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am 23. Januar 2005
Der Autor Hans-Hermann Hoppe, der in Frankfurt am Main habilitiert hat und an der University of Nevada in Las Vegas lehrt, ist wohl der bekannteste lebende Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie. In diesem Buch, das im Original "Democracy - The God That Failed" den Untertitel "The Economics and Politics of Monarchy, Democracy, and Natural Order" trägt, vergleicht er zunächst die heutige westliche Demokratie mit der europäischen Monarchie des ausgehenden 19. Jahrhunderts, verkörpert z.B. von Österreich-Ungarn. In diesem Vergleich schneidet nicht nur die Demokratie in den meisten Hinsichten nachvollziehbar deutlich schlechter ab, es wird auch klar, daß der erste Weltkrieg im Grunde genommen eine Auseinandersetzung dieser beiden Systeme war, die den Niedergang der Monarchie (der übrigens zumindest zeitlich mit dem Niedergang des klassischen Liberalismus einhergeht) besiegelt hat. Ausgehend von diesem Vergleich konstruiert Hoppe ein System, das die Nachteile beider Systeme zu vermeiden versucht, nämlich den radikal-liberalistischen "Libertarianism" bzw. den "Anarcho-Kapitalismus", wie er auch von Murray N. Rothbard vertreten wurde, der vollständig auf Privateigentum beruht und dem Eigner einer Sache das uneingeschränkte Verfügungsrecht darüber gibt.
Während die Kapitel zum "Libertarianism" m.E. nicht viel beinhalten, was nicht schon Rothbard oder von Mises angemerkt haben, liegt die Qualität des Buches vor allem in der fundamentalen Kritik an der Demokratie - ein Thema, das unter dem Diktat der "Political Correctness" einen Tabubruch darstellt und kaum angesprochen werden darf, ohne daß der Verfasser des "Faschismus" bezichtet wird (vgl. hierzu die obenstehende Leserrezension!). Von uns schon als natürlich akzeptierte und noch nie in Frage gestellt Dinge werden in einem neuen Licht betrachtet, vermeintliche Errungenschaften der westlichen (Umverteilungs-) Demokratie als Enteignung und Bevormundung entlarvt und ihr parasitärer Charakter belegt.
Selbst wenn man mit dieser radikalen Schlußfolgerung nicht einverstanden ist, lohnt es dennoch, sich mit diesem Buch zu beschäftigen - auch als überzeugter Demokrat darf man die Augen vor den Mängeln dieser Staatsform nicht verschließen.
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am 16. August 2005
Hoppes Analyse ist glänzend: Etatismus, so sein Urteil, führt immer zur Sozialdemokratie und letztendlich zum Kommunismus.
Zwingend erscheint die Spirale, in der sich der Staat immer mehr selbst bereichert und Geschenke an Dumme, Faule, und an seine eigenen Bediensteten auf Kosten der Leistungsträger der Gesellschaft verteilt. Dabei suggeriert der Staat, daß er dies tue, um Sicherheit und Recht für seine Bürger zu gewährleisten. Das Recht selbst jedoch verrottet dadurch: je mehr der Staat selbst ohne Grenzen Steuern erhebt (Hoppe vergleicht Steuererhebung mit Schutzgelderpressung), desto weniger kommt der Staat seinen eigentlichen Aufgaben nach: "Im Namen sozialer, öffentlicher oder nationaler Sicherheit "beschützen" unsere Verwalter uns vor globaler Erwärmung und Abkühlung und dem Aussterben von Tieren und Pflanzen, vor Ehemännern und -frauen, vor Eltern und Arbeitgebern, vor Armut, Krankheit, Katastrophen, Unwissenheit, Vorurteilen, Rassismus, Sexismus, Homophobie und zahllosen anderen öffentlichen Gefahren. Und mit riesigen Vorräten an Aggressions- und Massenvernichtungswaffen "schützen" sie uns, sogar außerhalb der USA, vor immer neuen Hitlern und möglichen Hitler-Sympathisanten. Die einzige Aufgabe jedoch, die eine Regierung jemals wahrnehmen sollte - unser Leben und unser Eigentum zu schützen - wird von unseren Verwaltern nicht erfüllt" (191f.)
Nach der starken Analyse hätte ich, und das ist der Wermutstropfen des Buches, eine stärkere Perspektive auf die Privateigentumsanarchie, die Hoppe dem Etatismus entgegensetzen will, gewünscht. Zu knapp fällt das 12. Kapitel aus - vieles bleibt nur schwer vorstellbar. Eine weitere Schwäche: das Buch ist sehr stark auf die Verhältnisse in den USA hin geschrieben - so manches Detailproblem scheint für den europäischen Leser nur von geringer Relevanz, so z.B. Hoppes lange Auseinandersetzung mit Buchanan.
Dennoch: das Buch liest sich flüssig und ist sicher auch dann, wenn man Hoppe nicht in allem zustimmt, einer der herausforderndsten Beiträge zur politischen Theorie seit langem. Unbedingt empfehlenswert ist es für diejenigen, die kritisches Denken nicht nur als Lippenbekenntnis vertreten wollen, sondern bereit sind, sich auf einen wirklich unbequemen Denken einzulassen.
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am 25. Oktober 2004
Ich kann gut verstehen, dass Nutznießer der Demokratie dieses Buch verteufeln.
Auch der Versuch dieses Buch nach weit rechts zu rücken zeigt, wie getroffen die Vertreter dieser Gesellschaft sind, die auf Basis der "demokratischen" Ordnung zu einem Stand gekommen sind, der ihnen durch die Demokratie ermöglicht wurde. Es gehört sich also nicht mehr an alten Werten fest zu halten und in Zweifel zu ziehen, was der Mehrheit freiheitlich denkender Menschen auf der Seele brennt. Auch das ist die Folge der Demokratie.
Wer dieses Buch ließt wird wahrscheinlich wirklich Kopfschmerzen bekommen, weil ihm als normal denkender Mensch, der unbehelligt sein Leben gestalten und "LEBEN" möchte all zu sehr klar wird, wie sehr man in diesem System gefangen ist und ausgebeutet wird. Dazu muss man nicht gleich ein „rechter"- oder „linker" Radikaler sein, sonder nur ein Mensch der die Freiheit liebt und die Früchte seiner Arbeit selber ernten möchte.
Ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen, der Antworten darauf sucht, was in unserem Land und in unserer Zeit falsch läuft. Allerdings kann ich auch sagen, dass man sich nach lesen des Buches sicher nicht besser fühlt. Eher schlechter, denn man entrinnt diesem System nicht durch pures lesen und verstehen.
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am 14. April 2015
Ein Buch in guter Rechtschreibung, das nur einen Setzfehler enthält, ist heutzutage eine Seltenheit. Allein aus diesem Grund ist es bemerkenswert. Hier nur eine kurze Rezension, eine längere kommt vielleicht später.

Demokratie ist Demagogie. Sie funktioniert nur als Demagogie. Die Masse muß geleitet werden, sonst entwickelt sie eigene Gedanken. Das kann nicht erwünscht sein, denn dann wäre Demokratie nicht brauchbar.

Alle Kapitel des Buches können getrennt gelesen werden. Es wird der Fehler entlarvt, daß die Mehrheit weiß, was gut ist. Diese wüßte, was gut ist, wenn sie unbeeinflußt nachdenken könnten. Die Schweiz mag als Beispiel dienen, daß direkte Demokratie einmal funktioniert hat. Leider ist auch die Schweiz jetzt auf einem absteigenden Ast.

Die natürliche Ordnung ist erstmal gegeben, dies ist zu akzeptieren. Wunschträume in Gesetze zu gießen führt in den Zerfall. Das dies so ist sieht man zur Zeit an dieser Gesellschaft, denn die Demokraten sind Demagogen, die nur ihren eigenen Vorteil sehen. Wer seinen Vorteil nicht sieht, der ist weg vom Fenster. Allein aus systematischen Gründen ist die Demokratie über ein Vertretersystem zur Regierung ungeeignet. Da ist sogar die Monarchie besser, wenn der Monarch Eigentümer ist und klug ist -- dies ist aber selten gegeben. Klugheit in einer Demokratie über ein Vertretersystem ist aber nie gegeben. Klugheit in einer direkten Demokratie ist selten gegeben, wenn die richtigen Fragen gestellt werden.

Mit einer Vertreterwahl soll Demokratie hier funktionieren. Dabei ist es nichtmal möglich, die Vertreter abzuwählen. Vertreter, also Räuber, werden immer gewählt, wenn man zur Wahl geht.

Carsten Thumulla
14.4.2015
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am 4. Februar 2009
Der Autor vergleicht in diesem Buch mehrere Regierungsformen vom freiheitlichen (libertären) Standpunkt aus. Der Staat ist definiert als eine Organisation, die in einem bestimmten Gebiet das Zwangsmonopol auf Gerichtsbarkeit und Steuern hat. Natürlich wird der Staat versuchen, das Recht zu seinen Gunsten zu ändern und die Einnahmen möglichst zu erhöhen.

1. Monarchie: Da der König nicht nur die laufenden Einnahmen erhält, sondern auch die zukünftigen, sollte er auf eine langfristige Erhöhung des Wohlstandes seiner Untertanen hinarbeiten. Wenn er das nicht tut, haben er und seine Erben keine Einnahmen. Der König wird das Recht deshalb nur behutsam ändern und die Steuern mäßig erhöhen. In Fragen der Aus- und Zuwanderung wird man aus eigennützigen ökonomischen Gründen darauf achten, dass produktive Menschen ins Land kommen und unproduktive es möglichst verlassen. Kriege sind unproduktiv und deshalb am besten zu unterlassen bzw. wenigstens zu begrenzen. (Historisch war es im Mittelalter so, dass das Gewohnheitsrecht auch für Könige galt; sie mussten ihre Geldgeber um Subventionen bitten, wofür diese Gegenleistungen wie die Rücknahme von Rechtsbrüchen verlangten.)

2. Demokratie: Eine demokratisch gewählte Regierung muss damit rechnen, dass sie bald abgewählt wird. Deshalb wird sie versuchen, ihre Einnahmen in der kurzen Frist zu maximieren. Durch ihre Politik erzieht sie auch die Bürger dazu, kurzfristig zu denken - dadurch entstehen soziale Probleme, welche die Politik dann zu "lösen" verspricht (Armut, Inflation, Konjunkturkrisen, Arbeitslosigkeit, Bildungsnot, Zerfall der Familien, Drogen, Kriminalität). Durch Umverteilung wird das Recht auf Privateigentum untergraben. Die Monopolisierung der Rechtsprechung erzeugt eine schlechte Qualität des Rechts bei hohen Kosten. Um Wähler zu gewinnen, lässt man unproduktive Menschen einwandern und tut nichts gegen die Auswanderung der Produktiven. Kriege können die kurzfristigen Einnahmen erhöhen oder Wählerstimmen verschaffen; die Kosten werden durch die Zentralbank (Druckerpresse) gedeckt. (In modernen Staaten gibt es eine Trennung zwischen öffentlichem und privatem Recht, wodurch die Regierung gegen Strafverfolgung immun wird.)

3. Natürliche Ordnung: Beim "Anarchokapitalismus" ist das Recht auf Privateigentum absolut und bildet die Grundlage der anderen Rechte (Leben, Freiheit, Streben nach Glück). Es gibt keinen Staat (aber Städte und ggf. Kantone). Das Recht wird durch konkurrierende Gerichte geschützt (somit werden Unrecht und Kosten durch Monopolisierung vermieden). Steuern werden ggf. durch Gebühren ersetzt. Auswanderung ist erlaubt. Einwanderung ist nur erlaubt, wenn eine entsprechende Einladung vorliegt und für den Unterhalt gesorgt ist. Da man unerwünschte Personen vom eigenen Grundstück fern halten kann, wird es in einer libertären Gesellschaft auch Diskriminierung geben. (Das Verbot der Diskriminierung galt nur für den Staat, weil dessen Gesetze andernfalls nicht alle gleich behandelten.)

Darüber hinaus beschäftigt sich das Buch mit den verschiedenen Richtungen des Libertarismus und dessen Verhältnis zu den Konservativen. Die "Linkslibertären" rufen demnach den Staat auf, libertäre Rechte und Werte durchzusetzen; das widerspricht aber dem Ziel des Libertarismus, die Allmacht des Staates zu bekämpfen. Deshalb basiert das Buch auf dem "Rothbardismus" (siehe Rothbard: "Ethics of Liberty" / "Ethik der Freiheit"). Eine soziologische Geschichte des Staates (von den ersten Anfängen in den Städten über die Rassen- und Klassenpolitik zur heutigen Geschlechterpolitik) rundet das Buch ab.

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die natürliche Ordnung, welche das Naturrecht umsetzt, am besten das Zusammenleben der Menschen organisieren kann. Die Demokratie ist hinsichtlich Besteuerung und Menschenrechtsverletzungen schlechter zu bewerten als die Monarchie; zudem ist sie kriegerischer. Den von vielen Libertären befürworteten Minimalstaat lehnt der Autor aus mehreren Gründen ab. Erstens hat auch der Minimalstaat ein Zwangsmonopol. Zweitens hat jeder Staat die Tendenz, ein Maximalstaat zu werden. Drittens bieten Verfassungen keine Handhabe, da sie von staatlichen Richtern interpretiert bzw. verbogen werden. (Als Beispiel wird die Verfassung der USA diskutiert.)

Der Autor schlägt als Lösung der sozialen Probleme ein einfaches Programm des zivilen Ungehorsams vor. Durch friedliche Sezession sollen sich Einheiten von bestehenden Staaten abspalten. Dadurch werden die Staaten immer kleiner und müssen zueinander verstärkt in Wettbewerb treten. Der Prozess ist beendet, wenn der Staat sich aufgelöst hat und die natürliche Ordnung greift.

Mir hat das Buch gut gefallen. Der Autor belegt alles durch historische Beispiele oder die Fachliteratur. Dabei stützt er sich auf die "Österreichische Schule" der Volkswirtschaftslehre (deren bekannteste Vertreter Mises und Rothbard waren). Den Punktabzug gibt es wegen der Wiederholungen. Darüber hinaus sind die Begriffe teils unklar. So wird z. B. gesagt, ,dass es in der Demokratie keine Klassen mehr gibt und die Grenzen zwischen Herrschern und Beherrschten verschwimmen. Das zeigt aber, dass "Klasse" hier "Stand" meint. Die eigentlichen Klassen werden dagegen vom Staat und besonders vom demokratischen Wohlfahrtsstaat erst erzeugt (siehe Blankertz: "Ökonomie des Sozialstaats").
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am 7. Juni 2013
Als Liberaler teile ich Hoppes Auffassung, dass Politik „Freiheit, Eigentum und das Streben nach Glück“ schützen sollte. Von seinem Buch hatte ich mir neue Antworten auf die Frage erhofft, wie dies erreicht werden könne. Leider musste ich feststellen, dass Hoppes Ansatz zwar theoretisch interessant ist, mit der Praxis aber wenig zu tun hat.

Nehmen wir zum Beispiel seine These, dass die Monarchie der Demokratie überlegen sei. Hoppe begründet sie damit, dass ein Monarch sein Land als Privateigentum betrachte und Privateigentum bekanntlich besser gepflegt wird als öffentlicher Besitz. So werde ein Monarch, um sein Kapital nicht zu gefährden, Kriege zu vermeiden versuchen. Das klingt einleuchtend, jedoch wird jeder, der auch nur rudimentäre historische Kenntnisse hat, sofort erkennen, dass Hoppes in der Theorie durchaus logische Argumentation völlig an der Wirklichkeit vorbeigeht. Seine Konstatierung, dass im monarchischen Zeitalter prozentual weit weniger Steuern gezahlt wurden als im demokratischen, ist hingegen zwar korrekt, aber hier wird ganz offensichtlich eine Milchmädchenrechnung aufgemacht: Einen frühneuzeitlichen Bauern, der ohnehin schon am Hungertuch nagt, trifft eine Fünf-Prozent-Steuer viel härter als eine Fünfzig-Prozent-Steuer so manchen heutigen Steuerzahler. Man kann sicherlich nicht behaupten, dass die Monarchen schonender mit ihren Untertanen umgegangen wären als es die Finanzämter demokratischer Staaten tun! Folglich muss Hoppes Theorie zumindest unvollständig sein.

Nun ist Hoppe allerdings kein Monarchist, sondern ein - wie er selbst sagt - „Anarchokapitalist“. Für jemanden wie mich, der dem Staat skeptisch und dem Markt positiv gegenübersteht, klingt das zunächst einmal interessant. Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff? Wie sieht Hoppes Alternative zur Staatenwelt aus? Ich war etwas schockiert zu lesen, dass er keineswegs den Kollektivismen abschwört. An die Stelle der Staaten treten bei ihm nicht etwa die Individuen, sondern „natürliche Autoritäten“ wie Familien- und Stammesoberhäupte, Dorfgemeinschaften, Stadtstaaten (Singapur und Monaco werden als Beispiele genannt) etc. - in einem Wort: Staaten, die sich von den gegenwärtigen einzig durch ihre Größe unterscheiden. Unter Anarchismus hatte ich mir etwas anderes vorgestellt! Liberalismus wiederum ist meines Erachtens nur als Individualismus denkbar, und der spielt bei Hoppe höchstens eine untergeordnete Rolle. Ebenso wie Toleranz übrigens: Homosexuelle und Gotteslästerer werden von ihm als „pervers“ und „abartig“ bezeichnet und in einen Topf mit Pädophilen geworfen! (S. 387) Ich würde Hoppe daher als Kollektivisten konservativen Zuschnitts bezeichnen. Mit dem Liberalismus verbindet ihn einzig und allein die Ablehnung des Wohlfahrtsstaates.

Verstörend ist auch die Radikalität, mit welcher der Autor seine Ideen in die Praxis umgesetzt sehen möchte. Er fordert nichts Geringeres als eine Revolution gegen die Staatenwelt. Diese solle mit Nichtkooperation beginnen, was so weit geht, den Kontakt zu Menschen zu untersagen, deren einziger Fehler darin besteht, in Washington und Umgebung zu wohnen! (S. 195) Dass man, indem man sich aus der Politik heraushält, den Etatisten das Feld überlässt, ist Hoppe einerlei. Und ob man in einer westlichen Demokratie lebt oder etwa in Nordkorea, macht für ihn keinen Unterschied.

Fazit: ein interessantes, intellektuell teilweise herausforderndes Buch weit ab vom Mainstream (was schon einen extra Stern wert wäre :-), aber leider sehr einseitig und wirklichkeitsfremd.

P. S. Die besten Antworten auf meine Eingangsfrage habe ich noch immer bei Ayn Rand gefunden, deren Hauptwerk kürzlich unter dem Titel „Der Streik“ ins Deutsche übersetzt wurde.
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am 21. März 2006
Hoppe, der Volkswirtschaft an der Universität von Nevada lehrt, zeigt in seinem Werk auf, dass der Übergang von der Monarchie zur Demokratie kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt war. Im Gegensatz zur herrschenden Meinung sieht Hoppe sehr wohl eine Alternative zur Demokratie. In seinen Augen begünstigt Demokratie Kurzsichtigkeit, Kapitalverschwendung, Verantwortungslosigkeit, moralischen Relativismus und Entzivilisierung und fördert zudem Egalitarismus, Umverteilung, Demagogentum und Rechtsunsicherheit. Desweiteren führe Demokratie zu einem dramatischen Anwachsen der Staatsmacht.

Anders als die meisten Vertreter der österreichischen Schule will er den Staat nicht auf ein Minimum begrenzen, sondern mithilfe von Sezession ganz abschaffen. Als Alternative kommt für ihn der sogenannte "Anarchokapitalismus" oder eine natürliche Ordnung in Frage. Die Aufgaben der Polizei - also Sicherheit und Schutz - sollen laut Hoppe Versicherungen übernehmen, die freiwillig zahlende Bürger sowohl für an ihnen begangenen Verbrechen entschädigen, als auch Kriminelle bekömpfen.

Das Buch ist in 13 Kapitel gegliedert, in denen unter anderem folgende Themen behandelt werden, bevor Hoppe zum Schluss des Buches seine Vorstellung der natürlichen Ordnung darlegt:

- Zeitpräferenz
- Monarchie und Demokratie
- Zentralisierung und Sezession
- freie Einwanderung und erzwungene Integration
- Konservatismus und Libertarismus

Hoppes Idee von einer natürlichen Ordnung halte ich für zu liberal. In meinen Augen erkennt Hoppe nicht, daß es sehr wohl Marktversagen - nämlich im Falle externer Effekte - geben kann. Eine Externalisierung dieser externen Effekte läßt sich nur durch den Staat verwicklichen. Zudem stellt sich die Frage, wie realistisch es ist, in der momentanen von beispiellosen Staatseingriffen geprägten Situation, eine - eine 180°-Wendung bedeutende - natürliche Ordnung zu etablieren. Dieses Problem wird meiner Meinung nach zu kurz behandelt.

Positiv finde ich die vielen Verweise zu anderen sehr interessanten Büchern in den Fußnoten, wobei die Fußnoten selbst manchmal 2-3 Seiten lang sind, was einem manchmal Schwierigkeiten bereitet, im eigentlichen Text den Faden wieder zu finden. Insgesamt finde ich das Buch für lesenswert und empfehle es jedem - und das dürften einige sein -, der mit der momentanen politischen Klasse und dem politischen System unzufrieden sind.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Februar 2009
... fragen Sie bitte ihren Staatsschutzbeamten oder den Verfassungsschutz. ;-)
Wie Hoppe in seinem Vorwort schreibt, freut er sich sehr, daß sein Buch in Deutschland überhaupt erscheinen durfte. Die BRD kennt zwar keine (Vor-)Zensur, wohl aber eine Nachzensur und es sind schon sehr viele Bücher nach einer Prüfung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften verboten und komplette Auflagen beschlagnahmt worden. Dieses Buch ist sogar "erwachsenengefährdend", weil es jeden Leser dazu zwingt, sich mit eingeschliffenen Denkmustern auseinanderzusetzen. Die Argumentation ist brilliant und logisch und das ganze Buch ist so spannend zu lesen, daß man am liebsten wie früher als Kind, nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke heimlich weiterlesen würde... Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen kann, bevor man es zu Ende gelesen hat. Leider ist das erste Kapitel - wie es ein anderer Rezensent formuliert hat - "schwer zu lesen". Aber was heißt denn schwer zu lesen? Es bedeutet, daß man beim lesen mitdenken muß! Es ist ein Sachbuch und kein Roman, keine Unterhaltungsliteratur! Und wenn ein Leser den volkswirtschaftlichen Teil, also das erste Kapitel für uninteressant hält, na dann blättert ein erfahrener Leser sogleich weiter zum nächsten Kapitel. Trotz dieser 25 Seiten bleibt das Buch insgesamt - nach meiner persönlichen Einschätzung - der beste Beitrag zur Demokratietheorie seit Tocquevilles Buch "Über die Demokratie in Amerika" von 1835.
Jeder Mensch, der sich selbst für einen Demokraten hält, und das politische System des Parlamentarismus als eine "Demokratie" ansieht, muß sich als "mündiger Staatsbürger" mit seinen eigenen Ansichten auseinandersetzen. Die eigene Meinung kann nur als gesichert gelten, wenn sie auch regelmäßig in Frage gestellt und auf ihre Richtigkeit überprüft wird. Nichts schärft den eigenen Verstand mehr, als die geistige Auseinandersetzung mit einer radikalen Gegenposition. Jeder Leser ist schließlich frei, zu denken was er für richtig hält, aber um zu erkennen was richtig ist, bedarf es eigener Überlegungen.
In Hoppes Buch muß man auf jeder Buchseite erneut Stellung beziehen, dafür oder dagegen. Es ist eine wahre Lust dieses Buch zu lesen.
5 Sterne und keinen weniger!
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am 16. Oktober 2015
H.H. Hoppe entlarvt die Demokratie als das, was sie in Wirklichkeit ist: ein Täuschungsmanöver der tatsächlich Herrschenden zur leichteren Ausbeutung der Beherrschten und ein übleres politisches System als eine Diktatur.
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am 30. September 2009
Dieses Buch ist gigantisch. Es ist einfach geschrieben, jedoch steckt jeder Satz voller Informationen. Wer geschichtlich nicht ganz so bewandert ist, sollte sich einen Geschichtsatlas daneben legen oder Wikipedia gleich mal aufrufen. Ich habe mich nun etwas mit der ganzen Thematik beschäftigt und muss sagen der Autor H.H. Hoppe hat völlig recht. Mittlerweile habe ich das Buch schon zehn Mal verschenkt.
Leben und Leben lassen ist die Kernessenz, sowie das Recht auf Selbstbestimmung und echtem Eigentum. Eine Gesellschaft kann nur existieren, wenn sich alles auf privatem Eigentum gründet. Demokratie als solches ist ja eine künstliche Form, die so nicht in der Natur existiert. Weder gibt es Demokratie in Familien, noch in Firmen, noch in der Natur, noch in der Biologie. Damit ist Demokratie ein System das völlig an der Ralität vorbei geht.
Hoppe schlägt ein anderes System vor, dass eben "natürlich" ist. Er meckert nicht, sondern gibt viele gute und konstruktive Vorschläge.

Mit einem Studium der Kriminologie, wie ich, ist es einer der besten Zusätze zur Allgemeinbildung.

Ich kann es nur empfehlen.
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