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Tetrabiblos (Standardwerke der Astrologie)
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 22. Juli 2010
Ptolemäus' Tetrabiblos, in der Ausgabe von Melanchthon und Übersetzung von Winkel ins Deutsche, darf man als eine der wichtigsten antiken, bis heute einflussreichen Astrologieabhandlungen betrachten. Variationen zwischen den Übersetzungen und Editionen sind natürlich vorhanden und gilt es zu bedenken und zu berücksichtigen.

Ptolemäus bzw. die Tetrabiblos sind von großer Bedeutung für die westliche Astrologie, wenn man auch nicht übersehen kann, dass die Tetrabiblos eher weniger die damalige praktizierte Astrologie abbildete, Ptolemäus war ebenso wenig praktizierender Astrologe gewesen. So fehlen z. B. weitgehend Haus- und Zeichenpositionen der Planeten, dafür wird umso mehr mit Aspektefiguren gearbeitet, Tag- und Nachtplaneten, den Würden, dem Glückpunkt und den orientalen bzw. occidentialen Positionen der Planeten zur Sonne.

Wer sich noch stärker für die ausgeübte praktische Astrologie der frühen Spätantike interessiert, kurz nach der Zeitenwende, der möge Dorotheos oder Vettius Valens studieren. Valens z. B. streift/deutet in "Anthologiae", inzwischen in deutscher Übersetzung ("Blütensträusse") erschienen, mehr oder weniger vertieft ca. 130 Geburtshoroskope, Dorotheos nennt im "Carmen Astrologicum) viele Beispiele aus Geburtshoroskopen, aber Ptolemäus bespricht im Tetrabiblos kein einziges Geburtshoroskop, was aufgrund einiger fehlender Astrologie-Grundelemente (wie oben genannt)auch nicht möglich gewesen wäre. Sein rein theoretisches Astrologie-Werk hatte der Naturwissenschaftler und Astronom Ptolemäus für einen Freund geschrieben, wie im Vorwort von Ptolemäus selbst erwähnt. Daher werden die Tetrabiblos bzw. Ptolemäus' Astrologie rund 150 Jahre nach dem Tod von Ptolemäus erstmals in den überlieferten Quellen überhaupt genannt, während sowohl Valens wie Dorotheos kontinuierlich in den überlieferten schriftlichen Quellen genannt bzw. tradiert wurden.

Daher waren die Tetrabiblos auch nicht durchgehend 1500 Jahre die "Bibel der Astrologen". Die Tetrabiblos hatten erst ab der Renaissance nach dem 15./16. Jh. die größere Bedeutung bekommen, als man die überlieferte Astrologie um alle nur eventuell möglichen "arabischen" Elemente bereinigen und zugleich versuchen wollte, der Astrologie einen neuzeitlich-naturwissenschaftlichen Anstrich zu geben. Eine rational-wissenschaftliche bzw. naturwissenschaftliche Basis für die Astrologie hatte eben auch schon der Naturwissenschaftler Ptolemäus versucht.
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