flip flip Hier klicken Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited BundesligaLive



am 26. März 2004
Inhalt (*****):
Der Autor bemüht sich nicht nur die Völker und deren Bewegungen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende aufzuzeigen, sondern er gibt auch Einblicke in die Entstehung der indoeuropäischen Sprachforschung und Methoden der Archäologie.
Stil (***--):
Der Erzählstil ist flüssig und leicht lesbar. Eigentlich schon für interessierte Jugendliche geeignet (was ich nicht negativ sehe).
Etwas gewöhnungsbedürftig sind die in regelmäßigen Abständen eingeführten Erzählungen, die das Leben und Wirken in damaliger Zeit vermitteln sollen. Schon der erste Satz des Buches "Unbarmherzig brannte die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Das Gras auf den Weiden und das Getreide auf den Äckern wollte nicht wachsen,..." gibt gut den romanhaften Stil dieser Geschichten wider (Rosamunde Pilcher lässt grüßen). Ich muss aber gestehen, dass ich mir im Nachhinein viele Fakten erst durch diese Kurzgeschichten wirklich gemerkt.
Aufbau (*****):
Es liegt in der Naur der Sache, dass das Thema sehr umfangreich ist. Mancher Leser mag vielleicht bald die Übersicht über die Vielzahl der Völker und Ihre Wanderungen im Laufe der Jahrtausende verlieren. Es liegt aber (meiner Einschätzung nach)nicht am Aufbau des Buches(der ist recht gut strukturiert - da sowohl chronologisch als auch geographisch gegliedert), sondern vielleicht eher daran, dass man für dieses Buch mehr Zeit zum "verdauen" braucht, als es bei anderen Sachbüchern üblich ist.
Fazit:
Der Autor wagt sich, meiner Meinung nach, auf ein sehr spekulatives Gebiet. Er beschreibt die vielen indoeuropäischen Kulturen bis zu jenem Zeitpunkt, wo für diese die geschriebene Geschichte einsetzt. Und ohne schriftliche Dokumente ist man in vielen Fällen auf die Sprachforschung und Archäologie angewiesen. Nichtsdestotrotz vermittelt der Autor aufgrund der vielen Verweisen den Eindruck, dass er den Pfad der Wissenschaft nicht verlässt.
Er ist bemüht den Leser "an der Stange" zu halten, d.h. er versucht ein schweres Thema interessant und leicht aufzubereiten.
Nicht empfehlenswert ist das Buch für Personen, die sich schnell einmal über unsere Frühgeschichte oder Indoeuropäer informieren wollen.
Ich persönlich habe das Buch mit gutem Gewissen in meinem Bekanntenkreis weiter empfohlen.
33 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 14. März 2005
Wie kommt es eigentlich, dass die Sprachen der Menschen aus Westeuropa solch auffällige Ähnlichkeiten mit den Sprachen der Menschen in Indien haben? Wie lassen sich die vielen Gemeinsamkeiten in Lebensweise, Kultur, Gesellschaft und Religion bei den Kelten, Germanen, Slawen, Griechen, Persern, Römern und Indern erklären - wo diese Völker doch durch tausende Jahre und Kilometer voneinander getrennt sind?
Diesen Fragen geht Reinhard Schmoeckel in "Die Indoeuropäer" nach. Dabei beschriebt er in sehr anschaulicher Sprache und für den Laien verständlich, was in wissenschaftlichen Kreisen schon längst bekannt ist: alle diese Völker haben einen gemeinsamen Ursprung, denn sie alle sind Nachfahren von Hirten und Viehzüchtern aus der südrussischen Steppe, die sich ab etwa 3500 vor unserer Zeitrechnung über Europa und Asien auszubreiten begannen. Tatsächlich ist dieses Buch das einzige populärwissenschaftliche Werk, das es in deutscher Sprache zu dem Thema gibt - Schmoeckel hält es daher für dringend notwendig, den historisch Normalgebildeten über unserer Vor-und Frühgeschichte aufzuklären. Und er hat Recht, wenn man bedenkt, dass dieser Zeitraum im Geschichtsunterricht praktisch gar nicht behandelt wird!
Schmoeckel beschreibt nun in seinem Buch die Wege all der zahlreichen Völker, die aus der Steppe kamen, und so kann der Leser ihre Entwicklung durch die Jahrhunderte nachvollziehen. Es werden die unterschiedlichsten Zusammenhänge zwischen den Völkern beschrieben, seien es biologische, kulturelle und sprachliche und auch die Unterschiede. Man erfährt also nicht nur etwas über Geschichte, sondern auch über Archäologie und Sprachwissenschaft. Dabei wird die Entwicklung der jeweiligen Völker immer nur bis zu dem Zeitpunkt beschrieben, an dem sie erste schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen haben, und somit also quasi aus der Vorgeschichte ins Licht der Geschichte treten. Die Fülle an Informationen ist dennoch beachtlich, und manchmal ist es natürlich auch schwer, sich die Namen all der einzelnen Völker und die genauen Wege ihrer Wanderungen zu merken - doch wenn man sich für das Buch Zeit lässt, wird man sehr viel neues daraus lernen können, und wenn man sich für Geschichte interessiert, wird man es eh nicht wieder aus der Hand legen wollen :-)
Sehr gut finde ich die romanhaften Episoden, die Schmoeckel zu Beginn jedes Kapitels eingefügt hat. Sie helfen sehr dabei, sich die Umstände der damaligen Zeit und das Leben der Menschen plastisch vorzustellen, und außerdem kann man sich auch so vieles besser merken.
Wer sich also für Geschichte interessiert und endlich erfahren will, was in Europa geschah, BEVOR die Griechen ihre Tempel bauten und ihre Epen dichteten, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Außerdem ist es auch für Jugendliche sehr gut verständlich (ich bin 15).
35 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 14. Februar 2008
Das Buch ist nicht sehr anspruchsvoll. Es hat mindestens meine Erwartungen enttäuscht. Die Mischung aus Forschung und Phantasie hat mir am Wenigsten gefallen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 15. Juli 2015
Dieses Buch ist im Hinblick auf seinen wissenschaftlichen Wert und die mehr als oberflächliche Beweisführung gut mit "Sakrileg" zu vergleichen, mit dem Unterschied, dass letzteres wenigstens noch einen gewissen Unterhaltungswert hat. "Die Indoeuropäer", hingegen, ist nichts als seitenlanges, fiktives Gesäusel im Stil von "Die Nebel von Avalon", das hin und wieder durch den ein oder anderen Absatz, in dem wild mit pseudowissenschaftlicher Fachterminologie um sich geworfen wird, unterbrochen wird. Wer sein geschichtliches Wissen erweitern will, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen.

