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am 1. November 2010
Diese Auto-Biographie ist wohl ein Buch, die Leseerfahrung entspricht aber eher einem geradezu beschämend guten Trip; von einem Autor, dies spürt man auf jeder Seite, für den Automobil und Rausch eng beisammen liegen - und der auch nicht zögert, dies der modernen, von Autos beherrschten Welt insgesamt zu unterstellen. "Unsinn pur, Brettern mit 200 KmH als raison d'être", wie Matthias Penzel a propos der automobilen Film- und Aktionklassiker "Death Proof" und "Vanishing Point" formuliert. Ein Unsinn, der auf vielen Seiten (und Strassen) einfühlsam und mitreißend beschworen wird - das Buch ist nicht zuletzt beeindruckendes und ausuferndes Kompendium einer surrealen Modellvielfalt, die einen bewusster auf die Strasse blicken lässt: warum gibt es so viele verschiedene Autos, und welche tieferen Bedürfnisse werden damit eigentlich befriedigt?

So wenig wie es auf unseren Strassen augenscheinlich um den Transport von A nach B geht, so wenig folgt die Auto-Biographie einer linearen Zeitstruktur - geschweige einer systematisch-thematischen Nachschlagelogik. Der Umfang ist immens, doch Informationen auf Abruf gibt Penzel keine Preis (manchmal schade, nicht zuletzt beim Verfassen dieser Rezension): die Auto-biographie entspricht eher einer multi-dimensionalen Assoziationskette, die sich Listen, Exkursen, Kritiken, Statistiken, Abbildungen, Slogans und anderen Pop-Affinen Stilmittel bedient. Durchgehend allein der flotte, ironisch-liebevolle Stil, der sich sicherlich auch Penzels beeindruckenden journalistischen Erfahrungen verdankt, u.A. war er Ex-Chefredakteur von "Formel 1 Racing".

Von der kontroversen Einführung des Sicherheitsgurtes ("Gefesselt im Auto?" titelte damals der Spiegel, das Titelbild ist wie viele andere Zeitschriften, Aufkleber, Film- und Werbeplakate, im Buch abgebildet), über die bevorzugten Autofarben der Deutschen (von den Orange-dominierten 70ern, zu den rot-grau-weißen 80ern, hin zu 45,3% Silbergrau 2005), bishin zur Entwicklung der Stromlinienförmigkeit durch die nach dem ersten Weltkrieg (aufgrund des Abkommen von Versailles zur Arbeitslosigkeit verdammten) Zeppelin-Ingenieure. Es fällt mir schwer, repräsentative Beispiele herauszugreifen, da die Auto-Biographie fast nur aus solchen besteht. Liegt darin eine mögliche Schwäche dieses Buches?

Zwischen den Zeilen und Seiten - die von höchst kompetenten Typographen so gut und poppig gesetzt und gelayoutet wurden, dass man meine könnte, das Telefonbuch sei zum Playboy mutiert - lungert aber vielleicht doch ein Notbremsen-artiges Narrativ, oder zumindest etwas wie eine Turbo-These. Immer wieder, auch im "Rückspiegel" des Titels, lässt Penzel durchblicken, dass nicht nur er das Auto bereits im Modus der Vergangenheit betrachtet; wer will sich heute noch PS-stark zum Auto bekennen, dessen gestalterisches Potential und ökologische Tragfähigkeit allmählich erschöpft wirken? Die Antwort sei dahingestellt, das Lesen der Autobiographie aber nicht nur Auto-Freaks vorbehaltlos empfohlen - erst durch dieses Buch wird klar, dass im Auto ein ganzes Kapitel Zivilisations-, Technik und Kulturgeschichte gebunden ist, ein Kapitel, das nur darauf wartet herauszuplatzen, wenn wir es nächstens wieder mal wagen, das Handschuhfach zu öffnen.
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am 30. November 2010
Kein Buch zum Durchlesen am Stück. Irgendwo aufschlagen, eintauchen, treiben lassen. Kennen Sie das Zickzackspiel im Straßenverkehr? Nächste links, nächste rechts, nächste links? so sollte man "Objekte im Rückspiegel" lesen. Oder so: Seite 50 "Das Auto ist weiblich", Seite 100 "'Spirit of Ecstasy', der schöne Geist auf der Kühlerhaube jedes Rolls-Royce, thront und beglückt länger als alle; eingefroren in der BEWEGUNG DES JUGENDSTIL, mit raschelnden Gewändern und dem Schwung der Natur", Seite 150 "2010. Die Ressourcen scheinen, wenn nicht knapp, so doch zumindest begrenzt: Mercedes sieht aus wie Ford: dem Auto geht langsam der Saft aus. Da kommt U2-Sänger Bono zu Hilfe mit einer Idee..." Oder wie Sie wollen, aber nicht wie einen Arztroman.
Man merkt schon, keine W....vorlage für Autobild-Hempel und Spoilerkäufer. Matthias Penzel hat eine Stärke, die wir im Mainstream-Buchmarkt Nick Hornby verdanken. Der Fähigkeit von schlauen Männern, zu ihren ganz großen Hobbys Hassliebe zu empfinden, sich eben auch lustig zu machen über das, was sie verehren. Und: Optisch top unterhaltsam. Noch nie gab es ein Autobuch, das auch in dem Maße Frauen ansprechen dürfte. AUCH, aber NICHT nur - wie der Autor es wohl schreiben/schreien würde.
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