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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
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3,6 von 5 Sternen
Die Festung der Einsamkeit
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:39,90 €+ 3,00 € Versandkosten


VINE-PRODUKTTESTERam 6. Juli 2006
'Die Festung der Einsamkeit' von Jonathan Lethem ist einerseits ein klassischer Entwicklungsroman, andererseits alles andere als klassisch. Auf mehr als 700 Seiten werden Kindheit, Jugend, Adoleszenz und Erwachsenenalter des Protagonisten, Dylan Ebdus, beschrieben. In der ersten Hälfte des Buches aus einer Erzählersicht, in der zweiten Hälfte aus einer Ich-Erzähler-Perspektive.

Der Titel umschreibt die Tatsache, dass Dylan Ebdus zeit seines Lebens einsam, wenn auch nicht immer alleine war. Seine Eltern, ein physisch anwesender, aber autistischer und damit für Dylan nicht greifbarer Künstler, der jahrzehntelang an einem Trickfilm malt, und eine physisch abwesende, weil verschwundene Mutter, die dafür dem Jungen geistig präsent war, trugen wenig zu seiner Erziehung, seinem Aufwachsen bei. Dylan sucht dafür Zuflucht bei Menschen, bei denen er aufgrund seiner Hautfarbe, als Weißer in Brooklyn immer ein Außenseiter bleibt, die ihm jedoch bei aller Haltlosigkeit mehr Stützwerk sind als seine Familie.

Der Roman ist ein Zeitgemälde insbesondere der 60er, 70er und 80er Jahre. Wie andere Autoren auch (stellvertretend genannt seien Haruki Murakami oder selbstverständlich Nick Hornby) nutzt Lethem die Musik dieser Zeit, baut Künstler, Titel und Texte ein, um Stimmungen und Lebensgefühle zu vermitteln. Selbst als durchaus versierter Musikhörer konnte ich jedoch nur mit einem kleineren Teil der genannten Künstler und Werke konkret etwas anfangen. Ähnlich erging es mir mit anderen Namen der amerikanischen jüngeren Zeit, Künstler, Architekten und anderen, vor allem mit der Comicwelt der späten 60er und frühen 70er. Dem Lesevergnügen war das nicht wirklich ab-, leider jedoch auch nicht zuträglich.

Die an anderer Stelle bereits geschilderte Episode mit dem magischen Ring nutzt Lethem, um die allzu realistischen Umstände des Buches, seine Verwurzelung in Drogen, Sex, Musik, Rassenkämpfen zeitweise zu verlassen und der Wirklichkeitsnähe etwas Mystisches entgegen zu setzen.

Einiges bleibt im Unklaren oder unbefriedigend, beispielsweise die erfolglose Suche nach seiner Mutter am Ende des Buches. Aber so ist es wohl, das Leben. Insgesamt ein weiterer amerikanischer Gegenwartsroman, der das Meiste, was im deutschen Sprachraum derzeit geschrieben wird, in den Schatten stellt. Ärgerlich die lasche Arbeit des Goldmann-Verlags, die eine Menge Fehler im Text lässt, von der Interpunktion bis zur Unfähigkeit, einen Eigennamen (Lisa / Liza) durchgehend gleich zu schreiben.
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am 5. Oktober 2004
"Die Festung der Einsamkeit" ist definitiv mein Buch des Jahres, ein wunderbares Kaleidoskop einer Kindheit in Brooklyn in den 70er Jahren: Graffiti, Soul, Rap. Zwischen den schwarzen Nachbarn wächst das Hippiekind Dylan auf, als "Whiteboy" hat er es dementsprechend schwer; nur mit seinem Freund Mingus kann er in Phantasiewelten aus Superheldencomics, Drogen und Musik flüchten. Wie dieses kleine Universum dann auch noch implodiert, ist traurig und zugleich kraftvoll beschrieben - und wirkt beim Leser noch lange nach!
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am 10. September 2012
Jonathan Lethem nimmt seine Leser mit diesem Roman ein weiteres Mal mit in sein skurriles New York, genauer gesagt nach Brooklyn.

Ich habe mir dieses Buch gekauft, da mich sein Buch „Chronic City“ schlichtweg fasziniert hat und ich unbedingt mehr von ihm lesen wollte. Auch dieser Roman ist sehr gelungen und Lethem lässt den Leser die Welt eines weißen Jungen erleben, der in einem Viertel voller Schwarzer aufwächst und so zum Außenseiter und Ziel von Hänseleien und bösen Streichen wird – ungewöhnlich, da solche Situationen in der Regel oft umgekehrt geschildert werden.

Mir gefällt der Stil, genau wie in „Chronic City“ unglaublich gut. Lethem versteht es, Details interessant und mit viel Liebe zu beschreiben, lässt aus Comics, die sein Protagonist liest kleine schillernde Welten entstehen, nur um diese an der darauf folgend beschriebenen Realität wieder zerplatzen zu lassen und den Leser zu ernüchtern. Die Geschichte zeigt zu gut, wie einsam man trotz tausender Menschen sein kann, die einen umgeben.

Außerdem hat mir sehr gut gefallen, wie das zu Hause, die Schule und die Straße, auf der die Kinder spielen, als verschiedene „Welten“ dargestellt werden, die auch alle ein unterschiedliches Verhalten erfordern. Nur weil man jemanden auf der Straße kennt, heißt das noch lange nicht, dass man auch in der Schule befreundet sein muss.

Fazit:
Lethem gelingt es auch mit diesem Werk um den Leser herum eine eigentümlich schillernde Welt aufzubauen, in der der Protagonist lebt. Ein wenig eigentümlich, ein wenig skurril und immer wieder schrecklich ernüchternd. Doch Lethem beherrscht die Kunst, seinen Leser zu fangen und mitzunehmen, sodass es nicht langweilig wird.
Der Stern Abzug ist für die Relation zu Lethems anderen Werken – „Chronic City“ übertrifft „Die Festung der Einsamkeit“ meiner Meinung nach noch, daran kann dieser Roman einfach noch nicht heranreichen. Ansonsten aber ein amerikanischer Gegenwartsroman, der sich sehen lassen kann.
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am 3. August 2005
Feststellung gleich zu Beginn: „Die Festung der Einsamkeit" ist zu lang. Viel zu lang. Nur die ersten rund 400 Seiten sind tatsächlich purer Lesegenuss. Immerhin: hier schreibt Jonathen Lethem unfassbar gut. Zum Schluss hin hat er aber leider, anscheinend die Herren Franzen und Euginedes als Beispiele vor Augen, unbedingt einen möglichst dicken Wälzer abliefern wollen. Und damit im Ergebnis seine im Grunde faszinierende Geschichte verhunzt.
Das Streben zahlreicher US-Autoren der jüngeren Generation, nicht weniger als die ganze Welt in prallen Romanen abzubilden, ist ein ambitionierter Ansatz. Auch ist eine atmosphärisch dichte Szenenbeschreibung, eine genaue Zeichnung der Personen und ein informatives Detailreichtum in der Schilderung von Land und Leute wünschenswert. Zumal wenn es, wie hier, um das energiegeladene Moloch Brooklyn - im Grunde der Hauptprotagonist in Jonathan Lethems' „Festung der Einsamkeit" - geht. Und damit um Gewalt und Schmerz. Oder gleich ums nackte Überleben. Aber wenn dies, wie im Falle von Jonathan Lethem, auf Kosten des Romans geht, gilt doch die kluge Weisheit: weniger ist manchmal mehr. Dabei ist Jonathan Lethem ein sprachgewandter, intelligenter und origineller Schriftsteller. Er dürfte also um die „Würze der Kürze" wissen. So aber ist aus dem Roman, laut Lethem ein „Schlüsselwerk" von tiefer autobiographischer Grundierung, eine schlussendlich nervige Angelegenheit für die Leser geworden. Schade drum'.
Zur Handlung: Brooklyn in den 1970er Jahren. Es ist die Zeit von Hula-Hoop und der Ballspiele „Spaldeen" und „Skully". Auch für den fünfjährigen Dylan Ebdus, Sohn einer kettenrauchenden Hippie-Mutter und eines schrullenhaften Künstlervaters, spielt sich das Leben zumeist auf der Straße ab. Das macht nicht immer Spaß. Als einziger „Whiteboy" in einer von Schwarzen beherrschten Wohngegend darf man nicht zimperlich sein. Fast täglich wird er das Opfer von Jugendlichen, die ihm Geld und anderes abpressen. Oder einfach die Machtverhältnisse klarstellen wollen. Yo! Eine harte Schule. Beschützt wird er von seinem gleichaltrigen schwarzen Freund Mingus. Künstlername: DOSE (so zeigen es die Graffiti-Tags auf der Dean Street). Er ist beispielsloser Fürsprecher des Außenseiters Dylan (besser bekannt als "Dill-Man", "D-Lone", "Dillinger" und/oder "Diggity Dog"') und „eine explodierende Bombe von Möglichkeiten". Mut und Kraft verleiht darüber hinaus ein geheimnisvoller Ring, der die Superkräfte berühmter Comic-Helden wie Captain America und Spiderman zu bündeln scheint. Aber tatsächlich nur sehr sporadisch aus der Patsche helfen kann. Chris und Mingus entwachsen langsam den trendigen Kinderschuhen. Die Probleme häufen sich. Und lassen sich nicht immer lösen. Die Freunde trennen sich. Mingus gerät schnell auf die schiefe Bahn. Und landet nach Drogendealerei und Mord im Knast. Nur Chris kann helfen. Ob die Zauberkräfte des magischen Rings diesmal wirken?
Jonathan Lethem, aufgewachsen in der Hippie-Boheme von Brooklyn, beschwört mit dem Roman „Die Festung der Einsamkeit" das Milieu seiner Kindheit herauf. Er erzählt von den Songs und den Filmen der 1970er Jahre. Von American Graffiti und den Superhelden der amerikanischen Comic-Kultur. Und er berichtet von den sommerlichen Nachmittagen der Kindheit, die nie enden wollten. Oder wie wir es heute vielleicht sehen: nie hätten enden dürfen. Die schönsten Stellen des Romans.
Der Leser ist also knapp 400 Seiten lang glücklich. „Und wird am Ende unsanft aus dem Paradies vertrieben", wie es Christoph Schröder so treffend formuliert hat. Wenn Lethem die „multiperspektivische Erzählhaltung" aufgibt und fahrig in die Ich-Form wechselt, gepaart mit einem plötzlichen Zeitsprung von mehreren Jahren, verwirkt der Roman abrupt seine bisher so harmonische Balance. Der plötzliche Einbruch ins Phantastische (Stichwort: Zauberring) verärgert. Der Genre-Mix überfordert den Autor. Lethem will am Ende alles aufklären. Dafür er nimmt er sogar einen qualitativen Absturz seines Romans in Kauf. Im Hintergrund eindeutig hörbar: flatteriges Handwerkgeklapper. Aber wozu der ganze Aufwand? Verflucht sei dieser Ring!
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am 17. Januar 2007
Da der Inhalt des Buches hier bereits hinreichend beschrieben wurde, kommen wir direkt zur Sache: zwei Punkte für tolle Dialoge, die ein hohes Maß an Authentizität und Atmosphäre vermitteln. Insbesondere die Verwendung von Slang-Begriffen oder grundsätzlich das, was Autoren für eine bestimmte (Jugend-)Sprache halten, birgt ja oft die Gefahr, peinlich und - natürlich! - altmodisch zu sein, doch J. Lethem geht hier sehr sicher und fast lautmalerisch vor. Leider herrscht zwischen den Dialogen grenzenlose und blutleere Langeweile... Als es anfing, richtig albern zu werden, habe ich das Buch weggelegt. Vieleicht habe ich damit den umwerfenden und alles erklärenden Schluß verpasst - ehrlich gesagt, ist es mir egal.
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am 3. Juli 2005
Bildungsroman über einen pubertierenden Jugendlichen in der Bronx der 70er Jahre. Stimmung zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen gut eingefangen. Ansatz "Zeitsprung von 20 Jahren zwischen den beiden Hauptteilen" auch gut - aber als Nicht-HipHop/Funk/RnB-Kenner und Nicht-Comic Fan bleibt einem die Tiefe dann doch etwas verborgen. Auch die Verknüpfung der beiden Teile "Jugend- und Erwachsenzeit" und die damit verwobenen Charaktere und die Neukonstellation hätte man besser machen können.
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am 28. Juni 2011
Das Buch besticht durch wirklich fabelhaft geschilderte, will sagen sehr glaubwürdig und echt erscheinende Einzelszenen. Das sind im ersten Teil Ballspiele auf der Strasse, das Aufbringen von Graffities, ERfahrungen mit Drogen und Mädchen und eine Szene, in der masturbiert wird. Die Jungs werden erwischt versteht sich, die Seiten sind unglaublich tragisch und komisch zugleich. Im zweiten Teil gibt es herrliche Parties im College, unter Drogeneinfluss getätigte Kopulationen, sogar eine Schießerei. Allerdings gewann ich als Leser den Eindruck, Lethem schrieb das Buch um die - möglicherweise in seiner Schreibwerkstatt schon vorhandenen Szenen, die wirklich gut sind- in einem längeren Text unterzubringen. Der Zusammenhang wirkt aufgesetzt, zu viele Szenen haben keine Nachwirkung, zu viele Personen kreuzen auf und verschwinden wieder. Vielleicht sollte das ganze möglichst lebensnah wirken, das ist geglückt. Es gibt auch viel überflüssiges, was dem Autor Arbeit und dem Leser eher müde Augen und Langeweile beschert. Z.B. wird die komplette Geschichte einer fiktiven Band, der der Vater von Mingus, eines der Protagonisten angehörte seitenlang dargestellt, es werden angebliche Artikel aus Zeitungen zitiert- alles überflüssig. Die Geschichte mit dem Ring, der übermenschliche Fähigkeiten (Fliegen, Unsichtbarkeit) verleiht soll nach meinem Gefühl nur verbergen, dass Lethem nicht über die sprachlichen Fertigkeiten verfügt, um aus dieser Geschichte ohne diesen Hokus-Pokus ein lesenswertes, evtl. gar gutes Buch zu machen. Ich habe mich streckenweise gelangweilt und bin ohne Kenntnis weiterer Bücher von Lethem erstaunt, dass er sogar Creative Writing in Pomona unterrichtet. Ich ziehe einen unzulässigen Vergleich: Dieses Buch von sagen wir einem Kind das auf der Reeperbahn aufgewachsen ist handend mit ähnlichen Charakteren würde es in Deutschland nicht in die Bücherregale der Händler schaffen. Ich bereue die Lektüre nicht, das Buch hinterlässt jedoch keinen gewaltigen Eindruck bei mir. Nette Abwechslung, die sich selten der Grenze zur Kunst nähert.
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am 27. Juli 2007
Wer hier eine ausladende Writer-Story erwartet, geblendet durch das Cover, dem sei gesagt, daß bis auf ein paar Kurzausflüge keinerlei Graffiti-Geschichten zu erwarten sind. Was dieses Buch interessant macht ist der unglaublich bildhafte Stil, der es schafft, den Leser aus den 70ern in die 80er zu transportieren und dabei beide Epochen und ihr Wesen wirklich erlebbar macht. Das Buch zieht sich in Anbetracht dessen doch sehr hin, man sollte Geduld aufbringen. Mir wurde auch das Ende ein wenig zu abrupt eingeläutet. Wer jedoch eine sympathische, lebhafte, gut geschriebene und musikalisch-künstlerische Lektüre sucht, ist hiermit bestens bedient.
Das Verständnis für den Funk, Drogen und das Leben auf den Straßen sollte man mitbringen.
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