Was das Buch auch sehr unprofessionell macht, ist die Tatsache, dass sich der Autor bereits im ersten Kapitel negativ über die Arbeit von Wissenschaftlern ausspricht, mit den verbitterten Worten: "Wissenschaftler sind ja so vorsichtig mit allem, was über ihr enges Fachgebiet hinausgeht." Nun, das Buch "Die Indoeuropäer" ist eben genau das Paradebeispiel dafür, dass man wohl besser bei einem Fachgebiet bleibt, anstatt die Welt mit seinem breiten 0815-Faktenwissen behelligen zu wollen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Aufsätze von Erstsemesterstudenten zu einem historischen oder sprachwissenschaftlichen Thema bereits wesentlich mehr Tiefe aufzeigen als dieses Buch.

Wer sich für die Indoeuropäer interessiert und seinen Horizont diesbezüglich erweitern möchte, sollte auf englischsprachige Fachliteratur aus dem Bereich der Linguistik zurückgreifen. Das ist selbst für Nicht-Linguisten wesentlich bereichernder.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 20. Juni 2005
Ich bin mit vielem was hier schon geschrieben wurde absolut einverstanden, muss aber hier einfach noch etwas zufügen.
Ein Rezesent hat über den spekulativen Charaker des Buches geschrieben:
Und ohne schriftliche Dokumente ist man in vielen Fällen auf die Sprachforschung und Archäologie angewiesen....
Dem ist zuzufügen dass seit einigen Jahren (also nachdem dieses Buch erschienen ist) die Genetik immer mehr dazukommt, man lese z. Bsp Sforza-Cavalli, ein Pionier auf diesem Gebiet. Einen Link von Archeologie und Linguistik zu Genforschung machen heute leider noch immer nicht viele Pre-Historiker.
So haben kürzliche Forschungen bestätigt dass z. Bsp das Erbgut der indischen Brahmanen "europäischer" ist als das niedrigerer Kasten.
Was mir an Schmoeckel's wegweisendem Buch gefällt sind die kleinen fiktiven Episoden die er einstreut. Ich denke sie helfen uns zu versuchen uns in die Situation unserer Vorfahren wenigstens ansatzweise einzudenken.
Was auch gut zum Vorscheinkommt ist dieses stetige Ueberlagert-werden und verschmelzen von Völkerschaften, was natürlich einen klar tabellarischen Ueberblick erschwert wenn nicht verunmöglicht.
Das Buch dient mir immer wieder als Nachschlagewerk wenn ich anderere Bücher mit prehistorischer Ausrichtung lese.
Bemängeln würde ich einzig die billige Taschenbuchaufmachung, dafür ists ja aber auch erschwinglich.
19 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 29. September 2008
Ich muss sagen, dass meiner Meinung nach das Buch sehr gelungen ist.
Es war für mich spannend zu lesen, da für mich dieser Teil der Geschichte noch völlig unbekannt war. Mich hat das Buch quasi nicht mehr losgelassen.

Zum anderen muss ich Vorgängern hier zustimmen, dass die romanhaften Erzählungen, die jedem Kapitel vorangehen, mit der Zeit sehr gleich klingen und auf Dauer langweilen. Was jedoch damit zusammenhängen kann, dass es sich meist um Völker gehandelt hat, die noch keine eigene Schriftkultur hatten und deswegen sehr wenig überliefert ist.

Trotzdem habe ich das vorliegende Werk fast in einem Ritt durchgelesen, und es bekommt auf jeden Fall einen Platz in meinem Bücherregal.
Ich werde es mit Sicherheit noch einmal lesen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 26. Mai 2000
Wenn man davon ausgeht, daß die im vorliegenden Buch geschilderten Wanderbewegungen in ihren Auswirkungen zu den bedeutendsten der Weltgeschichte gehören, so wäre es angeraten das vorliegende Werk zur Pflichtlektüre für Schüler der mittleren Schulstufen zu machen - insbesondere deshalb, weil sich das Buch durch die romanähnlichen Kapiteleinleitungen wohltuend von den üblichen staubtrockenen deutschsprachigen Werken abhebt und nie langweilt.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 13. Juni 2001
Das Werk kostete mich ein Wochenende - im positiven Sinn. Wer sich für die frühe Geschichte interessiert, wird das Buch nicht mehr freiwillig aus der Hand legen. Schmoeckel erklärt farbig und trotzdem nicht anspruchslos unser aller Herkunft. Unsere frühen Vorfahren, die Indoeuropäer, treten einem lebendig gegenüber. Verblüffend, wieviel unserer heutigen Welt seinen Ursprung irgendwo in der russischen Steppe hat.Wer sich für die Antike und das Mittelalter interessiert, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Es präsentiert sozusagen die Basis, auf der alles aufbaut. Kompliment an den Autor.
10 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 27. Januar 2000
Für einen ersten und zugleich sehr umfangreichen Überblick über die frühen indoeuropäischen Kulturen ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Mir sind bei der Lektüre einige Zusammenhänge klar geworden, die ich in meinem Geschichtsunterricht vermißt habe.
Die wissenschaftlichen Informationen sind auf eine leicht verständliche, klare Weise dargelegt. Kleine Geschichten, erfundene Episoden, aber auf wissenschaftlichen Ergebnissen beruhend, lockern das ganze Buch auf. Man bekommt einen sehr guten und lebhaften Eindruck vom Leben in vergangenen Epochen.
Leider sind die Literaturangaben zu bemängeln, da die aufgeführten Werke größtenteils älteren Datums und auch nicht in den Text eingebunden sind.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 11. August 2005
Das Buch bietet einen guten Überblick über die indoeuropäischen Völker. Es ist allgemeinverständlich geschrieben und enthält eine Reihe von Karten, die die geographischen Zusammenhänge verdeutlichen. Um den Sachverhalt lebendiger werden zu lassen, gibt es zahlreiche erzählerische Einschübe, die weitgehend auf historischen Fakten beruhen. Jeder Leser mag selbst entscheiden, ob ihm diese romanhaften Abschnitte zusagen. Wer sich noch nicht mit den indoeuropäischen Völkern beschäftigt hat, wird erstaunliche Zusammenhänge entdecken, die die Wurzeln unserer Herkunft in Europa betreffen. Ein Schwachpunkt scheint mir die teilweise zu detaillierte Schilderung der einzelnen Völker zu sein. Hier wäre für mich eine Beschränkung auf die historisch bedeutsameren Völker wünschenswert gewesen - so schwer diese Einteilung in "historisch bedeutsam / nicht bedeutsam" auch sein mag. So wie es vom Autor jedoch ausgeführt wurde, verliert man sich leicht in den Schilderungen zahlreicher kleinerer Völker, Sprachen und Regionen , worunter die Übersichtlichkeit etwas leidet. Das tut dem positiven Fazit aber keinen Abbruch: Ein informatives Buch!
10 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden