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am 17. Dezember 2001
Das hier ist ein Roman, der alle Elemente der Kriminalliteratur mischt und sich dabei in die Faust kichert. Tarpon ist ein wehmütig/witziger Charakter, der ahnungslos durch die Geschichte taumelt und verzweifelt versucht, die Fäden zu ergreifen. Natürlich merkt man, daß es ein Krimi aus den 70ern ist, und natürlich ist man der Geschichte schnell auf die Spur gekommen, ahnt wer was gemacht haben könnte und ist nicht gerade überrascht über das Ende. Aber die Sprache ist es, die Kaltschnäuzigkeit des Erzählers und seine unglaubliche Lässigkeit, die den Roman leuchten lassen. Denn wo schon findet man einen Charakter, der anstatt: "Ich wurde ohnmächtig" lieber sagt "Mein Bezug zu Raum und Zeit kam mir schlagartig abhanden".
Ein Dank an den Verlag, der dieses Werk nach all den Jahren übersetzt hat.
Zoran Drvenkar
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am 10. Mai 2001
ISBN: 392320843X Manchettes Held Eugène Tarpon ist eine Figur in der Tradition Chandlers und Hammetts. Er weiß um die inneren Zusammenhänge, die die Welt regieren, und um die Ausweglosigkeit diese Ungerechtigkeiten zu korrigieren. Seine Einmischung oder Beteiligung beginnt eher zufällig, er wird „... hineingezogen und er ist aktiv am Geschehen beteiligt, aber er reflektiert nicht den Fall. Auf seiner Suche nach der verborgenen Wahrheit begegnet er der Gewalt, und Gewalt durchdringt den gesamten Alltag, in dem die Handlung angesiedelt ist." (Auszüge aus Chandlers Essay "The Simple Art of Murder) Mit dieser Charakterisierung wird auch Tarpon gut getroffen: Er ist ein ehemaliger Gendarm, d.h. er war Teil einer Ordnungsmacht, die "in Mannschaftsbussen ohne Toiletten kaserniert" wurden und "hin und wieder Arbeiterdemonstrationen auseinandertrieben". Während eines solchen Einsatzes tötete Tarpon einen Menschen und quittierte den Dienst. Er wird Privatdetektiv ("Im wirklichen Leben beschäftigt sich ein Privatdetektiv mit Scheidungen, Geschäftsüberwachungen, und, wenn er besser dasteht als ich, mit Wirtschaftsspionage. Nicht mit Gewaltverbrechen, ... denn dann muß man die Polizei rufen ... ") und hält sich mit kleinen Aufträgen mehr schlecht als recht über Wasser. Und er stolpert in Kriminalfälle hinein, bei denen er wenig gewinnen kann. Seine Motivation ist unklar, sein Einmischen könnte er selbst nicht begründen, und trotzdem ist er mit einem Male mitten in einem Fall. Er stolpert von Situation zu Situation, mehr ein Getreibener als einer, der die Geschichten aktiv vorantreibt. Er muß Prügel einstecken und kann sich selten dafür revanchieren. Er ist zynisch und ohne Illusionen, aber die begonnene Aufgabe wird trotz aller Gegenreaktion an Gewalt zu Ende gebracht. Manchette knüpft hier an die Tradition von Raymond Chandler und Dashiell Hammett an und findet eine moderne, auf Europa zugeschnittene Form des amerikanischen "hard-boiled" Krimis, nämlich die starke Verankerung in der Geschichte sowie im sozialen und politischen Alltag Frankreichs. "Volles Leichenhaus" deutet diese politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die die Ereignisse nach Mai 1968 mit sich bringen, an: Besatzungszeit, die Nazis, die Kollaborateure und die alten Kameraden sowie die Unterdürckung und Ausbeutung der sozial Schwachen ("...Ich jagte bedauernswerte idiotische Penner, um zu verhindern, daß sie Besitzende ... um ihren Besitz brachten; ...während Drogenhändler in der Nationalversammlung und sonstwo saßen ...). Manchette erzählt schnell, geradlinig und ohne Atempausen, lakonisch mit knappen Dialogen, kurzen Sätzen und hintergründigem Humor. Daraus entsteht fast beiläufig - aber nicht unbeabsichtigt - eine ätzende Kritik an den französischen Zuständen, vor allem an der Orientierungslosigkeit der Linken. "Volles Leichenhaus" wird in einem Sog erzählt, der den Leser mitreißt und ihn nicht ruhen läßt, bis die 200 Seiten verschlungen sind. Ein Klassiker und absolutes Muß für jeden Krimi-Liebhaber !
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am 18. September 2005
... wohl auch nach bewährtem, überliefertem Detektiv-Strickmuster aus Alt-Amerika, aber eben alles ein bischen schneller als die anderen und politisch ist hier im Gegensatz zu Pouy meines Erachtens nichts (zumindestens nicht genug um es als politischen Krimi zu betiteln). Tarpon wird von Manchette wie auch ein jeder anderer seiner Hauptcharaktere durch Paris und Umgebung gejagt und ein Hardboiled-Krimifluß en français ist auch hier wieder voll konsumierbar. Wer Paris schmecken möchte, wie man Miami bei Willefords Moseleys oder Los Angeles bei Chandlers langem Abschied schmeckt, der sollte eher Jean-François Vilars "Bastille Tango" lesen; wenngleich dass dann auch eher wenig bis sehr wenig Krimi ist. Für mich ist Manchette immer wieder ein schneller und angenehmer Happen für zwischendurch.
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am 20. Juli 2002
Wenn man diesen Roman liest, dann riecht man regelrecht den Dreck der Gassen, durch die sich der private Schnüffler Tarpon bewegt und man riecht seine Fahne, die er durch seinen übermäßigen Alkoholkonsum vor sich her trägt. Die Story ist keine Alltagskost, etwas schräg und durchaus spannend. Allerdings wird mir hier ein bisschen zuviel im Sinne von Philip Marlow kopiert. Dieser Typ des gescheitereten Privatdetektives ist meiner Meinung nach zu sehr auf einen Humphrey Bogart oder Robert Mitchum festgelegt, als dass er von einem französischen Ex-Gendarmen namens "Eugéne Tarpon" kopiert werden könnte. Deshalb auch nur drei Sterne, obwohl die Story, der eigenwillige Schreibstil des Jean-Patrick Manchette und das Buch schlechthin durchaus besser sind - aber absolut lesenswert!!!
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