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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
92
4,4 von 5 Sternen
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am 2. September 2017
Zwar ziemlich brutal in der Handlung, aber realistisch und packend geschrieben - ein sehr guter Roman über das, was man heute "White Trash" nennt.
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am 6. November 2013
... gewählt habe ich das Buch, weil es in der Weltbestenliste "Krimi" auftaucht,
... weil ich mich spannend unterhalten wollte
... weil ich keine Dutzendware mit Serienhelden mag
... und weil ich Chillicothe kenne

!!!Die Auswahlkriterien haben erstklassig funktioniert!!!
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am 9. März 2017
Mein 2. Pollock - wieder extrem gute Story über das bigotte kaputte Amerika! Man erkennt den Ort in Ohio wieder aus den Vorgängerromanen - und es ist wieder unglaublich, was passiert!
Pollock - mein neuer Lieblingsautor.
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am 6. Januar 2014
Der mittlere Westen der USA kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges: Willard Russell kehrt von den Schlachtfeldern des Südpazifiks in seine provinzielle Heimat zurück, er verliebt sich und wird Vater. Sein Sohn Arvin ist zehn Jahre alt, als die Familie von einem verhängnisvollen Schicksalsschlag getroffen wird. Doch dabei bleibt es nicht: Bereits zu der Zeit von Arvins Geburt setzen sich düstere Ereignisse in Gang, die die Familie Russell und die Menschen in ihrer Umgebung Jahre später einholen werden.

Pollock verbindet hier mehrere Lebensgeschichten mit Hilfe von einigen Zeitsprüngen über ca. 20 Jahre hinweg von 1945 bis in die späten 60er. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Familie Russell das White-Trash-Ehepaar Henderson und die beiden Cousins Roy und Theodore, welche sich als Prediger, Zirkusattraktion und Gelegenheitsarbeiter durchschlagen.

„Das Handwerk des Teufels“ wird getragen von einer dunklen, verzweifelten und, so meine Wahrnehmung, sehr intensiven Grundstimmung des Untergangs. Das Leben der Menschen ist brutal, dreckig und hart. Gewalt, Alkoholismus, sexuelle Perversionen sind allgegenwärtig, das Leben kann jederzeit würdelos zur Hölle werden oder abrupt zu Ende gehen.

Ich nenne die Stimmung des Buches intensiv, weil der Gewalt hier nichts Pubertäres anhaftet, sie wirkt nicht wie billige Effekthascherei. Im Gegenteil kommt sie, selbst wenn sie nüchtern betrachtet überzogen dargestellt sein mag, authentisch, ernsthaft und sehr nachdenklich machend daher. Man wird den Zweifel nicht los, dass Menschen tatsächlich ein derart sinnentleertes Leben führen können (auch wenn die wenigsten zu Mördern werden). Dies ist unter anderem Pollocks unprätentiösem, lakonisch-nüchternem Stil zu verdanken - über alle Maßen beeindruckend, wie er das hinbekommt. Der Mann meint es ernst. Das Buch enthält, nebenbei bemerkt, eine sehr berührende Szene des Abschieds zweier Freunde, welche trotz der beileibe nicht sympathischen, vielmehr geradezu verabscheuungswürdigen Typen ihre Wirkung nicht verfehlt. Dass Pollock da noch Mitgefühl wecken kann, muss man ihm hoch anrechnen. Die Menschen hinter brutalen Büchern sind im Glücksfall große Humanisten. So auch hier.

Für mich eines der eindringlichsten und fesselndsten Büchern der letzten Jahre.
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am 13. Februar 2013
Der Roman ist nichts für zarte Seelen und man sollte ihn lieber vor dem Aufstehen als vor dem Einschlafen lesen. Man muss lange nachdenken, bis einem ein ebenso böses und blutiges Buch einfällt.
Aber es ist eine spannende und auf hohem literarischen Niveau geschriebene, rabenschwarze Geschichte, die uns der 1954 geborene Pollock in seinem Romandebüt schonungslos und eiskalt erzählt.
Der Junge Arvin Eugene Russell wächst in den 1950er Jahren in dem kleinen Ortnamens "Knockemstiff" (So auch der Titel des 2008 erschienen Erzählbandes von Pollock) in den USA auf. Er lernt früh, sich für Demütigungen zu rächen. Sein Vater Willard, Kriegsveteran, Alkoholiker, religiöser Fanatiker zwingt ihn, täglich mit ihm zu beten. Als seine Frau unheilbar an Krebs erkrankt, beginnt er an seinem Gebetsbaum Tiere zu opfern, um mit dem Blut Gott zu besänftigen. Doch der Gebetsmarathon der Beiden rettet seine Frau und ihn nicht. Arvin findet seinen Vater mit durchschnittener Kehle im Wald.
Arvin lebt nach dem Selbstmord des Vaters bei seiner Großmutter, die sich auch um die Tochter der Nachbarin kümmert, die von einem Prediger, erstochen wurde, der glaubte, sie hinterher durch die Kraft der Gebete wieder zum Leben erwecken zu können.
Jahre später wird Arvins Stiefschwester von einem anderen Prediger missbraucht.
Und Arvin wird dem jungen Pärchen Carl und Sandy begegnen, das Spaß daran findet, Tramper zu ermorden - und Sandys Bruder, einem korrupten Sheriff.
Das ist nun wahrlich keine Wohlfühlliteratur. Die 1960er Jahre sind eine Zeit der Gesetzlosigkeit, Gewalt und Willkür. Verbrechen bleibt zumeist ungestraft.
„Ich glaube“, sagte Pollock in einem Interview, „ich habe die Welt immer als einen traurigen und gewalttätigen Ort gesehen. Wenn man an die schrecklichen Dinge denkt, die einige Leute auf der Welt anderen antun, dann glaube ich nicht, dass die Gewalt in meinem Buch tatsächlich so abwegig ist.“
Pollock arbeitete in einer Fleischfabrik und anschließend für eine Papiermühle. Mit 45 holte er seinen Schulabschluss nach und besuchte einen Kurs für kreatives Schreiben.
Er treibt seine literarischen Figuren mit eiskalter und schonungsloser Sicht von außen ins Verderben. Da werden bis zum Umfallen die harten Sachen getrunken – und da ist neben viel Blut auch viel Unrat und Schmutz im Spiel.
Wenn man es will, kann man allein in Arvin ein Fünkchen Hoffnung investieren.
Oder in den Autor, der in dieser verkommenen Welt selbst groß geworden ist und diese für uns kraftvoll wieder auferstehen lässt.
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am 16. Oktober 2016
Man mag sich gar nicht vorstellen dass es solche Dinge auf unserer Welt wirklich gibt. Trotzdem eine wunderbar grausige Erzählung.
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Manche Autoren schreiben schon mit unter Dreißig ihre biographisch eingefärbten Romane. Sie haben nichts erlebt, haben nichts zu sagen und werden doch mitunter wie Genies gefeiert. Gerade im deutschen Sprachraum gibt es dafür genügende und überflüssige Beispiele.
Donald Ray Pollock war 54, als sein erster Erzählband erschien, und er war 57 als er das vorliegenden Buch "Das Handwerk des Teufels" schrieb. Die überwiegende Zeit seines Lebens hockte Pollock nicht in literarischen Zirkeln, Talkrunden und Kaffeehäusern sondern verdiente seinen Lebensunterhalt als Arbeiter und Lastwagenfahrer im US-Bundesstaat Ohio. Das vorliegende Buch ist das literarische Konzentrat dieses Lebens und niemand, der es liest, wird es so schnell vergessen.

Über einen Zeitraum von einer knappen Generation skizziert der Roman zunächst ein eindingliches aber deprimierendes soziales Kleinstadtpanorama im Mittleren Westen der USA. Das Land ist karg und kalt, die Menschen sind verschlossen und religiös bigott, die Jugend ist verkommen und die Polizei korrupt bis in die Knochen. Auf diesem Bühnenbild werden drei Handlungskreise entfaltet, die anfangs nur locker miteinander verknüpft sind, am Ende aber in einem furiosen Finale koinzidieren. Da ist zunächst die Geschichte des jungen Alvin Russel aus Knockenstiff, der miterleben muss, wie seine Mutter an einer rätselhaften Krankheit zugrunde geht und wie sich sein Vater Willard anschließend umbringt. Gleichsam in sozialer Berührungsnähe zur Großmutter von Alvin Russel taucht das kuriose Prediger-Halunkenpaar Roy und Theodore auf, die sich mit wüsten Ansprachen und Showeinlagen vor religiös abgedrehten Gemeinden durchschlagen. Als sie den Ort verlassen, bleibt Roys ermordete Ehefrau Helen und das Baby Leonora zurück, das bei Alvins Großmutter Emma Russel aufwächst. Der dritte und abgründigste Erzählkreis handelt von dem Serienkillerpaar Carl und Sally, das in regelmäßigen Abständen Ohio verlässt, mit einem schäbigen Wagen durch die Gegend zu fahren, Tramper mitzunehmen und umzubringen - nicht ohne, dass der fette Carl seine Opfer vorher als "Models" in perversen Posen fotographierte.
So vergehen die Jahre, Alvin wächst heran, ebenso die Stiefschwester Leonora, die leider genauso hässlich wie ihre ermordete Mutter ist. Das Prediger-Halkunkenpaar Roy und Theodore, längst über alle Berge, verkommt irgendwo im Süden der USA, und Carl und Sally frieren sich durch die Winter von Ohio, ehe sie in der warmen Jahreszeit mit einem zusammen gesparten Geldvorrat auf die "Jagd" nach "Models" gehen.

Erst im letzten Drittel des Buches, als ein krimineller Prediger Alvins Stiefschwester Leonora missbraucht und der junge Alvin die Gerechtigkeit in seine eigenen Hände nimmt, verbinden sich die drei Handlungsstränge zu einem finalen Countdown, in dem jeder erhält, was er verdient. Wie sich dieses Finale genau vollzieht, wie Roy auf dem Rückweg nach Ohio auf das Serienkillerpaar trifft und wie Alvin in Carls Wagen steigt und wieder herauskommt, wie es dem korrupten Sheriff Brodecker ergeht, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Schon deswegen nicht, weil der Roman fesselnd bleibt bis zur letzten Seite.

Am Ende legt man dieses Buch fast ein wenig erschöpft zur Seite. Erschöpft, nicht etwa von Langatmigkeit und Langeweile, sondern von der Rasanz der Handlung, der Härte des Geschilderten und der schmerzhaften Transparenz der überwiegend abgründigen Charaktere. Die literarische Darstellung einer menschlichen Hölle, in der der Teufel allgegenwärtig ist ("The Devil all the Time" ist der Titel der amerikanischen Originalausgabe) ist auf eine geradezu erschütternde Weise gelungen. Aber kann das wirklich alles sein? Nein - Pollock entlässt seine Leser nicht ohne eine literarische Katharsis, in der sich sogar ein Quäntchen Hoffnung entdecken lässt.

Denn am Ende entkommt der junge Alvin Russel nicht nur dem Verhängnis - wie eine moderne Variante von Melvilles Billy Budd (im Buch nennt sich Alvin an einer Stelle übrigens "Billy Burns") trotzt er ihm sogar, richtet und tötet die Missetäter und Mörder seinerseits nach dem Kompass eines rätselhaften Guten", das er unbeeinträchtigt in sich trägt. Dass dieses Gute", das am Ende reichlich ramponiert aber frei in den Weiten der USA untertaucht, rein gar nichts mit Religion und schon gar nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun hat, ist eine allerdings beunruhigende Quintessenz des vorliegenden Meisterwerkes.

