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Kundenrezensionen

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am 21. November 2007
Das Thema ist endlich kein Tabu mehr. Und dennoch: Über die eigene Vergewaltigung zu schreiben, zu berichten, wie unendlich verloren eine Frau sich fühlt, wenn einer oder auch ein Rudel von Männern sich immer wieder an ihr vergehen, erfordert eine Stärke und einen Lebenswillen, den nicht alle haben. Auf jeder Seite in Jadranka Cigeljs Buch 'Appartement 102 ' Omarska' ist zu spüren, wie die frühere Rechtsanwältin auch weiterhin mit den Dämonen in ihrem Kopf und in ihrem Herzen kämpft.
Es ist eine alte, ungute Tradition: Wer irgendwo auf dieser Welt einen Krieg gewinnt, der plündert, brandschatzt und vergewaltigt. Das war so, ist so und wird wohl auch so bleiben, wie Psychologen uns neuerdings verraten. Es liegt, so hören wir, in der Natur des männlichen Säugetieres, so viel eigenen Samen wie möglich unters Volk zu bringen. Neu daran ist lediglich, dass mutige Frauen sich zu wehren beginnen. Nicht während der Vergewaltigungen, auch das liegt in der Natur der Sache. Die finden meist in Gruppen statt; die einen tun es, während die anderen zuschauen, gerne auch zuschlagen, sich an der Verzweiflung der Opfer weiden, bevor sie die Rollen tauschen. Dann werden die Frauen zurück gebracht in ihre Zellen, nicht ohne dass sie zuvor den Raum, in dem alles geschah, ordentlich reinigen müssen. Und das ist nur eine Variante des grausigen Geschehens.
Jadranka hat noch mehr der Varianten kennen gelernt, die sich Soldaten während des Balkankriegs Anfang der 90er Jahre haben einfallen lassen. Zwei Monate lang war sie 1992 interniert im berüchtigten Konzentrationslager Omarska im nordwestlichen Bosnien. 3000 Männer, meist bosnische Muslime, wurden hier ermordet. Auch einige der ursprünglich 37 Frauen zählenden Gruppe um Cigelj haben Omarska nicht überlebt. Jadranka hatte Glück. Ihr Leben hat sie gerettet, verdient heute wieder genug Geld, um Mutter und Sohn zu versorgen.
Und Jadranka schreibt. Schreibt an gegen das Vergessen, das vielleicht so heilsam wäre, und das sie sich und der Welt dennoch nicht gönnt. 'Nein! Nicht vergessen und nicht schweigen! Im Namen der fünf Frauen, die meine Freunde waren und dort starben, und der mir unbekannten vielen hundert Menschen', sagt sie im Vorwort ihres gnadenlos realistischen Buches 'Appartement 102 ' Omarska'. 102, das war die Nummer des Raumes in dem ehemaligen Bergwerk, in dem sie sieben lange Wochen irgendwie existieren musste, irgendwie durchs Heute hindurch ins Morgen finden.
Um Haaresbreite entgeht sie später dem Freitod. Nie macht sie eine Therapie, kämpft einfach weiter, steckt all ihre Kraft in das eine Leben, das ihr geblieben ist. Als Zeugin steht sie Jahre später in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof, wo sie sich wiederum den Angriffen ihrer Schinder ausgesetzt sieht. 'So, wie sie war, würde ich nicht einmal ein Fahrrad an sie lehnen', gibt der ehemalige Lagerkommandant Mejahic zu Protokoll - ungestraft. Doch selbst gegen Milosevic sagt die ungebrochene Jadranka aus, offen, ehrlich, mutig.
Auch ihr Buch ist sehr offen, sehr ehrlich und mutig, erzählt von dem, was immer wieder auf allen Kontinenten geschieht und was von Frauen niemals verstanden werden wird. Es tröstet nicht, beschönigt nichts, übertreibt nichts, und schafft es, die Würde der vergewaltigten Frauen nicht noch mehr zu verletzen. Indem der Leser teilnimmt an ihrer Geschichte, wird vielleicht wirklich geteiltes Leid zu halbem Leid ' oder des wird doch leichter zu tragen.
Die Autorin hat überlebt, hat zurückgefunden in ein zumindest halbwegs normales Leben. Lesenswert ist 'Appartement 102' allemal. Schade nur, dass es wohl gerade jene Menschen nicht in die Hand nehmen werden, die bis heute ' oder sollte man sagen: heute mehr denn je? - an die Mär vom sauberen Krieg glauben.
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am 22. August 2007
Am 30.04.1992 wurde Prijedor in Bosnien von den bosnischen Serben eingenommen. Wer nicht Serbe war, musste ein weißes Armband tragen. Terror und Willkür herrsch-, ten, viele flohen in nicht serbische Enklaven. Die überlebenden politischen, sozialen und intellektuellen Eliten der Kroaten und Muslime wurden in das Konzentrationslager der Serben in Omarska, einem Bergwerksgelände, gebracht. Auch 37 Frauen, darunter die Kroatin Jadranka Cigelj, die als Rechtsanwältin in einer Firma in Prijedor arbeitete und mit ihrem Sohn bei ihren Eltern lebte. Sie war Aktivistin der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft -HDZ- und beschreibt in einem persönlichen Protokoll den Alltag in Omarska, wo schwere psychische und körperliche Misshandlungen, ständige Verhöre, Folter, Mord und Vergewaltigungen durch die Wachmannschaften an der Tagesordnung waren.
Die Täter waren meist ehemalige Arbeitskollegen und Nachbarn, keine Fremden. Nein, man kannte sich, pflegte bis vor kurzem noch persönliche Kontakte, ja sogar Freundschaften. Und dennoch geschah das Unfassbare: das kollektive Töten von mehr als 3000 Menschen in schier unbeschreiblichen Gewaltexzessen. Ein Zeitzeugnis, das in seiner Eindringlichkeit zutiefst erschreckt. Auch weil es deutlich macht, dass gegen jede Vernunft der Ausbruch kollektiver Gewalt zu jeder Zeit an jedem Ort geschehen kann.
Eine Pflicht-Lektüre für alle, die in Freiheit leben. Denn solange wir nicht begreifen (wollen), was uns zu Tätern macht, wird sich die lange Geschichte von Völkermord, Folter und Kriegen fortsetzen. Und die Opfer von damals sind die Opfer von heute, weil sie nicht beachtet werden.
Katrin Bornmüller 54516 Wittlich
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Januar 2010
Zum Inhalt:

In diesem Buch geht es um die Erlebnisse von Jadranka Cigelj, die mit siebzehn weiteren Frauen acht Wochen lang im KZ Omarska gefangen gehalten und gefoltert wurde. Das Gefangenenlager Omarska befand sich während des Bosnienkrieges in einer Bergarbeiterstadt in der Nähe von Prijedor im Norden Bosnien-Herzegowinas. Das Lager, in dem Kämpfer der Republika Srpska mehr als 3.000 Bosniaken und Kroaten aus der Umgebung von Prijedor gefangen hielten, existierte vom 25. Mai bis etwa zum 30. August 1992. Die offizielle serbische Bezeichnung für dieses Lager war: Sammellager und Untersuchungslager für verdächtige Paramilitärs", aber an diesem Ort wurden sowohl männliche, als auch weibliche Gefangene systematisch geschlagen, gefoltert, verstümmelt, sexuell missbraucht und auch ermordet. Über die genaue Zahl der Toten in diesem Lager gibt es unterschiedliche Angaben, denn nach Ende des Krieges wurden in zwei in der Nähe gelegenen Massengräbern 773 Leichen und in dem Gebiet um Prijedor weitere 62 Massengräber entdeckt, die im Zusammenhang mit dem KZ Omarska stehen könnten.

Mein Fazit:

Schonungslos offen schildert Jadranka Cigelj das tägliche Leben und Überleben in einem Lager, wie man es bisher nur aus Berichten von deutschen Konzentrationslager zu Zeiten des zweiten Weltkrieges kannte. Frau Cigelj und die anderen Frauen, aber auch die Männer müssen wirklich Unvorstellbares erlebt haben, was man sicherlich nur schwer in Worte fassen kann. Dennoch muss ich anmerken, dass mich die vielen Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart (die man leider nur sehr schwer nachvollziehen konnte), die teilweise fehlenden Erklärungen zu einzelnen Schicksalen (Wer war die Person, was hat sie gemacht?) und Hintergründen (Warum der ein, oder andere überhaupt ins Lager kam?), aber auch die vielen Namen und Personen (ich konnte die gar nicht mehr zuordnen), zu denen es zu meist gar keine nähren Erklärungen gab, in diesem Buch doch sehr irritiert haben. Immer wieder werden auch Tagebuchaufzeichnungen eingeblendet (die mit dem Leben im Lager Omarska gar nichts zu tun haben), die aber wohl von Jadranka Cigelj Sohn stammen (zumindest vermute ich dass, denn auch hier gibt es keine nähre Erklärung dazu) und ehrlich gesagt für mich sehr verwirrend sind. Genauso wie die Person dieses Dr. Esad (gemeint ist wohl der Ornithologe Esad Sadikovic, ebenfalls ein politischer Gefangener, in den sich Jadranka Cigelj dort in Omarska verliebt), der offensichtlich und für mich nur schwer nachvollziehbar geradezu frei im Lager herumlaufen kann. Mir fehlten in diesem Buch von Jadranka Cigelj einfach gewisse Hintergrundsinformationen über die einzelnen Personen und Details, so das ich diesen Roman, trotz seiner Autoentität und Offenheit leider nur mit 3 Sternen bewerten kann. Da ich bereits die Bücher Leila: Ein bosnisches Mädchen" von Alexandra Cavelius (Bewertung 5 Sterne), sowie Als gäbe es mich nicht" von Slavenka Drakulic (Bewertung ebenfalls 5 Sterne) und auch Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945" (Bewertung auch hier 5 Sterne) gelesen habe, ist es mir aus literarischer Sicht zumindest möglich diesbezüglich einen entsprechenden Vergleich zu ziehen.
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am 10. November 2007
Während wir in Deutschland seit über 60 Jahren in Freiheit und relativer, vermeintlicher Sicherheit leben, übersehen wir allzu leicht, dass dies nicht selbstverständlich ist. Auch heute werden in vielen Ländern der Erde, auch in Europa, tausende von Menschen widerrechtlich eingekerkert, gefoltert, misshandelt und gequält, wobei die meisten dieser Untaten nie bekannt werden.
Deshalb ist es dringend notwendig, dass immer wieder Menschen von dem berichten, was sie erdulden mussten, um die sorglose Öffentlichkeit auf die unmenschlichen Folterungen aufmerksam zu machen und wach zu rütteln.
Die erschütternden Erlebnisberichte von Jadranka Cigelj in "Appartment 102 - Omarska" sind ein schockierendes Zeitzeugnis. Bei den Massnahmen zur ethnischen Säuberung und dem Ziel der Schaffung eines möglichst homogenen serbischen Staates wurde sie 1992 im Konzentrationslager Omarska interniert. Die Schilderungen der körperlichen und psychischen Misshandlungen, des Miterlebens von Folterungen und Massenmorden sind erschreckend.
Auch wenn es schwer fällt, sollten wir die Menschenrechtsverletzungen unserer zeit zur Kenntnis nehmen und uns damit auseinandersetzen. das Buch von Jadranka Cigelj ist ein wichtiger Beitrag dazu.
Rita und Leo Schäfer
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am 31. Dezember 2009
Dass die Autorin so lange gebraucht hat, um ihre Erfahrungen zu veröffentlichen, wird umso verständlicher, wenn man ihren Bericht gelesen hat.
Das zugleich Erstaunliche und Herausragende an diesem Augenzeugenbericht ist ihre emotionale Objektivität. Obwohl Jadranka Cigelj unfassbar Schlimmes erlebt hat, beschreibt sie die Zeit ihrer Gefangenschaft im Lager Omarska völlig ohne Emotion ihren serbischen Peinigern gegenüber. Sie wird (verständlicherweise) emotional, wenn es um Schilderungen darüber geht, was ihr oder Menschen um sie herum angetan wurde. Aber ihren Peinigern gegenüber wahrt sie emotionale Distanz. Diese Haltung hat mir imponiert und macht meines Erachtens ihre Darstellung umso plakativer und glaubhafter.
Dieses Buch ist keine leichte Kost, eignet sich auch nicht für einen gemütlichen Leseabend. Aber ihre Sicht der Dinge verhalf mir zu einem besseren Verständnis der lokalen Gegebenheiten während des Jugoslawienkriegs.

Um aber ein umfassenderes Verständnis über die Facetten des Jugoslawienkrieges zu bekommen, sollte man sich keinesfalls auf nur eine Lektüre beschränken. Aufgrund der Vielzahl und lokalen Verschiedenheiten der Kriegsschauplätze im damaligen Balkankrieg empfehle ich daher mehrere Abhandlungen zu diesem Thema. Dieser Bericht ist aber auf jeden Fall eine sehr gute Ergänzung auf der Literaturliste über den Balkankrieg.
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am 19. April 2013
Ein Buch das einem zeigt wozu die Menschen fähig sind wenn aus Nachbarn und Freunden plötzlich Mörder und Feinde werden.
Politik und Glaube erzeugt Hass und Neid.
Ich hoffe das so etwas schreckliches kein Volk mehr erleben muss egal welchen Glaubens oder Nationalität.
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am 18. November 2007
"Appartment 102 - Omarska" ist ein Zeitdokument über den letzten Krieg im ehemaligen Jugoslawien.
Kritische Erwachsene jeder Altersstufe werden begreifen, wie schnell aus friedlich mit - und nebeneinander Lebenden verfeindete Nachbarn werden können, wenn sie sich - aus welchen Gründen auch immer - von machthungrigen Agitatoren leiten lassen.
Und das geschah nicht etwa tausende Kilometer entfernt, nein, es ereignete sich in einem Land, das viele von uns als Urlaubsland schätzen.
Umso unvorstellbarer erscheint das 1992 Erlebte von Frau Jadranka Cigelj und ihren Mithäftlingen in einem der berüchtigsten Lager.
Das Buch ist ein Muss für jeden, der sich mitverantwortlich fühlt für eine Welt, in der alle nach den Menschenrechten leben können.
Marlen Rodenbüsch 54516 Wittlich
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