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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
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am 2. Dezember 2008
Typisch. Eigentlich konnte Heinz Strunk nach "Fleisch ist mein Gemüse" gar nichts richtig machen. Es scheint hier so eine Art Vertreter einer neuen Religion zu geben, die nur eine heilige Schrift zulassen. Eben jenes Erstlingswerk des zu spätem Ruhm gelangten Autors.

Dabei ist bei genauerem Besehen der Nachfolger "Die Zunge Europas" vielleicht sogar das bessere Buch. Strunk selbst ist viel stilsicherer geworden. Er ist ein genialer Beobachter und weiß das nun noch viel besser als im Vorgänger in Worte zu fassen. Klar hat das Buch keine große Handlung - soll es nicht. Klar beschränkt er sich in seinen Beobachtungen oft auf rein äußerliche, ästhetische Aspekte und drückt sich dabei oft derbe aus. Aber genau das ist doch der Reiz. Ich persönlich musste manchmal minutenlang das Buch zur Seite legen, um erstmal abzulachen.
Und das nicht über die scheinbare Oberflächlichkeit seiner Worte, sondern im Gegenteil, weil das Ganze eine solche Tiefe besitzt, die manchmal nur genau dieser schwarze Humor herzustellen imstande ist.
Man darf Tiefgründigkeit nicht mit Trübsal verwechseln.
Jeder kann sich mit den Befindlichkeiten des Markus Erdmann hier und da identifizieren, auch wenn er nicht so ein "Looser" ist wie der Protagonist dieses Buches. Seine sarkasistische Sichtweise erleichtert einem selber den Blick auf viele Dinge des Lebens, an denen man verzweifeln könnte.
Sehr schön finde ich auch das Ende, das - ohne etwas verraten zu wollen - weder kitschig, noch hoffnungslos ist. Irgendwie realitsich und trotzdem tröstend!

Empfehlung!
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am 16. November 2008
So so, "Fleisch ist mein Gemüse" hat Euch also besser gefallen? Klar, dann muß man natürlich seine ganze Enttäuschung rauslassen und nur einen Stern vergeben. Hat der Heinzer Euch enttäuscht? Wie kann er nur, schreibt er doch nur für jeden einzelnen von Euch.
Verdammt. Einen Stern vergibt man für "Die Macht Ihrer Wünsche: Wie Sie mit Tele-Psi Ihre Ziele erreichen". Nur zum Beispiel. Aber weder die "Zunge Europas" noch der grundsympathische Author haben es verdient, daß Eure im selbstgerechten Zorn hingerotzten Verrisse seiner Karriere schaden: Diese Bewertungen sind meinungsbildend für all diejenigen, denen sich der Heinzer vielleicht jetzt erst erschließen könnte. Ich wäre glücklich, auch in Zukunft noch irgendwas von ihm lesen zu dürfen. Merken: Ein (vermeintlich) schwächeres Zweitwerk kann durchaus mit zwei, drei oder vier Sternen bedacht werden...

Abschließend noch etwas ins Stammbuch der Myriaden von Leuten, die der Gleisnerei des Optimismus erlegen sind und über Strunks Misanthropie nicht hinwegkommen: Diese Welt ist schlecht. Glück findet man nur in den Momenten, in denen das Lachen über eben dieses Elend das Hamsterrad kurz zum Stillstand bringt. Und Heinz Strunk schafft es wie sonst vielleicht nur noch Gerhard Polt, durch eine scheinbar bloße Beschreibung des schrecklichen Treibens die inhärente Komik aufzuzeigen.
Aber freilich standen, wie Diderot sagt, viele Säulen da, und die Sonne schien auf alle; doch nur Memnons Säule klang.
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am 2. Oktober 2008
"Erdmann erkennt man". Mit diesem kongenialen Werbeslogan aus den achtziger Jahren,eines in der niedersächsischen Landeshauptstadt ansässigen, legendären Herrenausstatters möchte ich mal den Einstieg machen.
Man erkennt ihn auf jeder Seite. "Heinzer is back" um es mal distanzgemindert zu formulieren. Nicht nur das. Er ist "back for good".

Wer jetzt jedoch ein "aufgejazztes Fleischgemüse" erwartet und/oder erhofft wird ein wenig enttäuscht sein. "Die Zunge Europas" ist ein ebenso hervorragend beobachtetes und fein ziseliertes Sittenbild, liegt jedoch ein gutes Stück weiter unter der Oberfläche, als es Gurki und seine Truppe taten.

Man trifft auf einen, wie kaum anders zu erwarten, verirrten und überforderten Neoproletarier der sein Heil in den "kreativen Berufen" suchen muss, da ihm handwerkliches Geschick nicht gegeben scheint, oder er es im Laufe seines Lebens einfach nicht mehr weiter gepflegt hat. Es erschien ihm vielleicht zu banal, zu altbacken.

Auf über dreihundert Seiten verstrickt sich Erdmann in Beobachtungen über seine Umgebung und die darin enthaltenen Figuren. Hier kann Heinz Strunk seine ganze sprachliche Brillianz und sensitive Beobachtungsgabe zur Entfaltung bringen. Ich sage nur: "Halb Mensch, halb Salbe".

Erdmann schiebt sich von Zweifel zu Zweifel, immer hin- und hergerissen zwischen Verachtung und Mitgefühl. Für sich und für alle anderen.
Er zerdümpelt vor dem Orakel des kleinen Mannes, dem Fernseher, trinkt, raucht, verliert sich in hypochondrischen Gedanken, trinkt und verzehrt sich in sexuellen Phantasien. Es wird weniger "entsaftet" als in den "fleischigen Zeiten" und dafür ein wenig mehr philosophiert.

Insgesamt sind die Figuren nicht so zwingend wie im Vorgänger. Alles ist in ausgewaschene Farben getaucht. Ich kann mich nicht erinnern während der Lektüre überhaupt Farben gesehen zu haben. Da war alles grau-braun-beige mit vielleicht einem Hauch altrosa...

Und was ist das jetzt? Und wieso "Zunge Europas"? Worum geht es denn jetzt eigentlich? mag der eine oder andere sich Fragen.

Das Buch selbst gibt die Antwort:
"Wie länge erträgt man es, zu wissen, dass nichts mehr kommt?"

Das beschreibt es ziemlich genau. Ein Trudelnder, wie eine alte abgehalfterte Fischernetzboje die sinnfrei an die Kaimauer klopft. Tag ein Tag aus. So kommt einem Herr Erdmann vor. Wenn man davon ausgeht, dass die Boje ihr Schicksal jedoch nicht realisiert, im Gegensatz zu Erdmann, ist sie deutlich im Vorteil.

Wir haben es also, mal wieder, mit einem zu tun, der spürt das es nicht so läuft wie es laufen sollte und der sich damit beruhigt und tröstet, dass es offenkundig bei nahezu allen auch nicht anders ist.

Ist das zu wenig?
Ja, vielleicht ein bisschen. Heinz Strunk hat erneut bewiesen, dass er sprachlich alle Möglichkeiten besitzt Bilder von großer Intensität und schonungsloser Liebenswürdigkeit zu schaffen. Wenn er beim nächsten Werk noch den Mut dazu gewinnt den Schrecken nicht mit Humor, sondern mit Schmerz zu bekämpfen, die Oberfläche vollends zu verlassen um sich dem zuzuwenden was hinter den korrodierten und erodierten Fassaden pocht und pulsiert, dann wird es sicherlich ein noch intensiveres Stück Text.

