Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Sasha BundesligaLive



VINE-PRODUKTTESTERam 4. Mai 2017
Der deutsche Text sollte niemand darüber hinwegtäuschen, dass Ian McEwan Brite ist und seine Geschichte aus britischer Sicht erzählt - oder nacherzählt, denn er borgte einiges der Geschichte von dem Buch "Our Mother's House" von Julian Gloag, ebenfalls ein Brite. Damit wird vielleicht verständlicher, woher die Angst vor den "Behörden" kommt: Die britischen Jugendämter dieser Jahre waren weder besonders zartfühlend noch rücksichtsvoll und schon gar nicht mit Vollwaisen: Bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden britische Kinder in die früheren Kolonien (besonders Australien) verbracht, um so die Begründung: "für Auffrischung des britischen Blutes" zu sorgen. Ihr weiteres Schicksal war derart, dass sich der australische Premier öffentlich für ihr Schicksal entschuldigte.
Dessen ungeachtet: Inzest ist und bleibt ein Phantasiegebilde der Künstler, ob Schriftsteller, Regisseur oder Musiker: Der Westermarck-Effekt sorgt bei zusammen aufgewachsenen Geschwistern sehr zuverlässig für gerade das Gegenteil: Sie werden sich respektieren, vielleicht mögen, aber kaum Verkehr mit ihnen haben.
Die Geschichte ist damit zwar lesenswert, aber eher ein feuchter Traum eines später erfolgreichen Literaten, der sich hier sehr viel für seine Geschichte geborgt hat.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 24. Oktober 2013
Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Da mich die Problematik "Inzest" schon seit geraumer Zeit interessiert, war ich froh, als ich auf eine Rezi gestoßen bin, die genau dieses Buch empfohlen hat.
Wer sich mit dem Thema Inzest auseinander setzen möchte, kann ich dieses Buch empfehlen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 7. Dezember 2013
Ein amüsantes Werk über die Abgründe innerhalb einer englischen Vorstadtfamilie. Sehr unterhaltsam mit einer guten Portion Ironie, Witz und unerhohlener Gesellschaftskritik...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 26. Oktober 2014
Schon als die sechsköpfige Familie - Vater, Mutter, vier Kinder zwischen 6 und 16 Jahren - noch vollzählig ist, lebt sie sozial einigermaßen isoliert am Rande einer Abbruchsiedlung. Eines Tages stirbt der Vater. Bald darauf stirbt zuhause auch die Mutter. Die Kinder beschließen, niemandem etwas davon zu sagen, damit sie nicht getrennt werden und in Waisenhäuser kommen, und zementieren den Leichnam der Mutter im Keller ein.
Rasch beginnt der Haushalt zu verwahrlosen. Auch der 15jährige Jack, aus dessen Sicht der Ich-Roman erzählt ist, verwahrlost - physisch wie zunehmend psychisch. Die inzwischen 17jährige Julie ist überfordert, der Kleine zieht sich auf eine babyhafte Entwicklungsstufe zurück. Am wenigsten beschädigt scheint Sue, die ihr Trauma einem Tagebuch anvertraut.

Denn traumatisiert sind sie alle, obwohl keiner ein Wort darüber verliert, die Mutter wird zunächst nicht erwähnt. Jedes Kind trauert auf seine Weise um die Mutter und die verzweifelte Tat. Erst als sich im Haus ein leichter, sonderbarer, Geruch verbreitet (der Zement war nicht besonders fachmännisch hergestellt), öffnen sich die Geschwister: Sie gestehen sich gegenseitig ihre Trauer ein und ihre Ratlosigkeit.

In seiner gewohnt einfachen, knappen, aber punktgenauen Sprache schildert McEwan die Entwicklung der seelisch Geschundenen, ihre Abwehr-, Verdrängungs- und Übersprungshandlungen. Nicht die inzestuösen Phantasien und Handlungen stehen im Vordergrund, denn es ist kein Roman über Inzest, sondern über die Haltlosigkeit und die Qualen der Kinder. Diese Qualen werden nicht explizit angesprochen bzw. aufgeführt: Allein aus der Sprache und der Erzählung des pubertierenden Jack erschließen sich dem Leser die Haltlosigkeit sowie die Folgen davon, Bezugspunkt und Anleitung zu verlieren. Fast fühlt man sich an Goldings Herr der Fliegen erinnert.

Das Ende seines schmalen Bändchens läßt McEwan offen, doch es wird einen Ausweg für die Kinder geben. Ob der jedoch gut oder schlecht ist, ob er Rettung und Gesundung oder weiteren Niedergang bereitstellen wird, darüber kann der Leser noch lange nachdenken. Beides ist möglich. Denn so richtig zementiert ist noch nichts.

Fazit: Ein durchdacht komponierter, gekonnt formulierter, schnörkelloser Roman, bei dem sich die vermeintlichen Vordergründigkeiten als Hintergründigkeiten entpuppen. Wenn Sie schon Abbitte mochten und Am Strand Ihnen mehr bedeutete als ein Achselzucken, wird Ihnen Der Zementgarten gefallen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. August 2017
Ich habe das Buch gerade gelesen und muss sagen, es lässt mich ratlos zurück. In einem abgelegenen Haus sterben nacheinander Vater und Mutter einer Familie. Die Kinder bleiben alleine im Haus zurück und beschließen, ohne die Eltern das Leben dort zu meistern. Der Inhalt erinnert ein wenig an Goldings „Herr der Fliegen“, wobei letzteres eine Abenteuergeschichte ist, die wohl darlegen will, dass der Mensch nach moralischen Kriterien eigentlich böse ist – wenn nicht die Werte der Erziehung und das Gefüge einer Zivilisation den Menschen von klein auf anders prägen.

Hier in diesem Buch fehlt meines Erachtens ein solcher Hintergrund. Die Geschichte erschöpft sich in in ihrer eigenen Darstellung. Vielleicht wollte der Autor zeigen, wie sich Kinder verhalten, bei denen erzieherische Prägungen und Beistand durch die Eltern und die Gesellschaft wegfallen. Allerdings kann man das nur vermuten, vielleicht hatte der Autor diese Intention auch nicht. Denn die Kinder verhalten sich nach dem Tod der Eltern zwar in einer bestimmten Weise, aber dass dies vor allem mit dem Wegfall der elterlichen Erziehung zu tun hat, war für mich nicht nachvollziehbar; die Kinder hätten sich auch genauso gut völlig anders verhalten können. Ich will damit sagen, dass mich die Geschichte auch als psychologische Schilderung menschlicher Verhaltensweisen in extremen Situationen nicht überzeugt hat. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es in dem Buch nicht wirklich drastische oder, wie andere Rezensenten schreiben „perverse“ Schilderungen gibt – weder von dem Umgang mit der Leiche der Mutter, noch von dem kurzen sexuellen Intermezzo zwischen Bruder und Schwester. All dies wird so belanglos erzählt, dass es für den Leser nicht ansatzweise ergreifend ist. Man schaut dem Geschehen bis zuletzt sehr distanziert und wie durch eine Glaskugel zu.

Vielleicht wollte der Autor aber auch all dies überhaupt nicht, sondern nur eine bedrückende und etwas absonderliche Geschichte erzählen. Ich muss sagen, schlecht erzählt ist die Geschichte keinesfalls. Der Autor schreibt sehr stimmig und die düstere und kalte Atmosphäre in dem Haus überträgt sich schnell auf den Leser und das ist schon recht gut gemacht. Von daher hat mich der Autor schon auch neugierig gemacht. Es war mein erstes Buch von McEwan. Obwohl mich dieses Buch hier nicht sonderlich überzeugt hat, würde ich daher gerne noch andere Bücher von ihm lesen, denn ich könnte mir vorstellen, dass es Besseres von ihm gibt. Vielleicht kann ja jemand meine Einschätzung hier nachvollziehen und hat gute Tipps?
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 28. Juni 2016
Unhysterische Herangehensweise an Themen wie Vatermord, 'nicht-loslassen-Können'
oder das Inzesttabu. Die drei Stichworte können aber nicht die enorme Vielschichtigkeit
des Werks widerspiegeln, es handelt sich lediglich um Beispiele für den tiefen Blick ins
zeitlos Menschliche.
Die Schreibe kommt derb, direkt und schonungslos antimännlich (...ich onanierte zu
der Zeit zweimal täglich, einmal am Vormittag, einmal am Nachmittag …). Für mich ist
das streckenweise pietätlos geradlinig bis verletzend; Frauen würde man in ähnlichen
Situationen nicht so gegenübertreten.
Der Autor entwirft das Geschehen erfrischend und jugendlich unschuldig, dass man
etwa Jack, dem Hauptcharakter für seine Fehler, manchmal auch Brutalitäten nicht
böse sein kann, weil vieles, ob gewollt oder nicht, einfach so ist.
Und dieser sachliche, frische Stil ist auch die Ursache dafür, dass man das Werk erst
auf den zweiten Blick dort einordnet, wo es meiner Meinung nach hingehört: Weltliteratur.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 23. Januar 2018
Das Buch beginnt mit einer harmlosen Kindheitsschilderung, nur um einen gleich darauf zu belehren, dass hier gar nichts harmlos ist. Das innere Empörung führt dazu, dass man rasch weiter lesen will, doch das Unwohlsein bleibt, auch wenn der Buchdeckel längst geschlossen ist.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 2. Januar 2007
In einer fünfköpfigen Familie stirbt zuerst der verhaßte Vater, dann auch noch die schwächliche Mutter. Die drei Kinder beschließen daraufhin, den Tod der Mutter zu verheimlichen, um nicht ins Heim zu müssen. Sie zementieren die Tote im Keller ein und versorgen sich fortan selbst. Dabei kommen sich Bruder und Schwester allmählich näher...

Tiefgründige Studie pubertierender Jugendlicher mit all ihren Sorgen und Irrungen. Die sexuell aufgeladene Stimmung führt schließlich zur Vereinigung von Bruder und Schwester, für die es ohne Obrigkeiten nun kein Tabu mehr gibt. Natürlich "darf" so eine Geschichte nicht gut ausgehen; die Schlußszene ist jedoch im Buch sehr viel einfühlsamer gestaltet als im gleichnamigen Film. Ein Buch mit ungewöhnlichem Thema, interessant und einfühlend gelöst.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 27. Oktober 2011
genau so und nicht anders stell ich mir heutzutage eine geschwisterschar vor,ein beeindruckendes bild unserer frnzösischen freunde,mitreissende literatur.zeitlos schlimm aber dennoch zart
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 18. März 2005
°
Je nachdem, wer dieses Buch liest. Eine Geschichte über eine Familie mit klaren, wenn auch unausgesprochenen Regeln. Dem Vater darf nie widersprochen werden, egal wie sinnlos seine Aktionen - Betonieren des Gartens etc. - auch sein mögen. Als dieser bei eben dieser zuschüttenden Tätigkeit verstirbt, während sein Sohn dabeisteht und überlegt, ob er Hilfe herbeirufen soll, verändert sich das Familensystem zum ersten Mal. Begleitend dazu führen die beiden ältesten Geschwister - nüchtern und distanziert beschrieben - mehr als nur 'Doktorspiele' an ihrer kleinen Schwester durch. Spätestens hier dürften die meisten Leser stark irritiert sein bezüglich Inhalt und Art der Beschreibung. Im weiteren Verlauf erkrankt die verbliebene Mutter, wird bettlägrig und hinterläßt mit ihrem Tod vier Kinder, die vor einer gewichtigen Entscheidung stehen. Entweder sie melden den Tod der Mutter und werden voraussichtlich getrennt in Adoptivfamilien untergebracht .... oder .... sie zementieren ihre Leiche in einem Trog ein und verwahren sie im Keller. Wie der Titel schon vermuten läßt, entscheiden sie sich für das 'Hausbegräbnis'. Allesamt überfordert mit der neuen Situation, ziehen sie sich in ihre eigenen Welten zurück. Der Jüngste darf fortan experimentieren und 'Mädchen spielen', zur Belustigung seiner Schwestern, während sich sein Bruder trotz seines absoluten Rückzugs darüber ärgert. Die älteste Schwester wiederum sucht sich einen Freund, der den vieren schnell auf dich Schliche kommt, ihr Geheimnis entdeckt und dennoch bereit ist zu schweigen. Als er allerdings zurückgewiesen wir, benachrichtigt er die Polizei - während dessen sich die beiden Ältesten dem Inzest hingeben. Mit den eintreffenden Blaulichtern der Polizei scheinen beide aus ihrer Scheinwelt aufzuwachen ... Inhalt und Emotionalität passen bei dieser Geschichte so überhaupt nicht zusammen, ergeben beim Leser extreme Widersprüche und machen sicher den ganz eigenen Reiz dieser Erzählung aus. Kalte, klare, distanzierte Beschreibungen hochemotionaler Situationen - konträr für Leser, vielleicht nachvollziehbar aus einer distanzierten, dissoziierten Perspektive der beschrieben Personen. Lesenswert.
~
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden