Hier klicken MSS Hier klicken Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Fire Shop Kindle Ghostsitter longss17

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
180
3,6 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:3,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 8. Oktober 2016
Ein Klassiker, der es Wert ist, gerade auch außerhalb der Schule gelesen zu werden - auch schon für Jugendliche. Die Charakterentwicklung Effis und insbesondere das gesamte letzte Drittel berühren und regen an, was von Fontanes poetischer Sprache noch unterstützt wird.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. April 2017
Der Umschlag des Buches wirkt sehr einladend. Jedoch überzeugt mich der Inhalt nicht sonderlich, da für mich die Handlung zu langweilig ist. Für Liebhaber dieses Genres aber sicherlich ein Genuss!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2016
Musste die Lektüre für die Schule lesen und fand sie sehr langwierig. Es wird keine Spannung aufgebaut und vieles nur wage umschrieben. Einzig die Gesellschaftskritik ist gut herausgearbeitet.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 9. April 2017
Ich habe mir seiner Zeit sehr gewünscht "Effi Briest" für die Schule zu lesen und zu behandeln. Leider entschied sich mein damaliger Deutschlehrer für Iphigenie auf Tauris von Goethe.

Kommt Zeit, kommt Effi Briest. Lange aus der Schule raus, ist mir ein fast schon antikes Exemplar durch Zufall in die Hände gefallen und ich hab mich voll Vorfreude auf diesen Jahrhunderte überdauernden Klassiker gestürzt.

Die leisen Töne sind es, die diesen Gesellschaftsroman für mich sehr authentisch machen. Wirkt es Stellenweise fad so liegt es wahrscheinlich daran das dieser Roman von einem Autor aus jener Zeit geschrieben wurde und mitten aus dem Leben gegriffen ist. Für uns ist Ehebruch und Untreue so langes es nicht uns persönlich betrifft nichts besonderes. Es kommt immerwieder und immer öfter vor und überall liest und sieht man Geschichten zu diesem Thema. Da muss schon ordentlich mit Drama gewürzt werden um unsere übersättigten Seelen zu rühren. Aber Ende des 19 Jahrhunderts war Effis Affäre zum Major Crampas obwohl sie mit dem Landrat Baron von Innstetten verheiratet ist mehr als Skandalös. Ja es war ein absolutes Tabu. Schlimm genug das sowas passiert aber dennoch darüber schreiben oder zu sprechen? Viele Feinheiten und ein klein wenig Talent zwischen den Zeilen zu lesen offenbaren das ganz ausmaß der Katastrophe.

Neben Effis persönlicher Geschichte finde ich die Darstellung der historischen Hintergründe äußerst interessant und gut eingefangen. Die teilweise gestelzte Sprache hebt die Realitätsnähe weiter hervor. Kleine Anmerkungen am Seitenende vermeiden mögliche Verständnisprobleme.

Ganz klar muss man festhalten das "Effi Briest" kein aufrührerischer oder reißender Roman nach unserem heutigen Verständnis ist. Wenn man sich aber drauf einlassen möchte, kann man einen Hauch realer Zeitgeschichte spüren und genießen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. November 2016
Ich habe es tatsächlich getan und mir die ungekürzte Version dieses Klassikers angehört - und ich fand ihn gar nicht mal so schlecht..

Anfangs dachte ich: "Ok, ein weiterer Klassiker, der sich in meine Liste einreihen darf - wird halt sein wie vieles andere auch." Aber weit gefehlt! Bei 'Effi Briest' muss man wirklich auf den Ton hören, muss gewillt sein, zwischen den Zeilen zu lesen.

Der Stil ist sehr beschreibend, sehr lebendig, wenn auch an der ein oder anderen Stelle manchmal ein wenig ausschweifend.

Am Schluss wird es sogar nochmals richtig emotional, obwohl es auch während der Geschichte nicht ohne Gefühle geht. Der Stil des Autors unterstreicht die in der Geschichte vorherrschenden Gefühle Effis. Ich finde, die Atmosphäre wurde super eingefangen.

Sicher hätte ich es in der Schule auch langweilig gefunden, dieses Buch zu lesen, aber für mich war diese Lektüre als Hörbuch durchaus sehr angenehm, denn sie spiegelt die Werte aus dieser Zeit wider und zeigt auf, wie engstirnig man doch sein kann.

