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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 6. Juli 2008
Wer sich für dieses Buch entscheidet erhält 200 Seiten kompakte Informationen, kurz & knackig auf den Punkt gebracht, charmant und witzig geschrieben. Jungautoren, die sich bisher durch ihren (ersten) Roman gequält haben, weil ihnen Wissen bzw. das Handwerk fehlt, wird dieses Buch wie eine Verheißung vorkommen, denn ein Autor der schreibt, ohne die grundlegenden Techniken zu kennen, hat es schwer. Es ist wie bei einem Essen in einem piekfeinen Restaurant, in dem man sich unvermittelt mit einer Armada Besteck konfrontiert sieht, bei der man sich fragt: sieht toll aus, und nun? Selbst wenn man das Fischmesser als solches identifizieren kann, heisst das noch lange nicht, dass man in der Lage ist, den Fisch fein säuberlich auseinanderzunehmen. Wenn man nicht weiss, wie das vor sich geht, ist es wahrscheinlich, dass man sich beim Versuch so zu tun als ob, bis auf die Gräten blamiert.

James N. Frey gibt seinen Lesern nicht nur das Besteck bzw. das Werkzeug an die Hand, wie man einen verdammt guten Roman schreibt, er trägt auch lebensnah und auf humorvolle Art und Weise vor, was man damit machen kann. Immer wieder bringt er Beispiele aus der klassischen Literatur, schlägt Bögen von Gustave Flauberts '"Madame Bovary"', Charles Dickens' "'Ein Weihnachtslied in Prosa"', und Ernest Hemmingways "'Der alte Mann und das Meer"', über Vladimir Nabokovs "'Lolita"' bishin zu John Le Careés "'Der Spion der aus der Kälte kam'" bzw. Mario Puzos "'Der Pate"'. Daneben bringt er zahlreiche eigene Beispiele, z.B. wie man aus einem lahmen Dialog einen interessanten bzw. spannenden Austausch macht, wie man seinen Figuren Leben einhaucht und seine Prosa farbenfroh und sinnlich formuliert, also alle Sinne anspricht: Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen, sprich wie man ein ganzheitliches Bild kreiert, das den Leser auf allen Ebenen berührt.
Wer vorher noch nie von einer Prämisse gehört hat, wird bald feststellen, dass dies der Dreh- und Angelpunkt guter Prosa ist. Wer keine Ahnung hat, was eine Hyperbel ist, wird sie nach dem Lesen als nützliches kleines Dingelchen ins Herz geschlossen haben. Der Stil des Autors ist präzise wie praxisnah gehalten und gibt einen klaren Überblick über unterschiedliche Schreibtechniken, Perspektiven und Erzählstile. Es hat mir außerordentlich viel Freude bereitet die vielen Hinweise aufzunehmen und quasi sofort anzuwenden, zumal das Ganze herrlich unkompliziert wie erfrischend geschrieben ist. Ich habe das Buch innerhalb einer Woche derart zerlesen, das es aussieht, als sei es bereits Jahre alt, denn auf beinahe jeder Seite finden sich wertvolle Informationen, wichtige Hinweise oder inspirierende Ideen.
Der lange Rede kurzer Sinn: das ist ein verdammt gutes Sachbuch, das jeden Cent wert ist!
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am 5. Dezember 2006
Es gibt wohl Unmgengen an "Wie schreibt man einen Roman?" - Bücher. Was also unterscheidet dieses Buch von all den anderen?

Erstens: James N. Frey schreibt in leicht verständlicher Weise und teils unterhaltsam. Das Buch richtet sich an alle Schrifsteller, die gerne ein spannendes Buch (Unterhaltungsliteratur) schreiben wollen.

Zweitens: Inhaltlich unterscheidet sich das Buch nicht sehr von all den anderen Büchern, die es zu diesen Thema zu kaufen gibt. Charakterstudien, Plot-aufbau, "Schmelztigel" (Welche Motivation haben die Charaktere?), Dialogstudien, etc. finden sich in diesem Buch, wie wohl auch in all den anderen Büchern. Es ist nur verständlicher geschrieben.

Drittens: Es finden sich einige Kapitel, die sich um die Motivation des Schrifstellers beziehen, also: Schreiben sie jeden Tag! Das Schreiben ist ein einsames Handwerk!, etc.

Kritik: Das Buch sollte nur als Basistext gekauft werden, um einen leichten Einstieg in dieses Thema zu erhalten. Erwarte nicht das Buch gelesen zu haben und einen erfolgreichen Roman zu veröffentlichen! Das wäre illusorisch. Frey selbst hat einige Romane veröffentlicht, die aber nicht in den Bestsellerlisten zu finden waren. Dies bedeutet aber nicht, dass Frey nichts zu sagen hätte.

Leider enthält das Buch nichts über Stil oder Tips welche Perspektive zu wählen wäre. Grundlegende grammatikalische und stilistische Tips werden weg gelassen. Das Buch von Frey dient eher dazu eine Struktur für seine Roman zu kreieren.

Ich würde empfehlen dieses Buch zu kaufen, aber weiterfolgende Literatur zu erwerben, um in die Materie tiefer einzusteigen. Zu empfehlen wären hier:

- Robert McKee "Story" (erfolgreicher Drehbuchautor aus Hollywood; viele Tips sind auch für Romane anzuwenden; teilweise Pflichtlektüre in Kunst- und Filmhochschulen)

- Sol Stein (erfolgreicher Schrifsteller der Bestseller geschrieben hat; alle Bücher von ihm sind empfehlenswert; teilweise Pflichtlektüre in anerkannten Schrifstellerkreisen)

FAZIT: Defintiv kein Fehlkauf, da viele nützliche Tips zu finden sind. Sollte aber nur als Basisliteratur verwendet werden!
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am 24. November 2006
Frey gibt in der Einleitung sofort zu, dass er nicht das Handwerk für 'anspruchsvolle' Literatur liefern will, sondern lediglich für "spannende" Bücher. Man solle sein Buch sogar "meiden", schreibt er, wenn man "experimentelle, symbolische, philosophische oder psychologische Romane"(S.15) schreiben möchte. Gegen Bücher mit symbolischem Gehalt (also im Endeffekt jeglicher Kanon-"Literatur" und Klassiker) hetzt er sogar ganz explizit, und zwar vier Seiten lang (143-146).

Dennoch: Das Buch ist eingeschränkt und einschränkend brauchbar.

Das liegt hieran:

- Frey beschreibt Modelle für das Schaffen von Figuren und Geschichten, die gut umzusetzen sind, ohne Checklisten abarbeiten zu müssen: Z.B. die "Maximalkapazität" einer Figur (ein Test, um schlüssiges Verhalten zu konstruieren) oder die "beherrschende Leidenschaft" (führt nahezu zwangsläufig zu sinnvoll motiviertem und dadurch nachvollziehbarem Verhalten). Auch die Idee des "Schmelztiegels" und der Grundsatz, die zentrale Figur vor ein Dilemma zu stellen, hilft, schnell auf Ideen für eine Geschichte zu kommen. Und das "Stufendiagramm" hilft beim groben Planen. Die sog. "Prämisse" spielt bei Frey eine sehr große Rolle, wobei sie in meinen Augen überflüssig ist, weil sie nichts anderes ist als: 'Beherrschende Leidenschaft + Ergebnis der Geschichte'.

- Frey bezieht sich auf nur wenige Autoren (v.a. Dickens, Hemingway und Flaubert, andererseits aber auch theoretische Schriften von Egri oder Freytag) und diese eher, um seine Aussagen abzusichern. Allerdings enthält das Buch trotzdem viele Beispiele: Von Frey selbst verfasste, die, weil für einen bestimmten Zweck geschrieben, oft ziemlich konstruiert klingen. Trotzdem erfüllen sie ihren Zweck.

Schlechte Eigenschaften aber sind Legion:

- Die Ausführungen über Perspektive sind unintuitiv und wissenschaftlich falsch

- Folgt man Frey's Regeln sehr strikt, kommen sehr schematische Ergebnisse dabei heraus (was für totale Anfänger vielleicht sogar gut ist, weil sie so schneller akzeptable Ergebnisse erreichen)

- Die Sprache ist zu erzählend und das Buch versteht sich nicht als Arbeitsbuch (KEINE einzige Übung!, nur wenige checklisten)

- Seine offenkundige Abneigung gegen alle Autoren, die höhere Ansprüche an ihr Schreiben haben als nur zu unterhalten, ist gänzlich fehl am Platze.

- Er verliert kein Wort über "Stil".

- Zum Ende hin sackt das Buch heftig ab; es schleichen sich immer mehr inhaltsleere Phrasen ein, wie "schreiben sie farbig und lebendig"

- Der "Tipp", "indirekte" Dialoge seien immer besser als "direkte", ist gänzlich unverständlich (eigenes Bsp.: 'Mir geht es nicht gut'(direkt) vs. 'Das verhagelt mir echt die Stimmung'(indirekt))

Wer sich eher für Krimis u.ä. interessiert, der wird mit dem Buch etwas anfangen können (obwohl es gerade für Krimis eigene Bücher gibt). Wer "allgemein" Schreiben lernen möchte (also auch experimentellere oder symbolische Texte), dem rate ich zu Steele: "Romane und Kurzgeschichten schreiben" (Autorenhaus Verlag)
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am 6. Juni 2003
Wer viel liest, dem kommen Bücher unter, die einfach genial sind und andere, die zwar prinzipiell interessant sein müssten, die sich aber einfach nur dahinziehen ohne wirklich Spannung zu bieten.
Warum ist das so?
Nun... einige Autoren schreiben nur so einfach vor sich hin und andere beschäftigen sich erst gründlich mit dem Handwerkszeug des Schreibens, bevor sie sich an die Arbeit machen.
Wie dieses Handwerkszeug aussieht, das lernt man in diesem Buch. Wie man beginnt (erst einmal alle Hauptcharaktäre zu biografieren), was einen Roman dann auch wirklich spannend macht, wie ein Charakter überhaupt auszusehen hat und was ich alles über ihn wissen muß bevor ich zu schreiben beginne, wie dann alles weitergeht und wie ich es schaffe, meinen Leser "an der Stange zu halten"... das alles und mehr ist übersichtlich und detailliert mit Beispielen versehen in diesem Buch zu lesen.
Durch die einfache Sprache, ausgezeichnete Strukturierung, vielen Verweise auf bereits bestehende Literatur, sowie Beispielen daraus wird klar deutlich, was gemeint ist.
Wohlgemerkt: aus jemandem, der sich schon die Schulaufsätze mit Müh und Not aus den Fingern gesaugt hat, wird kein Bestseller-Autor. Derjenige wird aber auch nie auf die Idee kommen, einen Roman schreiben zu wollen. Alle anderen aber, die gerne lesen, die begeistert davon sind, Leser zu begeistern und die einfach nur nicht wissen, wie sie am besten beginnen, können wirklich sehr von diesem Buch profitieren.
Notfalls kommt es nicht dazu, dass man dann auch selbst tatsächlich ein Buch verfasst... aber man kann dadurch hinter die Kulissen blicken. Und wenn man dann bereits gelesene Bücher analysiert, dann wird man feststellen, dass besonders spannende Bücher die beschriebenen Regeln beachten und einhalten.
Fazit: für alle, die gern lesen und wissen wollen, was einen Roman gut macht und für alle, die gern schreiben möchten und wissen wollen, wie sie Leser begeistern wirklich empfehlenswert!!!
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am 14. April 2005
Der Autor sagt es im Vorwort selbst: Dieses Buch ist nichts fuer diejenigen, die einen Roman a la Virginia Wolfe oder a la Ulysses von Joyce schreiben wollen. Wohl aber ist dieses Buch all denen hilfreich, die gerne wissen moechten, was sie beim Verfassen eines spannenden klassisch geschriebenen Romans beachten sollten (worunter er beispielsweise "Die Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens zaehlt, oder "Madame Bovary", oder "Lolita" und andere).
Da geht es beispielsweise um das "Wer" - wie gebe ich meinen Charakteren Tiefe, welche Schichten sollte ich kennen, beachten, wie mache ich das, wieviele Charaktere fuehre ich ein? (Eine der vielen schoenen Ideen hier: Wenn ich einen Protagonisten und einen Antagonisten habe, sollte ich beide gleich gut ausstatten und beide gut motivieren, beide sollten irgendwie "gut" sein, so dass der Leser zwischen ihnen hin und hergerissen ist.)
Weiter geht es mit Fragen wie: Was ist ein Konflikt? Brauche ich eine Moral? Gibt es eine Praemisse? Wie schreibe ich spannend? Wie schreibe ich inspirierte Dialoge?
Das Buch umfasst etwa 200 Seiten, die Erlaeuterungen sind kurz, aber humorvoll und unterhaltsam und keinesfalls Allgemeinaussagen, der Autor wird sehr konkret und bietet auch Beispiele (er greift beispielsweise "Die Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens oder "Der Alte Mann und das Meer" heraus und erlaeutert auch daran seine Gedanken; oder aber er bildet eigene Beispiele), und ich empfand die Ideen alle als hilfreich und anregend. Dieses Buch ist also sehr geeignet fuer solche, die einen Roman schreiben wollen und sich nochmal absichern wollen, ob sie an alles gedacht haben oder ob es vielleicht sogar noch ein paar zusaetzliche schoene Ideen gibt, es ist aber auch geeignet fuer die, die einfach gerne einmal hinter die Kulissen eines Romans und hinein in die Schreibwerkstatt blicken wollen - also fuer Laien und leicht Fortgeschrittene, fuer passive und aktive Romaninteressierte.
Ein spannendes, kurzweiliges, informatives Buch, sehr hilfreich und inspirierend.
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HALL OF FAMEam 9. Dezember 2001
Volker Neuhaus schlägt in seinem hervorragenden Vorwort dem deutschen Leser erst einmal den dicken Hammer auf den Kopf: "In Deutschland herrscht noch immer ein Vorurteil, das in den großen Aufbruchjahren unserer Literatur in der frühen Goethezeit wurzelt: Dichtung entsteht ohne weitere Voraussetzungen, sobald die Muse das Genie küßt." Sehr richtig, und man könnte dies noch auf die bildende Kunst und die Musik ausdehnen. James N. Frey hingegen faßt die Kunst des Romanschreibens eher als ein Handwerk auf, das man erlernen kann und muß. Dass sich Begabtere leichter damit tun als weniger Begabte, das trifft auf jede Art von Beschäftigung zu, wie jeder aus seiner Schulzeit weiß. Dieses Buch liest sich flüssig, es ist witzig geschrieben, und die vielen Zitate aus hierzulande völlig unbekannten amerikanischen Romanen widerlegen gleich noch ein weiteres übles, aber so lieb gewonnenes Vorurteil der deutschen Intellektuellen: nämlich, dass Amerika ja "gar keine Kultur" habe... Eine köstliche Lektüre, auch als Geschenk bestens geeignet.
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Einen verdammt guten Roman zu schreiben. Wer hätte nicht schon einmal davon geträumt? James N. Frey, seines Zeichens Schriftsteller und Dozent für kreatives Schreiben an der University of California, Berkeley, verspricht in seinem Buch "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt", daß das Verfassen eines guten Romans erlernbar sei, wobei er unter einem guten Roman einen solchen versteht, dessen Lektüre Unterhaltung und Spannung bietet. Experimentalromane klammert er ausdrücklich aus.

Es geht also in erster Linie um Unterhaltungsliteratur - das sollte man sich klar machen -, wenngleich Frey seine Lehren auch aus Werken wie "Der alte Mann und das Meer", "Einer flog übers Kuckucksnest", "Lolita" und "Ein Weihnachtslied in Prosa" zieht, die ja nicht vornehmlich reinen Unterhaltungszwecken dienen.

Frey teilt sein Buch in neun Kapitel ein, über die ich einen kurzen Überblick geben möchte. Im ersten Kapitel widmet er sich den Charakteren eines Romans und der Kunst, realistische Figuren zu erschaffen, die gleichwohl nicht so langweilig und alltäglich sein dürfen wie wir, weil sie stets nach ihrer Maximalkapazität handeln, also alles, was in ihnen steckt, aus sich herausholen sollten. Dann erzählt Frey einiges über die Bedeutung des Konflikts für einen Roman und kommt im dritten Kapitel auf die Prämisse zu sprechen, d.h. das Prinzip, die Botschaft, die durch die Erzählung veranschaulicht werden soll. Ohne Konflikte und eine Prämisse kann, so Frey, ein Roman keinen Erfolg haben.

Im vierten Kapitel erläutert er den Begriff der Geschichte und legt dar, daß man am besten kurz vor dem eigentlichen Beginn der Geschichte zu erzählen anfangen sollte, da nur so der Leser sich in die Situation hineinfinden und ein Verhältnis zur Hauptfigur aufbauen könne. Wir haben das früher im Deutschunterricht Exposition genannt. Es folgt eine Erläuterung der typischen Spannungskurve mit erregendem Moment, Höhepunkt, retardierendem Moment und Schluß.

Kapitel 6 und 7 sind dann den Erzähltechniken gewidmet. Zunächst stellt Frey die gängigsten Erzählperspektiven vor und stellt ihre Vor- und Nachteile einander gegenüber, bevor er dann schließlich eine ganz bestimmte Perspektive für einen verdammt guten Roman empfiehlt. Außerdem kommt er auf Rückblenden und Vorausdeutungen sowie auf die Bedeutung von Symbolen zu sprechen, wobei er zwischen Lebenssymbolen und literarischen Symbolen unterscheidet. In Kapitel 7 geht es um das Verfassen interessanter Dialoge sowie um grundlegende stilistische Regeln. Kapitel 8 befaßt sich mit der Notwendigkeit des Überarbeitens, während Kapitel 9 dem Leser einige allgemeine Hinweise, wie etwa zum Zeitmanagement, erteilt.

Frey führt eine sehr lockere und launische Feder, die ihn mitunter ein wenig selbstzufrieden erscheinen läßt, dabei aber doch das Lesen erleichtert. Auch zeigt er selbst anhand von Beispielen, wie man die von ihm aufgestellten Regeln befolgt, und zudem tragen auch seine Bezüge auf bekannte Werke der Literatur dazu bei, die Praxisnähe seiner Ausführungen sichtbar werden zu lassen.

Ich persönlich denke, daß die in Kapitel 1-5 erteilten Tips durchaus brauchbar sind; gleichzeitig handelt es sich aber um Binsenweisheiten, die jeder kennt, der sich bereits ein wenig mit Literaturtheorie beschäftigt hat, was man ja durchaus von einem angehenden Romanschriftsteller annehmen sollte. Die stilistischen Tips, die Frey hier gibt, sind hingegen recht dürftig, so daß sie nicht wirklich weitgehende Orientierung bieten werden. Sein Diktum, die Figuren in einem Dialog möglichst immer indirekt sprechen zu lassen, klingt erst einmal gut, doch wirken die von ihm präsentierten Beispiele auf mich arg gestelzt und eher künstlich als künstlerisch. Heraus kommen nämlich meist solch unsäglich wächserne Passagen wie die, in denen Dan Browns Held mit seiner Freundin schäkert, oder die coolen Sprüche von den CSI-Typen. Auch scheint es mir, als baue Frey künstlich Spannungen in die Beziehungen seiner Figuren ein, um Konfliktpotential zu erreichen - was er damit allerdings wirklich erreicht, sind stereotype Beziehungen wie die zwischen einem altgedienten, abgeklärten Cop und einem Rookie, der sich erst noch beweisen muß.

Überhaupt glaube ich, daß das Buch zwar in Teilen brauchbare Anlaufhilfen gibt, daß es dabei aber die Gefahr birgt, den Anwender zu formelhaftem Schreiben anzuleiten, dem keine individuelle Note mehr zu eigen ist. Deshalb ist Freys Ratgeber eher mit einem Körnchen Salz, oder aber einem ganzen Salzstreuer, zu nehmen.
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am 21. September 2010
Ich habe schon mehrere Romane publiziert, und dies nicht über BoD, und ich dachte mir: Bestell ich mir mal so ein Lehrbuch, vielleicht kann ich was Brauchbares mitnehmen, vielleicht erfahre ich auch was Neues, vielleicht kann ich mich verbessern?

Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, musste ich mich regelrecht zwingen, es weiterzulesen. So viel Überheblichkeit auf einmal verschlug mir buchstäblich den Atem. Ich hatte von Frey noch nie zuvor gehört, hatte dieses Lehrbuch ausgewählt, weil er kreatives Schreiben unterrichtete und anscheinend selbst einige erfolgreiche Romane publiziert hatte, wie ich erfuhr -unter anderem aus jeder dritten Zeile des ersten Kapitels...
Statt tiefer Erkenntnisse wurden mir Binsenweisheiten aufgetischt. Ganz schlimm fand ich das Kapitel über die Konzeption der Charaktere. Sein Beispiel vom jungen, unerfahrenenen Dedektiv, der in die Fußstapfen seines Vaters tritt, war unglaublich Klischee getränkt und sehr amerikanisiert. Der "innere Dialog", den der Autor mit seiner Hauptfigur führte, war nur schwer zu ertragen und sein erschaffener Charakter des jungen Dedektivs erschien mir am Ende unglaubwürdig und unsympathisch - als wäre er einem schlechten 60er Jahre Heftroman entsprungen.

In diesem Stil ging es weiter, egal ob von Erzähltechniken, Spannungskurven oder Rückblenden die Rede war. Ich habe einmal sogar bewusst nachgeschaut, WANN dieses Buch erst verlegt wurde - vieles mutete mir wirklich hoffnungslos altmodisch an.
Den Titel des Buches halte ich nicht für zutreffend. Er müsste lauten: Wie man einen verdammt trivialen Roman schreibt oder Schreiben für anspruchslose Leser.

Auch, wenn ich das Buch definitiv nicht mochte, habe ich doch zwei Dinge für mich mitgenommen: das bewusste Herausarbeiten der Prämisse (wie die von Frey erwähnte Autorin habe ich das bisher immer "automatisch" gemacht) und der sparsame Umgang mit Rückblenden. Trotzdem kann ich dieses Buch nicht empfehlen.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Oktober 2012
Dieses Buch finde ich schwer zu bewerten. Einerseits sind fast alle Tipps an angehende Autoren richtig und nützlich (daher die 3 Sterne), aber leider auch nicht neu. Ich habe einige Konkurrenzbücher gelesen und da bekommt diese Informationen eine ganze Ecke sympathischer vermittelt.

Und das ist dann auch die Sache, die mich an diesem Buch stört: Der Autor ist ziemlich überheblich und kommt rüber, wie ein arroganter Hochschullehrer, der sich zu Höherem berufen fühlt, weil er ein paar Krimis verkaufen konnte.

Es geht weniger darum, kreativ zu schreiben, als etwas aufs Papier zu bekommen, was die breite Masse lesen möchte und somit viel Geld einbringt. Und wenn man im kreativen Bereich etwas tut, um damit sein Konto aufzubessern, kommt dabei selten bis niemals etwas Anständiges heraus. Wenn man genau das möchte, am besten einen Krimi schreiben, könnte dieses Buch sehr hilfreich sein, da es extrem darauf zugeschnitten ist.

Ich würde eher das Buch Vier Seiten für ein Halleluja empfehlen, dort gibt es alle Tipps wesentlich freundlicher verpackt und weniger belehrend geliefert, ohne großes Geschwafel und Beweihräucherung der eigenen Person.

Auch die Bücher von Ray Bradbury, Brenda Uhland und Stephen King, die sich dem Thema widmen, fand ich sehr interessant und lehrreich, da aber fast jedes Buch eine andere Herangehensweise empfiehlt, bleibt das natürlich auch viel Geschmackssache.

Es gibt ja, soweit ich das anhand von Rezensionen erkennen kann, ein breites Publikum für dieses Werk und denen möchte ich dieses Buch nicht schlecht reden. Mein Fall ist es halt, aus oben genannten Gründen nicht.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. Mai 2016
Romane müssen spannend sein, sonst werden sie nicht gelesen. James Frey bringt es auf den Punkt: Es braucht einen starken Protagonisten und einen Konflikt, dann noch einmal einen Konflikt und dann noch einmal einen. Ohne Konflikt kein Drama. Ohne Drama kein Thrill. Der Konflikt muss den Leser innerlich zerreißen, nur dann will er auch die Auflösung wissen.
Natürlich gibt es viele Konflikte, vor allem verändern und entwickeln sie sich ständig. Überraschende Wendungen, falsche Spuren, Löcher des Unbekannten und des Nicht-Wissens regen die Fantasie des Lesers an. Er kann raten und sich das Ende vorstellen, mitzittern, ob er richtig vermutet hat und sich verblüffen lassen, weil es dann doch ganz anders kommt......
Verdammt gute Romane sind die, die man in einem Stück verschlingt. Frey verrät uns, wie man sie "kocht".
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Die Macht der Toten"
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