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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
2

am 12. Januar 2000
Der Staat ist die zentrale Einheit der modernen Politik - wie das so kam und unter welchen Bedingungen dies so bleiben kann (oder eben nicht), das ist das Thema des vorliegenden Buches. Der Jerusalemer Historiker Martin van Creveld geht diesen Fragen in erschöpfender Weise nach. Er beginnt seine Untersuchung mit einer Betrachtung vortstaatlicher Gesellschaftsformationen und legt dar, an welche Grenzen solche Strukturen stießen, was dann den Staat quasi notwendig machte. Seinen Aufstieg verortet er in einer Phase von ca. 1300 bis zum Ende des dreißigjährigen Krieges, geprägt war dieser Weg von einem Kampf der gesellschaftlichen Akteure um die Vorherrschaft: Kirche, Adel, Städte und Reich hießen die Konkurrenten, am Ende siegte der monarchische Staat. Die nächste Phase ist geprägt von einer Konsolidierung und - man könnte sagen - Professionalisierung: Bürokratie, Infrastruktur und Staatsgewalt werden ebenso ausgebaut wie die politische Theorie sich immer genauere Vorstellungen vom Staat macht. Ein Wendepunkt ist dann die französische Revolution: Der Staat wird nun zum ideellen Konzept, vom Monarchen unabhängig, zur Summe und höchsten Weihe eines demokratisch geordneten Volkes. Nach seinem Siegeszug in Europa breitet sich der Staat in dieser Form dann auch über den Rest der Welt aus, mit spezifischen Schwierigkeiten und Abweichungen in den verschiedenen Gegenden der Welt. Schließlich wagt van Creveld noch den Blick nach vorn: Der Staat wird - mangels großer Kriege und wegen seiner abnehmenden Fähigkeit, die Gesellschaft zu strukturieren - verschwinden. Verschwinden wird dieses Buch so schnell nicht, dazu ist es viel zu gut. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 21. November 2007
Das Buch macht deutlich, wie der Staat entstand und welche Auseinandersetzungen dies verursachte.

Während es zunächst nur Ländereien einzelner Dynastien gab (z. B. hatte der König von Frankreich zunächst nur in der Gegend von Paris etwas zu sagen, während der Rest des Landes weit gehend autonomen Herrschern unterstand und der Westen Frankreichs zu England gehörte), entstanden durch Konsolidierung der Gebiete, Kriege und Verwaltungsreformen schrittweise Nationalstaaten.

Der moderne Staat brachte einen Konflikt zwischen Regierung / König und den Regierten mit sich, woraus sich die parlamentarische Demokratie mit Gewaltenteilung entwickelte. Im zwanzigsten Jahrhundert entwickelten sich dann die totalitären Staaten. (Beides kann man übrigens philosophisch erklären; siehe z. B. "Ominous Parallels" von Peikoff).

Heute stehen wir vor neuen Problemen: Die Macht der Nationalstaaten wird durch die mit der Globalisierung verbundene höhere Mobilität von Menschen und Kapital eingeschränkt. Einige Länder lösen sich auf (z. B. Somalia). Um ihren Niedergang zu stoppen, schließen sich einige Nationalstaaten zu Staatenbünden zusammen. (Das kann sich jedoch als ein Angriff auf die Freiheit heraus stellen und damit wirtschaftlichen Schaden verursachen.)

Mir hat das Buch gefallen. Ohne den Werdegang der Idee "Staat" zu kennen, kann man auch dessen gegenwärtige Lage nicht beurteilen. Vor allem die Ausführungen zur Beziehung zwischen Staat und Wirtschaft haben mir gut gefallen. In diesem Zusammenhang war besonders der Ersatz privaten Geldes (vor allem Gold) durch wertloses Papiergeld problematisch, weil er zu konjunkturellen Krisen und zur Weltwirtschaftskrise geführt hat (dazu siehe z. B. "Human Action" von v. Mises).
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