Von mir gibt es für das Hörbuch eine Empfehlung! (aber Achtung: Nicht alle Versionen sind gut gesprochen - ich habe mich da auch erstmal durchhören müssen und mir gefiel die von Buchfunk einfach am besten)

©2016
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Januar 2004
Diese CDs haben mir für den Unterricht sehr geholfen, Effi Briest nicht einfach nur zu Lesen, zu bearbeiten und zu interpretieren, sondern auch zu verinnerlichen. Ein entscheidender Unterschied ist mir nun im nachhinein aufgefallen.
Gert Westphal schafft es, mit seiner heiteren Betonung, den streckenweise doch melancholischen Text, den Figuren eine fröhliche, lebendige Stimmung zu geben. Besonders die Dialoge zwischen Mutter- und Vater- Briest sind, im Gegensatz zur Verfilmung Fassbenders, eher freundlich gesinnt und neckisch. Während Fassbender die Unterhaltungen der Eltern eher ernst, konfliktträchtig, angespannt und verstritten erscheinen lässt. Dieser heitere Tonfall Westphals, passte auch in meiner Vorstellung von einer lebenslustigen Effi besser, als Fassbenders
äußerst depressive, melancholische Darstellung Effis.
Mir ist klar geworden, wie unterschiedlich man einen Text interpretieren kann, wenn man ihn anders akzentuiert. Nach dem Motto: der Ton macht die Musik.
Ohne das Buch zusätzlich zu lesen, geht es glaube ich nicht so gut. Darum vielleicht erst ein bischen lesen, um sich eine eigene Vorstellung von Effi und der Stimmung machen zu können.
0Kommentar| 44 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. April 2017
Tja, auch im Jahre 2017 werden Schüler noch anhand dessen bewertet, wie gut sie dieses Buch von vor über 100 Jahren interpretieren. Und diese Noten entscheiden dann über den späteren Berufsweg oder die Zulassung an einer Universität. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Oktober 2015
Schade dass mann im Zuge des Abiturs gezwungen wird soetwas zu kaufen und zu lesen. Gibt es doch so viel bessere Romane von Fontane.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2015
Ja, „ein weites Feld“ – das trifft meine Empfindungen über Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ ziemlich gut. Allerdings lasse ich – anders als Effi's Vater – die Leser meiner Rezension nicht im Unklaren darüber, wie ich zu einer Sache (in diesem Fall zu diesem Roman) stehe *g*

Warum liest man einen Roman, der von den meisten Deutsch-LK-Schülern gehasst wird? Nun, zunächst muss ich sagen: es hat mich schon länger gereizt, Effi Briest zu lesen – vielleicht, weil ich nicht zu den LK-Geschädigten gehöre *lach*. Außerdem habe ich ein Faible für Klassiker und verzweifelte Ehebrecherinnen (mit Madame Bovary und Anna Karenina stehen zwei weitere Bücher in der Warteschleife *g*).

Gevatter Zufall wollte es, das ich letztes Jahr in Münster in der Bahnhofsbuchhandlung nach einer Fortbildung über das Buch gestolpert bin – zu einem unschlagbar günstigen Preis :-) Kurzerhand hab ich das Buch dann mitgenommen und nach der mehr als 1-stündigen Zugfahrt nach Bielefeld war ich schon in diesem Roman gefangen.
Warum? Bereits nach der eröffnenden Beschreibung von Effi's Heimat setzte sich der Filmprojektor in meinem Kopf in Gang und ich fand mich in Hohen-Cremmen wieder, sah, wie unbeschwert Effi spielte und lachte, schaukelte und einfach eine frohe Stimmung verbreitete, die mir schon nach wenigen Seiten ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Dann lernte ich die Freundinnen von Effi, die Eltern und Geert v. Innstetten kennen und war völlig von den Socken, als Effi auf einmal mit ihm verlobt war. Die Selbstzweifel der Eltern ließen nicht lange auf sich warten, verschwanden aber auch ebenso schnell wieder.

Dann begleitete ich das frisch vermählte Paar nach Italien und anschließend nach Kessin, wo der Anfang vom Ende für Effi begann. Die ganze Zeit über habe ich mich immer gefragt, was Effi's Mutter wohl an Geert v. Innstetten gefunden hatte – war er doch (auf der einen Seite) herzlich zu seiner jungen Frau, auf der anderen Seite hat er in der ganzen Zeit nie die von vornherein sehr deutliche Distanziertheit aufgegeben, sondern es wurde sehr schnell sehr deutlich, dass ihm seine Karriere wichtiger war als die Familie. Darum habe ich mich auch für Effi gefreut, als sie mit Alonso Gieshübler einen lieben Freund gewonnen hat, der ihr das Leben jeden Tag mit Zeitungsausschnitten und kleinen Aufmerksamkeiten versüßt.

