weiterbringend ist, wenn man die herrschende Moral auch rein weltlicher Kräfte zu dieser Zeit berücksichtigt. Gerade im ersten Teil des Buches werden auch eine Reihe von boulevardjournalistischen Begriffen wie das “Ätschi-Bätschi-Prinzip" eingeführt.

Parallel gibt es Unmengen von oft gelungenen Analogien zu TV-Stars wie Dieter Bohlen und ähnliches, welches primär einem unterhaltenden Wert dient. Autor Schneider scheint zudem großer Fußballfan zu sein, Vergleiche und Metaphern in diese Richtung ziehen sich durch das ganze Buch. Aber ab der Mitte von SO KOMME ICH IN DIE HÖLLE steigt das inhaltliche Niveau und es werden auch mal seitenweise die Unterschiede zwischen Atheismus, Agnostizismus u.ä. dargelegt. Mehr und mehr werden dann auch o.g. renommierte Autoren zitiert und natürlich auch zeitgenössische Stars der internationalen wie nationalen Szene wie Dawkins oder Schmidt-Salomon kommen zu Wort. Etwas zu einfach macht es sich der Autor dann wieder mit dem Rundumschlag auf die Kreationisten-Szene, die ja in sich die besten Gegenargumente liefern. Dann bekommt auch noch der Satan sein Fett ab, allerdings leider wieder in sehr jovialer Form ohne ein Wort darüber, ob und wo dieser eigentlich vom Christentum explizit geschaffen wurde.

Weiter geht es mit dem abgemahnten TV-Pfarrer Jürgen Fliege und wirklich unterhaltsamen Ansichten über den skurrilen christlichen Lebensabend von Pierre Brice. Natürlich darf auch eine starke Ladung des Gezeigten in der genialen Dokumentation JESUS CAMP nicht fehlen. Das eigentlich sehr ergiebige Thema der Sexualmoral der Kirche wird recht kurz gehalten und irgendwie (wie das Thema selbst bei der Kirche) "unterdrückt", obwohl alleine darüber ein unterhaltsames Buch geschrieben werden könnte. Dafür gibt es ein eigenes Kapitel über christlichen Rock bzw. Heidenlärm. Dies ist schon eine interessante Gewichtung. Zudem unterliegt der Autor - wie auch ich - der Krankheit der sehr komplexen und nicht endenwollenden Sätze, die sich auch mal eben über schlappe 11 Taschenbuchzeilen erstrecken. Aber sprachlich kann sich das Buch durchaus sehen lassen und Schneider findet immer variable Formulierungen und nie gehen ihm die Worte oder kreative Vergleiche aus. Andere (monotheistische) Religionen werden nicht groß angesprochen, nur mal am Rande.

Nochmal zur Klarstellung. Bücher wie SO KOMME ICH IN DIE HÖLLE kann es nicht genug geben. Es sollte jeden Tag eines erscheinen und die scheinheiligen Kalendersprüche religiöser Prägung ersetzen. Ich wollte hiermit nur versuchen, den durchaus unterhaltsamen Inhalt in einem etwas breiteren Kontext zu beleuchten. Klar ist natürlich auch, dass Schneider nie vor hatte einen weiteren Klassiker der Kirchenkritik zu erschaffen. Ich selbst wäre auch stolz auf dieses Buch in dem viel Arbeit steckt. Meine bescheidene Absicht ist es nur, Interessenten ein wenig über die Schwerpunkte, Sprachstil und Tiefe des Buches zu informieren. Aufgrund der auch vom Autor zugegebenen gekonnten Abschweifung und angenehmen Geschwätzigkeit empfehle ich SO KOMME ICH IN DIE HÖLLE für die schnelle Unterhaltungslektüre im Urlaub wenn man eben mal nicht in trockenen Fakten bekannter Autoren wühlen will und mal frischen Wind ums säkulare Hirn gebrauchen kann.

4/5 Sternen
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am 10. Oktober 2014
Jörg Scneider zu lesen verlangt zuerst eine Umstellung der Lesegewohnheiten aber dafür wird man reich belohnt!
Weil man den Text nicht einfach flüssig konsumieren kann, muß man sich erst an die vielen Schachtelsätze gewöhnen. Aber bei der Spitzfindigkeit und dem intelligenten Sarkasmus wäre es anders nicht möglich, seine Botschaft so gut herüberzubringen.
Ich habe das Buch heute zu Ende gelesen (oder genossen) und habe gleich wieder von vorne begonnen. Für aufgeklärte, kirchenkritische Leser ein wahrer Leckerbissen. Gegenüber den (noch) tätigen Pfaffen durchaus kritisch aber nicht gehässig verfaßt und mit einigen Vergleichen, die einen beim Lesen hellauf zum Lachen bringen.
Sehr intelligent und humorig gestaltet und unbedingt zu empfehlen.
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am 8. Juli 2013
Wer den Wahnsinn der Religionen nur noch mit Sarkasmus ertragen kann, der ist hier genau richtig. Jörg Schneider führt einem mit witzigen Beispielen und Vergleichen den ganzen Irrsinn vor Augen. Für religiöse Menschen mag sich das alles sehr hönisch und arrogant anhören. Aber wer immer noch an den Osterhasen glaubt, der findet Witze über dieses Tier auch überheblich. Bisher hieß es immer, man dürfe die religiösen Gefühle anderer Menschen nicht verletzen. Aber langsam bin ich es leid. Wer nicht bereit ist, seinen Verstand zu benutzen sonder immer noch nicht nachprüfbaren Geschichten hinterher zu laufen, nur weil sie in einem alten dicken Buch stehen, der kann ruhig mal einen Tritt vors Schienbein vertragen. Manchmal kann das ja auch einen Zündfunken im Hirn auslösen.
Was mich etwas gestört hat, sind die oft langen Schachtelsätze manachmal noch angereichert mit Klammerbegriffen. In einigen Fällen musste ich den Satz zwei oder dreimal lesen, weil ich am Ende nicht mehr wusste, wie der Satz angefangen hatte.
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am 12. April 2013
Wo genau ist sie denn nun, die Hölle? Jörg Schneider hat es ausgerechnet. Und zwar anhand biblischer Angaben. Bibeltreuer geht es nicht. Die Hölle liegt rund 14,5 Kilometer unter uns. Sie kann nur in dieser Tiefe sein, denn die „Offenbarung des Johannes“ weiß, dass es dort einen See aus brennendem Schwefel gibt. Und Schwefel brennt nun mal bei etwa 450 Grad Celsius. Bingo. Nun sage noch einer, dass die Bibel nicht die Wahrheit sagt.

Das Buch des Satirikers Jörg Schneider ist voll von solchen Fakten. Da lernt der Leser, dass der erste Buchstabe unseres Alphabets möglicher Weise der „gotteslästerlichste“ ist, wie teuer es ist, Heilige zum himmlischen Hofstaat hinzu zu kaufen und weshalb die Frommen kleiner Diözesen sich das nicht leisten können und wie man mittels der Zahlensymbolik ausrechnen kann, in welcher heute lebenden Person (ein Pfarrer?) sich der Antichrist – oder besser, der Teufel höchstpersönlich – verstecken könnte …

Das flottfreche, amüsante Buch ist eine Art „Was Sie schon immer über Gott und Heilige, die Hölle und den Antichristen gedacht haben, sich aber nicht getraut haben, es laut auszusprechen“. Jörg Schneider spricht es aus und denkt Absurdes zu Ende. Zum Beispiel die modische Vorliebe des alten JHWH: blaue Schnüre an den Quasten der Zipfel der Kleider der Kinder Israels. Kann das Missachten der gottgegebenen Mode ein direkter Weg in die Hölle sein? Und wie eng wird es an diesem Ort, den die Verdammten sich mit den Abermilliarden Menschen teilen müssen, die im Laufe der Jahrtausende gestorben sind und entweder an den falschen Gott oder an gar keinen geglaubt haben oder sich einfach nicht an die zehn Punkte der „Mutter aller Listen“ halten wollten? Und wie ungerecht wäre es, wenn Lucky Luke in die Hölle käme?!