Wie das Leben aussieht kann man in diesem Buch entdecken.
Wie das Leben ist, vielleicht schon im nächsten.
Ich freu mich drauf.
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Soll man gleich den ersten Satz aus dem Buch hier als Überschrift verwenden?, Ups schon passiert.
Also: Eine Woche im Leben von Markus Erdmann und das zur großen Jahrhunderthitze. "Wann explodiert die Sonne? (Bild)" Das heißt für den etwas übergewichtigen Gagschreiber richtig leiden. Das Berufsleben ist schon hart genug, aber auch die Beziehung zu Sonja will nicht mehr so recht, bleibt noch das Essen und das Fernsehen und eben die Besuche bei Oma und Opa in der Käfersiedlung. Doch dann kommt es unerwartet zu einer Begegnung mit einer alten Bekannten..Die Zunge Europas lässt sich (und das wird viele interessieren) mit dem Vorgänger "Fleisch ist mein Gemüse" vergleichen. Ort und Konstellation sind ähnlich, auch hier Beobachtung des tristen Alltagslebens. Auch dieses ein Buch was man in einem Satz runterliest, wenn man den Humor, der ätzend und gallig sein kann, verträgt. Was ich interessant fand, ist auch das Aufgreifen des Themas Alter, was auch nicht immer nur bösartig geschildert wird (doch das auch zu genüge, man denke mal an das Gedicht "Boten des Todes" das Markus schreibt) sondern die Szenen z.B. mit dem Großvater ist auch irgendwie berührend. Hier wird ohnehin eher Banales mit wenigen Worten so beschrieben, dass es zu etwas Besonderem wird. Heinz Strunk ist ein guter Beobachter, der Humor furztrocken. Na, ein bißchen Kritik muss auch sein, im letzten Drittel des Buches, die Diskoszenen sind etwas zu misanthropisch geraten, wenngleich natürlich sehr witzig, dieser Teil hatte trotzdem ein bißchen den Touch von Männergesprächskreis. Aber: Heinz Strunk kann etwas was andere nicht können: Er wirkt echt und kann mit Gags umgehen. Super Buch. Unbedingt lesen.
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am 6. Juni 2013
Heinz Strunk ist der Autor, nach dem ich schon sehr lange gesucht habe. Er versteht es wirklich mich zu unterhalten. Dieses Buch halte ich für sein bestes. Es gibt in ihm bestimmt zwanzig Passagen, bei deren Lesen mir vor Lachen die Tränen kamen.
Allerdings glaube ich, dass seine Art Humor nicht jederman erreicht. Mich erreicht er.
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am 30. Juli 2013
Um eventuellen Käufer Frustrationen zu ersparen, sollten sie wissen, dass dieses Buch eigentlich keine Handlung enthält bzw. diese so wenig umfangreich ist, dass man sie in drei Sätzen zusammenfassen könnte. Warum gebe ich dem Buch trotzdem eine gute Bewertung?

Heinz Strunk ist, wie es ein anderer Rezensent bemerkte, ein Wortakrobat. Der Protagonist wird durchs Leben gespült und beobachtet eher als dass er aktiv gestaltet. Seinen Beobachtungen folgen Gedankenspaziergänge und -sprünge, die teils aberwitzig sind, Spaß machen und mit denen sich nicht wenige Menschen, die ehrlich genug sind und genügend Lebenserfahrung haben, identifizieren können. Es ist aber kein lustiges Buch, auch wenn man über die Gedanken des Autoren lachen kann. Im Kern ist es tieftraurig. Manche Rezensenten werfen dem Autor sogar Misantrophie vor. Das trifft es nicht. Denn seine Beobachtungen kann jeder machen, der mit offenen Augen durchs Leben geht. Möglicherweise verbieten sich jedoch manche Menschen die Gedanken, welche Strunk ausspricht, oder sie denken überhaupt nicht mehr darüber nach, weil Gewöhnung eingetreten ist.

Der Autor liest sein Buch selbst. Nach 15 Minuten war ich so genervt, dass ich es beenden wollte. Seine Vortragsweise ist genauso hektisch und stakkatomäßig wie jene von Sven Regener in "Neue Fahr Süd". Da wird man ganz wuschig im Kopf vom Zuhören. Vor allem kann man nicht wirklich dem Text folgen. Denn während man über eine Wortkombination nachzudenken bzw. sie aufzunehmen versucht, wird man schon mit dem nächsten Schwall überschüttet. Hier rate ich eindeutig zur gedruckten Version.
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am 14. Januar 2009
...Deine Welt, die ist nicht wahr" - so sang Marius M.-W. in den 70ern, als er noch nicht auf der Rock-Kommerzschiene gelandet war. Wenn ich einige überzogen-enttäuschte Rezensionen so lese, denke ich mir, Strunk zahlt hier den Preis für den sehr großen Erfolg von FIMG. Plötzlich hat er nicht mehr hauptsächlich Leser, die leise und wohlwollend-kritisch den künstlerischen Weg begleiten, ohne überhöht-religiöse Erwartungen an ihn zu hegen. Stattdessen wird er jetzt von enttäuschten, früheren "Fans" angekumpelt, die Strunk nach seinem Erstling hochgejazzt haben und sein neues Werk jetzt, da ihre eigenen Erwartungen (FIMG 2?) nicht erfüllt wurden, niedermachen. Gegen eine kritische Haltung ist nichts zu sagen, aber Pöbeleien wie "jetzt mach aber mal!" sind wirklich völlig unangemessen.

Ich denke, Strunk wird, wenn er klug ist und nicht nur geldgeil, heimlich erleichtert sein, dass seine Leserschaft nun wieder etwas abnimmt. Seine Werke taugen nicht für die Masse, auch wenn diese sich von ihnen durchaus mal angezogen fühlen kann.

Bleibt für Strunk zu hoffen, dass es mit seinem allerneuesten, verkaufsträchtigen Buch Fleckenteufel nicht wieder zu weit nach oben geht - Charlotte Roche musste sich ja auch von Hinz und Kunz Anfeindungen gefallen lassen...

Das Buch selbst ist schwer zu vergleichen mit FIMG, es hat seine Qualitäten und ich habe es ebenso gerne gelesen wie seinen Erstling. Es wird im Gegensatz zum Vorgänger eben nicht so sehr vom Inhalt getragen, als vielmehr von der Gedankenwelt des Autors, die sehr interessant ist.
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am 8. Februar 2014
Heinz Strunk wird regelmäßig, man schaue auf die Kundenrezensionen, an seinem Debütroman Fleisch ist mein Gemüse gemessen. Mir gefiel Die Zunge Europas jedoch besser. Als roter Faden dient hier nicht eine romantypische Handlung, sondern eine tragikomische Mischung aus Resignation, Witz und erfrischender Banalität.
Die Beobachtungsgabe zeigt sich an unausgesprochenen Klischees und - ich meine das in voller Anerkennung - trivialen Alltagsangelegenheiten. Ein schöner Roman ohne schnörkelige LIebesgeschichte, der ohne kalenderspruchartigen Plattitüden auskommt. Sehr zu empfehlen.
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am 22. April 2016
Wieder ein gutes Hörbuch von Heinz Strunk, dass thematisch weniger leicht und umgänglich wie sein Vorgänger ist und sich dabei langsam an die tieferen menschlichen Abgründe heranarbeitet, insgesamt ein pessimistischeres Menschenbild zeichnet, ohne jedoch den typischen Wortwitz und Humor zu verlieren. Einen Punkt Abzug gibt es lediglich für die nicht ganz konsequent erzählte Rahmenhandlung und das relativ schwachbrüstige Ende des Buches. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Klare Kaufempfehlung.
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am 20. Juni 2009
Pro:
-Heinz Strunk hat sich erzähltechnisch schlicht und einfach um eine Nummer verbessert, einige Schwammigkeiten in der Erzählform des - genialen - Vorgängers "Fleisch ist mein Gemüse" wurden gut ausgelotet.
-Das Buch ist in Hardcover und mit Schutzumschlag erstaufgelegt worden. Damit wurde endlich bestätigt, was bestätigt werden musste: Heinz ist ein ernst zu nehmender Schriftsteller geworden.

Kontra:
-Die Handlung ist nicht jedermann Geschmack: Der Roman behandelt nicht wie in "Fleisch ist mein Gemüse" 12 Jahre, sondern gerade einmal 7 Tage. Zudem passiert in diesen Tagen, durch Routine und Langeweile geprägt, nicht sehr viel; aus dem Stoff hätte man auch eine Kurzgeschichte machen könnnen
-Die Hauptperson, Markus Erdmann, ist - nicht nur auf den ersten Blick - ein Antiheld: übergewichtig, frustriert, Mitte 30. Er ergötzt sich geradezu an seinem dementen Opa, guckt 6 Stunden am Tag fern, obwohl er das Programm abgrundtief hasst und pöbelt unendwegt über deutsche Comedy, die DB und amerikanische Regisseure.

Fazit: Heinz Strunk beweißt eine schriftstellerische Reife, auch wenn diese fast vollständig einer konstruierten Handlung und einem durchweg peinlichen bzw. entfremdenden Held weichen muss. Heinz, das kannst du auch besser.
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