Effi langweilt sich in Kessin und auf den gesellschaftlichen Besuchen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann absolvieren muss, zu Tode und man beginnt sich zu fragen, womit Effi das Ganze eigentlich verdient hat. Dann betritt Major Crampas die Bühne – ein „Frauenliebhaber“ durch und durch, der dabei aber sympathisch agiert. Effi kann sich dem Charme von Crampas nicht entziehen, obwohl sie es eigentlich gar nicht will. Das Verhältnis zwischen Effi und Crampas wird auch nie wirklich offensichtlich beschrieben – es findet eher „zwischen den Zeilen“ und in wenigen, interpretatorisch eindeutigen Passagen (Crampas und Effi allein in der Kutsche oder bei dem unter Crampas Regie aufgeführten Theaterstück) statt. Dafür wird die Eifersucht von Innstetten umso deutlicher, auch wenn er meiner Meinung nach nicht wirklich einen Grund dafür hat *g* - das kann jetzt jeder für sich interpretieren, wie es gemeint ist.

Um es jetzt für den Leser dieser Rezension nicht zu langweilig werden zu lassen (Glückwunsch an die, die bis hierher gelesen haben!), gibt es jetzt 'ne kleine Abkürzung und mein Fazit: Familie v. Innstetten geht von Kessin aus nach Berlin, Effi wird immer kränker, kommt zur Kur, Geert findet durch einen blöden Zufall Briefe, die das Verhältnis zwischen Effi und Crampas offenlegen, es kommt zum Duell zwischen v. Innstetten und Crampas (eine der Stellen im Buch, die kurz, knapp und präzise sind, während andere sehr ausführlich dargestellt werden, was für mich einen Teil des Reizes dieses Buches ausmacht), Geert's Selbstzweifel, ob er richtig gehandelt hat oder nicht, verschwinden ebenso schnell, wie sie gekommen sind, Effi wird aus der Gesellschaft und von ihren Eltern verbannt, fristet mehrere Jahre ein tristes Alltagsleben, macht eine enttäuschende Begegnung mit ihrer inzwischen 10-jährigen Tochter (die sie seit der Verbannung nicht mehr gesehen hat) und kehrt anschließend in die liebenden Arme ihrer Eltern zurück, die ihr mittlerweile verziehen haben.

In Hohen-Cremmen verbringt sie noch eine kurze, unbeschwerte Zeit und stirbt letztendlich - mit sich, Geert und allen anderen im Reinen – ein weiterer Moment im Buch, der mich ziemlich getroffen und berührt hat.

Fazit: Theodor Fontane hat mit „Effi Briest“ eine der schönsten Ehebruchgeschichten der Weltliteratur geschrieben, bei der einem nichts anderes übrigbleibt als mit der Titelheldin zu lachen, zu weinen, zu staunen…Das alles in einer wunderbaren Sprache, bei der die wenigen französischen Worte nicht negativ auffallen (auch wenn ich kein Französisch verstehe, konnte ich mir immer denken, worum es ging). Neben „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel Garcia Marquez bekommt Effi Briest nun einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich werde garantiert nicht müde, Effi Briest als ein Stück großartiger Weltliteratur anzupreisen, für welches man bestimmt erst ein gewisses Alter *hust* erreichen muss, um es zu mögen.

Danke Theodor Fontane!!!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Juli 2014
Der Roman ‚Effi Briest’ zählt zu den Hauptwerken Theodor Fontanes. Wie der ‚Stechlin’ setzt das Werk mit einer detaillierten Beschreibung des herrschaftlichen Anwesens der Familie von Briest im Ort Hohen-Cremmen ein. „Heller Sonnenschein“ strahlt auf das Anwesen, in dessen Mitte sich ein bepflanztes Rondell samt Sonnenuhr befindet.

Der Autor stellt uns „Frau und Tochter des Hauses … fleißig bei der Arbeit“ vor. Beide Damen sind mit der Fertigung eines Altarteppichs beschäftigt. Fontane skizziert die siebzehnjährige Tochter namens Effi folgendermaßen: „In allem, was sie tat, paarten sich Übermut und Grazie, während ihre lachenden braunen Augen eine große, natürliche Klugheit und viel Lebenslust und Herzensgüte verrieten.“ Effi spielt gerne mit den Freundinnen; dann träumen sie vom Traumprinzen und einer Liebesheirat. Ihre Mutter muss die stürmische junge Dame zuweilen bremsen: „Effi, nicht so leidenschaftlich“.