„So komme ich die Hölle“ ist das, was es vorgibt: ein Streifzug durch den religiösen Wahnsinn und seine absurden Monsterblüten. Es ist bestens geeignet für Einsteiger in die Religionskritik, die sich über das eigentlich ernste Thema erstmal amüsieren wollen, bevor sie zu tiefer schürfender Fachliteratur greifen. Die mögliche Kritik, dass das alles „nichts Neues“ wäre, greift nicht, denn man kann diesen religiösen Irrsinn nicht genug aufdecken und mit Worten aufspießen. Mein Wunsch wäre es gewesen, an manchen Stellen ein wenig mehr Fakten aufzugreifen wie zum Thema „Vergottung Jesu“, da gibt es doch Interessantes zu wissen. Aber das kann, wer möchte, bei anderen Autoren – vor allem (ehemalige) Theologieprofessoren oder Karlheinz Deschner – nachlesen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. März 2013
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen Veröffentlichungen die etwas "kleineren" Verlage so aufwarten. Man spürt hier regelrecht die Liebe an dem Geschriebenen und zugleich den Mut, etwas kontroversere Themen zu veröffentlichen.
Jörg Schneider ist ein Protagonist dieser Verlagsszene und veröffentlicht beim U-Line-Verlag ein Buch mit dem provokanten Titel "So komme ich in die Hölle". Bereits beim Lesen des Untertitels "Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion", erkennt man, dass es hier jemand mit einer oder mehreren großen und mächtigen Institutionen aufnehmen möchte. Wie sich zeigt, gelingt ihm das auch problemlos und gut durchdacht. Jörg Schneiders "So komme ich in die Hölle" ist eher ein Sachbuch denn eine leicht zu lesendes Irgendwas und wäre dieses Buch von einem anderen - vermeintlich "hochwertigeren" - Verlag, würde ich mir Sorgen machen, denn dann wäre der Inhalt zwar gut durchdacht, gut recherchiert aber staubtrocken dargelegt. Jörg Schneider wiederum hat gut recherchiert, gut darüber nachgedacht und schafft durch seine ironischen Sprenkel und seine leicht süffisante Art jederzeit die Kurve zu bekommen, bevor der Leser sich ein wenig verloren fühlen würde.
"So komme ich in die Hölle" nimmt es wahrlich mit jedem auf - natürlich insbesondere mit den Religionen und deren Inhalten. Somit ist das Buch eine "Ich-habs-schon-immer-gewusst-Anleitung" für alle Atheisten dieser Welt - gleichzeitig halte ich den Inhalt aber umfassend genug, um es auch "gläubigen" Menschen als Lektüre vorzuschlagen - ich denke, ein wenig über die Inhalte der eigenen Religion nachzudenken würde ja nicht schaden.
J.S. 23.03.2013
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am 25. Dezember 2014
gilt einigen bereits als Beweis für dessen Existenz. Diese Menschen wird dieses Buch nicht erreichen, weil sie es nicht lesen werden, sie sind ja bereits im Besitz der ewigen Wahrheit.. Denjenigen andererseits, die Deschner gelesen haben, wird das Buch wenig Neues bieten. Wer allerdings einmal einen leicht geschriebenen, provokanten und sarkastischen Parforceritt gegen den alltäglichen Wahnsinn der Religionen und ihrer weltlichen Verweser lesen möchte, der ist hier richtig.Manchmal ein wenig bemüht witzig, aber für 4 Sterne reicht's.
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am 29. März 2013
Alle weltanschaulich ins Schleudern gekommenen oder eventuell noch Suchenden werden für dieses Buch dankbar sein, bringt es doch den letzten Kick zum endlichen Geradeausdenken, ähnlich einem Nikotinpflaster zum wesentlich erleichterten Ausstieg aus der Sucht, allerdings mit schockwirkender Rückfallimmunisierung.

Liegt es doch in der Natur der heiligen Schriften (welche reichlich zitiert werden), die Kreativität von klugen Geistern immer wieder erneut zu nicht enden wollender Verballhornung herauszufordern.
So jagt hier eine Welle köstlicher, köstlichster und allerköstlichster scharfsinnig beißender Satire die andere und landet haarscharf dort, wo sie hingehört: In den Denkanregungszentren der Zielgruppe.
In sich erfrischend von der Talkshow-Verträglichkeit ähnlicher Veröffentlichungen abhebender Manier reiht sich eine Unglaublichkeit an die andere, aber keinesfalls unsachlich aufbereitet, wobei kreuz.net natürlich den Vogel abschiesst, aber auch Meister Ratzinger nicht zu kurz kommt.
Und so kommen Aufklärer wie Jörg Schneider und Michael Schmidt-Salomon daher und übernehmen für uns Erwachsene die Rolle der früheren älteren Schüler, die uns damals verlachend dazu brachten, uns vom Glauben an den Weihnachtsmann zu befreien, und das finde ich, ist immer noch die gesündeste und selbstverständlichste Art, mit diesen Themen umzugehen.
Ein Zitat:
" ... taugt das Trugbild der Hölle auch besser als jedes andere zum Synonym für die leider umso realere Widersinnigkeit der Kirche, sich in trotziger Kleinkindmanier krampfhaft an ihrem Wahrheitsanspruch festzuklammern.
Doch es ist nicht die Aufgabe der Skeptiker, die unverhandelbaren Ansprüche religiöser Dogmen als ideologische Mogelpackung zu entlarven, sondern es liegt vielmehr an den Dogmatikern, ihre Thesen zu beweisen oder wenigstens in einem Maß zu begründen, das sich nicht auf die geistige Weltoffenheit eines metaphysischen Nordkorea beschränkt.
Zugegeben, keine allzuleichte Übung, zumal das gusseiserne Dauerargument "weil es so geschrieben steht" im Bereich der geistigen Reife nun mal gehörig Luft nach oben lässt."
Oder:
"Vielleicht sieht Gott ja selbst aus wie ein Primat und hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen, das uns dann aber nach einiger Zeit einfach zu affig wurde und wir dementsprechend versucht haben, es schnellstmöglich wegzuevolutionieren. Damit wäre sowohl allen Beteiligten wie auch den Befürwortern von Schöpfungs- und Evolutionslehre geholfen."
Weiter noch, Zitat Ratzinger:
"Aber wir versuchen heut' das, was nach damaligen Methoden - zum Teil kritisierbar - gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, das Untersuchungen gemacht werden mussten."
Wenn ich mir dazu ein damalig zeitgenössisches Bildnis vor Augen führe, wo ein auf ein Rad gespannter Beschuldigter mit glühenden Zangen bearbeitet wird, und der Inquisitor sitzt daneben mit Tinte und Feder und notiert die herausgebruzzelten "Untersuchungs"-Ergebnisse, dann frage ich mich unmöglich zu Unrecht, in welch weltanschaulich perversem Gruselkabinett wir im Hier und Heute leben.
Wenn es allerdings den Straftatbestand des Verbrechen-gegen-die-Menschlichkeit-Bagatellisierens gäbe, stellte sich zwingend die Frage, wem denn dies nachweislich anzulasten wäre, dem Ex-Pontifex selbst oder seinem seinerzeit direkten Einflüsterer, dem barmherzigen und allgütigen Herrgott höchstpersönlich, wahrscheinlich aber beiden.
Zumindest sollte jedem Kirchensteuerzahler bewusst sein, wozu er da Beihilfe leistet.

Nothing is perfect gilt natürlich auch für dieses Buch. Durch sich wiederholende lange Schachtelsätze liest es sich oftmals ziemlich zäh, es werden immer wieder Bezüge zu Fussball- und anderen Größen hergestellt und so wird man ab und an immer mal in die Alltags-Trivialitäten zurückgeholt. Doch dann wird Deutschlands extraordinärer Weihscharlatan, Ex-Fernsehpfarrer Fliege ausgiebigst zerpflückt, wobei wieder ganz besonders deutlich wird, welch einzigem Zweck die Aufrechterhaltung des ganzen faulen Zaubers zu dienen hat: Der unermesslichen und schamlosen Macht- und Raffgier der Führungseliten und ihrer Teilhaber. Und, mit welch haarsträubender Blöd- und Leichtigkeit sich deren Schäfchen das Geld aus der Tasche ziehen lassen.

Mit dem Verriss von Bono kann ich nicht so ganz mitgehen, zum einen finde ich ihn musikalisch integer, zum anderen dürfte doch durch seine Aktivitäten, aus welchen Beweggründen auch immer, mehr in der dritten Welt angekommen sein, als durch das Betreiben sämtlicher Pontifexe.
Sieht man dazu, was diese ausser ihren gerade zelebrierten und selbst von etlichen Betonköpfen in den eigenen Reihen als unerträglich empfundenen Prunkexzessen - wozu es auch im Buch bezeichnende Erkenntnisse gibt - bisher dort angeboten haben: Die Überbevölkerungsfördernde Aufforderung "Mehret Euch", jedwede vernünftige Familienplanung verhinderndes Kondom- und Abtreibungsverbot, und das angesichts dessen, dass jährlich dort etwa 3 Millionen Kinder zur Welt gebracht werden, die von vornherein keine Chance haben, die ersten 28 Lebenstage zu überstehen, dann dürfte dieses mit zu den schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Gegenwart hinzugerechnet werden können.
Etwa im 10. Kapitel gerät es mit allerlei Zahlenspielereien in etwas seichteres Fahrwasser, ohne aber, dass es sich unanstrengender liest, und wenn man bis dahin spannungsgetrieben in einem Ritt durch gelesen hat, können einem dann schon mal die Augen zufallen, bevor es sich wieder zum Finale hochschaukelt, um dann die Quintessenz des gesamten Buches grandios und gleichsam simpel wie treffend mit einem aus vier Worten bestehenden Zitat abzuhaken.
Allerdings hat das Buch doch noch einen gewaltigen Makel: Könnte es etwaigen gekonnt dagegen Argumentierenden und selbst geschulten Kirchenrhetorikern derart die Sprache verschlagen, dass es hier langweilig wird im Forum.

Da das dritte Reich wohl leider einen großen Bogen um die Hölle gemacht hat, sei der geneigte Leser dazu angehalten, folgende, bei der Verteidigung von Deschners Band 10 schon mal vorgebrachten Zeilen mit besonderer Aufmerksamkeit zu lesen, um sich an deren Ende selbst zu prüfen:

Zum Geburtstag des Führers
In Treue und Eintracht begeht die deutsche Nation am 20. April den 51. Geburtstag des Führers, der uns wieder mit ganzer Bewußtseinskraft die geschichtliche Größe und Bedeutung des Wandels vergegenwärtigt, der durch den Führer und sei Werk vollzogen worden ist. Daß der Geburtstag des Führers diesmal im Kriege begangen werden muß, läßt die Größe und Bedeutung dieses Wandels nur umso stärker hervortreten, da dieser Krieg unbestrittenermaßen nur entfesselt worden ist, um diesen Wandel in allen seinen Teilen wieder rückgängig zu machen. Für die Gesamtheit der Deutschen ist der Führer die Verkörperung des deutschen Lebenswillens, der deutschen Hingabe an die Aufgabe und Sendung der Nation im Raume unseres Erdteiles, des leidenschaftlichen Einsatzes der eigenen Persönlichkeit für die Ehre und Wohlfahrt des Vaterlandes.
Der wahre Christ sieht durch die Kraft seines Glaubens in allem Erdengeschehen das Walten göttlicher Führung und Fügung. Deshalb gilt an dem Tage, da der Führer ein neues Lebensjahr beginnt, sein erster und geträulichster Dank dem allmächtigen und allgütigen Gott, der durch die Hand des Führers das deutsche Volk aus dem Leben der Verelendung und Knechtschaft errettet hat und es die Tage seiner Wiedererhöhung erleben ließ. Im gleichen Atemzuge gilt sein Gebet dem Leben und und Wirken des Mannes, den Gott zu seinem Willensvollstrecker erhoben hat, ihn gegen die Nachstellungen seiner Feinde siegreich beschützend. Und mit diesem Gebete vereinigt sich das Bekenntnis zu treuer, aufrechter und entschlossener Gefolgschaft. W.P.
Katholisches Kirchenblatt für das Bistum Augsburg, Titelseite 21.4.1941

Jetzt möchte ich Sie bitten, liebe Leser, sich diesen Text nochmals zu verinnerlichen.
Und nun stellen wir uns die Frage, ob wir das nicht alle hätten unterschreiben können,
wenn wir genau in diese Zeit hinein geboren worden wären.
Sollten Sie das ehrlicherweise mit ja beantworten können, dann wissen Sie ab jetzt unwiderruflich,
dass der Glaube ein reines Manipulationsobjekt ist.

Keep on thinking
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am 30. Dezember 2013
Nicht der Katechismus aber dieses Buch sollte in jeder Schule Pflichtlektüre sein!
Ich bin zutiefst von dem Buch überzeugt und werde es natürlich mit größter Freude weiter empfehlen.
Warum ich von den Ausführungen von Herrn Schneider so begeistert bin ich sehr einfach zu erklären, meine Freude ist deshalb weil ich mich im ganzen Buch mit meinem eigenen Gedanken bestätigt finde.
Danke Herr Schneider und nochmals meinen Glückwunsch!!!!
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am 14. Mai 2013
Henry Rollins, Jello Biafra, Jörg Schneider...nur um den Namen des Autors in einem würdigen Atemzug mit anderen Helden zu erwähnen! Will sagen, hatte richtig Spass, finde das Buch klasse recherchiert. Auf ex gelesen und fühle mich nun für weitere Stammtischdiskussionen gewappnet, an denen das übliche "beweis mir doch das Gegenteil" nicht mit drei Aquavit vom Tresen gepöbelt ist. Kaufen, verschenken...mir eigentlich egal ;)
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am 1. Juli 2014
Etwas etas schwer zu lesen, aber weil das Thema so interessant ist, hat es mir gut gefallen. Es ist zu empfehlen für Menschen, die unter ihrem Glauben leiden oder schon gelitten haben.

Bruno Janzen
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