Ein packendes, ein tiefgründiges und aufrüttelndes Buch, wie man es selten liest. Sieben Sterne, wenn es möglich wäre.
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Der erste Roman des US-Amerikaners Donald Ray Pollock lässt mit folgenen beiden Worten beschreiben: düster und hoffnungslos. Es geht um das Leben einiger Menschen in Ohio zwischen den 1940er und 1960er Jahren. Unter anderem sind unter den Hauptfiguren der Sohn eines religiösen Fanatikers und Mörders, ein korrupter Sheriff und ein Serienkillerpaar. Die Geschichten der Personen werden zwar einzeln behandelt, fließen aber doch irgendwann zusammen. Die Gemeinsamkeit von Anfang an ist die Kleinstadt Knockemstiff in Ohio, zu der alle Figuren einen Bezug haben - wenn auch über mehrere Ecken. Kleine Notiz am Rande: Donald Ray Pollock wuchs selber in Knockemstiff auf, heute ist der Ort allerdings eine Geisterstadt. Das Leben jeder einzelnen Hauptfigur ist geprägt von menschlichen Abgründen und teilweise religiösen Wahnvorstellungen, die der Autor gut zu beschreiben weiß. Als Leser wird man regelrecht hineingezogen in diese Dunkelheit. Ich hatte oft Schwierigkeiten, das Buch beiseite zu legen, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. "Das Handwerk des Teufels" ist definitiv kein Buch für Zartbesaitete. Wer sich aber auf die Hölle im amerikanischen Nordosten einlässt, bekommt einen großartigen Roman, den er so schnell nicht wieder vergessen wird.
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am 28. Juni 2012
Ist es ein Wunder, dass ausgerechnet aus den Staaten immer mal wieder Romane kommen, die direkt aus der Hölle stammen könnten? Wahrscheinlich ist es so, dass die Hölle da ziemlich nah dran ist. Vor mir liegt ein Roman, vor dem man sich echt grauen könnte, wenn nicht im Hinterkopf der ständige Gedanke mit tänzeln würde, dass es genauso war und schlimmer noch - ist!!! Grade wurden wieder 79 Kinder, die aus Prostitutionsgründen irgendwo in den USA gefangen gehalten wurden befreit. Hier, in diesen niedersten Instinkten und Lebensdramen, spielt Donald Ray Pollocks unglaubliches Stück: Das Handwerk des Teufels. Diese Beiläufigkeit, mit der hier Leben aus unterschiedlichsten Gründen beendet wird, ist bestürzend.
Es gibt ein paar Fäden die Anfangs kaum, sich aber hinter zu einem Gesamtwerk binden. Das Gesamtwerk eint allerdings, dass alle Protagonisten am Ende tot sind.
Außer einer. Ob aus religiös-fanatischer Sicht oder aus einer Mischung aus Geldgier und verstörendem Kunstanspruch gemordet wird, ist egal. Unbedingt lesenswert, wenn ich auch meine, nach meinem letzten Besuch in den Staaten, der mich im letzten Jahr, durchs Hinterland der Saaten New York uns Massachusetts führte, alles heute genauso möglich ist. Der Roman spielt Ende des 40ger und dann fünfziger Jahre. Heute sieht es in den amerikanischen Kleinstädten ähnlich gespenstisch aus wie damals. Verfallen, verrottet und leer und dunkel. Da kann NYC und Bosten noch so glänzen, Amerika ist ein psychopathologischer Pflegefall.
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am 8. September 2017
Pollock ist mittlerweile einer meiner Lieblingsautoren. Sein Schreibstil ist flüssig zu lesen, die Story bleibt einem definitiv im Kopf hängen.
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