Ein Besuch kündigt sich an: Baron Geert von Innstetten. Der Baron amtiert als Landrat in dem kleinen, verschlafenen Ort Kessin in Hinterpommern, „wo nachts kaum eine Laterne brennt“. Als der Baron um ihre Hand anhält, fühlt sich die junge Dame überrumpelt, doch die Eltern willigen ein; „Noch an demselben Tag hatte sich Baron von Innstetten mit Effi Briest verlobt“. Effi fühlt sich wie im Märchen. Auf die Frage der Freundin, ob er denn auch der Richtige sei, entgegnet Effi leichthin: „Gewiss ist es der Richtige. Das verstehst du nicht, Hertha. Jeder ist der Richtige. Natürlich muss er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen“. Dass der Baron mehr als doppelt so alt wie Effi ist, stört sie nicht („Er hat sein alter, und ich habe meine Jugend“). Ihr imponiert sein Ehrgeiz und Karrierestreben. Fontane erwähnt, dass der Baron in jungen Jahren in der Nähe von Hohen-Cremmen als Soldat stationiert war und Zuneigung zu Effis Mutter hegte: „Nun, es kam, wie’s kommen musste, wie’s immer kommt. Er war ja noch viel zu jung …“.

Nach der Hochzeit und der sich anschließenden Hochzeitsreise nach Italien lässt sich das Paar in Kessin nieder. An diesem einsamen Ort, in dem nur „mittelmäßige Menschen, von meist zweifelhafter Liebenswürdigkeit“ wohnten, fühlt sich Effi einsam und gelangweilt. Freundschaft verbindet Effi einzig zum Apotheker Alonzo Grießhübler. Der Beruf des Landrates brachte es mit sich, dass das Ehepaar oft getrennt wurde und sich die „arme Effi“ abends ängstlich in ihr Bett verkroch. Eine Spukgeschichte, in der eine Braut in der Hochzeitsnacht verschwindet und ein chinesischer Diener verdächtigt wird, beunruhigte sie.

Auch die Beziehung zu ihrem Mann will nicht recht gedeihen: „Er ist lieb und gut gegen mich und so nachsichtig, aber … ich fürchte mich vor ihm“. Liebe empfindet sie für Geert nicht. Fontane erklärt: „… weil ihr (Effi), wenn auch unklar, dabei zum Bewusstsein kam, was ihr in ihrer Ehe eigentlich fehlte: Huldigungen, Anregungen, kleine Aufmerksamkeiten. Innstetten war lieb und gut, aber ein Liebhaber war er nicht.“. Auch die Geburt des Töchterchens Annie verbessert die Beziehung nicht und bringt wenig Abwechslung in Effis Leben. Sie ist jung, temperamentvoll und sehnt sich nach Vergnügung und Zerstreuung. Aus den Briefen an ihre Mutter spricht die Sehnsucht nach Hohen-Cremmen, nach der Familie, nach Konversation.

Eine Änderung der Situation tritt ein, als der lebenslustige und charmante Major Crampas nach Kessin versetzt wird. Sein Motto: „Abwechselung ist des Lebens Reiz … Ohne Leichtsinn ist das ganze Leben keinen Schuss Pulver wert.“. Obwohl oder gerade weil er verheiratet ist, übt er aber auf die Damenwelt einen unwiderstehlichen Reiz aus („Damenmann“). Baron von Innstetten warnt seine Frau: „Was dir so verlockend erscheint … das bezahlt man in der Regel mit seinem Glück“. Und auch Effi weiß um die Gefahr. Ihre innere Stimme sagt: „Sieh dich vor“. Doch Crampas ist ein „Frauenkenner“. Er umgarnt sein Opfer mit amourösen Geschichten und weckt das Misstrauen Effis gegen ihren Mann, indem er vorgibt, Geert wolle durch Spukgeschichten seine Karriere fördern und Effi erziehen: „… er operiert nämlich immer erzieherisch, ist der geborene Pädagog …“. Effi erliegt schließlich der Versuchung und der Annäherung. Fontane hatte daran nie einen Zweifel gelassen, etwa wenn ihr Mann bemerkt: „Du bist eine reizende kleine Frau, aber Festigkeit ist nicht eben deine Spezialität“. Geert ist eifersüchtig und schöpft Verdacht, doch Effi verheimlicht die Affäre und deckt den Liebhaben: „Es ist falsch … einem Edelmann Misstrauen zu zeigen“.

Als Geert nach Berlin versetzt wird, atmet Effi auf: „Nun, mit Gott, ein neues Leben! Es soll anders werden.“. Das einsame Leben in der Provinz findet ein Ende.

Sieben Jahre später entdeckt Geert von Innstetten durch Zufall ein Päckchen Liebesbriefe seiner Frau und Major Crampas. Zutiefst gekränkt, aber ohne Hass und Rachegefühl fordert er Crampas zum Duell: „… alles erledigte sich rasch; und die Schüsse fielen. Crampas stürzte.“

Geert von Innstetten plagen Zweifel an der Sinnhaftigkeit seines Handelns. Gibt es so etwas wie Schuld? „Schuld, wenn sie überhaupt was ist, ist nicht an Ort und Stelle gebunden und kann nicht hinfällig werden von heute auf morgen. Schuld verlangt Sühne; das hat einen Sinn. Aber Verjährung ist etwas Halbes …“. Warum hat es sich auf ein Duell eingelassen, obwohl die Sache lange zurückliegt? „Aber wo fängt es an? Wo liegt die Grenze? Zehn Jahre verlangen noch ein Duell, und da heißt es Ehre und nach elf Jahren oder vielleicht schon bei zehneinhalb heißt es Unsinn. Die Grenze, die Grenze! Wenn ich mir seinen letzten Blick vergegenwärtige, resigniert und in seinem Elend doch noch ein lächeln, so hieß der Blick: ‚Innstetten, Prinzipienreiterei … Sie konnten es mir ersparen und sich selber auch’. Und er hatte vielleicht recht … Treibt man etwas auf die Spitze, so übertreibt man und hat die Lächerlichkeit““.

Die gesellschaftlichen Zwänge erfordern eine Trennung des Paares. Auch die Tochter darf Effi nicht wiedersehen. Schlimmer trifft Effi, dass auch ihre Eltern sie verstoßen. Per Brief lässt die Mutter die Tochter wissen: „… auch das elterliche Haus wird dir verschlossen sein; wir können dir keinen stillen Platz in Hohen-Cremmen anbieten, keine Zuflucht in unserem Hause …“.

Wiederum drei Jahre erkennt Effi die Tochter in der Pferdebahn wieder. Ein Treffen wird arrangiert. Als Effi erkennt, dass die Tochter eine Marionette der Vaters ist, bricht sie zusammen: „… der mich strafen will, das ist er, bloß er! Ich habe geglaubt, dass er ein edles Herz habe, und habe mich immer klein neben ihm gefühlt; aber jetzt weiß ich, dass er es ist, er ist klein. Und weil er klein ist, ist er grausam. Alles was klein ist, ist grausam. Das hat er dem Kinde beigebracht, ein Schulmeister war er immer, Crampas hat ihn so genannt, spöttisch damals, aber er hat recht gehabt … ein Streber war er, weiter nichts – Ehre, Ehre, Ehre …“. Fontane lässt Effi aber nicht verbittert aus dem Roman abtreten; auf dem Sterbebett zeigt sich Effi mit „Gott und den Menschen versöhnt, auch versöhnt mit ihm“.

„Auf dem Rondell hatte sich eine kleine Veränderung vollzogen, die Sonnenuhr war fort, und an der Stelle, wo sie gestanden hatte, lag seit gestern eine weiße Marmorplatte, darauf stand nichts als ‚Effi Briest’ …“

Der Leser wird Parallelen zwischen den Romanen ‚Cecile’ und ‚Effi Briest’ erkennen. In beiden Romanen sind die Protagonistinnen in einer Ehe gefangen, der sie zu entweichen suchen. Beide Liebhaber lassen ihr Leben im Duell und beide Hauptdarstellerinnen folgen ihren Liebhabern (im Falle von Cecile sogar aus freiem Willen) in den Tod.

Theodor Fontane hat mit Effi Breist und Geert von Innstetten ein bewusst kontroverses Paar geschaffen. Sie ist jung, verführerisch, emotional und lebenslustig. Er ist älter, intellektuell, prinzipientreu und langweilig. Effi ist zu unerfahren und verträumt, als dass sie die Zukunft richtig einzuschätzen vermag. Ihren Eltern ist vorzuwerfen, dass sie nicht das Beste für ihr Kind, sondern eine ‚gute Partie’ anstrebten. An Geert von Innstetten richtet sich der Vorwurf, dass er in der Tochter die verstoßene Liebe der Mutter suchte. Effi büßt für die Fehler ihres Umfeldes und der gesellschaftlichen Zwänge, in denen sich die Handelnden bewegen. Es bleibt wenig Raum für Gefühle und die Bedürfnisse einer jungen Frau. Als sie ausbricht, weil ihr die Luft zum Atmen fehlt, straft sie die Gesellschaft mit Verachtung.

Effi Briest ist ein Meisterwerk Theodor Fontanes und zugleich die vielleicht leidenschaftlichste Anklage des Autors an die Gesellschaft.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden