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am 9. Dezember 2010
...ist notwendig gegen die uns tagtäglich aus Politik, Wirtschaft und fast allen Medien überrollende neoliberale Propaganda und Meinungsmanipulation, und Nachdenken bildet auch die Basis für die Entwicklung eines kritischen Blickes auf all das, was uns vorgesetzt wird. Die "Nachdenkseiten" im Internet, die vor einigen Tagen ihren immerhin bereits 7. Geburtstag begehen durften, wurden von ihren Initiatoren seinerzeit ja nicht ohne Grund so genannt. Es häufen sich die politischen Skandale, die neoliberale Umgestaltung der Republik läuft auf Hochtouren, das "soziale" soll aus der "Sozialen Marktwirtschaft" endgültig und rückstandsfrei beseitigt werden. Hunderte Milliarden gingen und gehen nach dem TINA-Prinzip (There Is No Alternative) an sog. "systemrelevante" Banken zu deren Rettung. Wir ALLE dürfen das bezahlen - der Vorgang entpuppt sich als das gigantischste Umverteilungsprojekt von unten und von der "Mittelschicht" nach oben, das es je hierzulande gab, während die Länder um uns herum massiv mithilfe von für unser reiches Land grotesken Niedriglöhnen in Grund und Boden konkurriert werden, was mit dazu führt, diese Länder langfristig wirtschaftlich zu gefährden und zu schädigen, während hierzulande schäbige Debatten initiiert werden, wieviel man denn z. B. den Hartz4-Empfängern überhaupt zum Leben zugestehen möchte (Man denke nur an den erbärmlichen 5€-Witz).

Um diese und andere skandalöse Vorgänge geht es in "Nachdenken über Deutschland - Das kritische Jahrbuch 2010/2011" der Nachdenkseiten-Betreiber Albrecht Müller und Wolfgang Lieb. Z. B. die Propaganda-Falschmeldung, daß "das obere Zehntel der Einkommensbezieher allein 55 % des gesamten Steueraufkommens", und das letzte eine Prozent "Superreicher" alleine 22,2 % finanziert - wie ist sowas möglich, wenn das GESAMTE Lohn- und Einkommensteueraufkommen des Staates nicht mal 30 % der "gesamten kassenmäßigen Steuereinnahmen" ausmacht? Z. B. die Machenschaften der Banken und ihre Unterstützung durch die Politik - das Casino darf weitermachen, und die Verantwortlichen der Finanzkrise dürfen sich dank des für ihre Taten recht löchrigen Strafrechts recht sicher vor Verfolgung wähnen. Z. B. die mediale Begleitung des europäischen "Schutzschirms" und der Griechenlandhilfen, um den knallhart einseitig wirtschaftsfreundlichen schwarz-gelben Koalitionsvertrag, um die zunehmende Unfähigkeit des medialen Mainstreams zu kritischer Berichterstattung, Manipulationen von BILD bis ZEIT, darum, wie wir alle beim Thema "Altersvorsorge" für dumm verkauft werden (eine paritätisch zu zahlende Beitrags-Steigerung von bis zu 10 % der GESETZLICHEN Rentenversicherung ist unzumutbar, eine bis zu 7%ige Beitragszahlung zu einer PRIVATEN (!) Rentenversicherung ist für den Arbeitnehmer ALLEINE(!)sehr wohl zumutbar???), die tatsächliche Funkion von Leuten wie Dohnanyi oder Thilo Sarrazin, und die Aushöhlung des Sozialstaats ...etc...

Zahlreiche weitere Skandale und Meinungsmanipulationen diesen Jahres werden auf knapp 270 Seiten aufgeführt, dargestellt und - eine der ganz großen Stärken des Buches - auch verständlich erklärt, wie sie ablaufen, wie sie funktionieren. Es geht den Autoren und ihre Mitstreitern um den Aufbau einer aufklärerischen Gegenöffentlichkeit, und die wird täglich notwendiger, zumal die ehemals 4. Gewalt, der Journalismus, seine ureigenen Aufgaben, nämlich den "Mächtigen" auf die Finger zu schauen, und Aufklärung der Bevölkerung zu betreiben, zunehmend vergisst, und immer mehr eben nicht nur in platte Hofberichterstattung, sondern eben auch in verfälschende Darstellung und manipulative Faktenverdrehung bis zu schlichten Unwahrheiten im Sinne neoliberaler Meinungsmanipulation abrutscht, weil es eben den Verlags-Mächtigen so gefällt. Gerechtigkeitshalber muß man allerdings auch zugestehen, daß zahlreiche Journalisten ihren Job, ihre Existenz, riskierten, würden sie anders schreiben, als sie es tun. Ein lesenswertes, ein hochinformatives Buch über die TATSÄCHLICHE Wirklichkeit in dieser Republik, geeignet für jeden, dem das ganze neoliberal-manipulative Propagandageschwätz auf den Geist geht, eine genauso lohnenswerte Lektüre wie ein möglichst häufiger Besuch auf den "Nachdenkseiten" im Internet. Die Inhalte gehen uns alle an.
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am 5. Dezember 2010
"Nachdenken über Deutschland" - Ein eigentümlicher Buchtitel. Gibt es im Lande der Dichter und Denker etwa nicht schon genügend Leute, die über Deutschland und das Wohl seiner Bürger und der Allgemeinheit "nachdenken". Es gibt hier sogar richtige "Denkfabriken" (engl. think tanks, wobei die Übersetzung Panzer für "tank" m.E. in den meisten Fällen sicherlich treffender wäre). Und wofür werden eigentlich die vielen Politiker, Volksvertreter und anderen Mandatsträger, Professoren und sogenannten Wirtschafts"experten" hierzulande bezahlt?

Die Autoren - Initiatoren und Betreiber eines nicht kommerziellen und ehrenamtlichen Internetblogs bzw. Internetseiten in dem es auch um das "Nachdenken" geht - bezeichnen sich selbst jedoch als Aufklärer. Aufklärung bedeutet nicht nur, dass man weiß, wie die Fortpflanzung beim Menschen vor sich geht. Aufklärung ist die Voraussetzung dafür, um zu verstehen, wie Wirtschaft und unsere sogenannte Demokratie tatsächlich funktionieren, wer davon profitiert und wer dabei drauf zahlt, wenn es z.B. um die Riesterrente, um "Mehr Netto vom Brutto", um die seit Jahren und viel gepriesene Eigenverantwortung, um Deregulierung, um die Flexibilierung des Arbeitsmarktes oder um die Entlastung der sogenannten "Leistungsträger" und die Steuersubventionen für das Hotelgewerbe geht.

"Nachdenken" ist daher die Aufforderung, den eigenen Verstand zu gebrauchen und den neoliberalen Mainstream in den Medien nicht einfach autoritätsgläubig zu übernehmen oder etwa gar blindlings zu vertrauen, sondern als demokratischer Bürger kritisch zu hinterfragen und sich einzumischen.

Dabei setzt das Nachdenken in der Regel auch gar keinen überdurchschnittlichen IQ voraus, sondern lediglich das Beherrschen der Grundrechenarten, denn die Manipulationen und Manipulationsversuche grenzen inzwischen schon an plumpe Volksverdummung, wie das Beispiel zur Steuerbelastung ab Seite 36 zeigt ("REICHE ZAHLEN").

Das "Jahrbuch" richtet sich nicht nur an kritische Bürger, die immer noch keinen Internetzugang haben oder - aus welchen Gründen auch immer - keinen wollen. Auch ist das Jahrbuch keine bloße Auflistung ausgewählter Beiträge Ihres Internetblogs, sondern eine eigenständige Analyse der derzeitigen Politik, unseres Sozialstaates, der Wirtschaft und unserer sogenannten rechtsstaatlichen Demokratie.

Im Titel heißt es zwar "Nachdenken über Deutschland". Aber es geht um Ihre Steuern als Steuerzahler, Ihre Rechte als demokratischer Bürger, Ihr Einkommen als Arbeitnehmer oder selbständiger Handwerker, Ihre Würde als Arbeitsloser bei Arbeitslosigkeit, Ihre Beiträge zur Krankenversicherung und die Leistungen im Krankheitsfall, Ihren Gewinn als kleiner oder mittelständischer Gewerbetreibender, Ihre Altersvorsorge als Rentner und um die Bildung und Zukunft Ihrer Kinder als alleinerziehende Mutter oder Familienvater einer mehrköpfigen Familie.

Bemerkenswert fand ich u.a auch die mir bislang unbekannte Auflistung (Seite 205 und 206) der entgeltlichen Nebeneinkünfte des Abgeordneten G. W. mit insgesamt 27 Vorträgen bzw. Seminaren und drei bezahlten Funktionen als Aufsichtsrat/Beirat in Unternehmen mit mindestens 7.000 Euro in der 16. Legislaturperiode. (Anmerkung: Macht rein rechnerisch mindestens (!) 210.000 Euro im Jahr als kleines Zubrot zu den mageren Bezügen als sogenannter repräsentativer Volksvertreter. Kann man da noch von Unabhängigkeit sprechen und die Interessen der Allgemeinheit vertreten?)

Ach ja, am Schluss des Buches stellen die Autoren auch noch radikale Forderungen, dass einem fast die Spucke wegbleibt oder auch nicht. Unter anderem fordern sie nicht nur die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, eine "armutsfeste gesetzliche Rente", keine weitere Privatisierung gemeinnütziger Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Schwimmbäder, kommunale Versorgungseinrichtungen usw.), mehr Bürgerbeteiligung, ein gerechtes Steuersystem, das Geringverdiener und die breite Mehrheit der Bürger entlastet, und eine Arbeitslosenhilfe, die dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gerecht wird.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich dann trotzdem: Ein Stichwortverzeichnis und ein Personenregister wären sehr hilfreich (gewesen).
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am 24. Februar 2011
Mit ihrem aktuellen Buch "Nachdenken über Deutschland. Das kritische Jahrbuch 2010/2011" ermöglichen die Autoren Albrecht Müller und Wolfgang Lieb ihren Lesern und Leserinnen tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Macht aus Politik und Wirtschaft. Nach Angabe der Autoren beinhaltet das 272-seitige Jahrbuch die wichtigsten Artikel ihrer "Nachdenkseiten", eines der größten politischen Blogs in Deutschland.

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Was ist davon zu halten, wenn sich zwei altgediente Politprofis wie Albrecht Müller und Wolfgang Lieb, voll und ganz SPD-sozialisiert, nach ihren Parteikarrieren im letzten Jahrhundert nachdenklich und kritisch über die aktuellen Problemlagen im Politischen äußern?

Außerordentlich viel, denn Müller und Lieb tun es auf eine sehr engagierte und differenzierte Art und Weise. Dabei denken sie nicht nur über Deutschland nach und setzen mit ihren argumentativ geschliffenen Seziermessern punktgenau an den Problemzonen des Politischen an, sondern sind dabei in einem klugen Maße kritisch, wie es in Deutschland eher vereinzelt der Fall ist.

Wie spärlich Kritik am heutigen neoliberalen Mainstream insbesondere von den Leitmedien geübt wird und wie wichtig eine Gegenöffentlichkeit ist, zeigen der studierte Volkswirt Müller und der promovierte Jurist Lieb an konkreten Fällen. In den insgesamt neun Hauptkapiteln behandeln sie hierbei Themen wie Finanzkrise, Altersvorsorge, Bildungspolitik, Sozialstaatlichkeit, Journalismus als vierte Gewalt sowie die Parteien SPD und Die Linke.

In den Unterkapiteln subsumieren sich schließlich zahlreiche Themenstellungen: Da werden etwa der Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung auf neoliberale Interessenpolitik abgeklopft, der Steuersenkungswettlauf auf europäischer Ebene kritisiert, die einseitige Berichterstattung der BILD-Zeitung über die angebliche Steuerlast der Reichen angeprangert und inhaltlich auseinander genommen, die Wertschöpfung im Finanzsektor in Frage gestellt, die Ächtung von Finanz-Spekulationen als Konsequenz aus der Finanzkrise gefordert, die Manipulation der Leser durch etablierte Medien wie Spiegel, Welt etc. offengelegt, die private Altersvorsorge durch Riester- und Rürup-Rente kritisch beäugt, die negativen Aspekte der Gesundheitsreform benannt, die positiven Effekte der Agenda-Politik (samt SPD-Linie) in Frage gestellt.

Zur Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge nutzen die Autoren eine bildstarke Sprache, die die Mechanismen der Macht, seien sie politischer oder wirtschaftlicher Natur, deutlich erkennbar macht. Ein Beispiel: Unter der Überschrift "Gehirnwäsche" schreibt Lieb: "Wir sind geradezu umzingelt von interessegeleiteten Think-Tanks, die reflexartig ihre Geschützrohre in Stellung bringen, wenn sie ihre sozialstaatsfeindlichen Positionen gefährdet sehen (...) Wenn es nicht gelingt, diese massive Manipulation der öffentlichen Meinung zu durchschauen und damit auch zu durchbrechen, dann bleibt die Mehrheit der Bevölkerung Freiwild dieser Propagandaapparatur, die mit viel Geld und publizistischer Macht ausgestattet ist."

Insgesamt verwundert es am Ende des Buches nicht, wenn die Autoren auf den letzten Seiten ihre Sympathie gegenüber dem Parteiprogramm der LINKEN äußern, sehen sie doch in den dort ausformulierten Forderungen viele Ansatzpunkte für eine alternative Politik in Deutschland. Wobei noch zu erwähnen ist, dass Autor Lieb seine Sympathie etwas einschränkt: "Mich persönlich stört an diesem Programm, dass richtig beschriebene Missstände allzu unvermittelt einer kapitalistischen Profit- und Verwertungslogik zugeschrieben werden...Die meisten Menschen sind mit Recht misstrauisch gegenüber einem "Systemwechsel", der vorgibt, alle Probleme lösen zu können."

Daraus und aus vielen anderen Anmerkungen der Autoren ist wohl zu schließen, dass sie sich mit keiner Partei -nicht mit den LINKEN und auch nicht mit der heutigen SPD- gemein machen wollen und es damit allein den Leserinnen und Lesern überlassen, welcher Partei er letztlich seine Stimme gibt.

Sicher kann man sich nach der Lektüre des Buches streiten, ob es sinnvoll ist, die Inhalte einer Website (nachdenkseiten.de), die im Kern ja ein Politik-Blog ist, nahezu eins zu eins in Buchform zu pressen -insbesondere dann, wenn sich beim Lesen herausstellt, dass diese Übertragung zu inhaltlichen Dopplungen führt und hilfreiche Verlinkungen, wie sie auf der Website angeboten werden, dem Medium entsprechend, nicht zu finden sind. Nichts desto trotz muss eingeräumt werden, dass die Autoren mit dieser Form der Zweitverwertung vermutlich andere Leserschaften ansprechen als über ihren Blog im Internet.

Ein wenig irritierend ist die Leserführung: Die zahlreichen Unterkapitel scheinen eher wie zufällig unter die Hauptkapitel subsumiert. Insgesamt ist das Buch damit sehr kleinteilig und relativ unübersichtlich geraten. Lediglich die Hauptkapitel ordnen die fast 300 Seiten Text.

Das Vorwort von Konstantin Wecker ist mehr oder minder aussagekräftig, wobei es sicherlich interessant ist von Wecker zu erfahren, dass die "Nachdenkseiten" im Internet "heute täglich über 50000 verschiedene Leserinnen und Leser" erreichen und die Website damit "mehr als fünfeinhalb Millionen Mal im Monat" aufgerufen wird.

Dem Buch, das seit September 2010 auf dem Markt ist, wünscht man einen ähnlichen Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil die Thesen von Müller und Lieb stets konstruktiv und stichhaltig sind und in ihrer pointierten Sprache deutlich benennen, was falsch läuft in Deutschland und wie notwendig der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit ist - zum Nutzen aller.
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am 12. Mai 2012
Tolles Buch wie immer, wenn Albrecht Müller etwas schreibt. Ich werde seine Veröffentlichungen auch weiterhin erwerben, da sie fundiert sind und vom großem Sachverstand geprägt.
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